Vitako-Studie:
Der Mehrwert digitaler Verwaltung


[20.5.2022] Jährlich über fünf Milliarden Euro sparen Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Verwaltungen durch die digitalen Dienste der Vitako-Mitglieder ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Impact Analyse, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag von Vitako erstellt hat.

Vitako-Studie ermittelt den Mehrwert der digitalen Verwaltung. Erstmals hat die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, Vitako, jetzt den Mehrwert der digitalen Verwaltung in Deutschland messen lassen. Wie Vitako mitteilt, hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) die Impact-Analyse durchgeführt. Demnach steigern digitale Verwaltungsangebote nicht nur die Effizienz von Verwaltungsprozessen. Die digitalen Dienste der Vitako-Mitglieder erwirken auch Einsparungen in Höhe von jährlich 5,1 Milliarden Euro. Außerdem sichern die Unternehmen mehr als 50.300 Jobs hierzulande.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Mitgliederunternehmen berechnet sich laut Vitako aus der Summe von direkten (1,5 Milliarden Euro), indirekten (1,8 Milliarden Euro) und induzierten Effekten (0,6 Milliarden Euro) und ergibt insgesamt rund 4 Milliarden Euro. Der direkte Effekt beschreibe die Wertschöpfung, den Umsatz und die Anzahl der Beschäftigten der Vitako-Mitgliedsunternehmen selbst. Indirekte Effekte seien die Wertschöpfung, der Umsatz und die Leistungen der Beschäftigten in Unternehmen, die Vorleistungen an die Vitako-Mitgliedsunternehmen liefern. Die induzierten Effekte ergeben sich aus dem Umfang der wirtschaftlichen Aktivitäten (Wertschöpfung, Umsatz, Beschäftigung), die durch den Konsum der im direkten und indirekten Effekt ermittelten Beschäftigten in den Vitako-Mitgliedsunternehmen und deren Vorleistungslieferanten entstehen.

Zeitersparnis auf allen Ebenen

Die Zeit- und Kosteneinsparungen (5,1 Milliarden Euro) durch die gesteigerte Effizienz der Verwaltungsprozesse können in Beziehung zur direkten Wertschöpfung (1,5 Milliarden Euro) gesetzt werden, erklärt Vitako weiter. „Bemerkenswert an der Studie ist, dass die Gesellschaft für jeden Euro Wertschöpfung, den die kommunalen IT-Dienstleister erwirtschaften, zusätzlich 3,29 Euro einspart – indem Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie die Verwaltung selbst Zeitersparnisse bei der Bewältigung ihrer nun digitalen Verwaltungsangelegenheiten erzielen“, sagt Hanno Kempermann, Geschäftsführer von IW Consult. Investitionen in die Verwaltungsdigitalisierung stellen laut Vitako also einen enormen Hebel dar und helfen, Ressourcen – insbesondere Steuergelder – einzusparen. Die deutsche Volkswirtschaft profitiere hiervon auf drei Ebenen. Zum einen werde der Verwaltungsaufwand in den Behörden reduziert. Die Angebote der kommunalen IT-Dienstleister entlasten sie im Wert von rund 2,4 Milliarden Euro. Zum anderen sparen Bürgerinnen und Bürger Zeit. Millionen von Menschen profitieren bereits von den digitalen Lösungen der Vitako-Mitglieder, beispielsweise bei der Kita-Anmeldung, der Kfz-Zulassung und der Beantragung von Ausweisdokumenten. Die Zeitersparnisse summieren sich laut Vitako zu einem monetären Wert von 900 Millionen Euro pro Jahr. Auch Unternehmen gewinnen durch digitale Verwaltungsprozesse Zeit im Wert von 1,8 Milliarden Euro.

Hoher Nutzen für Verwaltung, Gesellschaft und Unternehmen

Der gesellschaftliche Mehrwert reicht über die rein monetäre Nutzenbewertung hinaus, teilt Vitako mit. Denn die Digitalisierung erleichtere auch die Teilhabe der Bevölkerung an demokratischen Prozessen und am demokratischen Dialog. Die garantierte IT-Sicherheit schaffe in der Bevölkerung das nötige Vertrauen, um die digitalen Angebote wahrzunehmen. Für Synergien sorgen die IT-Dienstleister außerdem bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG). Rund 47.000 IT-Fachkräfte werden dafür benötigt. Die kommunalen IT-Dienstleister bündeln Expertenwissen, implementieren einheitliche Lösungen und unterstützen die Verwaltung durch die Digitalisierung der Angebote bei der OZG-Umsetzung. Routinetätigkeiten werden zugunsten komplexerer Vorhaben minimiert und bestehende IT-Fachkräfteengpässe können gelindert werden.
„Die Vitako-Studie hat gezeigt: die Gesellschaft und konkret Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie Verwaltungen haben einen sehr hohen Nutzen durch die Verwaltungsdigitalisierung – damit das Potenzial weiter ausgeschöpft werden kann, ist eine dauerhafte und solide Finanzierung der kommunalen IT mehr als dringlich“, lautet das Resümee von Vitako-Geschäftsführer Ralf Resch. (ve)

Hier kann die Studie heruntergeladen werden (PDF, 3,6 MB) (Deep Link)
https://www.vitako.de
https://www.iwconsult.de

Stichwörter: Politik, Vitako, Unternehmen, IW, Studie

Bildquelle: Screenshot via www.vitako.de

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

handelsblatt2204-banner
Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik
Hessen: Erster Digitalindex vorgestellt
[11.5.2022] In Hessen ist die Wirksamkeit der Digitalstrategie nun messbar: Das Fraunhofer-Institut FOKUS und das ÖFIT haben einen Digitalindex erstellt, der wichtige Handlungsfelder der hessischen Digitalisierungsmaßnahmen unter die Lupe nimmt. In zwei Jahren soll die Studie wiederholt werden. mehr...
Hessen: Die Umsetzung der Digitalstrategie wird messbar.
Nordrhein-Westfalen: Wechsel an der Spitze von IT.NRW
[11.5.2022] Oliver Heidinger wird neuer Präsident des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen. Er übernimmt den Staffelstab von Hans-Josef Fischer, der sich Ende Mai in den Ruhestand verabschiedet. mehr...
IT-Planungsrat: „Booster“ für das OZG
[3.5.2022] Der IT-Planungsrat hat eine Priorisierung bei der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen beschlossen. Vorgesehen ist eine beschleunigte Umsetzung der 34 wichtigsten Online-Dienste, die im EfA-Prinzip digitalisiert und flächendeckend zur Verfügung gestellt werden sollen. mehr...
OZG: IT-Planungsrat will zumindest die 34 wichtigsten Online-Verwaltungsdienste bis Ende dieses Jahres flächendeckend digital verfügbar machen.
Bayern/Bitkom: Faesers Digitalpläne sind unzureichend
[2.5.2022] Nachdem Bundesinnenministerin Nancy Faeser das digitalpolitische Programm der Bundesregierung bis 2025 vorgestellt hat, äußerten sich Bayerns Digitalministerin Gerlach wie auch der Digitalverband Bitkom zu den Plänen. Beide fordern ein Ende der Diskussionen und zügiges Handeln. mehr...
Interview: Teilhabe und Service Interview
[2.5.2022] Die Stadt Augsburg arbeitet konsequent an der digitalen Transformation der Verwaltung. Im Kommune21-Interview erklärt Oberbürgermeisterin Eva Weber, welche Projekte umgesetzt werden und warum es wichtig ist, dabei die Stadtgesellschaft einzubinden. mehr...
Eva Weber
Weitere FirmennewsAnzeige

E-Invoicing: Was 2022 auf Kämmereiabteilungen zukommt
[2.5.2022] Annahme und Verarbeitung von E-Rechnungen, Portallösungen und PEPPOL, das neue Umsatzsteuerrecht für Kommunen – mit einigen dieser Themen haben Kämmereiabteilungen schon seit längerem zu tun, andere sind neu bzw. werden weiter ausgebaut. So bringt das laufende Jahr für alle in der kommunalen Verwaltung, die mit Steuern, Haushalt und Finanzen zu tun haben, technische wie auch gesetzliche Neuerungen. mehr...
Suchen...

 Anzeige

vereon2204-cont

 Anzeige

vereon2204-cont

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 05/2022
Kommune21, Ausgabe 04/2022
Kommune21, Ausgabe 03/2022
Kommune21, Ausgabe 02/2022

IT-Guide PlusCC e-gov GmbH
21079 Hamburg
CC e-gov GmbH
Axians Infoma GmbH
89081 Ulm
Axians Infoma GmbH
SEITENBAU GmbH
78467 Konstanz
SEITENBAU GmbH
S-Management Services GmbH
70565 Stuttgart
S-Management Services GmbH
rexx systems GmbH
20097 Hamburg
rexx systems GmbH
Aktuelle Meldungen