Bund / Hamburg:
Digital-Baukasten für die Verwaltung


[26.1.2022] Ein bundesweites Projekt zur Entwicklung und Bereitstellung Low-Code-basierter Software-Module für die Verwaltung startet. Die Senatskanzlei Hamburg und das Bundesministerium des Innern haben eine entsprechende Vereinbarung gezeichnet.

Projekt MODUL-F stellt Ländern und Kommunen Bausteine für die Verwaltungsdigitalisierung zur Verfügung. Die Verwaltungsdigitalisierung einen Schritt weiterdenken soll jetzt das Projekt MODUL-F. Um verwaltungsinterne Prozesse zu verbessern, wird ein modularer Ansatz für die Erstellung von Fachverfahren aufgebaut. Über eine so genannte Low-Code-Plattform sollen künftig vorprogrammierte Module zur Verfügung stehen, aus denen einfach und schnell digitale Fachverfahren erstellt werden können. MODUL-F soll in Zukunft dort eingesetzt werden, wo es noch keine digitale Abbildung eines internen Prozesses gibt.
Zur Umsetzung des Infrastrukturprojekts haben die Senatskanzlei Hamburg und das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) nun eine Vereinbarung gezeichnet, die Finanzierung, Projektziele und gegenseitige Verpflichtungen im Projektkontext regelt. Das gaben das BMI und das Hamburger Amt für IT und Digitalisierung in einer gemeinsamen Pressemeldung bekannt.
Der Bund und Hamburg sollen die Steuerung des Projekts übernehmen. Die Umsetzung des Projekts MODUL-F erfolgt in Hamburg. Die entstehenden Software-Module für die Erstellung von Software-Anwendungen sollen der Digitalisierung in diversen Themenfeldern zugutekommen und von allen Bundesländer und Kommunen genutzt werden. Geplant sind etwa Module für die Vier-Augen-Prüfung, die Bescheiderstellung oder die Archivierung von Vorgängen. Die Software-Module sollen durch Befolgen des Low-Code-Prinzips innerhalb kurzer Bearbeitungszeit bereitgestellt werden. Auf Low-Code-Plattformen wird Software nicht mehr über klassische textbasierte Programmiersprachen entwickelt, sondern mit visuellen Werkzeugen und vorgefertigten Elementen im Modellierungsverfahren. Das Projekt MODUL-F wird aus Konjunkturmitteln des Bundes in Höhe von 11,6 Millionen Euro finanziert. Die Mittel werden vom Bund für die Digitalisierung im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) bereitgestellt.
„Das Ziel ist eine durchgängige Digitalisierung: Nicht nur die Bürgerinnen und Bürger übermitteln ihre Anliegen durch Online-Dienste, auch die interne Sachbearbeitung kann künftig überall digital erfolgen. Modul-F hilft vor allem, wenn einzelne Prozesse zu klein für eine eigene Entwicklung sind“, erklärt Staatsrat Jan Pörksen, Chef der Hamburger Senatskanzlei. „Bestimmte Funktionen, die in jeder Verwaltung gebraucht werden, etwa eine Registerabfrage oder die Erstellung von Bescheiden, stehen je nach Bedarf als einzelne Module zur Verfügung. Damit schaffen wir die Voraussetzung für wirtschaftliche und gut funktionierende Lösungen für eine leistungsfähige Verwaltung, wovon alle Bürgerinnen und Bürger profitieren.“
Markus Richter, Staatssekretär im BMI und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik, ergänzt: „Das Projekt MODUL-F wird im Rahmen der OZG-Umsetzung einen wertvollen Beitrag auf dem Weg der Modernisierung und Digitalisierung der Bundesverwaltung leisten. Mit einer standardisierten Vorgehensweise wird das MODUL-F den Transfer von analogen Verwaltungsleistungen in das digitale Zeitalter beschleunigen.“ (sib)

https://www.bmi.de
https://www.hamburg.de

Stichwörter: Fachverfahren, Hamburg, BMI, MODUL-F, Low Code



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Fachverfahren
Münster: Digitalisierung des Rechnungswesens
[24.1.2022] In Münster werden jetzt in drei Pilotämtern digitale Rechnungen auch intern vollständig digital bearbeitet. Papierrechnungen gehören damit bald der Vergangenheit an. mehr...
In Münster starten die ersten drei städtischen Ämter mit der neuen Software für komplett digitalisierte Rechnungsbearbeitung.
Rauschenberg: Förderung für Digitalisierung
[21.1.2022] Im Rahmen des Programms „Starke Heimat Hessen“ hat die Stadt Rauschenberg jetzt eine Förderung von 65.790 Euro erhalten. Mit dem Geld möchte die mittelhessische Kommune die E-Akte in ihrer Verwaltung einführen und ein Tool zur digitalen Erfassung der Leistungen des Bauhofs einrichten. mehr...
Die hessische Stadt Rauschenberg führt jetzt in ihrer Verwaltung die E-Akte ein.
Korschenbroich: Urkunden online beantragen
[20.1.2022] In Korschenbroich können Personenstandsurkunden ab sofort digital beantragt und bezahlt werden. Auch mehrsprachige Urkunden werden neuerdings ausgestellt. Der persönliche Gang zum Amt kann entfallen. mehr...
Fachverfahren: Digitalisierung, die wirkt Interview
[17.12.2021] Die Stadt Selm im Kreis Unna digitalisiert schrittweise die Planung und Vergabe von Betreuungsplätzen für Kinder. Jugendhilfeplaner André Kautz erläutert im Kommune21-Interview, welche Faktoren für den Erfolg des neuen Verfahrens entscheidend waren. mehr...
Stadt Selm: Vergabe von Kita-Plätzen läuft nun digital ab.
Bremen: Umsetzung von Online-Anträgen
[15.12.2021] In Bremen können Anträge im Kontext von Baustelleneinrichtungen ab sofort bequem online erledigt werden. Die Umsetzung erfolgte mit cit intelliForm, wobei die Hansestadt vom IT-Dienstleister Dataport unterstützt wurde. mehr...
Hansestadt Bremen setzt mit Unterstützung von Dataport auf cit intelliForm.
Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von Kommune21 allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wir haben an dieser Stelle eine Bitte an Sie:
Die gegenwärtige Situation macht einmal mehr deutlich, wie wichtig das Thema Digitalisierung auch in Ihrer Verwaltung, Behörde oder Schule ist. Kommune21 berichtet seit 20 Jahren über alle wichtigen Themen der IT-gestützten Verwaltungsmodernisierung und hilft, die Digitalisierung im Public Sector transparent und besser zu gestalten. Bitte prüfen Sie über Ihre Buchhaltung, ob Sie bereits ein reguläres Abonnement von Kommune21 haben. Wenn nicht, dann freuen wir uns, wenn Sie gerade in diesen Zeiten ein Abonnement in Betracht ziehen. Danke!

Kommune21, Ausgabe 1/2022
Kommune21, Ausgabe 12/2021
Kommune21, Ausgabe 11/2021
Kommune21, Ausgabe 10/2021

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Fachverfahren:
G&W Software AG
81671 München
G&W Software AG
Kommunix GmbH
59425 Unna
Kommunix GmbH
ITEBO GmbH
49074 Osnabrück
ITEBO GmbH
Form-Solutions GmbH
76137 Karlsruhe
Form-Solutions GmbH
Aktuelle Meldungen