HannoverMehr digitale Teilhabe für Ältere

Die Stadt Hannover will die digitale Teilhabe älterer Menschen fördern und hat eine Fachplanung für die nächsten vier Jahre vorgelegt.
(Bildquelle: kulyashina/123rf.com)
Ende 2025 war gut jeder vierte Einwohner der Landeshauptstadt Hannover mindestens 60 Jahre alt, bis 2049 dürfte die Zahl um knapp 13 Prozent steigen. Wie können die älteren Menschen niedrigschwellig digitale Angebote nutzen und warum ist das so wichtig für die soziale Teilhabe? Wie kann Digitalisierung das Pflegepersonal entlasten und wie können digitale Anwendungen Vereinfachung in verschiedene Lebensbereiche bringen, beispielsweise bei Behördengängen? Diese und ähnliche Fragen beleuchtet die neue Fachplanung für Seniorinnen und Senioren, die unter dem Titel „Gut eingeloggt, für ein selbstbestimmtes Leben“ das Thema der Digitalisierung in den Mittelpunkt stellt. „Unser Ziel ist es, ältere Menschen zu unterstützen, digitale Angebote zu nutzen, da sie die Möglichkeit der sozialen Vernetzung bieten, Teilhabe und Selbstbestimmung fördern und Versorgungslücken schließen können. Sie tragen auf diese Weise dazu bei, für ein gutes Altern in einer digitalisierten Welt zu sorgen“, sagte Sylvia Bruns, Sozialdezernentin in Hannover.
Digitaler als man glaubt
Viele Seniorinnen und Senioren nutzen schon jetzt digitale Angebote, beispielsweise ein Smartphone, um per Messenger Kontakte zu pflegen oder im Internet zu recherchieren. Dabei zeigten sich aber im Nutzungsverhalten und hinsichtlich der digitalen Kompetenzen deutliche Unterschiede. Diese seien unter anderem von Alter, Bildung und Einkommen abhängig, so die Stadt. Verunsicherungen entstünden durch die rasante Verbreitung von Fake-News in sozialen Netzwerken und Sicherheitsbedenken, etwa beim Online-Banking.
Der „Senior*innenplan 2030“, der die Fachplanung des Fachbereichs Senioren für die nächsten vier Jahre beinhaltet, beleuchtet nicht nur verschiedene Handlungsfelder, sondern informiert auch in Fachaufsätzen zu den verschiedenen Themen. Skizziert werden die Chancen von Digitalisierung für den Alltag älterer Menschen, bei Behördengängen, in der Pflege und in den Quartieren.
Digitale Hilfen für Pflege, Mobilität und Wohnumfeld
Für die Gesundheits- und Pflegeversorgung beschreibt Hannovers neue Fachplanung mehrere mögliche Einsatzfelder digitaler Technik. In den städtischen Alten- und Pflegezentren könnten Anwendungen die Pflegedokumentation erleichtern und an die Bereitstellung und Einnahme von Medikamenten erinnern. Für das häusliche Umfeld nennt der Bericht vernetzte Heizungs-, Beleuchtungs- und Sicherheitstechnik, Geräte zur Messung von Gesundheitsdaten sowie Notfallalarme. Sie könnten die Selbstständigkeit älterer Menschen fördern und Pflegekräfte sowie Angehörige entlasten. Auch Mobilität und Kontakte im Quartier nimmt die Stadt in den Blick: App-gestützte Mobilitätsdienste und digitale Orientierungshilfen sollen Wege ohne eigenes Auto erleichtern. Lokale Vernetzungsplattformen könnten über Veranstaltungen informieren und Menschen mit gemeinsamen Interessen zusammenbringen.
Vorhandene Angebote ausbauen
Mehrere der in der Fachplanung beschriebenen Ansätze setzt Hannover bereits um. Der Fachbereich Senioren stellt in Stadtteilen und Quartieren kostenfreie Geräte zum Ausprobieren, WLAN-Zugänge und Beratung bei technischen Fragen bereit. Ehrenamtliche Medien- und Techniklotsinnen und -lotsen unterstützen ältere Menschen bei Bedarf auch zu Hause. Weitere Angebote sind der digital.Kiosk im Zentrum Hannovers und die Musterwohnung im Roderbruch. In der Musterwohnung zeigt die Stadt, wie vernetzte Haustechnik und sensorbasierte Assistenzsysteme die Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag unterstützen können. Auf diesen Strukturen will Hannover aufbauen: Die bestehenden Angebote sollen weiterentwickelt und stärker an den Bedürfnissen älterer Menschen ausgerichtet werden. Die Fachplanung für Seniorinnen und Senioren bilde dafür die Grundlage, sagte Sozialdezernentin Sylvia Bruns.
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