Sonntag, 31. August 2025

HomeofficeLeitfaden für Kommunen

[01.03.2021] Phishing, Ransomware und unsichere Passwörter – auch in Zeiten von Homeoffice suchen Cyber-Kriminelle nach Schwachstellen im Netzwerk der Verwaltungen. Wer die Risiken kennt, kann jedoch effektiv gegensteuern.
Ein Leitfaden der ekom21 unterstützt Verwaltungsmitarbeiter beim sicheren Arbeiten im Homeoffice.

Ein Leitfaden der ekom21 unterstützt Verwaltungsmitarbeiter beim sicheren Arbeiten im Homeoffice.

(Bildquelle: 123rf.com / melpomen)

Die Corona-Pandemie hat neue Organisationsformen in die Verwaltungen gebracht. Das Homeoffice etwa erweist sich als pragmatische und in vielen Fällen effiziente Lösung, um arbeitsfähig zu bleiben, gleichzeitig aber die Mitarbeiter vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Das heimische Büro schützt allerdings nicht vor digitalen Viren und Cyber-Angriffen. Wer die Schwachstellen kennt, kann diese Risiken deutlich minimieren. IT-Dienstleister ekom21 hat einen entsprechenden Sicherheitsleitfaden formuliert.
Eine Schwachstelle sind und bleiben die Passwörter. Unbefugte erlangen über diese Lücke immer wieder Zugriff auf Daten und Systeme. Sicherheit beginnt deshalb bei einem sicheren Passwort. Generell gilt: Je komplexer und länger, desto sicherer. Laut den Verbraucherzentralen sollten Passwörter mindes­tens zehn Zeichen lang sein, aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen bestehen. Sie sollten in keinem Wörterbuch zu finden sein und auch nicht mit dem Nutzer in Verbindung stehen. Ähnlich sieht es das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Es empfiehlt für manche Anwendungen aber sogar noch längere Passwörter. Einen 45 Zeichen langen Code kann man sich wiederum nicht ohne Weiteres merken. Hier helfen Passwort-Sätze. So könnte beispielsweise der Merksatz für das Passwort „TdCu12adF,kgdP!“ lauten: „Tanzt der Chef um zwölf auf dem Flur, klingelt gleich die Pausenuhr!“.

VPN-Lösung ist Voraussetzung

Häufige Schwachstellen sind zudem die Router im Homeoffice, also die Verbindungsrechner zwischen Telefon- oder Datenleitung und Endgerät. Eine Funkverbindung per WLAN ist praktisch, allerdings gilt auch hier: Ein sicheres Passwort ist unabdingbar. Noch sicherer sind feste Kabelverbindungen (LAN) zwischen Router und Endgerät. Handelsübliche Router erlauben mühelos eine Kabelverbindung. Damit wird auch das Internet-Signal deutlich stabiler, was man bei Videokonferenzen oder VoIP-Anwendungen schätzen wird.
Per Virtual Private Network (VPN) erreichen die Daten aus dem Homeoffice den Arbeitgeber. Dabei wird sichergestellt, dass Daten vor der Übertragung ins Internet in einen verschlüsselten Tunnel gepackt und nur verschlüsselt übermittelt werden. An Anfang und Ende lassen sich die Daten bearbeiten, während der Übertragung im öffentlichen Netz hat hingegen niemand Zugriff darauf. In der Regel stellen die Kommunen geeignete VPN-Lösungen zur Verfügung. Mit videma21 von IT-Dienstleister ekom21 können sie den Mitarbeitern alternativ gleich einen kompletten und gesicherten Remote-Arbeitsplatz anbieten. Fernzugriff ohne VPN erlauben sie in der Regel nicht. Denn wer ohne VPN arbeitet, geht im übertragenen Sinn ohne Badebekleidung schwimmen: Er zeigt schlicht alles.

Im Zweifel: Anruf

Während COVID-19 das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben erheblich einschränkt, kennt Cybercrime keine Krisen. Im Gegenteil, die Zahl der Angriffe steigt – was sicher auch damit zu tun hat, dass die Arbeit im Homeoffice zusätzliche Angriffspunkte bietet. Wer hat nicht in den vergangenen Monaten Werbe-E-Mails für Atemschutzmasken erhalten? Häufig handelt es sich dabei um Phishingmails, die versuchen, Passwörter, TANs oder sonstige Transaktionsschlüssel zu stehlen. Ebenso schlimm ist das Einschleusen von Schad-Software per E-Mail-Anhang. Ein unbedachter Klick kann zur Folge haben, dass Ransomware die Festplatte verschlüsselt. Der beste Schutz ist Misstrauen. Unbekannte Mitteilungen sollten nicht geöffnet werden. Wer E-Mails von einer fremden Bank erhält, wird gewarnt sein. Aber viele E-Mails kommen mittlerweile in täuschend echtem Layout und in tadelloser Sprache daher. Da Phishingmails also immer schwerer zu erkennen sind, sollte man sich im Zweifel telefonisch beim Absender rückversichern.

Analog absichern

Angriffe erfolgen aber nicht nur digital. Das BSI warnt in seinen Handreichungen ebenso vor physischen Risiken und rät zu „Maßnahmen, mit denen sich ein Sicherheitsniveau erreichen lässt, das mit einem Büroraum vergleichbar ist. Verschließen Sie Türen, wenn Sie den Arbeitsplatz verlassen, geben Sie Dritten keine Chancen durch einsehbare oder gar geöffnete Fens­ter.“ Es mag unwahrscheinlich anmuten, dass jemand durch das Fenster einsteigt und die aktuelle Wasserverordnung stiehlt. Aber kommunale Informationen – der Bebauungsplan, Sitzungsprotokolle, Finanzdaten und dergleichen – sind hochsensibel. Oft genügt schon ein Blick, um wertvolle Kenntnisse zu erlangen. Wer Bahn fährt, hat bestimmt schon ungewollt Umsatzzahlen gesehen, die der Mitreisende gegenüber gerade bearbeitet. Dagegen helfen eine Sichtfolie und die Windows-Taste plus L. Dann ist nämlich der Bildschirm mit Passwort blockiert. Kinder im Homeoffice? Das Sperren des Rechners hilft dann auch gegen Datenverluste. Zu ärgerlich ist es nämlich, wenn Filius oder Filia Spaß am Tippen haben und versehentlich stundenlange Arbeit zerstören.

Datenverlusten vorbeugen

Datensicherung ist ein weiterer wichtiger Aspekt bei der IT-Sicherheit im Homeoffice. Idealerweise arbeitet man live auf den Produktionssystemen der Organisation. Bei videma21 ist das ohnehin der Fall, in anderen Fällen hilft das VPN. Damit sind Datenverluste praktisch ausgeschlossen und nach einem Virenbefall lassen sich die Daten wiederherstellen. Wer auf lokalen Medien speichert, tut sich keinen Gefallen und macht sich unter Umständen sogar strafbar. Das gilt vor allem für beliebte Online-Speicher wie OneDrive, Google Drive oder Dropbox. Die mögen bequem sein, doch hat der Europäische Gerichtshof die als Privacy Shield bekannte Datenschutzregelung mit den USA – wo viele der Service-Anbieter sitzen – für ungültig erklärt. Mit der ebox21 stellt etwa ekom21 einen ebenfalls komfortablen, aber zugleich sicheren Dienst für Datenspeicherung und -austausch bereit.

Sicher kommunizieren

Sichere Kommunikation ist das A und O im Homeoffice. In der Regel bekommen Verwaltungsmitarbeiter und Mandatsträger Hard- und Software gestellt, die eigens für die benötigten Aufgaben ein zertifiziertes Sicherheitsniveau haben. Klar ist die Verlockung groß, mal eben einen alternativen Kommunikationsweg aus der privaten Welt zu nutzen. Chat- und Messenger-Dienste bergen aber deutliche Sicherheitsrisiken. Nutzer sollten sich im Homeoffice deshalb an die bereitgestellte Technik der Organisation halten und nur die zugelassenen Dienste nutzen. Denn dahinter stehen in der Regel ein erfahrener Dienstleister, ein Sicherheitskonzept und Support-Experten. Sicherheitslücken entstehen zudem, wenn Updates nicht eingespielt werden. Ein Support-Team macht das meist automatisch im Hintergrund, sodass sich Experten im Homeoffice auf ihre Dienstgeschäfte konzentrieren können und zu aller Zusatzbelastung nicht auch noch einen Schnellkurs in IT-Administration belegen müssen.

Immo Gehde schreibt für Adremcom, Agentur für Unternehmenskommunikation.




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Sicherheit

Datenschutz: Know-how für die KI-Planungsphase

[29.08.2025] Der Beauftragte für den Datenschutz des Landes Niedersachsen führt regelmäßig Schulungen zu aktuellen Datenschutzthemen durch. Neu im Programm ist eine Fortbildung über den KI-Einsatz in der öffentlichen Verwaltung. mehr...

Logo des 7. CyberSicherheitsForums

CyberSicherheitsForum 2025: Global denken, vor Ort handeln

[28.08.2025] Wie sicher sind wir in der Welt vernetzt? Was können wir global mitnehmen, um unsere digitale Welt hier vor Ort sicherer zu machen? Diese und weitere Fragen können mit Expertinnen und Experten im November beim siebten CyberSicherheitsForum in Stuttgart diskutiert werden. mehr...

Mehrere Personen stehen nebeneinander in einem Raum, zwei davon halten ein Dokument in den Händen.

Würzburg: Siegel bescheinigt IT-Sicherheit

[26.08.2025] Würzburg ist vom Bayerischen Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) mit dem Siegel Kommunale IT-Sicherheit ausgezeichnet worden. Es bescheinigt der Stadtverwaltung, dass sie angemessene Maßnahmen zur IT-Sicherheit umgesetzt hat. mehr...

Verschwommen im Hintergrund die Nahaufnahme eines Laptops, über dessen Tastatur eine leuchtende digitale Vorhängeschloss-Schnittstelle schwebt.

V-PKI-Zertifikate: Neues Antragsportal der SIT

[25.08.2025] Als nachgeordnete Zertifzierungsstelle des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt die Südwestfalen-IT Zertifikate zur Absicherung der digitalen Kommunikationswege und -Plattformen von öffentlichen Verwaltung aus. Das entsprechende Antragsportal hat die SIT nun einem Relaunch unterzogen. mehr...

Das Bundeskabinett an einem langgestreckten ovalen Holztisch während einer Sitzung.

Bundesregierung: NIS2-Richtlinie beschlossen

[31.07.2025] Das Kabinett hat den Gesetzentwurf zur Umsetzung der NIS2-Richtlinie beschlossen. Damit gelten künftig für deutlich mehr Unternehmen als bisher gesetzliche Pflichten zur Stärkung der Cybersicherheit, zudem erhält das BSI neue Befugnisse für Aufsicht und Unterstützung. mehr...

Drei Personen stehen in einem Raum nebeneinander und halten gemeinsam ein großes Dokument in die Kamera.

Monheim am Rhein: TÜV bestätigt IT-Sicherheit

[23.07.2025] Das Informationssicherheits-Managementsystem der Stadt Monheim und ihrer Bahnen ist erneut mit dem Prüfsiegel ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert worden. Das von TÜV Rheinland ausgestellte Zertifikat bescheinigt, dass sicherheitsrelevante Prozesse dokumentiert, geprüft und kontinuierlich verbessert werden. mehr...

Eine Reihe von roten und blauen Bauklötzen oder Dominosteinen, die blauen Steine sind im Begriff, umzufallen.

Dataport: Red Team für Cybersicherheit

[10.07.2025] Dataport setzt künftig auf Red Teaming – umfassende Angriffssimulationen, welche die IT-Sicherheitsmechanismen realistisch auf die Probe stellen. Der IT-Dienstleister will damit das eigene Sicherheitsniveau und die Sicherheit der Kunden und Trägerländer erhöhen. mehr...

Blick ins Auditorium Fachveranstaltung "Cyberangriffe auf Kommunen"

Fachtagung: Auf Cyberangriffe vorbereitet

[30.06.2025] Über 160 Teilnehmende aus saarländischen Städten, Gemeinden und Landkreisen tauschten sich auf der Fachveranstaltung „Cyberangriffe auf Kommunen“ über die akute Bedrohung durch Cyberkriminalität und praxistaugliche Schutzmaßnahmen aus. mehr...

Symbolbild IT-Sicherheit: Leicht unscharfes, kontrastarmes Foto eines überladenen schreibtischs mit Brille, Tablet, Kaffeetasse und Papieren, darübergelegt Icon eines Vorhängeschlosses und Platinen-ähnliche Muster.

LSI Bayern: Neues Sicherheitssiegel für Kommunen

[11.06.2025] Das LSI Bayern hat Version 4.0 des IT-Sicherheits-Siegels für Kommunen veröffentlicht. Neu sind Vorgaben zu KI, mobiler Sicherheit und Online-Backups. Der ergänzende Baustein IT-Resilienz hilft Kommunen bei der systematischen Selbsteinschätzung. mehr...

Kreis Regensburg: 17 Kommunen erhalten Siegel für IT-Sicherheit

[10.06.2025] 17 Kommunen im Zweckverband Realsteuerstelle Regensburg sind jetzt vom bayerischen Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) mit dem Siegel „Kommunale IT-Sicherheit“ ausgezeichnet worden. mehr...

Print-Ausgabe des CSBW-Jahresberichts 2024, die schräg auf einer grauen Oberfläche liegt.

Baden-Württemberg: Jahresbericht zur Cybersicherheit 2024

[22.05.2025] Die CSBW hat 2024 rund 30 Prozent mehr IT-Sicherheitsvorfälle bearbeitet. Kommunen wurden ähnlich häufig unterstützt wie im Vorjahr, neue Präventionsangebote, Notfallübungen und ein Schwachstellenscan richten sich teils gezielt an sie. mehr...

Datenschutz: Hilfestellung für Behörden

[12.05.2025] In der kommunalen Praxis gibt es beim Thema Datenschutz noch immer Rechtsunsicherheiten. Die Konferenz der Datenschutzaufsichtsbehörden von Bund und Ländern hat eine Orientierungshilfe für Behörden erarbeitet, die (EfA-)Onlinedienste betreiben oder nutzen. mehr...

Marktgemeinde Röhrnbach mit LSI-Siegel ausgezeichnet

Röhrnbach: Siegel für IT-Sicherheit

[06.05.2025] Die niederbayerische Marktgemeinde Röhrnbach hat für nachhaltige IT-Sicherheit gesorgt und ist dafür vom Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) ausgezeichnet worden. mehr...

Die IT-Notfallausrüstung ausgepackt auf dem Transportkoffer.

CSBW: Schnell handlungsfähig im IT-Notfall

[22.04.2025] Ohne funktionierende IT-Ausstattung ist die Bewältigung eines Cyberangriffs kaum zu schaffen. Um die Handlungs- und technische Kommunikationsfähigkeit von Verwaltungen zu sichern, bietet die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) nun eine mobile IT-Notfall-Ausrüstung an. mehr...

Nordrhein-Westfalen: IT-Notfallhilfe für Kommunen

[17.04.2025] Nach IT-Angriffen sollen nordrhein-westfälische Kommunen schnell und unkompliziert Incident-Response-Dienstleistungen in Anspruch nehmen können. Ein Rahmenvertrag zwischen Land und spezialisierten Dienstleistern sichert das Angebot ab. mehr...