RegistermodernisierungWie brauchbar sind die Registerdaten?

Um die Ziele der Registermodernisierung zu erreichen, ist auch die Qualität der Registerdaten entscheidend.
(Bildquelle: HNFOTO/stock.adobe.com)
Die Registermodernisierung sieht vor, öffentliche Register wie etwa Melderegister oder Sozialdaten so zu modernisieren, dass Behörden ihre Daten in Zukunft sicher und automatisch austauschen können, deutschlandweit und innerhalb der EU. Digitale Verwaltungsleistungen sollen auf diese Weise für alle Beteiligten – Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, aber auch die Verwaltung selbst – vereinfacht und beschleunigt werden. Damit das funktioniert, ist eine korrekte, vollständige und einheitliche Erfassung der Daten in den Registern erforderlich. Eine entscheidende Frage ist außerdem, ob die Qualität der vorhandenen Namens- und Adressdaten ausreicht, um Menschen künftig eindeutig über eine Identitätsnummer zu erkennen.
Register sind fehlerhaft
Ein gemeinsames Pilotprojekt des Landes Niedersachsen, des Start-ups Datenschmiede.ai und des IT-Dienstleisters Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO) zeigt nun erstmals verlässlich, wie gut die Daten in kommunalen Registern wirklich sind. Mit dem Wohngeldregister und dem Hundesteuerregister wurden im Rahmen des Projekts zwei reelle Register untersucht. Erkannt wurde ein deutlicher Verbesserungsbedarf. Typische Probleme in den in unterschiedlichen Systemen vorhandenen Daten waren beispielsweise inkonsistente, abweichende Schreibweisen ein- und desselben Namens, Doppelungen, also die mehrfache Erfassung von Personen sowie fehlende oder unvollständige Angaben bei Adressen oder Namen.
Fachverfahren wirkt auf Registerqualität
Die wichtigste Erkenntnis aus dem Projekt war, dass nicht das eigentliche Korrigieren der Daten schwierig ist, sondern das Auffinden etwaiger Fehler. Hier können automatisierte Verfahren helfen. In dem niedersächsischen Projekt wurde eine Software eingesetzt, die Datensätze nach den verschiedenen Kriterien bewerten kann. So wird unterschieden zwischen korrekt, mögliche Dublette, automatisch korrigierbar und einer erforderlichen manuellen Prüfung. Das Wohngeldregister erwies sich insgesamt als gut gepflegt. Bei den Daten aus dem Hundesteuerregister gab es deutlich mehr Probleme. Der Aufwand für die Datenbewertung und -korrektur eines Registers hängt also auch stark vom jeweils genutzten Fachverfahren ab.
Registerdaten systematisch aufbereiten
Das Pilotprojekt legt offen, dass für die Registermodernisierung die Qualität der vorhandenen Daten aktuell noch wichtiger ist als Fachverfahren oder sonstige IT-Systeme. Daher lohnt es sich, die Daten vor der technischen Anbindung an zentrale Systeme vorzubereiten. Automatische Analyse- und Aufbereitungsverfahren können die Kommunen bei der Vorbereitung entlasten. Der manuelle Aufwand kann deutlich reduziert werden, und eine sinnvolle Priorisierung wird möglich.
„Das Land Niedersachsen, die KDO sowie das Start-up Datenschmiede.ai werden die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um Register systematisch zu untersuchen und die Kommunen dabei zu unterstützen, sich auf die kommenden Anforderungen der Registermodernisierung vorzubereiten“, so die niedersächsische Digitalisierungsstaatsekretärin Anke Pörksen.
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