Dienstag, 13. Oktober 2026

NiedersachsenIm Maschinenraum der Verwaltungsdigitalisierung

[28.05.2026] Seit April unterstützt eine Taskforce niedersächsische Kommunen dabei, wichtige Verwaltungsleistungen online anzubinden. Die Beteiligten arbeiten eng zusammen, um technische, organisatorische und finanzielle Hürden für den Einsatz der Online-Dienste aus dem Weg zu räumen – mit Erfolg.

Ministerin Behrens (ganz rechts) mit Fachleuten der Taskforce Digitalisierung Niedersachsen.

(Bildquelle: IT.Niedersachsen)

Der Bund erprobt gemeinsam mit einigen Ländern einen neuen Weg, um digitale Verwaltungsdienste schneller in allen Kommunen anbieten zu können: Dabei finanziert der Bund sogenannte Roll-in-Teams für die Kommunen; gleichzeitig verpflichten sich die Länder, bis Ende 2026 fünf Online-Dienste landesweit einzuführen. Zunächst hatten Hessen und Bayern eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bundesdigitalministerium unterzeichnet, seit April gehört auch Niedersachsen zu den Pilotländern (wir berichteten). Um die Kommunen beim Roll-out von (EfA-)Onlinediensten und damit der OZG-Umsetzung zu unterstützen, wurde die „Taskforce Digitalisierung Niedersachsen“ formiert: Expertinnen und Experten aus dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung, von den IT-Dienstleistern IT.Niedersachsen und GovConnect sowie weiteren Partnern arbeiten in der neuen operativen Einheit eng zusammen.

Wirksame Unterstützung für Kommunen

Nun besuchten Innenministerin Daniela Behrens und Digitalisierungsstaatssekretärin Anke Pörksen die Taskforce in den Räumen von IT.Niedersachsen. Durch die Arbeit des Teams konnte die Verwaltungsdigitalisierung in den vergangenen Wochen und Monaten bereits ein gutes Stück vorangebracht werden, sagte Ministerin Behrens. Mehr als 1.330 Leistungen sind nach Zahlen des Dashboard Digitale Verwaltung bereits flächendeckend digital verfügbar. Damit gehört das Land im bundesweiten Vergleich zur Spitzengruppe. „Dabei kommt vor allem zum Tragen, dass wir landesseitig nicht noch zusätzliche Anforderungen an die Kommunen stellen, sondern sie im Gegenteil ganz direkt und aktiv unterstützen. Mit diesem interdisziplinären und niedrigschwelligen Ansatz bringen wir die Digitalisierung voran und näher an die Menschen.“ Anke Pörksen sieht in der Taskforce ein Modell für die Zukunft: „Die enge Kooperation von Land, Kommunen und IT-Dienstleistern sowie die konsequente Ausrichtung auf die Umsetzung dient als Blaupause für weitere Schritte der Verwaltungsmodernisierung.“

Verzahnte Umsetzung statt isolierter Einzelprojekte

Wo immer es möglich ist, werden die Onlineangebote medienbruchfrei an die kommunalen Fachverfahren angebunden. Dabei werden häufig nachgefragte Leistungen priorisiert – so werden Antragstellende, aber auch die Verwaltungen selbst entlastet. Der Fokus des Landes liegt auf einer personellen und finanziellen Unterstützung der Kommunen. Durch die Taskforce werden sie konkret begleitet – von gemeinsamen Kick-off-Terminen über technische Anbindungen bis zu finanzieller Unterstützung bei Schnittstellen und der zentralen Finanzierung und Beschaffung von Online-Diensten. Gerade kleinere Kommunen profitieren vom gebündelten Know-how der Taskforce und können eigene Aufwände deutlich reduzieren.

Über das bisher Erreichte hinaus richtet sich der Blick im Land jetzt bereits auf die nächste Stufe der Verwaltungsdigitalisierung: Ziel ist die konsequente Ende-zu-Ende-Digitalisierung. Das heißt, Prozesse sollen vollständig digital und ohne doppelte Dateneingaben ablaufen. „Damit wird deutlich, dass es sich nicht nur um ein technisches Projekt handelt, sondern um eine umfassende Transformation der Verwaltung“, so das Innenministerium.



Stichwörter: Politik, EfA, Niedersachsen, OZG


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