Montag, 5. Oktober 2026

HessenPositive Halbzeitbilanz

[05.10.2026] Hessen zieht eine positive Halbzeitbilanz seines Pilotprojekts mit dem Bundesdigitalministerium zur flächendeckenden Einführung digitaler Verwaltungsleistungen. Bei der An- und Ummeldung sind bereits mehr als 90 Prozent der Kommunen angeschlossen.

Das Land Hessen will fünf zentrale Verwaltungsleistungen bis Ende 2026 möglichst flächendeckend digital verfügbar machen. Das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation  arbeitet dabei mit dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und den hessischen Kommunen zusammen. Nach dem operativen Start des Pilotprojekts im April 2026 zieht das Land nun eine Halbzeitbilanz.

„Wir stellen nicht einfach digitale Lösungen bereit, sondern begleiten die Kommunen bei der tatsächlichen Umsetzung“, erklärt Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus. Die bisherigen Ergebnisse zeigten, dass der gewählte Ansatz auch in einem Flächenland mit 421 Städten und Gemeinden sowie 21 Landkreisen funktioniere.

Mehr als 90 Prozent bei digitaler Ummeldung

Nach Angaben des hessischen Digitalministeriums ist die digitale An- und Ummeldung des Wohnsitzes am weitesten fortgeschritten: Mehr als 90 Prozent der hessischen Kommunen bieten sie mittlerweile an. Beim Unterhaltsvorschuss und bei Leistungen im Aufenthaltsrecht liegt die Flächendeckung bei jeweils rund 80 Prozent. Der digitale Führerscheinantrag erreicht eine Online-Verfügbarkeit von 60 Prozent. Elf Behörden müssen noch angeschlossen werden. Immissionsschutzrechtliche Genehmigungen für den Bau von Industrie- und Gewerbeanlagen sind bereits bei allen drei Regierungspräsidien und damit hessenweit online verfügbar.

Roll-in-Teams unterstützen Kommunen

Das Pilotprojekt hatten Hessen und der Bund im September 2025 initiiert (wir berichteten). Gemeinsam mit Wiesbaden, Kassel, Hattersheim, Heuchelheim, dem Rheingau-Taunus-Kreis und dem Wetteraukreis wurden zunächst technische Voraussetzungen, praktische Hürden und der Unterstützungsbedarf der Kommunen untersucht. Statt eigene Lösungen in jeder Kommune zu entwickeln, setzt Hessen auf bereits vorhandene digitale Verwaltungsleistungen nach dem Einer-für-Alle-Prinzip. Sogenannte Roll-in-Teams begleiten die Verwaltungen bei der technischen Anbindung und unterstützen sie direkt vor Ort.

Weitere Länder greifen Ansatz auf

Der zunächst gemeinsam mit dem BMDS und dem Freistaat Bayern entwickelte Ansatz wird nach Angaben Hessens inzwischen auch von Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen aufgegriffen. „Digitalisierung gelingt dann, wenn gute Lösungen nicht in einzelnen Kommunen bleiben, sondern schnell und praxistauglich in die Fläche kommen“, sagt Sinemus. Hessen sieht in dem Pilotprojekt daher ein mögliches Modell für den bundesweiten Roll-out digitaler Verwaltungsleistungen.





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