Freitag, 2. Oktober 2026

Baden-WürttembergTendenzen zur IT-Zentralisierung

[06.07.2015] Die öffentliche IT in Baden-Württemberg ist in Bewegung. Ein neuer Landes-CIO hat sein Amt angetreten, ein IT-Dienstleister für die Landesbehörden ist gegründet. Nun sollen auch noch die kommunalen Rechenzentren fusionieren.
In Baden-Württemberg hat ein neuer Landes-CIO sein Amt angetreten und es wurde ein IT-Dienstleister für die Landesbehörden gegründet.

In Baden-Württemberg hat ein neuer Landes-CIO sein Amt angetreten und es wurde ein IT-Dienstleister für die Landesbehörden gegründet.

v.l.: Innenminister Reinhold Gall; CIO Stefan Krebs; Christian Leinert, Präsident der BITBW; Amtschef des Innenministeriums Baden-Württemberg Ministerialdirektor Dr. Herbert. O. Zinell

(Bildquelle: Innenministerium Baden-Württemberg)

Mit einem Festakt in Stuttgart wurde am vergangenen Freitag (3. Juli 2015) der neue Beauftragte der Landesregierung für Informationstechnologie in sein Amt eingeführt. Der IT-Fachmann Stefan Krebs verantwortet nun im Rang eines Ministerialdirektors die strategische Planung und Weiterentwicklung der Landes-IT (wir berichteten). Zudem wurde die Gründung der Landesoberbehörde IT Baden-Württemberg (BITBW) gefeiert. Die Behörde soll als Landesrechenzentrum die Landes-IT betreiben und Fachverfahren pflegen und entwickeln (wir berichteten).
Im Rahmen der IT-Neuordnung soll die IT der gesamten Landesverwaltung nach und nach in der BITBW gebündelt werden. Präsident der neuen Behörde ist Christian Leinert, bisher Leiter des Informatikzentrums Landesverwaltung Baden-Württemberg. Innenminister Reinhold Gall wertete beim Festakt die gleichzeitige CIO-Einsetzung und Behördengründung „als deutliches Zeichen, dass die IT-Neuordnung in der Landesverwaltung an Fahrt aufnimmt“. Der Minister gab sich zuversichtlich: „Mit Stefan Krebs als Landes-CIO und der BITBW unter der Leitung von Präsident Christian Leinert sehe ich uns bestens gerüstet, das Großprojekt IT-Neuordnung erfolgreich zu meistern.“

Fusion kommunaler Rechenzentren

In Fahrt ist auch ein anderes Großprojekt zur IT-Neuordnung: Die im DV-Verbund Baden-Württemberg organisierten kommunalen Rechenzentren stehen kurz vor einer Fusion. Die Datenzentrale Baden-Württemberg (DZBW) und die drei regionalen Rechenzentren verhandeln bereits seit mehreren Monaten über einen Zusammenschluss. Aus DZBW und Kommunaler Datenverarbeitung und Rechenzentrum der Region Stuttgart (KDRS/RZRS), Kommunaler Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF) und Kommunaler Informationsverarbeitung Reutlingen-Ulm (KIRU) soll ein gemeinsamer IT-Dienstleister für die baden-württembergischen Kommunen entstehen.
Die Vorarbeiten dazu sind nach Informationen von Kommune21 bereits in vollem Gang. Gemeinsam mit einem externen Beratungsunternehmen wird derzeit ein Fusionskonzept entwickelt. Koordiniert wird das Projekt von einem Lenkungsausschuss, in dem Vertreter der Zweckverbände, der DZBW, der Stadt Stuttgart, des Landes und der kommunalen Spitzenverbände sitzen. Noch im Juli soll eine Vorlage erarbeitet werden, die Ende 2015 auf den Verbandsversammlungen beraten und verabschiedet werden soll. Im Jahr 2016 könnte dann die Fusion vollzogen werden.
Die Fusion der vier IT-Dienstleister wird bislang unbemerkt von der Öffentlichkeit vorangetrieben. Immerhin wurden die Mitarbeiter bereits über die Pläne informiert. Ihnen wurde versichert, dass alle Standorte erhalten bleiben, auch eine Beschäftigungsgarantie gibt es. Noch offen ist, wer die Leitung des neuen kommunalen IT-Dienstleisters übernehmen soll.



Stichwörter: Politik, Baden-Württemberg


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Körniges Schwarz-Weiß-Foto, Großraum-Büro mit vielen Arbeitsplätzen und Ordnern und Drehregister

Deutscher Städtetag: i-Kfz-Bund greift zu kurz

[24.09.2026] Der Deutsche Städtetag hält die geplante Zentralisierung der Kfz-Zulassung beim Bund für unzureichend. Der Bund wolle vor allem bereits digitalisierte Standardverfahren übernehmen, während aufwendige Fälle bei den Kommunen blieben. Eine spürbare Entlastung sei so kaum zu erwarten. mehr...

Luftbild Schweriner Schloss

Schwerin: Bund und Land bei Kommunalfinanzen gefordert

[21.09.2026] Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin erwartet für 2027 und 2028 Defizite in zweistelliger Millionenhöhe. Oberbürgermeister Sebastian Ehlers sieht darin kein lokales Problem, sondern verweist auf die bundesweit schwierige Finanzlage der Kommunen. Er fordert von Bund und Land eine aufgabenangemessene Finanzausstattung und Entlastungen bei gesetzlichen Leistungen. mehr...

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger bei einer Rede im Bundestag

Bund: Eine Milliarde Euro für Verwaltungsdigitalisierung

[10.09.2026] Der Bund will die Verwaltungsdigitalisierung weiter vorantreiben. Im Haushaltsentwurf sind dafür rund eine Milliarde Euro vorgesehen. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger kündigte zudem weitere Schritte beim Deutschland-Stack, bei digitalen Verwaltungsleistungen und der Deutschland-App an. mehr...

BU: Visualisierung des Neuen Stadthauses in Bergisch Gladbach.
bericht

Changemanagement: Veränderung steuern

[07.09.2026] Der Erfolg von großen Digitalisierungsprojekten hängt nur zu einem Teil von der Technik ab. Weitaus wichtiger sind eine saubere Strukturierung in steuerbare Einzelprojekte und der Umgang mit den Mitarbeitenden. Das zeigen Erfahrungen aus Bergisch Gladbach. mehr...

Laqptop auf Schreibtisch, am Bildschirm sieht man das Gründerportal

Schneller Gründen: Aus zwei mach eins

[28.08.2026] Unternehmensgründerinnen und -gründer wollen ihre Energie in ihr Geschäft stecken, nicht in bürokratische Formalitäten. Ein neuer Kombiantrag führt Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammen. Er wird zunächst an zehn Pilotstandorten erprobt. mehr...

NExT: Policy Paper fordert digitaltaugliches Haushaltsrecht

[26.08.2026] Das Verwaltungsnetzwerk NExT und das Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt fordern ein Haushaltsrecht, das agile Digitalisierungsprojekte besser unterstützt. Ein neues Policy Paper zeigt, wo starre Regeln, Prüfverfahren und Papierpflichten die digitale Verwaltung bremsen und welche Reformen Abhilfe schaffen sollen. mehr...

Konsultation: Offene Daten stärken

[24.08.2026] Das Bundesdigitalministerium sammelt noch bis zum 15. September in einer Online-Konsultation Vorschläge für einen neuen Fahrplan für Open Data. Die Ergebnisse sollen in den strategischen Rahmen einfließen, den die Bundesregierung Anfang 2027 beschließen will. mehr...

Rathaus der Freien und Hansestadt Bremen, mit Arkaden und drei markanten Stufengiebeln, Deutschlandflagge wehtt, blauer Himmel.

Bremen: Leitplanken für Verwaltungs-KI

[20.08.2026] Der Bremer Senat hat jetzt eine KI-Strategie für die Verwaltung beschlossen. Sie soll den Einsatz der Technologie mit sieben Handlungsschwerpunkten und 39 Projekten verbindlich steuern, um Verfahren zu beschleunigen, Beschäftigte zu entlasten und die Datenhoheit zu sichern. mehr...

Nahaufnahme der Flagge von Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern: Landes- und Kommunalverwaltung rücken zusammen

[29.07.2026] Mecklenburg-Vorpommern tritt dem kommunalen Zweckverband eGo-MV bei. Land und Kommunen wollen damit ihre Zusammenarbeit bei IT-Infrastrukturen, Standards und gemeinsamen Digitalisierungsprojekten verbindlicher organisieren. mehr...

Porträtaufnahme von Kristina Sinemus.

Hessen: Digitale Basis für finanzschwache Kommunen

[22.07.2026] Mit einem neuen Förderprogramm unterstützt Hessen insbesondere finanzschwächere Kommunen bei der Einführung grundlegender Technologien für die Verwaltungsdigitalisierung. Damit soll die digitale Transformation auch in Kommunen mit engen finanziellen Spielräumen vorankommen. mehr...

Zahnräder_Hände
bericht

Digitalisierung: Taskforce eingerichtet

[16.07.2026] Niedersachsen versteht die Digitalisierung als ebenenübergreifende Aufgabe. Mit Rahmenwerk, strategischer Steuerung und operativer Unterstützung, gebündelt mit Standardisierung und konsequenter Kooperation, sind Land und Kommunen auf einem guten Weg. mehr...

bericht

Baden-Württemberg: Komm.ONE fordert neue Dynamik

[06.07.2026] Die Verwaltungsdigitalisierung in Baden-Württemberg soll deutlich an Tempo gewinnen. Im Mittelpunkt stehen eine engere Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen, verlässliche Finanzierungsmodelle sowie eine stärkere Rolle des kommunalen IT-Dienstleisters bei der Umsetzung zentraler Digitalisierungsprojekte. Auch eine langfristige Annäherung an die Landes-IT BITBW schließen die Verantwortlichen nicht aus. mehr...

Sachsen-Flagge im Wind

Sachsen: Mittel für kommunale Digitalisierung

[06.07.2026] Sachsen plant im Doppelhaushalt 2027/2028 weitere Mittel für die Verwaltungsdigitalisierung ein. Neben dem Sächsischen Verwaltungsnetz und zentralen Landesportalen sollen auch Kommunen bei digitalen Diensten und internen Verfahren unterstützt werden. mehr...

Gruppenfoto am Spreeufer, das Kanzleramt im Hintergrund

Vitako: Der moderne Staat fängt in den Kommunen an

[02.07.2026] Die Staatsmodernisierung entscheidet sich nicht im Konzept, sondern in der kommunalen Umsetzung. Beim Politischen Abend von Vitako diskutierten Bundestagsabgeordnete und Fachleute, wie kommunale IT-Dienstleister, gemeinsame Standards und klare Governance die Verwaltungsdigitalisierung voranbringen können. mehr...

Porträt Landrat Dr. Achim Brötel

Deutscher Landkreistag: Landkreise als Innovationsräume

[25.06.2026] Digitale Modernisierung muss in der kommunalen Praxis ankommen: Der Deutsche Landkreistag dringt im Austausch mit Bundesdigitalminister Karsten Wildberger darauf, Landkreise bei zentralen Vorhaben der Staatsmodernisierung frühzeitig einzubinden. mehr...