Freitag, 30. Oktober 2026

Mängel-ManagementAbfallauto sammelt Daten

[21.06.2021] Kameradaten von Abfallsammelfahrzeugen ermöglichen Kommunen die zielgerichtete Erfassung und Behebung von Mängeln im Straßenumfeld.

Als Partner zahlreicher Kommunen und Unternehmen erbringt die Remondis-Gruppe umfassende Services in den Bereichen Abfall, Wasser, Energie und Verkehr. Jährlich bewegt ihre Fahrzeugflotte rund 30 Millionen Tonnen Wertstoffe – täglich sind tausende Fahrzeuge an rund 800 Standorten weltweit im Einsatz, die in einem regelmäßigen Turnus alle Straßen einer Stadt oder eines Landkreises befahren. Das bietet Potenzial für Mehrwerte. Deshalb entschied sich Remondis dazu, mit ihren Fahrzeugen automatisiert Straßen- und Umgebungsdaten zu erfassen, etwa Mängel an Verkehrsschildern. Der Digitaldienstleister T-Systems MMS wurde beauftragt, eine entsprechende Software-Anwendung zu entwickeln, mit der Kommunen diese Informationen nutzen können.

Datenschutzkonform übertragen

Die auf den Namen DataFleet getaufte Lösung setzt als technische Grundlage auf die Microsoft Azure Cloud. Konkret sieht der Prozess so aus: Die Kameras in den Remondis-Fahrzeugen erfassen die Objekte auf den befahrenen Strecken. Die erhobenen Bilddaten werden codiert, datenschutzkonform von einem Gateway übertragen und in der Microsoft Azure Cloud mit dem jeweiligen Zeitstempel, also Standort und Uhrzeit, abgelegt. Dort werden sie mit einem kartografischen Hintergrund von Leaflet verknüpft und können über ein Dashboard eingesehen und genutzt werden.

Zeitnahe Bereitstellung

Für Verantwortliche von Straßenverkehrsbehörden stellt die Lösung ein interessantes Angebot dar. Auf dem Dashboard können Mitarbeiter online per Ferndiagnose zum Beispiel den Zustand der Verkehrsschilder einschätzen und bei schlechter Beschaffenheit die Reparatur, Reinigung oder das Freischneiden von Pflanzenbewuchs planen sowie eigene, zeitaufwendige Kontrollfahrten reduzieren. Die zeitnahe Bereitstellung der Ist-Daten trägt darüber hin­aus zur Verkehrssicherheit bei, da bei Wartungsbedarf schnell reagiert werden kann. Anwendungs­fälle wie das Erkennen von wilden Müllablagerungen am Straßenrand oder von Schlaglöchern können mit der DataFleet-Lösung ebenfalls abgebildet werden.

Vier kommunale Anwender

Aktuell kommt die Lösung bereits bei vier kommunalen Anwendern zum Einsatz, so etwa bei den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen. Sie nutzen die DataFleet-Lösung momentan vor allem, um verblasste, verunreinigte oder durch Äste zugewachsene Verkehrszeichen zu erfassen und entsprechend schnell reparieren, austauschen oder freischneiden zu können. Die Daten werden per Schnittstelle automatisch in das bestehende Geo-Informationssys­tem (GIS) der Wirtschaftsbetriebe übertragen.

Optimierte Mängelbehebung

Auch Städte, die nicht über ein GIS verfügen, können die Data­Fleet-Lösung als Planungsgrundlage für eine optimierte Mängelbehebung nutzen. Die tagesaktuellen Daten vereinfachen die tägliche Arbeit und ermöglichen es, Ressourcen gezielt einzusetzen. Sukzessive entsteht so ein immer umfangreicheres und stets aktuelles Abbild der Straßenumgebung. Die historischen Daten ermöglichen es Städten und Kreisen zudem, vorausschauend und proaktiv zu handeln. Der Einsatz von DataFleet ist dabei nicht ausschließlich auf die von Remondis eingesetzten Fahrzeuge beschränkt. Die Lösung soll auch kommunalen Entsorgern zugänglich gemacht werden.

Stefanie Uhlig ist Projektleiterin im Bereich Cloud Solutions der T-Systems MMS. Johannes Schön ist Geschäftsführer der REMONDIS Digital Services GmbH.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City

Kaiserslautern: KI optimiert Verkehrsmanagement

[29.10.2026] Kaiserslautern setzt auf Künstliche Intelligenz und vernetzte Verkehrstechnik, um den Verkehr effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Bei einem bundesweiten Netzwerktreffen stellte die Stadt ihre Projekte KIMONO I und AORTA vor. mehr...

Frau mit VR-Brille schaut durch ein Panoramafenster auf eine Stadtlandschaft

Hamburg: Digitale Zwillinge gezielt fördern

[28.10.2026] Hamburg hat ein Zentrum Digitaler Zwilling gegründet und fördert erste Vorhaben über einen Zwillingsfonds. Die neuen Strukturen sollen Fachwissen in der Verwaltung bündeln und den Einsatz der digitalen Stadtmodelle über Ressortgrenzen hinweg voranbringen. mehr...

Zwei Frauen und vier Männer stehen neben einem der neuen smarten Mülleimer in Dortmund.

Dortmund: Smarte Mülltonnen für saubere Parks

[28.10.2026] In Grünanlagen und im Zoo der Stadt Dortmund melden smarte Abfallbehälter jetzt automatisch den Füllstand und ermöglichen so eine bedarfsgerechte Leerung. Das soll Fahrwege reduzieren, Ressourcen schonen und die Parks sauber halten. mehr...

Ein Mann und eine Frau blicken mit einem Tablet in der Hand auf einen Park, dessen digitale Version auf dem Tablet zu sehen ist
bericht

Kirchheim b. München: Digitales Herz von Smartheim

[27.10.2026] Die Gemeinde Kirchheim bei München zeigt, dass auch kleinere Kommunen groß denken und die digitale Stadtentwicklung strategisch sowie mit konkretem Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger gestalten können. Herzstück hierfür ist ein Digitaler Zwilling. mehr...

Altstadt von Wetzlar mit Fachwerkhäusern

Wetzlar: Sensordaten für die Stadtentwicklung

[26.10.2026] Mithilfe von Lasertechnologie und der Verknüpfung verschiedener Datenquellen will die Stadt Wetzlar Verkehrs- und Besucherströme besser analysieren und steuern. Das Land Hessen fördert das Smart-City-Modellprojekt mit rund 515.000 Euro. mehr...

Radzählstation an der Wiwilibrücke

Freiburg: Beim Datenspaziergang die Smart City erleben

[21.10.2026] Wie werden Daten in einer Smart City erhoben und genutzt? Ein neuer Datenspaziergang in Freiburg zeigt an fünf Stationen, welche Technologien dahinterstecken und wie die gewonnenen Informationen zur Stadtentwicklung beitragen. mehr...

ein orangenes Winterdienstauto von hinten

Pforzheim: Ideen für die Smart City

[15.10.2026] Wie können offene Daten und Künstliche Intelligenz dazu beitragen, kommunale Herausforderungen zu lösen? Beim Smart City Hackathon in Pforzheim entwickeln die Teilnehmenden Anfang November praxisnahe Lösungen – vom Landschaftsschutz bis zum Winterdienst. mehr...

bericht

Apps: Smart City kann klein starten

[13.10.2026] Auch kleinere und mittlere Kommunen können Smart-City-Angebote mit überschaubarem Aufwand umsetzen. Ein möglicher Einstieg sind kommunale Apps: Sie bündeln Informationen, vernetzen lokale Akteure und eröffnen neue Wege für den Austausch mit der Bürgerschaft. mehr...

Vier Personen stehen rund um einen hohen Tisch auf dem beschriebene karten zu sehen sind

Smart City Summer School Dresden: Wissenstransfer für die Stadt der Zukunft

[12.10.2026] Wie lassen sich erfolgreiche Smart-City-Lösungen dauerhaft in Kommunen etablieren und auf andere Städte und Gemeinden übertragen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Smart City Summer School 2026 in Dresden. Forschende aus rund 50 wissenschaftlichen Einrichtungen diskutierten über Wissenstransfer, Resilienz und die Wirkung digitaler Stadtentwicklung. mehr...

Wie sehen die Städte der Zukunft aus?

Smart City: Digitale Grundversorgung dauerhaft sichern

[08.10.2026] Smarte Städte und Regionen brauchen mehr als befristete Modellprojekte. Sechs Verbände fordern dauerhaft finanzierte, übertragbare Strukturen für die digitale Daseinsvorsorge. Erprobte Lösungen sollen weiterbetrieben werden und allen Kommunen zugutekommen. mehr...

Smart Country Convention: Smart Water als Basis für weitere Anwendungen

[02.10.2026] Zenner zeigt auf der Smart Country Convention 2026, wie sich die Digitalisierung der Wasserwirtschaft mit weiteren Smart-City-Anwendungen verbinden lässt. Eine gemeinsame LoRaWAN-Infrastruktur soll dabei Daten aus unterschiedlichen kommunalen Bereichen übertragen. mehr...

Smart-City-Strategie: Für viele Kommunen eine Herausforderung.

Hamm: Digitaler Erfolgskurs

[24.09.2026] Hamm stellt die Weichen für die nächste Phase seiner Digitalisierung: Die bisherige Digitalisierungsstrategie wird zu einer Smart-City-Strategie für 2027 bis 2032 weiterentwickelt. Neue KI-Anwendungen und eine modernere Dateninfrastruktur sollen dabei eine größere Rolle spielen. mehr...

Reihe von Autos, Nahaufnahme, im Hintergrund orangefarbenes Bokeh

Köln: MobilitätsCockpit verstetigt

[23.09.2026] Köln führt die Datenplattform MoCKiii nach Abschluss der Förderphase dauerhaft fort. Sie verknüpft Verkehrs-, Umwelt- und Wetterdaten in Echtzeit. Die Informationen fließen unter anderem in Verkehrsanlagen, das Brückenleitsystem und die Mobilithek ein. mehr...

Visualisierung des smarten Pfaff-Quartiers in Kaiserslautern.
bericht

Serie Smart Cities, Teil 6: Resilient und nachhaltig

[22.09.2026] Um zukunftsfähige urbane Infrastrukturen – smarte Quartiere – zu schaffen, sollten Kommunen die Digitalisierung konsequent als Hebel für ganzheitliche Nachhaltigkeit und Resi­lienz nutzen. Dabei können sie sich an vier Leitfragen orientieren. mehr...

Holzblöcke vor blauem Hintergrund bilden eine aufsteigende Treppe mit einem roten Block ganz oben. Symbol für eine Rangliste

Haselhorst Smart City Ranking: Ranking ohne Rangliste

[17.09.2026] Das Haselhorst Smart-City-Ranking verzichtet 2026 erstmals darauf, die Platzierungen der untersuchten Städte aktiv zu veröffentlichen. Ganz geheim bleibt die Rangliste dennoch nicht: München hat seinen erneuten ersten Platz bereits selbst bekannt gegeben. mehr...