Freitag, 14. August 2026

NorderstedtSmart-City-Offensive nimmt Fahrt auf

[30.06.2022] Die Stadt Norderstedt im Süden Schleswig-Holsteins will smart werden. Gemeinsam mit Akteuren der Stadtgesellschaft wurden digitale Projekte entwickelt, die zeitnah umgesetzt werden sollen. Darüber hinausgehende Vernetzungen, die laufende Prozesse aufgreifen, werden angestrebt.

Den nächsten Schritt der Smart-City-Offensive „Norderstedt GO!“ haben Stadt und Stadtwerke Norderstedt gemeinsam initiiert. Mit der Offensive wolle die Verwaltung ihre digitalen Geschicke proaktiv gestalten und die Stadt digital und nachhaltig weiterentwickeln, sodass die gesamte Stadtgesellschaft davon profitiere, erklärte Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder. Wichtig sei es, dass der Mensch im Mittelpunkt des Prozesses stehe. Dabei arbeite Norderstedt nach dem Bottom-up-Prinzip, bei dem die Digitalisierung nicht von der Verwaltung ausgehe, die isolierte Einzelprojekte initiiert. Stattdessen wurde in Workshops gemeinsam mit Vertretern der Stadtgesellschaft erarbeitet, was eine Smart City für Norderstedt leisten soll, welche Inhalte wichtig sind und welche Bedürfnisse der Menschen sie adressieren. Das Ergebnis des bürgernahen und transparenten Prozesses sind nach Angaben der Stadt neun konkrete Pilotprojekte, die aus mehr als 130 eingereichten Ideen gemeinschaftlich erarbeitet wurden.

Zügig zur Umsetzung

Nun will die schleswig-holsteinische Kommune zeitnah in die Umsetzung der ersten Pilotprojekte starten. Im Fokus sollen dabei zunächst drei Vorhaben stehen. Mit der Einführung einer Stadt-App möchte die Verwaltung einen weiteren direkten Kontaktweg zur Stadtgesellschaft schaffen. Mittels Push-Nachrichten sollen aktuelle Meldungen – gefiltert nach individuellen Interessen – kommuniziert werden. Ein weiteres Projekt soll den Besuchern des Stadtparks zugutekommen. In einem ersten Test soll über eine Schließfachfunktion die kontaktlose Ausleihe beispielsweise von Rollatoren oder Bollerwagen möglich sein. Dazu sei lediglich eine vorherige Online-Reservierung notwendig.
Und da der Mensch nicht nur im Smart-City-Prozess im Mittelpunkt stehen soll, sondern auch bei der Projektgestaltung, beschäftigt sich das dritte Projektthema gezielt mit der Befähigung der zukünftigen Anwender. Zur Begründung verweist die Stadt Norderstedt auf zahlreiche Untersuchungen, die zeigten, dass die Digitalkompetenz in der deutschen Bevölkerung unterschiedlich stark ausgeprägt sei. In Norderstedt sollen insbesondere die schwächer aufgestellten Personengruppen unterstützt werden, um eine Teilhabe zu ermöglichen. Daher möchten Stadt und Stadtwerke mit Veranstaltungen zu unterschiedlichen Aspekten der Digitalisierung aufklären, praktisches Wissen vermitteln und auch Berührungsängste nehmen. Weitere Projektansätze liegen in einem Ideenspeicher für die Folgejahre bereit.

Über die Pilotprojekte hinaus

Die Corona-Pandemie hat dem kreativen Entwicklungsprozess nicht geschadet – im Gegenteil. Durch das dezentrale digitale Arbeiten konnten sogar noch mehr Teilnehmende gewonnen werden, da sich alle ortsunabhängig am Prozess beteiligen konnten, sagt die städtische CDO Sonja Bahnsen.
Kooperationspartner seit Beginn des Prozesses sind die Stadtwerke Norderstedt. Das Glasfasernetz und das frei verfügbare WLAN MobyKlick sollen die Konnektivität garantieren, auf deren Grundlage die Smart-City-Projekte umgesetzt werden. Mit dem neuen strategischen Bereich Smart City+ seien die Rolle und die Beiträge zur Smart-City-Entwicklung bereits fest in der Gesamtstrategie der Stadtwerke verankert, sagt Jens Seedorff, Erster Werkleiter bei den Stadtwerken Norderstedt.
Wichtig sei für Stadt und Stadtwerke, dass sinnvolle Vernetzungen entstünden, die auch bereits laufende Prozesse aufgreifen. So seien bereits während der Strategieentwicklung die Kernbereiche von Stadtverwaltung und Stadtwerken in den Arbeitsgruppen aktiv beteiligt gewesen. Der Vernetzungsgedanke soll in vier fortlaufenden Arbeitskreisen künftig beibehalten werden. In diesen Arbeitskreisen sollen weitere Projektideen entwickelt und evaluiert werden. Mit „Norderstedt GO!“ soll nach Aussage von Nils Sadowski, Smart City Beauftragter der Stadtwerke, ein kontinuierlicher Innovationsprozess geschaffen werden, um die digitale Entwicklung der Stadt voranzutreiben und das Netzwerk auch überregional auszubauen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
Ein Wasserhahn, aus dem Euroscheine fließen, wird von der Hand eines Mannes im schauten Anzu zugedreht
bericht

Serie Smart Cities, Teil 5: Digitalisierung verstetigen

[13.08.2026] In vielen Kommunen wurde die Einführung digitaler Lösungen mithilfe von Fördermitteln angestoßen. Was ist nun zu tun, um die Smart-City-Projekte auch nach dem Ende des Förderzeitraums finanzierbar zu machen und fest in den kommunalen Prozessen zu verankern? mehr...

Geflutete Straße in Deutschland, Schild Hochwasser im Vordergrund

Studie: Digitale Hochwasservorsorge

[10.08.2026] Eine neue Publikation aus der Begleitforschung des Programms Modellprojekte Smart Cities zeigt anhand mehrerer Praxisbeispiele, wie digitale Lösungen Kommunen bei der Hochwasservorsorge unterstützen. mehr...

Messfahrzeug zum Erfassen des Straßenzustands

Dresden: Straßenzustand smart erfasst

[07.08.2026] In der Smart City Dresden erfolgt derzeit eine Befahrung im gesamten Stadtgebiet, um den Zustand des Straßennetzes digital zu erfassen. In Kombination mit Sensordaten soll das der Stadt künftig ermöglichen, die finanziellen Mittel für den Straßenbau mit dem größtmöglichen Nutzen einzusetzen. mehr...

Abholboxen für Pässe oder Urkunden unweit des Wiesbadener Bürgerbüros.
bericht

Serie Digitalstädte: Stadt der Pilotprojekte

[04.08.2026] Wiesbaden setzt bei der Digitalisierung auf einen ganzheitlichen Ansatz. Bürgerorientierung steht bei allen Vorhaben im Vordergrund. Gleichzeitig beteiligt sich Hessens Landeshauptstadt an zwei prestigeträchtigen Pilotprojekten des Bundesdigitalministeriums. mehr...

Silke Lehnhardt
interview

Interview: Mehr Mut zum Ausprobieren

[04.08.2026] Silke Lehnhardt hat nach 30 Jahren Privatwirtschaft den Wechsel in die Verwaltung gewagt. In Wiesbaden leitet sie nun das Amt für Innovation, Organisation und Digitalisierung. mehr...

Gruppenbild mit Förderurkunde im Schatten eines Baumes

Dietzenbach: Nachhaltiger und noch smarter

[04.08.2026] Dietzenbach erweitert sein Smart-City-System um ein Energiemonitoring und eine automatisierte Wintergefahrenerkennung. Dafür integriert die Stadt erprobte Anwendungen anderer hessischer Kommunen in ihre bestehende Datenplattform. mehr...

Ein Sensor an einem Baum im Tennenloher Forst, im Hintergrund eine Feuerwehrkraft

Katastrophenschutz: Waldbrände mit KI frühzeitig erkennen

[03.08.2026] Im Rahmen des Projekts SmartForestFire entwickelt das Fraunhofer Cluster für kognitive Technologien CCIT ein KI-gestütztes Frühwarnsystem, um Brände schneller zu erkennen, Fehlalarme zu reduzieren und insbesondere kleinere oder kritische Waldgebiete effizient überwachen zu können. Im Tennenloher Forst bei Erlangen wird es aktuell unter realen Bedingungen erprobt. mehr...

Kassel: Smart-City-App veröffentlicht

[30.07.2026] Die Stadt Kassel hat eine Smart-City-App für Bürgerinnen, Bürger und Gäste veröffentlicht. Die Anwendung bündelt städtische Informationen und Echtzeitdienste auf einer Open-Source-Plattform und soll gemeinsam mit den Nutzenden weiterentwickelt werden. mehr...

Dem Schulwerk unterstehen unter anderem Schulen in Augsburg.

Augsburg: Smart-City-Plattform wächst weiter

[23.07.2026] Augsburg hat seine Smart-City-Plattform technisch und inhaltlich erweitert. Aktuelle Stadt- und Verkehrsdaten lassen sich nun flexibler in Webseiten und Anwendungen einbinden. Teile des Angebots stehen auch in der Augsburg-App bereit. mehr...

Vier Personen aus dem Bad Belziger Smart-City-Team sitzen vor einer Infotafel
bericht

Serie Digitalstädte: Mehrwerte schaffen

[07.07.2026] Förderprojekte wie der Wettbewerb Modellprojekte Smart Cities sind für kleinere Kommunen wie die Stadt Bad Belzig wichtig, um mit der Digitalisierung voranzukommen. Es braucht aber sichtbare Mehrwerte, damit es anschließend weitergeht. mehr...

Mehrere Personen halten Sensoren in die Kamera

Gütersloh: Sensoren unterstützen Winterdienst

[07.07.2026] 
In Gütersloh geht das Smart-City-Projekt „Smarter Winterdienst“ in den Testbetrieb – an 13 Standorten im Stadtgebiet werden künftig Sensoren den Zustand der Fahrbahnoberfläche erfassen. mehr...

Die Stadt der Zukunft ist vernetzt.

BBSR: Smarte Praxisbeispiele für Kommunen

[06.07.2026] Das BBSR hat sein Kompendium „Smart Cities und Smart Regions“ und die dazugehörige Storymap erweitert. Die 30 neuen Beispiele zeigen, wie Kommunen aus konkreten Problemen digitale Lösungen entwickeln – und was andere Städte und Gemeinden daraus für eigene Projekte lernen können. mehr...

eine der Rheinbrücken zwischen Mannheim und Ludwigshafen

Mannheim: Sensoren schützen Rheinbrücken

[06.07.2026] Optische Sensoren erfassen ab sofort den Verkehr auf den beiden Rheinbrücken zwischen Mannheim und Ludwigshafen. Das von der Smart City Mannheim realisierte Monitorungprojekt soll dazu beitragen, Verkehrsströme transparent zu machen und gezielte Maßnahmen zum Schutz der Bauwerke abzuleiten. 
 mehr...

Grafik zur urbanen Datenplattform in Aalen
bericht

Aalen / Heidenheim: Hoher Praxisnutzen

[29.06.2026] In Aalen und Heidenheim wird Smart City praxisnah: Sensoren liefern Daten zu Glatteis, Pegelständen und weiteren Risiken. Eine gemeinsame Plattform verbindet diese Informationen und unterstützt Verwaltung, Feuerwehr und Bauhof im Alltag. mehr...

Fahrraddaten Screenshot Digitaler Zwilling

Wiesbaden: Positive Bilanz zum Digitalen Zwilling

[29.06.2026] Der Digitale Zwilling Wiesbaden hat sich für die Stadt seit seinem Start im Sommer vergangenen Jahres bereits zu einem wichtigen Werkzeug für Planung, Beteiligung und Information entwickelt. 
 mehr...