Sonntag, 8. Februar 2026

SITRansomware-Angriff auf IT-Dienstleister

[01.11.2023] Der kommunale IT-Dienstleister Südwestfalen IT wurde Opfer eines Cyber-Angriffs. Infolgedessen sind vor allem in Südwestfalen und im Ruhrgebiet viele Kommunen nur schwer erreichbar, Verwaltungen bleiben geschlossen.
Der kommunale IT-Dienstleister SIT wurde Opfer eines Cyberangriffs. Vor allem in Südwestfalen und im Ruhrgebiet sind viele Kommunen kaum arbeitsfähig und schwer erreichbar.

Der kommunale IT-Dienstleister SIT wurde Opfer eines Cyberangriffs. Vor allem in Südwestfalen und im Ruhrgebiet sind viele Kommunen kaum arbeitsfähig und schwer erreichbar.

(Bildquelle: Birgit Kalle/Kreis Soest)

„Es ist keine Frage, dass ein Cyber-Angriff erfolgreich sein wird, die Frage ist lediglich, wann“ – dieser Satz ist fast schon ein Mantra unter IT-Sicherheits-Experten. Am Montag wurde der kommunale IT-Dienstleister Südwestfalen-IT (SIT) aus Siegen Ziel einer Ransomware-Attacke. Dadurch ist die Handlungsfähigkeit zahlreicher kommunaler Verwaltungen beeinträchtigt. Primär betroffen sind nach Angaben von SIT die 72 Mitgliedskommunen aus dem Verbandsgebiet in Südwestfalen, darunter die Landkreise Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Olpe, Siegen-Wittgenstein, Soest sowie mehrere Kommunen im Rheinisch-Bergischen Kreis und einige externe Kunden im Bundesgebiet. Die Verwaltungen können derzeit nicht auf die üblicherweise von der SIT bereitgestellten Fachverfahren und Infrastrukturen zugreifen und sind in ihren Dienstleistungen für die Bürger stark eingeschränkt.
Der IT-Dienstleister gibt an, dass in der Nacht von Sonntag auf Montag verschlüsselte Daten auf dessen Servern gefunden wurden, die auf einen unautorisierten externen Zugriff hindeuten. Unmittelbar im Anschluss hätten die Techniker noch in der Nacht mit der Analyse und ersten Schritten der Schadensbegrenzung begonnen. Dazu gehörte auch, die Verbindungen des Rechenzentrums zu und von allen Verbandskommunen zu kappen, um eine Weiterverbreitung des Erpressungstrojaners innerhalb des Netzwerks zu verhindern. SIT steht in Kontakt mit dem LKA, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie externen Sicherheitsdienstleistern, um schnellstmöglich Klarheit hinsichtlich des Ursprungs des Angriffs zu bekommen, das Ausmaß des Angriffs zu ermitteln und die Infrastruktur der SIT zu härten. Zur möglichen Dauer des Ausfalls wurden noch keine Angaben gemacht.

Auf unbestimmte Zeit geschlossen

Wie die Folgen bei den Kommunen und für Bürgerinnen und Bürger konkret aussehen, zeigt eine Meldung aus dem Märkischen Kreis. Dort bleibe die Kreisverwaltung auf vorerst unbestimmte Zeit ganz geschlossen. Zwar seien die eigenen Systeme gut vor Cyber-Angriffen geschützt (wir berichteten), vorsichtshalber habe man diese jedoch heruntergefahren, derzeit würden die Systeme und Fachanwendungen geprüft. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien telefonisch erreichbar, aber nicht per E-Mail. Die Homepage sei ebenfalls offline , auch Termine könnten aktuell nicht vereinbart werden. Seine Kunden bittet die Kreisverwaltung, nicht zu den Zulassungsstellen zu kommen und auch nicht in anderen Angelegenheiten das Kreishaus aufzusuchen. Ähnlich verfährt der Kreis Soest, wo nur in wenigen Bereichen die Dienstgeschäfte weiterlaufen wie bisher. Der WDR meldete, dass sich in einigen Fällen auch Zahlungen von Ämtern verzögern könnten, zudem sollen auch die Computersysteme in Krankenhäusern teilweise nicht mehr funktionieren.
Dass öffentliche Verwaltungen oder ihre Dienstleister Ziel von Angriffen durch Cyberkriminelle werden, ist inzwischen keine Seltenheit mehr. So musste im Juli 2021 infolge des Cyber-Angriffs auf die Kreisverwaltung im Landkreis Anhalt-Bitterfeld der Katastrophenfall ausgerufen werden (wir berichteten), die Landeshauptstadt Potsdam wurde 2020 und 2022 angegriffen und brauchte lange für die Aufarbeitung (wir berichteten), ebenfalls 2022 wurde der Rhein-Pfalz-Kreis Opfer einer Ransomware-Attacke, bei der auch sensible Daten gestohlen und später im Darknet veröffentlicht wurden (wir berichteten).





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Sicherheit
Symbolische Darstellung eines digitalen Schutzschildes gegen Cyberattacken.

Berlin: 12. Kommunaler IT-Sicherheitskongress

[04.02.2026] Die kommunalen Spitzenverbände laden am 27. und 28. April zum 12. Kommunalen IT-Sicherheitskongress (KITS) in einem hybriden Format ein. Die Themen reichen vom Grundschutz++ über Erfolgsmodelle für die kommunale Zusammenarbeit bis hin zu Open Source und Künstlicher Intelligenz (KI). Die Veranstaltung ist kostenfrei. mehr...

Alt-Text: Vier Männer in dunklen Anzügen stehen vor einer blauen Wand. Zwei Männer halten ein Zertifikat in die Kamera.

BSI/SIT: Zertifizierte Sicherheit

[27.01.2026] Der kommunale IT-Dienstleister Südwestfalen-IT (SIT) hat vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein ISO-27001-Zertifikat auf Basis von IT-Grundschutz erhalten. Zertifiziert wurden unter anderem Rechenzentrumsbetrieb und Verwaltungs-PKI. mehr...

Silhouette einer gesichtslosen Person mit Kapuzenpulli die auf einer Tastatur tippt, im Bildvordergrund ist ein abstrakt dargestelltes Schutzschild zu sehen.

Heidelberg: Hacker-Angriffe abgewehrt

[23.01.2026] Heidelberg verzeichnet seit Wochen wiederholte DDOS-Attacken auf die Website der Stadt. Dank kontinuierlich angepasster Sicherheitsmaßnahmen konnten die Angriffe allesamt abgewehrt werden. Durch die Maßnahmen war lediglich die Website hin und wieder für wenige Minuten nicht erreichbar. mehr...

Mann im weißen Hemd sitzt vor mehreren Monitoren und zeigt auf einen davon.
bericht

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald: Managed Security für sensible Daten

[22.01.2026] Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald verwaltet sensible Bürger- und Sozialdaten – IT-Sicherheit hat hohe Priorität. Die Behörde nutzt eine Managed-Extended-Detection-and-Response-Lösung des Bochumer Sicherheitsspezialisten G Data. Ein Praxisbericht zeigt, welche Anforderungen es gab und wie Zusammenarbeit und Roll-out verliefen. mehr...

Vektorgrafik die unter anderem ein Schutzschild mit Verriegelungsschloss zeigt.

Kommunale IT-Sicherheit Bayern: 1.000. Siegel geht an Bodenwöhr

[19.01.2026] Bayern hat zum mittlerweile 1.000. Mal das Siegel Kommunale IT-Sicherheit verliehen. Erhalten hat es die Gemeinde Bodenwöhr. Die Kommune wird das Thema IT-Sicherheit weiterhin im Blick behalten und laufend nachbessern. mehr...

Eine schwarze Tastatur, auf der Symbole für Schlösser und ein Symbol für ein Dokument abgebildet sind.

Dataport: BSI bestätigt Sicherheit

[13.01.2026] Alle drei Jahre muss IT-Dienstleister Dataport sein BSI-Grundschutz-Zertifikat einem aufwendigen Rezertifizierungsaudit unterziehen. In diesem Rahmen hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Sicherheit der Rechenzentrumsinfrastruktur nun zum vierten Mal in Folge bestätigt. mehr...

Rheinland-Pfalz: Kommunen für Cybersicherheit sensibilisieren

[18.11.2025] Rund 200 Beschäftigte aus rheinland-pfälzischen Kommunen nahmen an der virtuellen „Roadshow Kommunen“ teil. Fachleute von BSI, CERT-kommunal-rlp und dem Digitalisierungsministerium informierten über praktische Sicherheitsmaßnahmen, um besser auf IT-Sicherheitskrisen vorbereitet zu sein. mehr...

Die drei Minister stehen nebeneinander und halten je ein Exemplar des Berichts zur Cybersicherheit in Bayern 2025 in den Händen.

Bayern: Bericht zur Cybersicherheit 2025

[18.11.2025] Für Bayern liegt jetzt der diesjährige Bericht zur Cybersicherheit im Freistaat vor. Die Bedrohungslage ist demnach weiterhin hoch, mutmaßlich politische motivierte Cyberangriffe nehmen zu. Bayern hat seine Schutzmaßnahmen angepasst und die Präventionsangebote für den Bereich Wirtschaft und Gesellschaft weiterentwickelt. mehr...

Grafische Aufbereitung der Studie Cybersicherheit in Zahlen.
bericht

Cybersicherheit: Hoher Handlungsdruck

[12.11.2025] Die aktuelle Studie „Cybersicherheit in Zahlen“ von G DATA CyberDefense zeigt: Veraltete IT, Fachkräftemangel und zu geringe Budgets bremsen die Sicherheitsvorkehrungen aus. Kommunen müssen jetzt handeln und ihr Schutzniveau erhöhen. mehr...

bericht

Cybersecurity: Schatten-KI als offene Flanke

[11.11.2025] Eine aktuelle Umfrage zum Thema Cybersicherheit, die im Auftrag von Microsoft in Ämtern und Behörden durchgeführt wurde, zeigt, dass die Nutzung nicht-autorisierter KI-Tools weit verbreitet ist. Die Zahlen offenbaren außerdem eine erstaunliche Diskrepanz: Während rund 80 Prozent der Befragten auf Landes- und Bundesebene die Bedrohungslage als sehr hoch einstuften, sind es in Kommunen nur 58 Prozent. mehr...

Eine Person arbeitet an Tablet und Laptop, im Vordergrund ist das Wort Deepfake zu lesen.
bericht

IT-Sicherheit: Angriff und Abwehr mit KI

[23.10.2025] Künstliche Intelligenz unterstützt Kriminelle bei Cyberangriffen, gleichzeitig wird sie zur Gefahrenabwehr eingesetzt. In Kommunen beginnen die Probleme allerdings an ganz anderer Stelle: Sie fallen aus dem IT-Grundschutz. mehr...

Eingangsbereich des Kirkeler Rathauses.
bericht

Kirkel: Krise kontrolliert bewältigt

[17.10.2025] Die saarländische Gemeinde Kirkel konnte einem Cyberangriff technisch erfolgreich begegnen – auch dank der Unterstützung umliegender Kommunen. Die offene Kommunikation mit der Öffentlichkeit trug ebenfalls zum kontrollierten Umgang mit dem Angriff bei. mehr...

Berlin: Hürden beim Open-Source-Umstieg

[13.10.2025] In der Berliner Verwaltung läuft bislang nur ein gutes Fünftel der eingesetzten Fachverfahren auf Open Source. Fehlende Zentralisierung und eine Windows-Bindung der einzelnen Lösungen bremsen auf dem Weg zu mehr digitaler Souveränität. Der Umsteig erfolgt schrittweise. mehr...

Auf einem Laptop ist auf rotem Hintergrund ein digitaler Totenkopf zu sehen

Cybersicherheit: Mit ELITE 2.0 Angriffe realistisch erleben

[26.09.2025] Die Fraunhofer-Institute FOKUS und IAO stellen jetzt Online-Demonstratoren zur Verfügung, mit denen sich die Folgen eines Cyberangriffs realistisch erleben lasen. Das soll Mitarbeitende praxisnah für aktuelle Cybergefahren sensibilisieren. 
 mehr...

Ein Rettungsschwimmring liegt auf einer Computertastatur.

ITEBO: Cloudbasierter Notfallarbeitsplatz

[01.09.2025] Kommunen können nun einen Notfallarbeitsplatz bei IT-Dienstleister ITEBO einrichten. Sollte die Verwaltung einmal von einem Cyberangriff betroffen sein, kann sie über die cloudbasierte Lösung innerhalb kurzer Zeit ihre Erreichbarkeit wiederherstellen. mehr...