Samstag, 26. September 2026

Barometer Digitale VerwaltungDer Digitalisierungsdruck steigt

[15.12.2023] Die Beratungsagentur Next:Public hat Ergebnisse ihrer Studie „Barometer Digitale Verwaltung“ veröffentlicht. Demnach muss die Digitalisierung nicht nur aus Gründen der Effizienz beschleunigt werden, sondern auch, um im Wettbewerb um Personal als attraktiver und moderner Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.
Das Barometer Digitale Verwaltung steht deutlich auf Modernisierung.

Das Barometer Digitale Verwaltung steht deutlich auf Modernisierung.

(Bildquelle: fantasticstudio/123rf.com)

Im öffentlichen Sektor zeigt sich ein wachsendes Verlangen nach einer umfassenden Modernisierung. Der Digitalisierungsdruck kommt dabei nicht mehr nur von außen, sondern zunehmend von innen: Die Verwaltungsmitarbeitenden signalisieren deutlich, dass sie bereit sind, den digitalen Wandel voranzutreiben. Wie attraktiv die Beschäftigten den öffentlichen Dienst dabei als Arbeitgeber einschätzen, welche Erwartungshaltung sie gegenüber der Verwaltungsdigitalisierung hegen und inwiefern sie sich im Bereich IT-Sicherheit auskennen, hat die Beratungsagentur Next:Public im Rahmen der Studie „Barometer Digitale Verwaltung“ untersucht. 
Ein wesentliches Ergebnis der Umfrage mit 3.900 Teilnehmenden aus dem öffentlichen Dienst in Bund, Ländern und Kommunen: Die grundsätzliche Bindung der Beschäftigten zum öffentlichen Dienst ist zwar hoch, dessen Strahlkraft bleibt jedoch auf der Strecke. So würden laut der Studie nur 15 Prozent der Befragten ihren aktuellen Arbeitgeber weiterempfehlen. Zudem bewerten die Beschäftigten die bestehenden Rahmenbedingungen als nicht optimal. Zwar geben rund zwei Drittel der Befragten an, mit ihrer aktuellen Tätigkeit und Position in der Verwaltung zufrieden zu sein, aber nur 38 Prozent empfinden ihr Arbeitsumfeld als inspirierend und nur ein Viertel der Befragten ist der Überzeugung, dass sie beim derzeitigen Arbeitgeber ihr volles Potenzial abrufen können, weil etwa zu selten individuelle Entwicklungsmöglichkeiten angeboten werden.

Chancen der Digitalisierung nutzen

Des Weiteren gab im Zuge der Umfrage ein Großteil der Befragten an, dass die eigene Behörde die Chancen der Digitalisierung nicht nutze – dabei herrscht aufseiten der Beschäftigten eine starke Offenheit gegenüber neuen Technologien und Anwendungen: 38 Prozent ihrer Aufgaben könnten die Verwaltungsmitarbeitenden nach eigenen Angaben automatisiert bearbeiten. Das entspricht gegenüber 2021 einem Plus von neun Prozentpunkten. Die Studie zeigt auch, dass das Thema Künstliche Intelligenz bei den Befragten auf eine hohe Offenheit trifft, im Arbeitsalltag aber nur in den wenigsten Fällen eine Rolle spielt. Sorgen bereitet die Digitalisierung den Befragten nur selten. Vielmehr wünschen sie sich, von ihrer Behörde bei der Digitalisierung mehr mitgenommen zu werden. 
„Wir haben in den vergangenen Jahren oft darüber gesprochen, dass die Wirtschaft, die Politik und die Bürgerinnen und Bürger eine digitale Verwaltung einfordern. Mittlerweile müssen wir ganz klar sagen, dass diese Erwartungshaltung auch aufseiten der Verwaltungsmitarbeitenden besteht, die Organisation als solche dem aber nicht gerecht wird. Das gilt es dringend zu ändern“, kommentiert Carsten Köppl, Geschäftsführer Next:Public, die Ergebnisse.


IT-Sicherheit in den Fokus rücken


Mit zunehmender Digitalisierung gewinnt außerdem das Thema IT-Sicherheit für den öffentlichen Sektor immer mehr an Bedeutung. Dabei offenbaren sich seitens der Verwaltungen kritische Engpässe: Nur 22 Prozent der befragten IT-Sicherheitsbeauftragten erklären, dass ihre Verwaltungen personell gut aufgestellt sind. Jeder zweite klagt über offene Vakanzen; zudem verfüge das letztlich eingestellte Personal nur selten über eine adäquate Ausbildung, sondern werde lediglich durch Schulungen befähigt. Bemerkenswert: Über mangelnde finanzielle Ressourcen beschweren sich die befragten IT-Sicherheitsbeauftragten in der Umfrage kaum. 
Wie die Studie laut Next:Public weiter deutlich macht, besitzt das Thema IT-Sicherheit auch organisatorisch noch nicht den erforderlichen Stellenwert. Schulungen würden nicht konsequent verpflichtend, sondern teilweise nur freiwillig oder auch gar nicht angeboten, eine Berichterstattung an die Leitungsebene finde im besten Fall halbjährlich statt.

Das volle Potenzial entfalten


Aus der Studie lasse sich das Fazit ziehen, dass die Digitalisierung in den Verwaltungen deutlich beschleunigt werden muss, fasst Next:Public zusammen – nicht nur um Effizienzgewinne zu realisieren, sondern auch, um im Wettbewerb um Personal als attraktiver und moderner Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Um das volle Potenzial der Mitarbeitenden im öffentlichen Sektor zu entfalten, gelte es zudem, deren Fähigkeiten individueller zu fördern. Gleichzeitig müsse das Thema IT-Sicherheit stärker als bisher in den Fokus gerückt werden.
 Das Barometer Digitale Verwaltung wurde als Initiative der Beratungsagentur Next:Public mit wissenschaftlicher Beratung und Begleitung der Hertie School of Governance und in Zusammenarbeit mit dem dbb beamtenbund und tarifunion (dbb) sowie den Unternehmen Fabasoft, Infora, MACH, Materna, Next und secunet realisiert.






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