Dienstag, 7. Juli 2026

MarburgGoDonu erweitert eGovSAD

[18.02.2026] Kommunen lernen bei Online-Diensten voneinander und von den Bürgern. Dies steckt hinter dem interkommunalen Projekt GoDonu, welches eine Fortführung von eGovSAD darstellt, das aktuell von 100 Städten und Landkreisen genutzt wird.

Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (8.v.l.) überreichte an Michael Welter vom Digitalministerium (4.v.l.), die Projektbroschüre. An dem Projekt-Abschlusstreffen nahmen Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Partnerkommunen, der Koordinierungsstelle Kommunale Verwaltungsdigitalisierung (KKV) sowie des IT-Dienstleisters ekom21 teil.

(Bildquelle: Simone Batz, Stadt Marburg)

Marburg bietet aktuell mehr als 100 digitale Dienstleistungen an. Gemeinsam mit Partnerkommunen arbeitet die hessische Stadt daran, die Online-Dienste stetig zu verbessern. Dazu hat Marburg zunächst über ein Förderprojekt eGovSAD entwickelt – ein Analysewerkzeug, um unter anderem zu sehen, wann die Bürger einen Online-Service abbrechen (wir berichteten). Nun hat die Stadt eigenen Angaben zufolge gemeinsam mit Fulda, Gießen, Limburg, Offenbach, Wetzlar, Frankfurt, Kassel und dem Rheingau-Taunus-Kreis eGovSAD durch GoDonu weiterentwickelt. GoDonu sei der nächste Schritt und helfe den Kommunen dabei, die Erkenntnisse aus eGovSAD zu vergleichen, voneinander zu lernen und so gemeinsam besser zu werden.

„Digitalisierung gehört zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Denn es reicht nicht, Angebote und Prozesse ins Digitale zu übertragen – sie müssen funktionieren und dabei einfach und intuitiv in der Anwendung sein. Daher sind wir sehr stolz auf die Projekte eGovSAD und GoDonu, die maßgeblich dazu beitragen, unsere Online-Services für die Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Besonders freuen wir uns, dass von diesem Projekt auch alle nachnutzenden Kommunen profitieren“, sagte Oberbürgermeister Thomas Spies. Mittlerweile nutzen mehr als 100 Städte und Landkreise eGovSAD.

Förderung vom Land

Das Digitalministerium hat für die Umsetzung der beiden Projekte rund 1,8 Millionen Euro Fördermittel aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“ zur Verfügung gestellt, teilt die Stadt Marburg des Weiteren mit. Zudem übernehme das Land die Betriebskosten für civento und eGovSAD bis Ende 2029 im Rahmen der Kooperationsvereinbarung „Kommunale Verwaltungsdigitalisierung“ (wir berichteten).

„eGovSAD hat gezeigt, wie wir durch den Einsatz moderner Technologien effizienter und bürgerfreundlicher arbeiten können und wie der Nutzen für Bürgerinnen und Bürger konsequent in den Mittelpunkt der digitalen Transformation gestellt wird. Mit GoDonu gehen Sie nun einen Schritt weiter und machen die Nutzung von Online-Diensten vergleichbar. Somit können Vorreiter identifiziert und von deren Lösungen gezielt gelernt werden. Wie gut diese Idee war, zeigt zum einen das hohe Interesse der Kommunen, sich an dieser interkommunalen Zusammenarbeit zu beteiligen, und zum anderen die Nutzung des Tools durch weitere hessische Kommunen und Bundesländer“, sagte Michael Welter, Leiter der Abteilung Digitalisierung der Kommunen, ländlicher Raum und Gesellschaft des hessischen Digitalministeriums, als er die Praxisdokumentation des Projektes entgegengenommen und dem interkommunalen Projektteam zum erfolgreichen Projektabschluss gratuliert hat.

Dr. Karen Verbist, Leiterin des Marburger Fachdiensts Digitalisierung, stellte die Ergebnisse des Projekts GoDonu vor.
Dr. Karen Verbist, Leiterin des Marburger Fachdiensts Digitalisierung, stellte die Ergebnisse des Projekts GoDonu vor. (Bildquelle: Simone Batz, Stadt Marburg)

Mehr Transparenz mit GoDonu

GoDonu steht für „Gemeinsam online Daten offen nutzen“. Die Idee: Je mehr Städte ihre Online-Dienste miteinander vergleichen, desto mehr können diese voneinander lernen und die Services noch schneller verbessern. So ergänzt GoDonu durch die entwickelten Funktionen die bereits hessenweit genutzte Analyseplattform eGovSAD, heißt es in der Marburger Pressemeldung weiter. Ein Beispiel dafür sei die Feedback-Funktion: Bürgerinnen und Bürger haben, wenn sie eine digitale Dienstleistung nutzen, jederzeit die Gelegenheit, über den Feedback-Knopf eine selbst verfasste Rückmeldung zu geben. So erhalten die Kommunen ein direktes Feedback, wo ein Formular oder der Prozess noch zu umständlich ist. Diese Funktion wird bereits von den meisten Online-Diensten unterstützt.

Zudem können künftig wichtige Daten in Form eines Dashboards zusammengestellt und im Internet verfügbar gemacht werden. Ein Beispiel für ein solches Daten-Dashboard findet sich unter www.marburg.de/egovsadhessen.

Was ist eGovSAD?

Das eGovernment Service- und Analyse-Dashboard, kurz eGovSAD, funktioniert nach Angaben der Stadt Marburg wie eine Art cleveres Cockpit für die Auswertung der Online-Angebote. Dieses zeigt auf einen Blick alle wichtigen Informationen über die Nutzung und hilft bei der Beantwortung folgender Fragen:

  • Wie oft werden die Online-Dienste genutzt? Wann am liebsten? Und nutzen die Bürger eher ihr Handy oder den Computer?
  • Wo hakt es vielleicht noch? Warum brechen Bürger einen Vorgang ab und an welcher Stelle?
  • Welche Bezahlmethoden werden am liebsten genutzt?
  • Welches Feedback geben die Bürgerinnen und Bürger?

Mit eGovSAD können die Online-Dienste nach Angaben der Stadt Marburg gezielt an die Bedürfnisse der Bürger angepasst und so stetig verbessert werden. Marburg hat dieses System gemeinsam mit den Städten Fulda, Gießen, Limburg, Offenbach und Wetzlar entwickelt. Auch Hessens größter kommunaler IT-Dienstleister, ekom21, sei ein starker Partner. Er betreibt eGovSAD für alle beteiligten Städte und unterstützt diese unter anderem bei Fragen.

Notizbücher im Vergleich

„Im Prinzip kann man es sich so vorstellen, dass jede Stadt über ihre Online-Services und deren Nutzung ein Notizbuch führt. Das ist eGovSAD. GoDonu bietet die Möglichkeit, diese Notizbücher ganz einfach miteinander zu vergleichen und so voneinander zu lernen. Zum Beispiel: ‚Bei uns füllen viele ein bestimmtes Formular nicht zu Ende aus. Wie ist das Formular bei euch aufgebaut? Vielleicht können wir unseres anpassen.‘ – Das ist die Grundidee. Gemeinsam arbeiten wir daran, unseren Service für die Bürgerinnen und Bürger zu vereinfachen“, erläutert Karen Verbist, Fachdienstleiterin Digitalisierung der Stadt Marburg.

Weder bei eGovSAD noch bei GoDonu werden persönliche Daten gespeichert, heißt es in der städtischen Pressemeldung abschließend. Alle Informationen, welche die Kommunen einsehen können, seien komplett anonym. Die Daten zeigen, welche Dienste wann und wie oft genutzt wurden, jedoch nicht von wem.





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