Digitaltag-StudieNachholbedarf bei Digitalkompetenzen

Hinsichtlich der Selbsteinschätzung der Digitalkompetenz zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen.
(Bildquelle: dolgachov/123rf.com)
Ihre eigenen Digitalkompetenzen bewerten die Menschen in Deutschland im Schnitt mit der Schulnote „befriedigend“ (2,6). Die Selbsteinschätzung, wie sicher digitale Geräte bedient und technische Anwendungen wie Software oder Apps sinnvoll genutzt werden können, liegt somit im mittleren Bereich – mit Luft nach oben. So lautet das Ergebnis einer Umfrage anlässlich des bundesweiten Digitaltags am 26. Juni 2026, die jetzt im Rahmen einer Pressekonferenz der Initiative „Digital für alle“ vorgestellt wurde.
Wie der Branchenverband Bitkom berichtet, zeigen sich dabei deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Während sich die 16- bis 29-Jährigen für ihre Digitalkompetenz im Schnitt eine 2,1 geben, bewerten die über 75-Jährigen diese nur mit 3,6. Etwas mehr als die Hälfte der Deutschen (54 Prozent) sagt außerdem, dass sich digitale Technologien schneller weiterentwickeln, als sie sich die entsprechenden Fähigkeiten aneignen können.
Digitale Teilhabe bleibt eine Herausforderung
Grundsätzlich stehen die Menschen in Deutschland der Digitalisierung laut der Umfrage jedoch positiv gegenüber, für viele sind digitale Geräte und Anwendungen fester Bestandteil des Alltags. Gleichzeitig bestehen aber auch Unsicherheiten: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) hat Hemmungen, digitale Angebote von Banken, Onlineshops oder Behörden zu nutzen. Die digitale Teilhabe bleibt demzufolge also eine Herausforderung. 60 Prozent der Menschen in Deutschland sehen dann auch die Gesellschaft als digital gespalten – im Vergleich zum Vorjahr (67 Prozent) ist damit zwar laut Bitkom ein leichter Rückgang zu verzeichnen, der Wert liege aber weiterhin auf hohem Niveau.
Des Weiteren zeige die Studie, dass digitale Technologien mehr als der Hälfte der Befragten ein größeres Sicherheitsgefühl im Alltag gibt – zugleich aber bei konkreten Sicherheitsfragen zum Teil noch erheblicher Nachholbedarf besteht. „Digitalisierung schafft nur dann echte Teilhabe, wenn die Menschen der Technik auch vertrauen“, kommentiert Achim Brötel, Präsident des Deutschen Landkreistags. „Sicherheit ist für uns deshalb keine nachgelagerte Frage, zumal auch die Landkreise Ziel von Cyber-Angriffen sind. Deshalb stellen wir uns dem, indem wir für einen sicheren Betrieb sorgen und die nötigen Kompetenzen aufbauen. Das muss immer mitgedacht werden. Anderenfalls verfehlt die Digitalisierung im Zusammenwirken verschiedener Behörden ihr Ziel.“
Digitale Sicherheit im Fokus
Der jährlich stattfindende bundesweite Digitaltag will Digitalisierung für alle Menschen alltagsnah verständlich und erlebbar machen. In diesem Jahr steht der Digitaltag unter dem Motto „Digitale Sicherheit: Verstehen. Vermitteln. Vertrauen.“ Deutschlandweit gibt es dazu am 26. Juni mehr als 2.000 Aktionen vor Ort und online sowie einen offiziellen Livestream unter anderem mit Beiträgen von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, Bundesbildungsministerin Karin Prien, Bundesjustizministerin Stefanie Hubig und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär.
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