Mittwoch, 21. Oktober 2026

BMDSNeue Runde für KI-Agenten

[21.10.2026] Agentische KI kann Verwaltungen bei internen Abläufen, der Antragsbearbeitung und im Bürgerservice entlasten. Im Agentic AI Hub des BMDS erproben Kommunen und Start-ups entsprechende Anwendungen. Das Vorhaben geht nach einem vielversprechenden Start nun in die zweite Runde.
Karsten Wildberger auf einer Bühne, im Hintergrund großer Monitor mit Aufschrift "Agentic AI Hub"

Mit dem Agentic AI Hub will das BMDS den Einsatz agentischer KI in Kommunen erproben und erfolgreiche Lösungen für eine breite Nutzung zugänglich machen.

(Bildquelle: DigitalService)

Das Projekt Agentic AI Hub des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) bringt Kommunen mit jungen KI-Unternehmen zusammen, um Anwendungen zu entwickeln und zu erproben, die Verwaltungsaufgaben eigenständig bearbeiten oder vorbereiten können. Nun startet die zweite Runde des Vorhabens. Dabei erproben 38 Kommunen aus dem gesamten Bundesgebiet gemeinsam mit 17 Start-ups und Scale-ups den Einsatz agentischer Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung. Bis Mitte Dezember 2026 sollen die KI-Lösungen in unterschiedlichen Anwendungsfällen auf ihre Praxistauglichkeit und Skalierbarkeit geprüft werden. Das Interesse an der zweiten Runde war groß: Nach Angaben des BMDS gingen knapp 400 Bewerbungen von Kommunen und Unternehmen ein.

Erste Pilotprojekte zeigen deutliche Effizienzgewinnen

Erste Pilotprojekte hatte das BMDS bereits im Frühjahr 2026 gestartet (wir berichteten). Die Ergebnisse dieser ersten Phase fallen nach Angaben des Ministeriums positiv aus. So konnte die Anwendung von Lector.ai die Durchlaufzeiten bei der Bearbeitung von DSGVO-Anträgen um mehr als 90 Prozent reduzieren. Die Arbeitsersparnis betrug dabei bis zu 28 Stunden pro Vorgang. Beim Einsatz der Lösung von Myosotis/formfix für Pflegeanträge sank die Durchlaufzeit um 45 Prozent, während sich die benötigte Arbeitszeit um 31 Prozent verringerte. Auch die Zufriedenheit unter den beteiligten Kommunen war laut BMDS hoch. „Die erste Phase hat bewiesen: Agentische KI kann komplexe Verwaltungsprozesse radikal beschleunigen. So konnten wir die Bearbeitungszeiten von Anträgen in einigen Fällen von einigen Wochen auf wenige Stunden reduzieren. Mit der zweiten Phase gehen wir jetzt einen Schritt weiter und bringen noch mehr Kommunen und noch mehr Lösungen zusammen“, sagt Thomas Jarzombek, Parlamentarischer Staatssekretär im BMDS.

Breites Spektrum an Anwendungsfällen

Die zweite Bewerbungsrunde war im August gestartet (wir berichteten). Dabei konnten Kommunen konkrete Herausforderungen und Anwendungsfälle einreichen, für die sie Unterstützung durch agentische KI suchen. Die am häufigsten genannten Bedarfe ließen sich nach Angaben des BMDS passenden Lösungen zuordnen. Sie betreffen insbesondere folgende Bereiche:

  • Interne Prozesse: Automatisierung und Optimierung wiederkehrender Verwaltungsabläufe
  • Sachbearbeitung: Entlastung bei komplexen, regelbasierten Prüf- und Bescheidprozessen
  • Wissensmanagement und Zusammenarbeit: Zentraler Zugriff auf Wissen und Strukturierung verteilter Dateien
  • Dokumenten- und Postmanagement: Automatisierte Sichtung und Verteilung von Dokumenten
  • Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern: Verbesserung der Erreichbarkeit und der Informationsangebote
  • Datenmanagement und Interoperabilität: Bessere Datennutzung und medienbruchfreier Datenaustausch
  • Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz: Verbesserung der Koordination und Erstellung von Lagebildern

Kommunen unterschiedlicher Größe beteiligt

Bei der Auswahl der Pilotkommunen wurde laut BMDS auf eine breite regionale Verteilung und unterschiedliche Größenklassen geachtet. Die 38 teilnehmenden Kommunen stammen aus zwölf Bundesländern. Vertreten sind sowohl kleinere Gemeinden als auch Großstädte. Den Schwerpunkt bilden 31 Kommunen mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.000 und 500.000. Hinzu kommen drei kleinere Kommunen mit weniger als 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie vier Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern. Diese Zusammensetzung soll dazu beitragen, die Übertragbarkeit der erprobten Lösungen auf unterschiedliche kommunale Strukturen zu untersuchen.

Parallel zur zweiten Pilotphase arbeitet das BMDS daran, die Lösungen aus der ersten Runde für weitere Kommunen zugänglich zu machen. Dazu bereitet das Ministerium nach eigenen Angaben ein Vergabeinstrument sowie zusätzliche Unterstützungsangebote für Kommunen und die beteiligten Start-ups und Scale-ups vor. Damit sollen erfolgreiche KI-Anwendungen über die ursprünglichen Pilotprojekte hinaus in der kommunalen Verwaltung eingesetzt werden können.





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