Agentic AI HubStart der zweiten Bewerbungsrunde

Impression aus der ersten Runde des Projekts Agentic AI Hub: Bundesminister Karsten Wildberger im Austausch mit Teilnehmern der Auftaktveranstaltung.
(Bildquelle: BMDS)
Im Frühjahr startete das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) den Agentic AI Hub. Kommunen erprobten dabei gemeinsam mit Start-ups KI-Systeme, die Aufgaben eigenständig planen und ausführen können (wir berichteten). Erprobt wurden unter anderem Anwendungen zur Vorprüfung von Anträgen, zur Modellierung von Verwaltungsprozessen und zur Erstellung von Sitzungsprotokollen.
Nach Abschluss der ersten Pilotphase rufen das BMDS und der DigitalService nun zu einer zweiten Bewerbungsrunde auf. Städte, Gemeinden und Landkreise können neue Anwendungsfälle und verwaltungsinterne Herausforderungen einreichen, für die Lösungen mit agentischer KI entwickelt und erprobt werden sollen.
Deutliche Einsparungen bei einzelnen Verfahren
Von März bis Mai 2026 wurden nach Angaben des BMDS 20 Pilotprojekte in 19 Kommunen mit neun Start-ups umgesetzt. Der inzwischen veröffentlichte Ergebnisbericht bescheinigt mehreren Anwendungen deutliche Zeit- und Arbeitsersparnisse. Bei einem Pilotprojekt zu komplexen DSGVO-Auskunftsanträgen sank die Durchlaufzeit demnach um mehr als 90 Prozent. Pro Vorgang konnten bis zu 28 Arbeitsstunden eingespart werden.
95 Prozent der beteiligten Kommunen bewerteten die eingesetzten KI-Lösungen mit hoher Zufriedenheit. Die Hälfte der getesteten Anwendungen kann laut BMDS bereits ohne Einschränkungen auf andere Kommunen übertragen werden. „Im nächsten Schritt werden wir die KI-Lösungen skalieren und weiter in die Fläche bringen. Mit dem Aufruf zur zweiten Phase führen wir diese Arbeit fort und suchen nun nach neuen Bedarfen und neuen Anwendungsfällen“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Jarzombek.
Nachnutzung soll erleichtert werden
Das BMDS will die 19 Pilotkommunen dabei unterstützen, die Zusammenarbeit mit den beteiligten Start-ups unmittelbar fortzusetzen. Für die breitere Nachnutzung entwickelt der Bund zudem ein dynamisches Beschaffungssystem, über das Kommunen KI-Lösungen künftig leichter beziehen sollen. Außerdem ist ein Datenschutz-Prüfassistent in Arbeit. Dieser soll die datenschutzrechtliche Prüfung von KI-Anwendungen unterstützen und damit eine weitere Hürde bei der Übernahme erprobter Lösungen abbauen.
Neue Anwendungsfälle gesucht
Für die neue Bewerbungsrunde können Kommunen noch bis zum 14. August 2026 über ein Online-Formular konkrete Bedarfe einreichen (da beim Ausfüllen keine Zwischenspeicherung möglich ist, stellt der DigitalService eine vollständige Übersicht des Formulars bereit, um die Eingaben vorzubereiten). Der Aufruf richtet sich insbesondere an Digitalisierungsverantwortliche, IT-Leitungen und Beschäftigte aus den Fachabteilungen. Im nächsten Schritt sollen sich Start-ups mit passenden Lösungen bewerben können. Rückfragen beantwortet der DigitalService unter aaihub@digitalservice.bund.de.
Die nächste dreimonatige Umsetzungsphase ist dann für den Zeitraum vom 7. September bis zum 30. November 2026 geplant. Dabei sollen die Erfahrungen aus der ersten Runde einfließen und weitere aufwendige Verwaltungsprozesse und Routinetätigkeiten für den Einsatz agentischer KI erschlossen werden.
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