Kreis BördeKI übersetzt fremdsprachige Notrufe

In der Leitstelle Haldensleben sorgt die Lösung e*loquentia für die Echtzeitübersetzung von Notrufen.
(Bildquelle: Landkreis Börde / Adobe Stock )
In der Integrierten Leitstelle des Landkreises Börde in Sachsen-Anhalt kommt jetzt eine KI-basierte Lösung zur Echtzeitübersetzung fremdsprachiger Notrufe zum Einsatz. Das System e*loquentia wurde gemeinsam mit dem Berliner Unternehmen e*Message entwickelt und speziell auf die Anforderungen der Leitstelle in Haldensleben zugeschnitten. Ziel ist es, die Verständigung mit Anrufenden ohne ausreichende Deutschkenntnisse zu verbessern und eine schnelle Einsatzbearbeitung sicherzustellen.
Der Landkreis Börde ist durch die Autobahnen A2 und A14 von starkem Transitverkehr geprägt. Entsprechend häufig gehen in der Leitstelle Notrufe von Menschen ein, die kaum oder kein Deutsch sprechen. Da verfügbare Übersetzungslösungen die Anforderungen an Geschwindigkeit, Datenschutz und Praxistauglichkeit nach Angaben der Kreisverwaltung nicht vollständig erfüllten, wurde gemeinsam mit e*Message eine eigene Anwendung entwickelt.
e*loquentia erkennt die gesprochene Sprache automatisch und übersetzt sie in Echtzeit. Die KI soll auch bei aufgeregten Anrufenden oder störenden Hintergrundgeräuschen eine zuverlässige Verständigung ermöglichen. Sämtliche Informationen werden dokumentiert und stehen unmittelbar für die Einsatzbearbeitung sowie die Weitergabe an Polizei oder Rettungsdienst zur Verfügung. Die Datenverarbeitung erfolgt ausschließlich auf lokalen Servern des Landkreises. Sensible Informationen verlassen somit nicht die eigene IT-Infrastruktur.
„Gemeinsam mit e*Message konnten wir ein sicheres, ausgereiftes und leicht zu nutzendes Spracherkennungs- und Übersetzungstool im Rahmen der kommunalen Digitalisierung entwickeln, das uns einen immensen Mehrwert in der täglichen Arbeit bietet“, erklärt Daniel Kraft, Sachgebietsleiter der Integrierten Leitstelle des Landkreises Börde. Die bisherigen Rückmeldungen aus der Praxis seien durchweg positiv.
Die Einführung der KI-Lösung baut auf einer langjährigen Zusammenarbeit des Kreises Börde mit dem Unternehmen e*Message auf. Bereits seit 2009 nutzt die Kommune das System e*BOS des Anbieters zur Alarmierung der Feuerwehren und zur Warnung der Bevölkerung. Das regionale Alarmierungsnetz umfasst inzwischen mehr als 3.000 digitale Meldeempfänger, 280 Sirenen und 20 Sendestationen. Es arbeitet unabhängig von öffentlichen Mobilfunknetzen.
Mit der neuen Übersetzungslösung ergänzt der Landkreis seine bestehende Alarmierungsinfrastruktur um eine Anwendung für die Notrufannahme. Sie soll die Mitarbeitenden der Leitstelle entlasten und dazu beitragen, dass auch bei Sprachbarrieren schnell die erforderlichen Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden können.
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