Smart City Summer School DresdenWissenstransfer für die Stadt der Zukunft

Im Rahmen der Smart City Summer School 2026 trafen sich Forschende aus rund 50 deutschen Universitäten, Hochschulen und Instituten, um in Workshops, Vorträgen und Diskussionen Smart-City-Forschung und -Anwendung zu vernetzen.
(Bildquelle: WISSENSARCHITEKTUR/TUD/Markus Jüngling)
Forschende aus rund 50 deutschen Universitäten, Hochschulen und Instituten sind Ende September zur Smart City Summer School 2026 im Dresdner Stadtforum zusammengekommen. Zwei Tage lang tauschten sie sich in Vorträgen, Workshops und Diskussionen über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der digitalen Stadtentwicklung aus. Wie die Technische Universität (TU) Dresden berichtet, stand dabei insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie Forschungsergebnisse und erfolgreiche Smart-City-Anwendungen stärker verknüpft und in die kommunale Praxis übertragen werden können.
Eingeladen hatte das Modellprojekt Smart City Dresden, eine geförderte Kooperation der Landeshauptstadt Dresden und der TU Dresden. Die dort angesiedelte Forschungsgruppe WISSENSARCHITEKTUR leitet die Begleit- und Syntheseforschung des Modellprojekts und engagiert sich im 2025 gegründeten Wissenschaftsnetzwerk Smart City. Aus diesem Netzwerk heraus entstand die Idee zur Summer School. Den Auftakt bildete unter anderem ein Impulsvortrag zum Thema „Vom Erproben zum Verstetigen: Wie digitale Lösungen Smart Cities resilienter machen“.
Erfolgreiche Lösungen in die Breite bringen
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag laut der TU Dresden auf der Verstetigung und Übertragbarkeit von Smart-City-Lösungen. Denn angesichts des Auslaufens der Förderung zahlreicher Modellprojekte Smart Cities (MPSC) stellt sich für Kommunen zunehmend die Frage, wie entwickelte Anwendungen langfristig betrieben und von anderen Städten und Gemeinden nachgenutzt werden können. Diskutiert wurden dazu konkrete Hemmnisse, Erfolgsfaktoren und mögliche Unterstützungsstrukturen.
So stellte eine Masterclass das Konzept eines regionalen Transfer-Hubs vor, der Akteure aus Kommunen, Wissenschaft und Politik vernetzen und die Verbreitung bewährter Lösungen erleichtern soll. In weiteren Workshops wurden kommunale Erfahrungen und Forschungsergebnisse zusammengeführt, um Ansätze für eine nachhaltige Verankerung von Smart-City-Anwendungen zu entwickeln.
Auch Open Data und Open Source spielten eine wichtige Rolle. Anhand von Anwendungen wie einem Energiewende-Dashboard und dem Index Data Explorer wurde erörtert, welche Voraussetzungen datenbasierte Lösungen erfüllen müssen, um transparent, nachvollziehbar und übertragbar zu sein. Dazu zählen insbesondere eine geeignete Dokumentation sowie der verantwortungsvolle Umgang mit sensiblen Daten.
Resilienz und Beteiligung stärken
Weitere Themen waren die Widerstandsfähigkeit kommunaler Infrastrukturen und die Beteiligung der Stadtgesellschaft. Im Bereich Resilienz ging es unter anderem um die Handlungsfähigkeit von Kommunen bei Strom- oder Mobilfunkausfällen, moderne Alarmplanung und den sicheren Datenaustausch in Krisensituationen.
Unter dem Stichwort Smart Citizenship diskutierten die Teilnehmenden, wie digitale Werkzeuge und Künstliche Intelligenz (KI) Bürgerinnen und Bürger bei der Mitgestaltung ihrer Stadt unterstützen können. Ein besonderes Augenmerk galt der Beteiligung junger Menschen. Anhand konkreter Anwendungen, unter anderem im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau Dresden 2033, wurden Möglichkeiten untersucht, Jugendliche mithilfe digitaler Formate stärker in Stadtentwicklungsprozesse einzubeziehen.
Wirkung messbar machen
Am zweiten Veranstaltungstag rückten die Wirkung und die nachhaltige Steuerung von Smart-City-Maßnahmen in den Vordergrund. Diskutiert wurden Methoden zur Evaluation digitaler Stadtentwicklung sowie Ansätze für eine wirkungsorientierte kommunale Steuerung. Weitere Workshops beschäftigten sich mit Smart Governance, nachhaltiger KI und dem kommunalen Ressourcenmanagement.
Auch technische Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung standen auf dem Programm. Die Themen reichten von blau-grüner Infrastruktur und digitalen Zwillingen über lokale Energiemärkte bis hin zu intelligenten Stromnetzen.
Zum Abschluss befassten sich die Teilnehmenden mit künftigen Kompetenzbedarfen und Forschungsfragen sowie den Rahmenbedingungen für einen besseren Austausch zwischen Wissenschaft und kommunaler Praxis. Dabei ging es unter anderem um Standardisierung, Normung und geeignete Formate für den Wissenstransfer.
Positive Resonanz
Nach Angaben der TU Dresden zogen die Beteiligten ein positives Fazit. Insbesondere der fachübergreifende Austausch und die Verbindung unterschiedlicher wissenschaftlicher und kommunaler Perspektiven seien auf große Resonanz gestoßen. Die Veranstaltung habe verdeutlicht, dass die Weiterentwicklung smarter Städte nicht allein von technologischen Innovationen abhängt, sondern ebenso von der Zusammenarbeit zwischen Forschung, Verwaltung und weiteren Akteuren.
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