Montag, 13. April 2026

Schleswig-HolsteinBildungspaket stellt Weichen

[06.07.2018] Ein digitales Bildungspaket hat das Land Schleswig-Holstein vorgestellt. Es bündelt die bisherigen Einzelmaßnahmen, wie etwa das Projekt „Lernen mit digitalen Medien“, und beinhaltet neue Projekte, wie die Einführung einer einheitlichen Schulverwaltungssoftware.
Schleswig-Holstein stellt die Weichen für das Lernen mit digitalen Medien.

Schleswig-Holstein stellt die Weichen für das Lernen mit digitalen Medien.

(Bildquelle: Fotolia@contrastwerkstatt)

Schleswig-Holstein hat für das Lehren, Lernen und Arbeiten in der digitalen Schule wichtige Weichen gestellt. „Das Lernen mit digitalen Medien beginnt bei uns in der Lehrkräftebildung und reicht bis zum Unterricht an den Schulen. Wir haben Netzwerke von Modellschulen geschaffen und in Fortbildungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer investiert“, erklärte Bildungsministerin Karin Prien bei der Vorstellung des Digitalen Bildungspakets Schleswig-Holstein. „Das Bildungspaket bindet die vielen Einzelmaßnahmen zusammen, die bisher schon erfolgreich an den Schulen laufen, und benennt die Projekte, die in den kommenden Jahren noch auf der Agenda stehen. Damit können wir systematisch die digitale Entwicklung der Schulen vorantreiben und auf neue Herausforderungen reagieren“, so die Ministerin. Finanziert werden soll das nach Angaben des schleswig-holsteinischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur auch mit Mitteln aus dem Digitalpakt des Bundes. Sie erwarte, dass die zusätzlichen Gelder wie angekündigt zum 1. Januar 2019 kommen, erklärte Bildungsministerin Karin Prien: „Das sind pro Jahr dann voraussichtlich weitere 43,5 Millionen Euro für die Digitalisierung.“
In Schleswig-Holstein gibt es bereits ein Netzwerk von inzwischen 130 digitalen Modellschulen, die Konzepte zum Lernen mit digitalen Medien entwickeln und erproben (wir berichteten). Die Projektrunde 2018 hat den Schwerpunkt „Lernen mit digitalen Medien im Fachunterricht“. Aus diesem Netzwerk soll sich ein Transfernetzwerk für alle Schulen entwickeln. Lehrkräfte können zudem ein umfangreiches fachspezifisches Fortbildungsangebot nutzen. Zusätzlich bietet eine Medienwerkstatt des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) die Möglichkeit, digitale Medien zu erproben und sich über digitale Ausstattungen zu informieren. Darüber hinaus steht seit Oktober 2015 allen Schulen in Schleswig-Holstein die Kommunikationsplattform SchulCommsy als virtuelles Klassenzimmer und zur Kommunikation zwischen Schülern sowie Lehrkräften zur Verfügung. Aktuell wird dies von 300 Schulen genutzt.

Projekte im Bildungspaket

„Mit dem Digitalen Bildungspaket machen wir jetzt den nächsten wichtigen Schritt“, sagt Bildungsministerin Karin Prien. Zu den im Bildungspaket verankerten Projekten zähle unter anderem die Einführung einer einheitlichen Schulverwaltungssoftware. Diese beinhaltet beispielsweise eine einheitliche Stunden- und Vertretungsplan-Lösung, standardisierte Zeugnisformulare und ein digitales Klassenbuch und soll die Dokumentation des Unterrichtsausfalls an allen öffentlichen Schulen des Landes ermöglichen. Prien: „Die Software ist Voraussetzung für das notwendige Bildungsmonitoring. Auf Basis dieser Daten können wir künftig die Schul- und Unterrichtsentwicklung noch besser unterstützen und regelmäßig darüber berichten.“
Darüber hinaus soll im Rahmen des Digitalen Bildungspakets das Schulportal SH aufgebaut werden. Auf der digitalen Plattform sollen nach Angaben des Bildungsministeriums insbesondere Lehrkräfte, aber auch Schüler sowie Eltern arbeiten und miteinander kommunizieren. Lehrkräfte sollen eine dienstliche E-Mail-Adresse erhalten, aber auch Schüler erhalten einen Zugang. Das Lernen mit digitalen Medien will Schleswig-Holstein systematisch in der Lehrkräftebildung verankern; Unterrichtshospitationen an digitalen Modellschulen sollen ausgebaut werden. Ein weiteres Projekt ist der Masterplan digitale Lehrkräftefortbildung.
Eine landesweite Infrastruktur ist Voraussetzung für das digitale Arbeiten an den Schulen. Um diese aufbauen und unterhalten zu können, brauchen die Schulträger Ausstattungs- und Betriebskonzepte. Entsprechende Konzepte sollen sie in Zusammenarbeit mit den kommunalen Landesverbänden erarbeiten. Geplant ist, die Schulen bis 2021 an das landeseigene Breitband-Netz anzuschließen.





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