Kreis LippeALKIS seit zehn Jahren im Einsatz

Mitglieder der AED-SICAD Anwendergemeinschaft NRW.
(Bildquelle: Kreis Lippe)
Im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe ist die Digitalisierung im Bereich Geo-Information seit zehn Jahren gelebte Praxis. Als nach eigenen Angaben bundesweit erste Katasterbehörde hat der Kreis im Jahr 2008 den neuen Standard Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS) eingeführt. Neben zehn Jahren ALKIS im Produktiveinsatz würdigten rund 100 Gäste aus Nordrhein-Westfalen im Rahmen einer Feierstunde im Detmolder Kreishaus zudem ein zweites Ereignis: Das zehnjährige Bestehen der AED-SICAD Anwendergemeinschaft NRW.
Axel Lehmann, Landrat des Kreises Lippe, erklärte in seiner Begrüßungsrede, das Amtliche Liegenschaftskataster-Informationssystem bilde die Grundlage für zahlreiche weitere Fachdaten. Ob Breitband-Koordinierung, Genehmigung von Bauvorhaben oder Wanderwege-Infrastruktur: Ohne deren gemeinsame digitale Darstellung mit aktuellen Grundstücksgrenzen und Gebäuden ließen sich die Aufgaben in den Kommunalverwaltungen gar nicht mehr wahrnehmen.
NRW-Kommunen als Vorbilder
Die Einführung von ALKIS in Deutschland gestaltete sich als Projekt von großen Ausmaßen: Bei den Katasterbehörden in Nordrhein-Westfalen hat sie insgesamt sieben Jahre, in den übrigen Bundesländern rund fünf Jahre in Anspruch genommen. In Bayern und Berlin sei erst Ende 2015 auf den neuen Standard umgestellt worden, berichtete Stefan Ostrau, zuständiger Leiter des Fachbereiches Geo-Information, Kataster, Immobilienbewertung sowie Digitalisierungsbeauftragter des Kreises Lippe. Die Bundesländer hätten dabei auch auf die Erfahrungen der nordrhein-westfälischen Kommunen aufgebaut.
Der Kraftakt in Zahlen: Das Liegenschaftskataster besteht deutschlandweit aus rund 64,4 Millionen Flurstücken und rund 21,5 Millionen Gebäuden mit georeferenzierter Adresse (Hauskoordinaten). Hinzu kommen Millionen von Eigentümerdaten, Angaben über die tatsächliche Nutzung und weitere Daten.
Erfolgsrezept: Kooperation
Das Erfolgsrezept Nordrhein-Westfalens lag laut dem Kreis Lippe in einem kooperativen Vorgehen mit der Wirtschaft: Bereits 2008 wurden insgesamt drei Anwendergemeinschaften gegründet. Diese hatten zum Ziel, das etwa 3.500 Seiten umfassende, bundesweit gültige Regelwerk technisch umzusetzen und bis zur Praxisreife zu entwickeln. Der Wettbewerb wurde dadurch sichergestellt, dass jeweils nur eine Software-Firma in einer Anwendergemeinschaft mitwirken konnte.
Der Kreis Lippe hatte sich schon frühzeitig für die Lösungen von Anbieter AED-SICAD entschieden und sich von Beginn an in der AED-SICAD Anwendergemeinschaft NRW engagiert. In dieser arbeiten heute neben dem Land Nordrhein-Westfalen rund 30 Institutionen aus NRW und Gäste aus anderen Bundesländern erfolgreich zusammen.
Für den Kreis Lippe ergeben sich jährlich mehr als acht Millionen Zugriffe auf das Amtliche Liegenschaftskataster und das mit weiteren Informationen gefüllte Geo-Portal. Darüber hinaus stehen Nutzern landesweite ALKIS-Datensätze bei der Bezirksregierung Köln, Geobasis NRW, zentral zur Verfügung.
Die Entwicklung geht weiter
Wie der Kreis Lippe mitteilt, wird das ALKIS stetig weiterentwickelt. So werde bundesweit seit Längerem daran gearbeitet, den Datenaustausch mit anderen Verwaltungen umzusetzen: Von der Bundesstatistik mit dem Projekt Zensus 2021 über die Steuerverwaltung (steuerrelevante Grundstücksdatenbank) bis hin zur Anbindung an das Datenbankgrundbuch sowie der Daten der Flurneuordnungsverwaltung. Darüber hinaus würden weitere Entwicklungen aufgegriffen so etwa die Einführung der dritten Dimension im Liegenschaftskataster (3D), mobile Lösungen für Smart Devices oder die Integration von Fernerkundungsdaten (Copernicus-Programm) in die Katasterdaten.
Heidelberg: Vom Geometer zum Digitalen Zwilling
[23.10.2026] Das Vermessungsamt der Stadt Heidelberg feiert sein 125-jähriges Bestehen. In dieser Zeit hat sich die Arbeit grundlegend verändert: Aus Messlatte und Theodolit wurden Laserscanner, Drohnen und digitale 3D-Stadtmodelle. Heute bilden die Geodaten des Amtes eine wichtige Grundlage für Stadtplanung, Verwaltung und digitale Anwendungen. mehr...
Kaiserslautern: Klimadaten im Geoportal
[16.10.2026] Die Stadt Kaiserslautern stellt in ihrem Geoportal zahlreiche digitale Karten und Fachdaten zu Klimaschutz und Klimaanpassung bereit. Das Angebot informiert unter anderem über Solarpotenziale, die kommunale Wärmeplanung und die Folgen des Klimawandels. mehr...
Smart Country Convention: RIWA zeigt Anwendungen für kommunale Geodaten
[07.10.2026] RIWA zeigt auf der Smart Country Convention Anwendungen, die kommunale Geodaten mit KI, BIM und Digitalen Zwillingen verknüpfen. Im Mittelpunkt stehen Baugenehmigungen, die KI-gestützte Datenauswertung und der Digitale Zwilling der Stadt Speyer. mehr...
Dortmund: Digitale Karten zeigen Hochwassergefahren
[02.10.2026] Die Stadt Dortmund hat erste detaillierte Hochwassergefahrenkarten für kleinere städtische Gewässer veröffentlicht. Die digitalen Karten zeigen Wassertiefen, Fließrichtungen und Strömungsgeschwindigkeiten und sollen unter anderem den Katastrophenschutz, die Stadtplanung und die private Hochwasservorsorge unterstützen. mehr...
Geodatenmanagement: Systeme verbinden
[28.09.2026] Geodaten sind längst kein Spezialthema einzelner Fachabteilungen mehr. Sie sind Grundlage für zahlreiche kommunale Aufgabenbereiche. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Aktualität, Qualität, Verfügbarkeit und Sicherheit. mehr...
Esri Digital Atlas: Interaktive Karten für den Unterricht
[17.09.2026] Mit dem Esri Digital Atlas steht Schulen und Bildungseinrichtungen eine neue kostenfreie Kartenanwendung zur Verfügung. Sie soll Schülerinnen und Schülern ermöglichen, geografische Zusammenhänge anhand interaktiver Karten und Daten zu untersuchen. mehr...
Frankfurt am Main: Geodateninfrastruktur feierte Jubiläum
[08.09.2026] Die Stadt Frankfurt am Main hat das zehnjährige Bestehen ihrer Geodateninfrastruktur gefeiert – und dabei auch einen Ausblick auf künftige Entwicklungen gegeben. mehr...
Gütersloh: Virtueller Spaziergang durch die Vergangenheit
[04.09.2026] Die historische Gütersloher Stadtmitte um das Jahr 1900 lässt sich nun dauerhaft virtuell erleben. Die Abteilung Geoinformation der Stadt hat dazu eine von Modellbauer Norbert Jebramcik detailgetreu errichtete Miniaturstadt in ein 3D-Modell umgewandelt. mehr...
Frankfurt a.M.: Stadtklima neu kartiert
[17.08.2026] Wo staut sich Hitze, auf welchen Wegen gelangt kühle Luft in die Stadt und wo fehlt Grün? Der aktualisierte Klimaplanatlas macht solche Zusammenhänge sichtbar. Neue Simulationen und hochaufgelöste Vegetationsdaten unterstützen eine klimaangepasste Stadtplanung. mehr...
VertiGIS: Whitepaper zur Cybersicherheit
[12.08.2026] Steigende Sicherheitsanforderungen stellen Vermessungs- und Katasterverwaltungen vor neue Herausforderungen. Ein Whitepaper von VertiGIS beschreibt regulatorische Vorgaben und mögliche Betriebsmodelle für den Schutz von Geobasisdaten. mehr...
Münster: Cooler Stadtplan mit neuen Funktionen
[31.07.2026] Der „Coole Stadtplan“ der Stadt Münster wurde jetzt um eine 3D-Karte und zusätzliche Informationen ergänzt. So kann in dem Online-Angebot nun auch nach Wetterstationen und Standorten öffentlicher Toiletten gesucht werden. mehr...
Hannover: Kommunalpolitik sichtbar machen
[27.07.2026] Hannovers Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide macht Kommunalpolitik auf einer digitalen Karte für jedermann sichtbar. Der Atlas will zeigen, wo Entscheidungen des Stadtbezirksrats konkret wirken und so auch die Demokratie stärken. mehr...
Augsburg: Erholung von hohen Temperaturen
[24.07.2026] Die Stadt Augsburg kontert brütende Sommerhitze mit einer interaktiven Karte, die kühlere Orte wie Parks, Schattenplätze oder Kirchen ausweist. Damit will die Stadt während Hitzeperioden die Gesundheit und das Wohlbefinden von Bürgerinnen und Bürgern unterstützen. mehr...
Kreis Wesel: Geoportal als Gesundheitskompass
[24.07.2026] Das Geoportal des Kreises Wesel wird zum Hitze- und Gesundheitskompass ausgebaut: Eine interaktive Karte führt Nutzende schnell zu gesundheits- und hitzerelevanten Angeboten und Infrastrukturen im gesamten Kreisgebiet. mehr...
Braunschweig: Update für den Digitalen Basiszwilling
[16.07.2026] Ein umfangreiches Update hat jetzt der Digitale Basiszwilling der Stadt Braunschweig erfahren. Ergänzt wurden vor allem Daten aus den Bereichen Umwelt und Klima. Zudem können Nutzende jetzt die Alte Waage in Braunschweig in einem hochauflösenden 3D-Modell erkunden. mehr...



















