Sonntag, 22. März 2026

eGovernment MONITOR 2020Hürden bei digitalem Homeschooling

[20.08.2020] Erfolgreiches Homeschooling ist abhängig von den Digitalkompetenzen der Lehrkräfte. 75 Prozent der Eltern sind in diesem Zusammenhang während der Corona-Pandemie auf Hürden gestoßen. Zu diesen Ergebnissen kommt der neue eGovernment MONITOR.
42 Prozent der befragten Eltern gaben zum Thema Homeschooling während Corona an

42 Prozent der befragten Eltern gaben zum Thema Homeschooling während Corona an, dass die Lehrkraft mit digitalen Anwendungen überfordert war. Das zeigen die Ergebnisse des eGovernment MONITORS 2020.

(Bildquelle: 123rf.com/ Volodymyr Tverdokhlib)

Die Initiative D21 und die TU München haben jetzt erste Ergebnisse aus dem eGovernment MONITOR 2020 veröffentlicht. Durchgeführt wurde die Studie wieder vom Unternehmen Kantar. Befragt worden seien 1.005 Personen im Alter von über 18 Jahren in deutschen Privathaushalten. Die Befragung für den eGovernment MONITOR mit Fokus auf Homeschooling fand laut Angaben von Kantar im Juni 2020 statt, veröffentlicht wird die komplette Studie zur Nutzung und Akzeptanz digitaler Verwaltungsdienstleistungen am 20. Oktober. In 85 Prozent der befragten Haushalte, in denen schulpflichtige Kinder leben, habe demnach während der Corona-Pandemie digitaler Schulunterricht oder ein digitaler Austausch mit den Lehrkräften stattgefunden. Etwa die Hälfte der Eltern sei mit dem Schulunterricht während dieser Zeit insgesamt zufrieden, ein Drittel dagegen unzufrieden gewesen.

Mit digitalen Anwendungen überfordert

Die Gestaltung eines digital unterstützten Schulunterrichts sei dabei stark von Können und Engagement der einzelnen Lehrkräfte abhängig gewesen: 54 Prozent sagten, dass die Lehrer den Unterricht auf eigene Initiative digital gestaltet haben. 42 Prozent der Befragten zeigten sich unzufrieden und gaben an, dass die Lehrkraft mit digitalen Anwendungen überfordert war. Den Einsatz der Schulen beurteilen die Befragten insgesamt besser: 59 Prozent fanden, dass die jeweilige Schule alles in ihrer Macht Stehende getan hat, ein Drittel empfand die Schulen als bremsend. Dazu urteilt Initiative D21-Präsident Hannes Schwaderer: „Die bestmögliche Unterstützung der Schüler und Schülerinnen beim digitalen Lernen darf nicht dem Zufall überlassen werden. Wir brauchen bundesweite Standards, um sicherzustellen, dass Lehrkräfte über notwendige Digitalkompetenzen verfügen. Das Aus- und Weiterbildungssystem muss zwingend ein digitales ABC vermitteln, ohne geht es heute nicht mehr. Die Defizite sind nun hinlänglich bekannt. Die ersten Wochen des Schulstarts werden zeigen, ob Lösungen gefunden werden und man die Krise als Chance nutzt, um moderne, zeitgemäße und krisenfeste Bildungs- und Lernformen zu etablieren.“

Minderheit nutzt Videokonferenzen

Drei Viertel der Eltern berichten nach Angaben von Katar von Hürden beim digitalen Unterricht. Am häufigsten hätten die Befragten eine fehlende Unterstützung durch die Schulen, gefolgt von Internet-Problemen (Geschwindigkeit/Netzprobleme) und mangelnder Digitalkompetenzen der Lehrer genannt. Die technische Ausstattung zu Hause spiele dabei nur eine nachgeordnete Rolle: zu wenig oder zu alte Geräte nannten lediglich 14 Prozent als Hürde. Die Nutzung digitaler Geräte für den Schulunterricht stieg von 66 Prozent vor auf 96 Prozent während der Corona-Pandemie an. Das meistgenutzte Gerät ist das Smartphone, gefolgt vom Laptop. Die Übermittlung der Lehrinhalte erfolgte am häufigsten über E-Mails (81 Prozent), gefolgt von Videokonferenzen (44 Prozent) und Messengerdiensten (32 Prozent). Der Austausch von Materialien über einen Schul-Server oder Lernplattformen kam etwas seltener zum Einsatz. Auch analoge Wege zur Übermittlung von Lernmaterial, wie eine Abholung in der Schule (16 Prozent) oder die Übermittlung via Telefon (14 Prozent) oder Post (7 Prozent) kamen vor.

Neues Denken erforderlich

„Bildung lebt von Interaktion zwischen Schülern und Lehrkräften. Zum Beginn der Krise war es richtig, zunächst überhaupt eine Form des Austauschs sicherzustellen“, sagt Helmut Krcmar von der TUM. „Perspektivisch müssen aber interaktive Formate der Normalfall sein. Der Versand von Arbeitsblättern per E-Mail ist ungenügend. Die Digitalisierung erfordert neues Denken. Alte Abläufe und Verhaltensmuster müssen neu interpretiert werden, um das volle Potenzial digitaler Technologien ausschöpfen zu können. Dies erfordert nicht nur die Schaffung der technischen Grundlagen, sondern auch angepasste institutionelle Strukturen und die Entwicklung neuer Kompetenzen bei allen Beteiligten.“





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