Montag, 11. Mai 2026

BrandenburgKI-Werkzeugkasten für Schulen

[05.11.2025] Brandenburg führt als zweites Bundesland flächendeckend den KI-Chatbot telli an Schulen ein. Die gemeinsam von allen 16 Ländern entwickelte Open-Source-Lösung unterstützt Lehrkräfte und Lernende pädagogisch, ist datensparsam und wird ausschließlich auf EU-Servern betrieben.
Hand, Arm und Oberkörper eines Schülers, der mit Laptop an einem Tisch sitzt, über der Hand schweben als Overlay Icons für die verschiedenen Schulfächer.

Die Chatbot-Oberfläche telli integriert verschiedene KI-Systeme und lässt sich im Schulkontext flexibel einsetzen.

(Bildquelle: ramirezom/123rf.com)

Mit dem neuen Schuljahr steht allen öffentlichen Schulen in Brandenburg flächendeckend der KI-Chatbot telli zur Verfügung. Das digitale Werkzeug soll neue Impulse und Ansätze für Unterrichtsvorbereitung, Wissensvermittlung und eigenständiges Lernen schaffen. In Auftrag gegeben wurde die Entwicklung der KI-Chatbot-Oberfläche von allen 16 Bundesländern gemeinsam. Als datenschutzkonforme Lösung fördert telli den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu pädagogischen Zwecken – Lehrkräfte und Lernende können innerhalb eines geschützten Rahmens Erfahrungen mit KI sammeln. „Digitalisierung und KI sind auch im Bildungsbereich Teil eines gesellschaftlichen Megatrends. Aufhalten können wir die Veränderungen nicht. Aber: Wir können die Herausforderungen angehen und die Chancen nutzen. Und dafür gehen wir mit telli einen wichtigen Schritt. Unsere Schulen bekommen damit einen sicheren und datenschutzkonformen Zugang zu moderner KI-Technologie. Damit lässt sich gut arbeiten, und wir wollen auch die Entwicklungspotenziale nutzen“, sagte Bildungsminister Steffen Freiberg.

Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten

Brandenburg ist nach Bremen das zweite Bundesland, das telli flächendeckend einführt (wir berichteten), in Baden-Württemberg wird telli in einer Grundversion angeboten, die schrittweise erweitert werden soll (wir berichteten). Brandenburg hatte die KI-Chatbot-Oberfläche vor ihrer Einführung zunächst an 25 Pilotschulen getestet. Die Einführung wird von Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte begleitet: Das Landesinstitut Brandenburg für Schule und Lehrkräftebildung (LIBRA) bietet Fortbildungen für Lehrkräfte, die telli im Unterricht einsetzen wollen, der Bildungsserver Berlin-Brandenburg stellt Video-Tutorials bereit.

Mittels individuell konfigurierbarer KI-Assistenten unterstützt telli Lehrkräfte bei der Unterrichtsvorbereitung. Es können auch Lernszenarien für den Unterricht entwickelt und zum Beispiel Arbeitsblätter erstellt werden. Zudem können Lehrende fiktive Dialogpartner anlegen, die im Unterricht zu einem bestimmten Thema mit den Schülerinnen und Schülern interagieren. Auch bei administrativen Aufgaben wie der Erstellung von Elternbriefen kann die KI-Anwendung eingesetzt werden.

Datensparsam und datenschutzkonform

telli fungiert als KI-Chatbot-Oberfläche, die an verschiedene Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) angebunden ist. Zu den in telli verfügbaren LLMs gehören Llama 3.3 von Meta oder GPT-5-mini von OpenAI. Ebenfalls in telli zur Verfügung stehen die aktuellen Modelle der GPT-5-Reihe, die sich insbesondere zur schnellen Verarbeitung komplexer Anfragen und Problemanalysen eignen. Anzahl und Auswahl der in telli verfügbaren LLMs werden auf Landesebene festgelegt. In Brandenburg werden alle derzeit in telli verfügbaren Sprachmodelle angeboten. telli ist über die Anmeldelösung VIDIS an das Schulportal Brandenburg angebunden und könne so besonders datensparsam verwendet werden. Damit telli auch datenschutzkonform genutzt werden kann, werden die zugrunde liegenden Sprachmodelle ausschließlich auf Servern innerhalb der EU gehostet – ein wichtiger Unterschied zu kommerziellen KI-Chatbots.

telli wird seit 2024 in enger Zusammenarbeit mit Pädagoginnen und Pädagogen als Open-Source-Lösung entwickelt, kontinuierlich erweitert und auf den pädagogischen Einsatz hin optimiert. Das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) setzt das länderübergreifende Vorhaben gemeinsam mit technischen Dienstleistern um.





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