Serie Smart CitiesGemeinsam smart

Kick-off-Workshop zur „Raumwirkung der Digitalisierung“.
(Bildquelle: KTS/Urban Catalyst)
Längst verfolgen nicht mehr nur Großstädte und digitale Pioniere das Konzept Smart City. Mittlerweile ist dieses für alle Kommunen, gleich welcher Größe, handlungsleitend. Mit seinem Programm Modellprojekte Smart Cities befähigt der Bund Kommunen und Regionen in ganz Deutschland, vielfältige Lösungspfade zu erkunden, um die Smart-City-Entwicklung bundesweit voranzutreiben. Unter den 73 geförderten Modellprojekten finden sich Großstädte wie Berlin oder Köln, mittelgroße Städte wie Bamberg oder Jena, aber auch Kleinstädte und Landgemeinden. So leben in den bayerischen Gemeinden Apfeldorf, Unterdießen und Fuchstal, die zusammen die Smart Region AUF bilden, zusammen gerade einmal 6.000 Menschen.
Trotz unterschiedlicher regionaler Voraussetzungen stehen Kommunen oft vor ähnlichen Herausforderungen: Gefragt sind digitale Instrumente zum Umgang mit dem Klimawandel oder die Aufwertung der Innenstädte durch neue digitale Angebote. Gleichzeitig geht es um die notwendige technische Infrastruktur für die Smart City – zum Beispiel um den Aufbau urbaner Datenplattformen. Dazu kommen methodische Fragen, etwa, wie die Wirkung einzelner Maßnahmen gemessen werden kann, um gegebenenfalls nachsteuern zu können.
Themen und Lösungen aktiv erarbeiten
Ein großer Vorteil der Modellprojekte Smart Cities: Sie können sich zentralen Fragen gemeinsam stellen. Zur Entwicklung von City Apps und zum Thema Open Source hatten sich interessierte Kommunen schon vor einiger Zeit zusammengetan. Sechs neue Arbeits- und Entwicklungsgemeinschaften, die Ende 2022 ins Leben gerufen wurden, sollen den projektübergreifenden Austausch nun weiter intensivieren. Neben der inhaltlichen Weiterentwicklung gemeinsamer Themen steht dabei im Fokus, lebendige Netzwerke zu bilden, die sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen können – zunächst innerhalb der Modellprojekte, perspektivisch auch darüber hinaus. Anzugehende Themen und Arbeitsmodus wurden in Kick-off-Workshops gemeinsam definiert: Die Arbeits- und Entwicklungsgemeinschaften sollen aktive und aus der Community heraus getragene Initiativen sein. Es geht also nicht darum, sich passiv weiterzubilden, sondern Themen und Lösungen aktiv und gemeinsam zu erarbeiten. Wie das konkret aussehen kann, zeigen die Beispiele aus den Arbeits- und Entwicklungsgemeinschaften „Urbane Digitale Zwillinge“ und „Smarte Regionen“.
Über 30 Modellprojekte beschäftigen sich mit dem Aufbau von digitalen Zwillingen. Sie erproben unterschiedliche Lösungsansätze und Anwendungsfälle, etwa Stadtplanung, Bürgerbeteiligung oder Klima-Monitoring. Die ersten Erfahrungen sind vielversprechend, verdeutlichen aber auch die Herausforderungen: So ist ein digitaler Zwilling als virtuelles und mit Echtzeitdaten gefüttertes Abbild einer Stadt äußerst komplex. Viele Kommunen stehen hier erst am Anfang.
Kooperationen im ländlichen Raum
In der neuen Arbeits- und Entwicklungsgemeinschaft „Urbane Digitale Zwillinge“ haben sich jetzt Modellprojekte zusammengeschlossen, die an ähnlichen Use Cases arbeiten, beispielsweise in den Bereichen Mobilität, Klimaanpassung oder Denkmalschutz. Eine weitere Untergruppe beschäftigt sich mit der Frage, wie die Interoperabilität zwischen verschiedenen technischen Systemen sichergestellt werden kann und die Lösungen in die unterschiedlichen Systemarchitekturen integriert werden können. Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass andere Kommunen die Entwicklungen nutzen können.
„Smarte Regionen“ – Modellprojekte im ländlichen Raum – tauschen sich in Themengruppen unter anderem zu smarten Nahversorgungsräumen oder Mobilitätskonzepten für ländliche Regionen aus. In einer weiteren Themengruppe geht es um den Aufbau so genannter Regio-Hubs. Das sind dezentrale Digitalzentren, Dorfbüros oder regelmäßige mobile Angebote als Anlaufstellen und Treffpunkte für die Bevölkerung. Sie sollen einen niedrigschwelligen Zugang zur Digitalisierung ermöglichen und die Smart City erlebbar machen. Zentrale Fragen bei der Einrichtung sind weniger technischer, als vielmehr organisatorischer Art: Welches Betreibermodell ist sinnvoll? Mit welchen Akteuren bildet man Partnerschaften? Welche Angebote werden besonders gut angenommen? Es gilt, Erfolgsfaktoren und Stolperfallen sichtbar zu machen. Kommunen, die ähnliche Vorhaben planen, soll dies als Inspiration dienen oder als konstruktives Lernbeispiel herangezogen werden können.
Wissenstransfer in die Breite
In weiteren neu geschaffenen Arbeits- und Entwicklungsgemeinschaften geht es um urbane Datenplattformen, Klimaanpassung und Resilienz, die Raumwirkung der Digitalisierung sowie um Monitoring und Wirkungsmessung. Begleitet und unterstützt werden sie von der Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities (KTS). Expertinnen und Experten aus den Partnerorganisationen des KTS-Konsortiums – dazu gehören die Agenturen Creative Climate Cities und Urban Catalyst sowie Forschungsinstitute wie das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu), die Fraunhofer-Institute IESE und IAO sowie das Kompetenzzentrum Wasser Berlin – flankieren die Gruppen inhaltlich und entlasten sie organisatorisch.
Von den Erfahrungen der Modellprojekte und den Ergebnissen der Arbeits- und Entwicklungsgemeinschaften sollen letztlich alle 11.000 Kommunen in Deutschland profitieren. Den Wissenstransfer in die Breite zu gestalten, ist eine der zentralen Aufgaben des Programms Modellprojekte Smart Cities. In diesem Zusammenhang richtet sich das Informations- und Beratungsangebot „Start Smart“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) an Städte, Kreise, Gemeinden und Regionalverbände, die auf dem Weg zur Smart City inhaltliche und praktische Unterstützung suchen. Das Angebot besteht aus unterschiedlichen Bausteinen wie individuellen Initialberatungen, Themenwerkstätten und Peer Learnings. Die Modellprojekte stellen im Rahmen von „Start Smart“ ihre Lösungen vor und geben ihr Wissen sowie ihre Erfahrungen weiter. Auch die Arbeits- und Entwicklungsgemeinschaften werden sich hier künftig stärker einbringen.
Modellprojekte live erleben
Live erleben kann man die Modellprojekte Smart Cities unter anderem bei den sechs Mal im Jahr stattfindenden Regionalkonferenzen. Die nächste Ausgabe unter dem Titel „Daten in der Smart City“ findet am 16. März 2023 in Gütersloh statt. Mit ihrer Roadshow für alle Kommunen machen die Modellprojekte Smart Cities außerdem am 14. Juni 2023 in Aalen-Heidenheim, am 4. Juli 2023 in Rostock und am 6. September 2023 in Iserlohn und Südwestfalen Station. Speziell für nicht geförderte Kommunen werden vor Ort Initialberatungen im Rahmen des Angebots „Start Smart“ angeboten.
Teil 2: Urbane Datenplattformen
Teil 3: Digitale Zwillinge
Teil 4: Smarte Regionen
Teil 5: Resilienz und Klimaanpassung
Teil 6: Raumwirkung der Digitalisierung
Lohmar: Pegel werden digital überwacht
[25.03.2026] Neue Pegelmessstellen an fließenden Gewässern liefern der Stadt Lohmar jetzt kontinuierliche Daten zur Überwachung der Wasserstände. Die Informationen sind über die städtische Datenplattform auch öffentlich einsehbar. mehr...
Amberg: Ist ein Behindertenparkplatz frei?
[25.03.2026] Künftig soll auf der Amberger Website in Echtzeit angezeigt werden, ob die Behindertenparkplätze in der Altstadt belegt oder frei sind. Die entsprechenden Daten liefern Bodensensoren. Eine automatische Kontrolle der Parkberechtigung ist damit nicht möglich. mehr...
Nürnberg: Digitaler Verkehrszwilling im Test
[23.03.2026] Mit einem Digitalen Zwilling will Nürnberg die Auswirkungen von Straßenbaumaßnahmen auf den Verkehr künftig im Vorfeld simulieren und somit Engpässe besser einschätzen und Baustellen noch gezielter aufeinander abstimmen können. Mit diesem Ziel hat die Stadt nun ein auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt gestartet. mehr...
Schlangen: Wetter- und Pegeldaten im Blick
[23.03.2026] Ein Smart City Dashboard zeigt für die Gemeinde Schlangen Wetter- und Pegeldaten in Echtzeit an. Messstationen und Sensoren liefern über ein offenes LoRaWAN die nötigen Werte. Neben den öffentlich zugänglichen Daten erhält die Verwaltung selbst zusätzliche Auswertungen, um beispielsweise auf kritische Wetterlagen passgenauer reagieren zu können. mehr...
Bremerhaven: Stadtwürfel statt Baustellenschild
[20.03.2026] Mit QR-Code versehene Stadtwürfel sollen in Bremerhaven künftig direkt am Ort des Geschehens über Bauprojekte informieren. Der QR-Code führt zu einer ausführlichen Projektbeschreibung auf der kommunalen Website. Im Gegensatz zu Bauschildern können die Würfel flexibel platziert und verlinkt werden. mehr...
Mönchengladbach: Echtzeit-Sensoren überwachen Verkehrsflüsse
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KI: Wenn Bäume ihren Wasserbedarf selbst melden
[17.03.2026] Um Stadtbäume gesund zu erhalten, müssen sie vor Trockenstress geschützt werden. Nicht zuletzt aus Kostengründen ist aber auch eine Überwässerung zu vermeiden. Ein urbanes, mit Künstlicher Intelligenz (KI) arbeitendes Bewässerungssystem erfüllt beide Kriterien und unterstützt obendrein bei der Routenplanung. mehr...
Smart City Index 2025: Studienbericht liefert Detailergebnisse
[17.03.2026] Den Smart City Index 2025 ergänzend hat der Digitalverband Bitkom nun einen Studienbericht mit bislang unveröffentlichten Teilergebnissen herausgegeben. Er macht beispielsweise ersichtlich, dass fast alle Städte bei der Energie- und Wärmeplanung auf digitale Technologien setzen. mehr...
Hamburg: Mit dem Digitalen Zwilling Verkehrslärm simulieren
[11.03.2026] Hamburg hat ein neues Tool zur Lärmsimulation entwickelt, mit dem bereits in frühen Phasen die Verkehrslärmverhältnisse für Bauvorhaben bewertet werden können. Die quelloffene Lösung steht über OpenCoDE auch anderen Städten zur Verfügung. mehr...
Kreis Warendorf: Smart Region mit eigener Website
[11.03.2026] Als Smart Region Kreis Warendorf bringen der Landkreis und 13 kreisangehörige Kommunen ihre Digitalisierung gemeinsam voran. Auf einer neuen Website präsentiert das Zukunftsprojekt nun seine Digitalisierungsstrategie und erklärt die einzelnen Handlungsfelder. mehr...
Dresden: Digitaler Zwilling simuliert Unwetter
[09.03.2026] Wie sich Unwetterereignisse auf Dresden auswirken können, simuliert jetzt ein Digitaler Zwilling der Stadt. Welche Eindrücke und Erfahrungen die Nutzerinnen und Nutzer mit dem öffentlich zugänglichen Prototyp der 3D-Anwendung machen, soll eine Online-Umfrage zeigen. mehr...
Oberhausen: Smarte Ideen aus der Stadtgesellschaft
[09.03.2026] Über ihren Co-Creation Fund unterstützt die Stadt Oberhausen zum zweiten Mal innovative Smart-City-Vorhaben aus der Stadtgesellschaft. Der Fund wird durch Fördermittel des Bundes ermöglicht mit dem Ziel, Ideen aus der Bürgerschaft sowie von Initiativen, Organisationen und weiteren Beteiligten gemeinsam mit der Stadtverwaltung umzusetzen. mehr...
DigiTal Zwilling Wuppertal: Erste Echtzeitsensordaten
[06.03.2026] Der Digitale Zwilling Wuppertals zeigt jetzt Echtzeitdaten zur Bodenfeuchte an unterschiedlichen Standorten an. Es handelt sich um die ersten live verfügbaren Sensordaten auf der Plattform. mehr...
Studie: Ankerorte für den digitalen Wandel
[04.03.2026] Stadtlabore, Makerspaces und Digitalwerkstätten machen Smart-City-Themen für den Alltag greifbar. Im Rahmen der Begleitforschung der Modellprojekte Smart Cities (MPSC) wurde nun untersucht, wie solche Ankerorte des digitalen Wandels wirken – und was sie für Kommunen leisten können. mehr...
Scan-Fahrzeuge: Abschluss der Versuchsreihe in Freiburg
[02.03.2026] Baden-Württemberg hat in mehreren Pilotkommunen den Einsatz von Scan-Fahrzeugen zur digitalen Parkraumkontrolle getestet. Den Abschluss der Versuchsreihe bildet nun Freiburg. Die Ergebnisse aller Pilotversuche sollen in einem Handlungsleitfaden für Kommunen zusammengefasst werden. mehr...
























