Dienstag, 1. September 2026

Komm.ONESchulterschluss der IT-Dienstleister

[01.12.2025] Der baden-württembergische IT-Dienstleister Komm.ONE setzt strategisch auf Vernetzung und Kooperation. Ob im Bereich Verkehrswesen, bei der Registermodernisierung oder bei den Ausländerbehörden – die großen Digitalisierungsvorhaben der kommenden Jahre sollen länderübergreifend und mit gebündelter Expertise umgesetzt werden.
Zwei Vertreter von Komm.ONE sitzen nebeneinander bei einer Pressekonferenz. Links spricht Jörg Eberle lächelnd ins Mikrofon, rechts hört Bernd Krakau aufmerksam zu. Beide tragen dunkle Anzüge und sitzen vor einer Komm.ONE-Hinterwand.

Komm.ONE-Vorstand Jörg Eberle und Bernd Krakau, Mitglied der Geschäftsleitung: Alleingänge kommunaler IT-Dienstleister sind nicht mehr sinnvoll.

(Bildquelle: Komm.ONE)

Die zunehmende Komplexität der Digitalisierung, der Fachkräftemangel sowie die Notwendigkeit, Kosten zu teilen und Skaleneffekte zu erzielen, zwingen kommunale IT-Dienstleister in Deutschland zu neuen Formen der Zusammenarbeit. Darauf machte der baden-württembergische IT-Dienstleister Komm.ONE bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Verbandsversammlung des Trägervereins 4IT in Böblingen aufmerksam (wir berichteten). Der kürzlich ernannte Komm.ONE-Vorstand Jörg Eberle (wir berichteten) und Bernd Krakau, Mitglied der Geschäftsleitung, betonten, dass zentrale Digitalisierungsvorhaben nur im Schulterschluss mit anderen öffentlichen IT-Dienstleistern gelingen können – insbesondere in komplexen Bereichen wie dem Kfz-Wesen, der Registermodernisierung oder den Ausländer- und Einbürgerungsverfahren.

Kooperationen sind unverzichtbar

Zunächst skizzierte Eberle den allgemeinen Kurs: Komm.ONE wolle sich als zentraler Servicebroker für die Kommunen positionieren, könne aber nicht alle Lösungen selbst entwickeln. Kooperationen mit privatwirtschaftlichen Anbietern ebenso wie mit öffentlichen Rechenzentren seien deshalb unverzichtbar. Ein besonders weitreichendes Beispiel ist das Kfz-Wesen: Hier will Komm.ONE gemeinsam mit mehreren großen IT-Dienstleistern – darunter die Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), ekom21, KDO, regio iT und Telecomputer – eine neue Verkehrsgesellschaft aufbauen (wir berichteten). Diese soll spätestens Anfang 2027 eine gemeinsame fachliche und technische Grundlage schaffen, anstatt wie bisher parallele Portale und Fachverfahren zu betreiben.

Einheitliches Kfz-Fachverfahren für Deutschland

Eberle begründete den Schritt damit, dass angesichts steigender Sicherheits- und Rechtsanforderungen ein Alleingang nicht mehr sinnvoll sei. Mehrere kommunale IT-Dienstleister hätten sich bereits dem Marktführer Telecomputer angeschlossen. Daher wolle man nun die Kräfte bündeln und gegenüber dem Bund mit einem gemeinsamen Fachverfahren sowie einem zentralen Portal auftreten. Auch aus bundespolitischer Sicht sei dies sinnvoll, wie Bernd Krakau ergänzte. Es brauche perspektivisch ein einheitliches Kfz-Fachverfahren, anstatt dass jedes Land eigene Strukturen pflege.

Ein weiteres zentrales Projekt ist die Registermodernisierung. In diesem Zusammenhang trat Komm.ONE gemeinsam mit der AKDB in einem Wettbewerb des Bundes an. Eberle betonte, dass eine alleinige Teilnahme aufgrund der Anforderungen nicht realistisch gewesen wäre. Die Kooperation habe sich als „echter Prototyp“ erwiesen, der zeige, wie Zusammenarbeit zwischen großen Rechenzentren in der Praxis funktioniere. Beide Seiten hätten ihre spezifischen Stärken eingebracht und seien nun auf der Zielgeraden. Die Ergebnisse sollen demnächst in Berlin präsentiert werden.

Komm.ONE-Fachverfahren für Bayern

Auch im Bereich des Ausländer- und Einbürgerungswesens setzt Komm.ONE auf Zusammenarbeit. Wie Krakau erläuterte, ist Komm.ONE in Baden-Württemberg und Hessen bereits fest etabliert. Seit Herbst verfolgt das Unternehmen eine Kooperation mit der AKDB, um die Lösungen KM-Ausländer und KM-Einbürgerung auch nach Bayern zu bringen und gemeinsam weiterzuentwickeln (wir berichteten). 

Dies sei notwendig, da die Weiterentwicklung – insbesondere der geplante Einsatz Künstlicher Intelligenz – bedeutende Ressourcen erfordert. KI-Module sollen künftig für eine spürbare Entlastung in den Ämtern sorgen, indem sie Verfahrenswege verkürzen und Personalengpässe ausgleichen. In Bayern sollen zudem bestehende Altsysteme zügig abgelöst werden, sodass eine schnelle Weiterentwicklung der gemeinsamen Fachverfahren erwartet wird.

Verantwortung nicht föderal zersplittern

Mit Blick auf Sicherheit und Betrieb betonten beide Sprecher, dass Komm.ONE seine umfassende Expertise in die Zusammenarbeit einbringen werde. Angesichts der großen Sicherheitsanforderungen – mit Verweis auf jüngste Ausfälle in anderen Regionen – sei es entscheidend, die Verantwortung nicht föderal zu zersplittern, sondern ganzheitlich über die Bereiche Entwicklung, Betrieb, Support und IT-Security hinweg zu denken. Darüber hinaus wies Eberle auf die Aktivitäten der Genossenschaft GovDigital hin, in der öffentliche IT-Dienstleister Produkte und Services gegenseitig bereitstellen können. Diese Plattform ermögliche nicht nur den fachlichen Austausch, sondern erleichtere auch die vergaberechtskonforme Beschaffung fertiger Lösungen.

Alexander Schaeff




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Unternehmen

NOLIS: Förderung des Netzwerks Junge Bürgermeister*innen

[21.08.2026] NOLIS ist dem Netzwerk Junge Bürgermeister*innen als Fördermitglied beigetreten. Das Unternehmen will damit den Austausch mit jungen kommunalen Entscheidungsträgerinnen und -trägern über Digitalisierung und die Herausforderungen der Verwaltung intensivieren. mehr...

GISA: Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/26 vorgelegt

[20.08.2026] GISA hat im Geschäftsjahr 2025/26 Umsatz und Betriebsergebnis auf neue Höchststände gesteigert. Besonders im öffentlichen Sektor prägten Cloud-Transformation, IT-Sicherheit und Künstliche Intelligenz die Digitalisierungsprojekte. mehr...

nextgov iT: E-Services von ITEBO übenommen

[13.08.2026] nextgov iT und ITEBO bündeln die Entwicklung ihrer kommunalen Portal- und Online-Lösungen. Das E-Services-Team von ITEBO wechselt zu nextgov iT. Künftig soll eine gemeinsame Plattformstrategie verfolgt werden. mehr...

In München kümmert sich jetzt eine eigene Hauptabteilung um die IT-Sicherheit.

München: CGI unterstützt bei der Verwaltungstransformation

[03.08.2026] Die Stadt München baut ihre digitalen Verwaltungsdienste mit Unterstützung von CGI weiter aus. Die Zusammenarbeit soll Prozesse effizienter machen und die technologische Souveränität der Stadtverwaltung stärken. mehr...

vier personen stehend_ekom21_nimmt Haiilo in Produktportfolio auf

ekom21: Haiilo ergänzt Portfolio

[29.07.2026] Mit Haiilo hat der IT-Dienstleister ekom21 sein Portfolio erweitert. Die zentrale Plattform für interne Kommunikation, Informationen und Wissensinhalte lässt sich nahtlos in bestehende Arbeitsumgebungen integrieren. mehr...

Viel Männer in hellen Hemden stehen in einem Glasgang, alle mit ITEBO-Bällen in der Hand.

Landkreis Vechta: 200. Mitglied der ITEBO Genossenschaft

[21.07.2026] Mit dem Landkreis Vechta zählt die ITEBO Genossenschaft nun 200 Mitglieder. Der Landkreis will über die Einkaufs- und Dienstleistungsgenossenschaft IT rechtssicher beschaffen und gemeinsame Lösungen für die Verwaltungsdigitalisierung nutzen. mehr...

Martin Schallbruch, CEO govdigital, beim Soft Opening des HIT in Berlin

govdigital: Haus der öffentlichen IT gestartet

[13.07.2026] Einen Raum für den Austausch und neue Perspektiven in der Zusammenarbeit öffentlicher IT-Dienstleister schafft seit Anfang Juli das Haus der öffentlichen IT in Berlin. mehr...

Handshake in Business-Umgebung im Gegenlicht

Rohde & Schwarz: Verwaltung und KRITIS stärker im Fokus

[30.06.2026] Der Technologiekonzern Rohde & Schwarz führt zwei seiner Tochterunternehmen zusammen. Durch den Zusammenschluss sollen Netzwerk- und Cyber-Sicherheitslösungen stärker auf Verwaltung, KRITIS und Verteidigung ausgerichtet werden. mehr...

Messestand von d.velop auf dem d.velop SUMMIt 2026

d.velop SUMMIT: Launch von d.velop AI

[23.06.2026] Das Unternehmen d.velop macht Künstliche Intelligenz zum elementaren Bestandteil seiner Content-Plattform. Der Launch erfolgte im Rahmen des diesjährigen d.velop SUMMIT in Düsseldorf. mehr...

Sicht von oben auf Geschäftsleute die an einem Tisch zu einem Meeting versammelt sind

AKDB: Preis für Good-Governance-Standards

[22.06.2026] Die AKDB hat für ihren Public Corporate Governance Kodex den von PricewaterhouseCoopers gestifteten „Preis für Good-Governance-Standards“ erhalten. Der Ansatz wurde als richtungsweisend gelobt, der deutschlandweit wie international als Vorbild dienen könne. mehr...

SQL Projekt/ brainocons: Vereinte Expertise

[22.06.2026] Mit ihrer Kooperation unterstreichen die Unternehmen SQL Projekt und brainocons die Bedeutung offener, vernetzter und KI-gestützter Plattformansätze für die nachhaltige Transformation der öffentlichen Verwaltung.
 mehr...

Handschüttel-Foto

Picture / ekom21: Zugang zur Prozessplattform

[18.06.2026] Hessische Kommunen können die PICTURE-Prozessplattform und begleitende Dienstleistungen ab sofort ohne eigene Vergabe und zu vergünstigten Konditionen beziehen. Dafür sorgt eine Vereinbarung zwischen Picture und ekom21. mehr...

Vertragsabschluss_AKDB_Prosoz_OTS_Vier Männer vor einem Gebäude

Unternehmen: Prosoz integriert OTS

[17.06.2026] Prosoz und die AKDB-Unternehmensgruppe haben ihren Zusammenschluss in den Bereichen Soziales, Jugend- und Bauwesen mit der Integration der OTS GmbH abgeschlossen. mehr...

Verschiedene Devices stehen nebeneinander auf einem edlen Schreibtscih, alle zeigen die Starpage von Materna Virual Solution.

Materna Virtual Solution: Geschärftes Profil

[15.06.2026] Materna Virtual Solution richtet sein Angebot noch stärker als bisher auf die Absicherung mobiler Arbeitswelten aus. Neu ist auch ein Webauftritt, der praxisnahe Informationen, Einsatzszenarien und Beratungsangebote bündelt und sich unter anderem an Fachentscheider der öffentlichen Hand richtet. mehr...

Porträtbild Matthias Kohlhardt

Dataport: Kohlhardt folgt auf Bizer

[11.06.2026] Der IT-Dienstleister Dataport hat ab dem neuen Jahr einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Die Nachfolge des langjährigen Vorsitzenden Johann Bizer tritt Matthias Kohlhardt an. mehr...