krzSchulen ins digitale Zeitalter begleiten

Overhead-Projektoren und Kreidetafeln reichen nicht aus: Um Schüler optimal auf das Berufsleben vorzubereiten, müssen Schulen Digitalisierungskonzepte neu erarbeiten.
(Bildquelle: lev dolgachov/Fotolia.com)
In den vergangenen Jahren haben sich moderne Kommunikationstechnologien rasant verbreitet. Die Schulen waren darauf kaum eingestellt und hinken in ihrer personellen und sachlichen Ausstattung der Entwicklung bis heute hinterher. Dies liegt vor allem an der mangelhaften Ausstattung und der fehlenden Breitband-Anbindung.
Wenn die Schulen den Kindern eine altersgerechte IT-Kompetenz vermitteln sollen, müssen die Schulträger für die entsprechenden sachlichen Bedingungen sorgen. Nach Schulgesetz sind sie verpflichtet, „die materiellen Voraussetzungen inklusive (…) einer am allgemeinen Stand der Technik und der Informationstechnologie orientierten Sachausstattung“ zur Verfügung zu stellen.
krz betreut 346 Schulen
Das Verbandsgebiet des Kommunalen Rechenzentrums Minden-Ravensberg/Lippe (krz) umfasst unter anderem 346 Schulen in den Kreisen Herford, Lippe und Minden-Lübbecke. Das krz fungiert als Dienstleister für alle Schulformen und bietet den Bildungseinrichtungen Analyse und Konzeption, Beschaffung und Entwicklung, Installation und Konfiguration, Einweisung und Schulung sowie Betrieb und Betreuung.
Der nordrhein-westfälische IT-Dienstleister unterstützt seine Verbandsmitglieder bei der Digitalisierung im Schulbereich in jeder Hinsicht, vom Medienkonzept bis hin zum Betrieb, von Baumaßnahmen bis hin zu Workflows. Der Service geht weit über die Produkte Schüler-Online, SchiLDzentral oder SchiLDweb für das Verwaltungsnetz hinaus. Traditionell beschafft das krz Hardware und Software und erreicht dabei erhebliche wirtschaftliche Vorteile für seine Verbandsmitglieder durch Synergien aus der Nutzung von Rahmenverträgen. Die Kommunen sind so von der aufwendigen Vergabe vor Ort entbunden.
Medienentwicklungskonzepte gemeinsam erstellen
Seit Anfang 2017 bietet der Lemgoer IT-Dienstleister auch die Erstellung von Medienentwicklungskonzepten an. Diese beinhalten die Planung von Neuanschaffungen, die Unterstützung bei Baumaßnahmen, die Auswahl von Netzwerklösungen, die Beschaffung von Hard- und Software sowie die Entwicklung von Workflows. Dabei sind die Schulen jederzeit in den Arbeitsprozess eingebunden.
In einem ersten kurzen Auftaktgespräch wird das krz vom Schulträger den Schulen bei einem gemeinsamen Termin als künftiger Dienstleister vorgestellt und das Vorhaben besprochen. Mithilfe von gemeinsam erarbeiteten Fragebögen macht sich der Dienstleister ein Bild vom Ist-Zustand an den Standorten, um eine Grundlage für die Erstellung des Konzepts zu erhalten. Auf dieser Grundlage führen die krz-Mitarbeiter vor Ort weitere Gespräche mit den Verantwortlichen der einzelnen Standorte zur pädagogische Ausrichtung (Pädagogisches Medienkonzept) sowie zu den Anforderungen an die IT-Infrastruktur und gehen dabei besonders auf die individuellen Bedarfe der einzelnen Standorte und die dortige Entwicklung der IT in den nächsten drei bis vier Jahren ein.
Sicherheit und Datenschutz wichtiger Faktor
In Folge erstellt das krz einen Medienentwicklungsplan mit geschätzten Kostenkalkulationen, der vom Schulträger und von den Schulen geprüft wird. Stimmen beide diesem Plan zu, kann er als IT-Konzept für die nächsten Jahre vorgelegt werden. Das krz wird in diesem Medienentwicklungsplan nach Absprache Empfehlungen zur weiteren Standardisierung der Schulnetzwerke machen, um für die Zukunft die Wartbarkeit und den Support zu verbessern.
Ein wichtiger Faktor bei der Digitalisierung der Bildungseinrichtungen ist das Thema Sicherheit und Datenschutz. Hier werden sensible Daten generiert und verwaltet – und die Privatsphäre von Kindern und Jugendlichen ist ganz besonders zu schützen. Als BSI-zertifiziertes Rechenzentrum hilft das krz dabei, Datenschutz und IT-Sicherheit im schulischen Umfeld zu professionalisieren. Das Fernziel ist eine zentrale Schul-IT, die gesichert im Rechenzentrum betrieben wird.
NRW unterstützt Schulen
Für die Schulträger ist der Moment für die Modernisierung optimal, denn das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) unterstützt die Kommunen seit diesem Jahr massiv bei ihrer Erneuerung. Das Förderprogramm Gute Schule 2020 in NRW stellt auf vier Haushaltsjahre verteilt Kreditkontingente in Höhe von insgesamt zwei Milliarden Euro zur Verfügung. Das Land übernimmt in Zusammenarbeit mit der NRW.Bank die Zins- und Tilgungsleistungen. Auf die Kommunen im krz-Verbandsgebiet entfallen von dieser Gesamtsumme knapp 92 Millionen Euro.
Grundsätzlich werden alle Investitionen zur Modernisierung finanziert. Dies umfasst Kosten in Zusammenhang mit der Inklusion, dem Klimaschutz, den Sportstätten sowie den Sanitäranlagen, aber eben auch der IT-Infrastruktur in Schulen und sogar konsumtive Maßnahmen werden gefördert.
Klassische Kreidetafeln ersetzen
Teilweise waren die Konzepte für die IT-Ausstattungen der Schulen mehr als zehn Jahre alt, stammten also aus einer Zeit, als es zum Beispiel noch kein Smartphone gab. So auch in der Gemeinde Hille im Kreis Minden-Lübbecke. Nun hat der Bildungsausschuss der 15.000-Einwohner-Kommune im Sommer das krz einstimmig mit der Erstellung eines IT-Konzepts beauftragt. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 5.100 Euro und werden im Haushalt 2018 bereitgestellt.
Ganz konkrete Modernisierungen fanden bereits andernorts statt. Im Laufe des Jahres unterstützten die Mitarbeiter des krz Schulen im Verbandsgebiet bei der Inbetriebnahme und Handhabung von großformatigen Multi-Touch Displays, welche langsam die klassische Kreidetafel ersetzen sollen.
Preußisch Oldendorf macht es vor
So wurden pünktlich zum Schulanfang zwölf Klassenzimmer der Sekundarschule in Preußisch Oldendorf mit Geräten der Firma Prowise ausgestattet (wir berichteten). „Die Displays sind kein Zusatz, sondern ein Ersatz für die vorherigen Kreidetafeln. So hält die Digitalisierung endlich Einzug in den Klassenzimmern“, erklärt Reinhard Schwettlick, IT-Verantwortlicher der Kommune, der die Beschaffung für die Schule koordinierte. Die Schulleitung hatte die Funktionen des Displays im Vorfeld anhand eines im krz installierten Geräts begutachten und testen können und entschied sich aufgrund der überzeugenden Qualitäten für das empfohlene Modell. Aber nicht nur die Schüler, auch das Lehrpersonal verspürt eine Arbeitserleichterung durch die Geräte. „Die Lehrer können Tafelbilder speichern, sie in der nächsten Unterrichtsstunde weiterbearbeiten und sie auch interaktiv mit der Klasse, über mobile Geräte der Schüler, erweitern.“
Für das Jahr 2018 sind in Preußisch Oldendorf bereits weitere Modernisierungen geplant, die den Schülern zu einer zeitgerechten Ausbildung verhelfen sollen. Denn Overhead-Projektoren und Kreidetafeln genügen nicht länger, um die Schüler auf das künftige Berufsleben in der digitalisierten Welt vorzubereiten.
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