Mittwoch, 7. Januar 2026

Smart City HannoverStart der Strategiephase

[28.04.2022] Als Modellprojekt Smart Cities wird Hannover zehn Handlungsfelder in den Blick nehmen. Zunächst wird aber in einer Strategiephase die Vision für die Stadt im Jahr 2035 erstellt. Die niedersächsische Landeshauptstadt will diese gemeinsam mit den Bürgern erarbeiten.
Stadtbaurat Thomas Vielhaber (l.) und Oberbürgermeister Belit Onay bei der Präsentation des Corporate Designs für Hannovers Smart-City-Konzept „Restart: #HANnovativ“.

Stadtbaurat Thomas Vielhaber (l.) und Oberbürgermeister Belit Onay bei der Präsentation des Corporate Designs für Hannovers Smart-City-Konzept „Restart: #HANnovativ“.

(Bildquelle: Landeshauptstadt Hannover)

Oberbürgermeister Belit Onay und Stadtbaurat Thomas Vielhaber haben jetzt das Corporate Design für Hannovers Smart-City-Konzept „Restart: #HANnovativ“ vorgestellt. Damit steigt die niedersächsische Landeshauptstadt laut eigenen Angaben in die einjährige Strategiephase als Smart-City-Modellprojekt ein (wir berichteten). Eine vierjährige Umsetzungsphase werde folgen. Rund 13,1 Millionen Euro Fördermittel stelle ihr dafür das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) als Fördergeber zur Verfügung.
Das Corporate Design bilde auch den Auftakt für die mit der Strategiephase einhergehende kommunikative und visuelle Begleitung. Entstehen soll schließlich eine Strategie, welche die Vision für die intelligente Stadt 2035 beschreibt. Zehn Handlungsfelder werden dazu in den Blick genommen: Data und Technologie, Gemeinwohl und Wirtschaft, Zuhause, Kultur, Mobilität und Identität, Lebensraum, Gesundheit, Vielfalt sowie Lernen und Demokratie. „Wir wollen partizipative Konzepte entwickeln, die zunächst ihren Fokus auf das Herz Hannovers legen – die Innenstadt“, erklärt Stadtbaurat Thomas Vielhaber. „Smart bedeutet auch: ausprobieren, mitmachen und auch mal neue Wege gehen. Gemeinsam mit den Einwohnerinnen, Einwohnern und anderen Interessierten wollen wir die besten Lösungen für Hannover finden.“

Mehrwert für die gesamte Innenstadt

Die geplanten Maßnahmen werden nach Angaben der Kommune unter anderem den Innenstadtdialog „HannoverMit(te)Gestalten“ räumlich und inhaltlich aufgreifen. Basis in vielen Bereichen seien außerdem digitale Infrastrukturen wie Sensoren, sichere Netzwerke und Datenspeicher, die aussagekräftige Daten liefern. Die wiederum müssen erfasst und ausgewertet werden. So entstehe die Grundlage, um beispielsweise Klimafolgeanpassungen umsetzen zu können. Sinnvoll verortete Schattenplätze oder ein intelligentes Regenwasser-Management lassen sich dann realisieren. Im Verbund mit dynamischer Flächenbewirtschaftung und klugen Logistiklösungen soll ein Mehrwert für die gesamte Innenstadt entstehen. Auch sollen bereits bestehende smarte Konzepte und Projekte wie die Verwaltungsstrategie zur Digitalisierung Hannovers, das 3D-Modell der Stadt als digitaler Zwilling, das Verkehrsmanagement-System HannoVerKehr oder die Initiativen „Urbane Logistik Hannover“ und „Lust auf Fahrrad“ zukunftsorientiert weiterentwickelt werden. Ziel sei unter anderem eine urbane Datenplattform als Basis für die digitale Stadtentwicklung.

Smart-City-Stabsstelle wird eingerichtet

Das gesamtstädtische Projekt soll unter Einbindung der gesamten Stadtverwaltung einen Schwerpunkt für die weitere Stadtentwicklung bilden, heißt es in der Pressemeldung Hannovers weiter. Dies werde in enger Kooperation mit dem Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters und in Ergänzung zur Verwaltungsdigitalisierung geschehen. Hannover will zu diesem Zweck eine eigene Smart-City-Stabsstelle aufbauen, die dem Dezernat für Bauen und Stadtentwicklung zugeordnet werde. Sie soll als zentrale Einheit Strategien entwickeln und Projekte betreuen und bündeln. Auch fungiere sie als Ansprechstelle innerhalb der Stadt.
Neben der Projektentwicklung und Umsetzung seien Kommunikation und Partizipation das Fundament des Hannoveraner Smart-City-Vorhabens. Die aktive Einbindung und der stetige Austausch mit den Bürgern, lokalen Stakeholdern, etablierten und innovativen Akteuren und Interessengruppen seien besonders wichtig, um die Bedürfnisse und Wünsche, aber auch Fehlentwicklungen oder Missstände zu berücksichtigen. Die Smart City sei kein alleiniges Verwaltungsprojekt, sondern basiere auf dem kooperativen Verständnis eigenständiger Akteure. Kooperationen mit verlässlichen und starken regionalen Stakeholdern sind nach Angaben der Stadt deshalb elementar für die Umsetzung smarter Konzepte in allen Handlungsfeldern.

Den hannoverschen Ansatz erlebbar machen

„Technologische Innovationen müssen einen sozialgerechten Zugang zur digitalen Welt und einen realen Mehrwert für die Stadtgesellschaft schaffen und dabei allen Einwohnerinnen, Einwohnern und Gästen der Stadt den hannoverschen Ansatz erlebbar machen“, fasst Oberbürgermeister Belit Onay die Bestrebungen der Landeshauptstadt zusammen. „Auf dem Weg zur Smart City muss bei allen technologischen Entwicklungen immer das Menschsein im Zentrum stehen. Ausgehend von der Innenstadt wollen wir Hannover mit smarten Lösungen zukunftsfest aufstellen und zentralen Herausforderungen wie dem Klimawandel und der Anpassung an dessen Folgen sowie der Stärkung von gesellschaftlicher Teilhabe begegnen.“





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