Dienstag, 13. Januar 2026

PfullingenUnterricht wird digital

[30.11.2021] Den Sprung von der Kreidetafel hin zum digitalen Komplettpaket plant die Stadt Pfullingen für ihre Schulen. Die Förderung über den DigitalPakt Schule reicht dafür nicht aus, weshalb die Kommune eigene Mittel in die Hand nehmen wird. Für die langfristige Finanzierung braucht es eine tragfähige Lösung mit dem Land Baden-Württemberg.

In Pfullingen sollen die Schulen künftig komplett digital unterrichten können. Die baden-württembergische Stadt will deshalb alle Klassen- und Fachräume mit WLAN sowie Netzwerkzugängen ausstatten und die dafür notwendige Server-Infrastruktur aufbauen. Auch seien höhenverstellbare Tische, Dokumentenkameras und digitale Präsentationsmedien wie Beamer, Monitore oder interaktive Tafeln vorgesehen. „Wir machen gewissermaßen den Sprung von der Kreidetafel direkt hin zum digitalen Komplettpaket“, sagt Angelika Bader, die bei der Stadtverwaltung für die Schulverwaltung zuständig ist. Möglich werden soll dies zum einen über die Fördermittel aus dem DigitalPakt Schule, den Bund und Länder im Jahr 2019 aufgelegt haben. Er stellt den sechs Pfullinger Schulen insgesamt über eine Million Euro in Aussicht, heißt es vonseiten der Stadtverwaltung. Da dieser Beitrag nicht ausreiche, müsse die Kommune zusätzlich eigene Mittel in die Hand nehmen. Dafür habe der Gemeinderat jetzt grünes Licht gegeben. Die genaue Summe werde sich in den Haushaltsberatungen Ende 2021 ergeben. Für die langfristige Finanzierung brauche es überdies eine tragfähige Lösung zwischen den Schulträgern und dem Land. „Wir als Schulträger können die Unterhaltung und Ersatzbeschaffung alleine nicht stemmen. Hierfür bedarf es geeigneter Finanzierungslösungen, mit der Anschubfinanzierung alleine ist es nicht getan“, sagt Bürgermeister Stefan Wörner. Der Digitalpakt zielt mit seinen Fördermitteln auf die digitale Umstellung des Präsenzunterrichts ab, beschränkt sich aber auch ausdrücklich auf diesen Präsenzaspekt, erklärt Wörner. Das habe in den Kommunen für Schwierigkeiten gesorgt. „Bedauerlicherweise mussten wir in den zurückliegenden Monaten die Umsetzung des DigitalPakts Schule unterbrechen, weil der die Förderung mobiler Maßnahmen explizit ausschließt.“ Die standen nach Angaben der Stadt während der Pandemie aber zunächst im Vordergrund: Die Organisation und Finanzierung des Fernunterrichts und später dann die Ausstattung schwer belüftbarer Schulräume mit Filteranlagen haben die Verantwortlichen in den vergangenen anderthalb Jahren in Beschlag gehalten. Nun soll die Umsetzung des Pakts wieder aufgenommen werden. Ende 2024 wird dieser auslaufen. Um die Mittel für die Pfullinger Schulen zu sichern, müssen die Anträge bald gestellt werden. Angelika Bader lässt deshalb Modellklassenzimmer in den Schulen einrichten, in denen beispielsweise digitale Präsentationswerkzeuge getestet werden. „Die Schulen können sich diese ansehen und dann die Optionen wählen, die sie für sich als am besten erachten“, sagt Bader. Dieses Vorgehen soll dafür sorgen, dass die neuen Möglichkeiten dann auch richtig angenommen und eingesetzt werden. Im Gemeinderat diskutiert wurde laut Stadtverwaltung außerdem die Beschaffung digitaler Endgeräte für alle Schülerinnen und Schüler. Denn für den Umstieg auf digitalen Unterricht sei hier eine flächendeckende Versorgung nötig, heiße es vonseiten der Schulleitungen. Die aktuell vorhandenen 525 Tablets, die die Stadt zu Beginn der Pandemie angeschafft hat (wir berichteten), würden nicht ausreichen. Da es dafür bislang keine Förderung gebe, müsste die Stadt die Kosten alleine decken. In der Diskussion stehe hier ein finanzieller Aufwand von rund einer Million Euro, aufgeteilt auf vier Jahre.



Stichwörter: Schul-IT, Pfullingen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Schul-IT
Kinerhand, die auf einem Tablet herumwischt, im Hintergrund sieht man eine klassische grüne Schultafel.

Bayern: Eine Schul-IT-Förderung – statt zwölf

[06.01.2026] Bayern stellt die Finanzierung der digitalen Ausstattung seiner Schulen auf ein neues Fundament: An die Stelle zahlreicher komplexer, befristeter Förderprogramme tritt ab 2027 eine gesetzliche Leistung, die als Pro-Schüler-Pauschale direkt an die Schulaufwandsträger ausgezahlt wird. Gefördert werden Digitalinfrastruktur, Endgeräte, Bildungsmedien sowie IT-Wartung. mehr...

Ki hält in den Schulen von zwölf Bundesländern Einzug. Eine Umfrage des eco zeigt indes große Skepsis in der Bevölkerung.

Digitale Schule: Einigung auf Digitalpakt 2.0

[05.01.2026] Bund und Länder investieren bis 2030 fünf Milliarden Euro in die digitale Modernisierung der Schulen. Darauf verständigte sich die Bildungsministerkonferenz. Neu ist die Vereinfachung der administrativen Prozesse – der Verwaltungsaufwand für Länder und kommunale Schulträger soll deutlich sinken. mehr...

Porträtaufnahme von Frank Schöneberg
bericht

Finanzierungsmodelle: Geliehene Schul-IT

[10.12.2025] Aufgrund der Investitionsrückstände in den Kommunen bleibt auch die Digitalisierung der Schulen oft Stückwerk. Frank Schöneberg, Vice President Sales Public & Healthcare bei CHG-Meridian, erklärt, wie Schulen der Finanzierung nach Kassenlage entkommen. mehr...

Eine Schülerin hält ein Smartphone in der Hand, im Hintergrund ist verschwommen ein Schulflur mit weiteren Schülerinnen und Schülern zu sehen.

Saarland: Mit telli KI verstehen lernen

[02.12.2025] Im Saarland können jetzt alle Schulen den auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Chatbot telli nutzen. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler erhalten damit einen datenschutzkonformen Zugang zu KI-gestützten Lernmitteln Die Lehrkräfte können den Bot unabhängig vom Kollegium einsetzen, sobald sie einen Zertifikatskurs absolviert haben. mehr...

Leerer Klassenraum, freundliche Atmosphäre, Blick über Stuhlreihen und Tische.

Wolters-Kluwer-Studie: KI in der Schulleitung

[18.11.2025] Der Wissens- und Informationsdienstleister Wolters Kluwer hat seine diesjährige Studie zur Digitalisierung im Schulleitungsalltag veröffentlicht. Demnach nutzen drei Viertel der Schulleitungen Künstliche Intelligenz für Alltagsaufgaben – schätzen ihre KI-Kompetenz aber eher zurückhaltend ein. mehr...

4 Personen stehen um Laptop - Einführung telli in SH

Schleswig-Holstein: Chatbot telli wird eingeführt

[17.11.2025] Das Land Schleswig-Holstein stellt den KI-Chatbot telli allen öffentlichen Schulen zur Verfügung. Erfahrungen aus 38 Pilotschulen des norddeutschen Bundeslandes sind in die Entwicklung des Tools eingeflossen. mehr...

Ein kleines Mädchen zeichnet etwas auf ein Smartboard in einem Klassenzimmer.

Markkleeberg: KISA als digitaler Hausmeister

[07.11.2025] Die Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen (KISA) hat Markkleeberg bei der Beschaffung und Installation von 48 digitalen Tafeln in städtischen Bildungseinrichtungen unterstützt. Nun übernimmt der Zweckverband auch die Betreuung der Geräte. mehr...

Hand, Arm und Oberkörper eines Schülers, der mit Laptop an einem Tisch sitzt, über der Hand schweben als Overlay Icons für die verschiedenen Schulfächer.

Brandenburg: KI-Werkzeugkasten für Schulen

[05.11.2025] Brandenburg führt als zweites Bundesland flächendeckend den KI-Chatbot telli an Schulen ein. Die gemeinsam von allen 16 Ländern entwickelte Open-Source-Lösung unterstützt Lehrkräfte und Lernende pädagogisch, ist datensparsam und wird ausschließlich auf EU-Servern betrieben. mehr...

Gruppe von Kindern mit virtueller Brille im Klassenzimmer mit kartengenerativer KI

Bitkom: Smart-School-Wettbewerb 2026 startet

[30.10.2025] Der Branchenverband Bitkom sucht auch 2026 nach Deutschlands digitalen Vorreiterschulen. Der Schwerpunkt des diesjährigen Smart-School-Wettbewerbs liegt auf digitaler Medienbildung, zudem wird anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Initiative ein Sonderpreis für Einzelprojekte rund um digitale Schule vergeben. mehr...

Ein humanoider Roboter steht inmitten eines Klassenzimmers, umgeben von Kindern.

Baden-Württemberg: Chatbot telli macht Schule

[20.10.2025] Mit telli steht in Baden-Württemberg nun ein speziell für den schulischen Einsatz entwickelter Chatbot zur Verfügung. Er unterstützt Lehrkräfte bei der Unterrichtsvorbereitung und Schülerinnen und Schüler im Schulalltag. Der digitale Assistent soll kontinuierlich verbessert und erweitert werden. mehr...

Pirna: Ticketsystem für Schulen gestartet

[15.10.2025] Der IT-Dienstleister KISA hat ein Ticketsystem speziell für Schulen und Verwaltungen entwickelt. In Pirna startet das KISA.ServiceCenter jetzt in den Regelbetrieb. mehr...

Fünf Personen stehen nebeneinander, eine davon hält ein LEGO Education SPIKE Set in den Händen.

Schwerin: Glasfaserausbau an Schulen abgeschlossen

[14.10.2025] In Schwerin sind nun sowohl die kommunalen als auch die freien Schulen mit gigabitfähigen Glasfaseranschlüssen von bis zu einem Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) ausgestattet. Der geförderte Glasfaserausbau ist an den Schweriner Bildungseinrichtungen somit abgeschlossen. mehr...

Junge Lehrerin am Laptop, Tafel im Hintergrund

Baden-Württemberg: openDesk für Lehrkräfte

[24.09.2025] Baden-Württemberg hat jetzt auf Basis der Software openDesk den Digitalen Arbeitsplatz für Lehrkräfte neu aufgesetzt. Da die gleichen Softwarekomponenten wie beim Vorgänger dPhoenix genutzt werden, müssen sich Lehrkräfte auf keine größeren Änderungen einstellen.
 mehr...

Kinerhand, die auf einem Tablet herumwischt, im Hintergrund sieht man eine klassische grüne Schultafel.

Berlin: Wie steht es um die digitale Schule?

[18.09.2025] Mit seiner Digitalisierungsstrategie „Schule in der digitalen Welt“ steuert der Berliner Senat die Weiterentwicklung des Schulwesens. Ein Umsetzungsbericht zeigt nun aktuelle Fortschritte bei zentralen Themenfeldern wie Infrastruktur, digitalen Portalen und Lehrerqualifizierung. mehr...

Schultüten vor grünem Hintergrund

OWL-IT: Schulbewerbung.de startet durch

[18.09.2025] In Nordrhein-Westfalen löste IT-Dienstleister OWL-IT zum Start des neuen Schuljahres das Angebot Schüler Online durch das neue Portal Schulbewerbung.de ab. Der diesjährige Anmeldeprozess sei damit sehr unkompliziert verlaufen. mehr...