Freitag, 23. Oktober 2026

eGovernment Monitor 2025Bereit für die volldigitale Verwaltung

[03.07.2025] Die Initiative D21 hat erste Ergebnisse ihres diesjährigen eGovernment Monitor veröffentlicht. Demnach stößt eine rein digitale Verwaltung mit Unterstützungsangeboten, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, bei den Bürgerinnen und Bürgern auf breite Zustimmung. Als Rahmenbedingungen sind einfache Sprache und menschliche Unterstützung besonders gefragt. 


Die Mehrheit der Deutschen kann sich vorstellen, Behördenangelegenheiten bis 2030 rein digital zu erledigen.

(Bildquelle: yurayaryna/123rf.com)

Papierformulare ausfüllen, anstehen, warten – 2030 könnte damit Schluss sein. Denn zwei von drei Deutschen können sich gut vorstellen, bis dahin sämtliche Behördenanliegen nur noch digital zu erledigen. Das zeigt eine Vorab-Auswertung des eGovernment Monitor 2025, welcher jährlich von der Initiative D21 und der Technischen Universität München herausgegeben wird (wir berichteten). Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Umfrage von über 8.000 Internetnutzenden, durchgeführt im April 2025.  

Die Kernfrage der diesjährigen Studie lautete dabei: Wie reagieren die Bürgerinnen und Bürger auf die Vorstellung, dass alle Verwaltungsleistungen bis zum Jahr 2030 ausschließlich digital verfügbar sind – ohne Papierformulare? Das Ergebnis: 34 Prozent begrüßen dies ausdrücklich, weitere 34 Prozent können sich das prinzipiell gut vorstellen, haben aber noch Fragen oder Bedenken. 20 Prozent sind zwar kritisch eingestellt, können es sich aber unter bestimmten Voraussetzungen vorstellen. Nur neun Prozent lehnen dies klar ab und bestehen auf analoge Angebote.  

Wie die Initiative D21 weiter mitteilt, zeigen sich – wenig überraschend – insbesondere junge Menschen offen für digitale Verwaltungsangebote: 40 Prozent der Befragten aus der Generation Z halten „Digital Only“ für selbstverständlich. Auf Ebene der Bundesländer zeigen sich vor allem die Einwohner der Stadtstaaten Berlin (41 Prozent), Bremen (40 Prozent) und Hamburg (38 Prozent) überdurchschnittlich offen für eine rein digitale Verwaltung.  

Digital Only heißt nicht Online Only 

„Wer noch skeptisch gegenüber Digital Only ist, möchte spürbare Vorteile und Unterstützungsleistungen, wenn die Verwaltung rein digital wird“, sagt Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21. „Und das ist auch möglich, denn Digital Only heißt nicht Online Only.“ So wünschen sich 47 Prozent der eher skeptischen Befragten, dass digitale Anträge den Vorteil einer schnelleren Bearbeitung mit sich bringen. Ebenso wichtig ist Unterstützung bei der digitalen Abwicklung: Telefonische Hilfe (42 Prozent), persönliche Anlaufstellen (40 Prozent) und einfache Sprache (39 Prozent) rangieren hier ganz oben. 

Auch ältere Menschen lehnen „Digital Only“ nicht grundsätzlich ab: Ihnen geht es vor allem um die Verständlichkeit der Angebote. So wünschen sich laut dem aktuellen eGovernment Monitor 44 Prozent der Generation bis 1945 (80 Jahre und älter) vereinfachte Texte, fast 40 Prozent würden telefonische Unterstützung nutzen.

„Die Ergebnisse zeigen: Die Menschen in Deutschland sind bereit für eine volldigitale Verwaltung – und das oft mehr, als manche glauben. Wenn wir die Vorteile der Digitalisierung wirklich nutzen wollen, muss die deutsche Verwaltung konsequent Digital Only werden. Das heißt: Verwaltungsprozesse werden intern wie extern vollständig digital, Papierformulare und analoge Doppelstrukturen gehören der Vergangenheit an“, kommentiert Bundesdigitalminister Karsten Wildberger. „Das bringt schnellere Verfahren, weniger Bürokratie, mehr Transparenz und spart Zeit und Kosten für alle. Für diejenigen, die darüber hinaus Unterstützung brauchen, schaffen wir gezielte Hilfsangebote – damit niemand abgehängt wird.“

„Digital Only hat auch den Vorteil, dass die Verwaltung dadurch den Druck hat, die digitalen Angebote so zu gestalten, dass auch weniger Affine sich dort zurechtfinden“, ergänzt Marc Reinhardt, Präsident der Initiative D21. „Digital Only“ dürfe jedoch nicht heißen: Kein Kontakt mehr. Vielmehr bedeute es bessere Services, mit digitalem Rückgrat und menschlicher Unterstützung.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Bürgerservice
interview

Interview: In allen Sprachen sprechen

[21.10.2026] In Ämtern treffen Mitarbeitende täglich auf Menschen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen. Das System Cotopat von TA Triumph-Adler soll die Verständigung erleichtern. TA-Produktmanager Daniel Krogmann erläutert die Lösung im Kommune21-Interview. mehr...

Advertorial: Barrierefreie Kommunikation

[19.10.2026] Mit dem Kommunikationssystem Cotopat erweitert TA Triumph-Adler sein Portfolio um eine KI-gestützte Lösung für die barrierefreie Verständigung. Die Technologie übersetzt gesprochene Sprache in Echtzeit und kann insbesondere in Behörden, Bildungseinrichtungen und Krankenhäusern zum Einsatz kommen. mehr...

Foto des Kassel Service Point im Kaufhaus Galeria

Kassel: Service Point wird digital

[16.10.2026] Die Stadt Kassel entwickelt ihren bisherigen Service Point in der Innenstadt zu einem digitalen Informationsangebot weiter. Ab 2027 sollen sich Bürgerinnen und Bürger am neuen Kassel Info Point selbstständig über städtische Dienstleistungen und Online-Services informieren können. mehr...

Blick von unten in eine Baumkrone

Baden-Baden: Baumfällung digital beantragen

[16.10.2026] Bäume stehen unter Schutz und dürfen im Stadtkreis Baden-Baden nicht einfach gefällt werden. Wer einen geschützten Baum aus wichtigem Grund entfernen möchte, muss dies vorher bei der Stadt beantragen. Das geht ab sofort bequem online. mehr...

Blick auf die Aachener Altstadt mit Dom

Aachen: Großprojekt Registermodernisierung gestartet

[08.10.2026] Die Stadt Aachen hat gemeinsam mit dem IT-Dienstleister regio iT die Registermodernisierung auf den Weg gebracht. Eine eigene Projektstruktur soll die Verwaltung auf den Datenaustausch nach dem Once-Only-Prinzip und die Anbindung an die europäische digitale Brieftasche vorbereiten. mehr...

Stilisierte Darstellung eines Chatbots mit Headset, verschwommen im Hintergrund ist eine Frau zu sehen, die den Bot antippt.

BundID: KI-gestützter Bürgerservice bewährt sich

[05.10.2026] Das Bundesdigitalministerium hat den Support für die BundID 2025 neu aufgestellt. Seit einem Jahr beantwortet dort die KI-Lösung EMMA AI Routinefragen und übergibt komplexere Fälle an den Servicedesk von Bechtle. Das soll Beschäftigte entlasten und Wartezeiten verkürzen. mehr...

Mehrere gedruckte Ausgaben des eGovernment Monitor 2026 liegen auf einem Tisch, oberstes Heft ist aufgeschlagen

eGovernment Monitor 2026: Digitale Verwaltung überzeugt bei der Nutzung

[29.09.2026] Wer digitale Verwaltungsangebote nutzt, ist damit überwiegend zufrieden. Dennoch erledigt dem aktuellen eGovernment Monitor zufolge die Hälfte der Befragten Behördenanliegen weiterhin vollständig offline. Die Studie sieht vor allem bei Auffindbarkeit, durchgängiger Digitalisierung und mobiler Nutzbarkeit Handlungsbedarf. mehr...

bericht

Besuchermanagement: Ungewissheiten beseitigen

[25.09.2026] Fortgeschrittene Aufrufsysteme schaffen mehr Transparenz über anfallende Wartezeiten und vermeiden so unnötigen Frust bei den Bürgerinnen und Bürgern. mehr...

Infobanner zu Onlinediensten am Aufzugturm des Rathauses in Rheydt.

Mönchengladbach: Vieles geht online

[25.09.2026] Die Stadt Mönchengladbach macht erneut auf ihre digitalen Verwaltungsangebote aufmerksam. Zahlreiche Anliegen lassen sich bereits über das Serviceportal erledigen. Kostenlose Schulungen sollen Bürgerinnen und Bürger außerdem bei der Nutzung von Online-Ausweisfunktion, AusweisApp und BundID unterstützen. mehr...

Paar auf einem Dünenwanderweg auf der Insel Amrum

Föhr-Amrum: Tourismusabgabe vollständig digital

[23.09.2026] Das Amt Föhr-Amrum hat die Tourismusabgabe vollständig digitalisiert. Rund 5.500 Abgabefälle können künftig medienbruchfrei online bearbeitet werden. Die gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein und dem Unternehmen Netcompany entwickelte Lösung soll ab 2027 auch anderen Kommunen zur Verfügung stehen. mehr...

Vergrößerte Ansicht von Handy mit Mannheim-Bot

Mannheim: Bot beantwortet Bürgerfragen

[18.09.2026] Die Stadt Mannheim erweitert ihr digitales Informationsangebot um einen Chatbot. Der Mannheim-Bot durchsucht die Inhalte der städtischen Website und soll Bürgerinnen und Bürgern schnell passende Antworten auf konkrete Fragen liefern. mehr...

Logo Sag's uns einfach

Sachsen-Anhalt: Mängel einfacher digital melden

[14.09.2026] Das Land Sachsen-Anhalt erleichtert seinen Kommunen den Zugang zu digitalem Anliegen- und Mängelmanagement. Die EfA-Lösung „Sag's uns einfach“ kann über mehrere Nachnutzungsplattformen bezogen werden. mehr...

Smart Country Convention: Lösungen für den Bürgerbesuch

[10.09.2026] Auf der Smart Country Convention präsentiert JCC Software Lösungen für Terminvereinbarung, Besuchersteuerung, Personalplanung und Zahlungsabwicklung. Kommunen sollen damit Bürgerbesuche durchgängig organisieren und ihre Beschäftigten bei der Bearbeitung entlasten können. mehr...

Blick über den belebten Augsburger Rathausplatz mit Außengastronomie auf das historische Rathaus und den Perlachturm vor blauem Himmel.
bericht

Augsburg: Vom Formular zum Service

[09.09.2026] Augsburg zählt mit rund 600 Online-Diensten und mehr als 2.100 einzelnen Verwaltungsleistungen zu den digital führenden Kommunen Deutschlands. Ausgehend von digitalen Formularen auf Basis von cit intelliForm ist dort ein integriertes Serviceangebot für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen entstanden. mehr...

Mann und Frau halten der Kamera ein Laptop entgegen, darauf Formular

Gütersloh: Bauanträge nur noch online

[04.09.2026] Gütersloh macht das Bauportal.NRW ab September zum alleinigen Einreichungsweg für Bauanträge. Auch die weitere Kommunikation im Genehmigungsverfahren erfolgt digital. Daneben erweitert die Stadt ihr Bürgerportal um Online-Anträge und Terminvereinbarungen des Jugendamts. mehr...