Montag, 24. August 2026

Kreis ViersenInnovative Ausländerbehörde

[12.08.2025] Kürzere Bearbeitungszeiten, eine höhere Servicequalität und mehr Bürgernähe sind das Ergebnis der digitalen Neuausrichtung der Ausländerbehörde im Kreis Viersen. Dazu tragen unter anderem standardisierte Prozesse, einheitliche Eingangskanäle, medienbruchfreie Onlineanträge und ein mehrsprachiger, KI-basierter Telefonassistent bei.
Vier Personen sitzen um einen Besprechungstisch versammelt und schauen eine Präsentation auf einem Whiteboard an.

Die mit der Ausländerbehörde gesammelten Erfahrungen will die Viersener Digitalisierungsabteilung in kommende Projekte einfließen lassen.

In der Mitte: Fabian Schmitz, Leiter der Abteilung Digitalisierung

(Bildquelle: Kreis Viersen)

Strategisch geplant, technisch innovativ und gemeinsam mit den Mitarbeitenden umgesetzt: Der Kreis Viersen zeigt nicht nur in seiner aktualisierten Digitalisierungsstrategie, wie moderne Verwaltung funktionieren kann. Mit der erfolgreichen Neuausrichtung der Ausländerbehörde stellt er dies auch praktisch unter Beweis.

Den Startschuss für die Neugestaltung gaben die Einführung der elektronischen Akte und die Digitalisierung der Eingangspost über die zentrale Scanstelle der nordrhein-westfälischen Kommune. Die Grundlage der E-Akte bilden 27.000 Ausländerakten, die digitalisiert und im Dokumentenmanagementsystem (DMS) bereitgestellt worden sind. „In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Anzahl der betreuten Ausländer um rund 30 Prozent erhöht, was den gestiegenen Bedarf an effizienten digitalen Lösungen verdeutlicht“, sagt Heidrun Steinwartz, Leiterin des Ordnungsamts beim Kreis Viersen. „Zudem sind die Antragszahlen, beispielsweise für Aufenthaltserlaubnisse, von durchschnittlich 2.300 pro Jahr vor 2022 auf mittlerweile etwa 5.500 gestiegen.“ Einen weiteren Schub hat das Projekt durch die Landesförderung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung (MHKBD) erfahren. Ein entscheidender Erfolgsfaktor war außerdem die aktive Mitgestaltung seitens der Mitarbeitenden.

Neuerungen, die ankommen

Auf dieser Grundlage konnten innerhalb von fünf Monaten zahlreiche praxisnahe Neuerungen in der Behörde umgesetzt werden. Dazu zählen medienbruchfreie Onlineanträge ebenso wie ein benutzerfreundlicher Internetauftritt, der eine einfache Orientierung zu häufig gestellten Fragen bietet. Letzterer wurde in den ersten vier Monaten bereits über 5.000 Mal aufgerufen. Hinzu kommt ein modernes Front-Office mit Clearing-Stelle, das die Nutzer gezielt unterstützt und ihnen beispielsweise QR-Codes zu weiterführenden Informationen bereitstellt. Auch ein mehrsprachiger KI-basierter Telefonassistent wird eingesetzt. Er übernimmt automatisiert tägliche Anfragen und spart damit viele Arbeitsstunden ein. Binnen 216 Stunden hat er insgesamt 4.742 Telefonate erfolgreich geführt.

Erfahrungsschatz für kommende Vorhaben

Durch den Fokus auf standardisierte Prozesse und einheitliche Eingangskanäle konnte die Ausländerbehörde die Bearbeitungszeit verkürzen sowie die Servicequalität und Bürgernähe erhöhen – auch im Vertretungsfall. Die Mitarbeitenden sind merklich entlastet und haben mehr Zeit für komplexe Sachverhalte. Gleichzeitig profitieren die Bürgerinnen und Bürger von besseren Informationen, kürzeren Wartezeiten und einem optimierten Service.

Der Kreis Viersen konnte im Zuge der bisherigen Digitalisierungsschritte wertvolle Erfahrungen sammeln, die nun gezielt in kommende Projekte einfließen. „Wir entwickeln aktuell ein zentrales Wissensmanagement für die Ausländerbehörde, das neue Prozesse und Standards nachhaltig sichert“, erklärt Fabian Schmitz, Leiter der Abteilung für Digitalisierung. „Mithilfe von KI und Chatbots sollen Mitarbeitende künftig interaktiv mit allgemeinen Inhalten im Intranet arbeiten und deutlich schneller auf relevantes Wissen zugreifen können. Perspektivisch denken wir auch darüber nach, wie sich solche Technologien weiterhin sinnvoll in die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern integrieren lassen.“

Niklas Hackler ist stellvertretender Abteilungsleiter Ausländerangelegenheiten.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Bürgerservice

Dinslaken: Digitales Serviceangebot erweitert

[21.08.2026] Die Stadt Dinslaken erweitert ihr digitales Serviceangebot um neue Online-Dienste im Bürgerbüro und in der Ausländerbehörde. Erstmals prüft dabei auch eine KI hochgeladene Unterlagen, während eine Dokumentenbox die Abholung von Aufenthaltstiteln vereinfacht. mehr...

Gemeinde Jork: App für Verwaltungsinformationen und digitale Dienste eingeführt

[19.08.2026] Die Gemeinde Jork bündelt Verwaltungsinformationen und digitale Dienste in einer eigenen Smartphone-App. Grundlage ist die NOLIS | CityApp, die Inhalte direkt aus dem bestehenden Content Management System übernimmt und so den Bürgerservice auf einem weiteren Kanal verfügbar macht. mehr...

Rathaus Schöneberg, Außenansicht im Sommer

Berlin: New Work im Bürgeramt

[11.08.2026] Berlin erprobt, wie Frontoffice, Backoffice und Ausbildung in einem Großraumbüro organisiert werden können. Das Pilotprojekt soll zugleich moderne Arbeitsformen testen und einen Gestaltungs- und Organisationsrahmen für weitere Bürgerämter entwickeln. mehr...

Rheinufer Düsseldorf mit Rheinturm

Studie: Diese Bürgerämter sind digital spitze

[06.08.2026] Auch in diesem Jahr hat die Gisma University of Applied Sciences untersucht, wie weit die Bürgerämter in den 20 größten deutschen Städten digitalisiert sind. Den Spitzenplatz konnte Düsseldorf erobern, gefolgt von München, Frankfurt, Berlin und Essen. mehr...

Stuttgart: Bürgerbüros setzen auf digitale Services

[04.08.2026] Die Bürgerbüros in Stuttgart wollen künftig Online-Services und die Online-Terminvergabe noch stärker in den Mittelpunkt rücken. mehr...

In Nordrhein-Westfalen soll der digitale Gang aufs Rathaus künftig zur Regel werden.

Leverkusen: Neue digitale Dienste

[03.08.2026] Leverkusen baut seinen digitalen Bürgerservice aus. Den neuen Online-Antrag auf Grundsicherung begleitet die Stadt mit gezielten Informationen für Betroffene und rechtliche Betreuende. Auch Feinstaubplakette und Fischereiabgabe lassen sich nun digital erledigen. mehr...

eine Reihe von Personen steht in einem Büro

Bad Berleburg: Entspannter Start für digitalen Bürgerservice

[30.07.2026] Die Einführung der neuen digitalen Lösungen für die Terminvereinbarung und die Besuchersteuerung wurde in der Stadt Bad Berleburg detailliert vorbereitet. Das machte sich bezahlt: Beim Go-Live im April dieses Jahres lief das neue System von Beginn an stabil. mehr...

Mann im Rollstuhl bedient ein Self-Service-System in einem Rathaus

Richtlinie: Interaktive Systeme barrierefrei gestalten

[29.07.2026] Eine aktuelle Richtlinie des Unternehmens Werkstation unterstützt unter anderem öffentliche Auftraggeber, Kommunen und Verkehrsbetriebe dabei, Kioskterminals, Informationsstelen und Self-Service-Systemen barrierefrei zu gestalten. mehr...

Eine Hand hält ein Smartphone aus dem rote Rechtsparagraphen fliegen

Lohmen: Einführung von digitaler Satzungsverwaltung

[29.07.2026] Die Gemeinde Lohmen digitalisiert als erste Kommune in Sachsen ihre Satzungsverwaltung mit einem zentralen System für kommunales Recht. Das Projekt soll Verwaltungsabläufe vereinfachen, Ortsrecht transparenter machen und neue Möglichkeiten für die digitale Bereitstellung kommunaler Vorschriften schaffen. mehr...

Die digitale Wohnsitzanmeldung erspart Bürgerinnen und Bürgern nach einem Umzug den Amtsbesuch – und entlastet die Bürgerämter. In Hessen startet jetzt der Roll-out.

Braunschweig: Wohnsitzanmeldung ab sofort digital

[23.07.2026] Braunschweig hat die elektronische Wohnsitzanmeldung freigeschaltet. Umzüge innerhalb der Stadt und Zuzüge lassen sich damit ohne Termin beim Amt erledigen. Die Authentifizierung erfolgt mit einem geeigneten Ausweis und der AusweisApp. mehr...

Screenshot Serviceportal Oldenburg

Oldenburg: Bürgerservice erweitert

[22.07.2026] Ihre digitalen Verwaltungsangebote baut die Stadt Oldenburg mit elektronischer Wohnsitzanmeldung und Meldebescheinigung weiter aus. Bei letzterer zählt Oldenburg zu den Vorreitern. mehr...

bericht

Springe / Burgwedel: Versprechen eingelöst

[17.07.2026] Die niedersächsischen Städte Burgwedel und Springe begreifen die Digitalisierung als kontinuierlichen Entwicklungsprozess. Das Ergebnis: Der Bürgerservice wird verbessert und die Verwaltungsabläufe werden beschleunigt. mehr...

Gruppenfoto mit vier Personen in einem kleinen Büro.

Gütersloh: Ohne Medienbrüche zum Schulbus-Ticket

[17.07.2026] Die Stadt Gütersloh hat für den Prozess von der Prüfung des Anspruchs auf ein Schülerticket bis hin zur Ticketbuchung ein durchgängig digitales Verfahren entwickelt. Die zugrunde liegende Datenbank enthält über 700.000 mögliche Routenberechnungen zwischen Wohnung und Schule. mehr...

Künftig soll es im Schweizer Kanton Zürich möglich sein

Potsdam: eWA-Potenziale noch nicht ausgeschöpft

[15.07.2026] Rund 2.000 Wohnsitzanmeldungen haben die Potsdamerinnen und Potsdamer innerhalb eines Jahres digital erledigt. Damit ist die Nutzung des Online-Dienstes hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Dennoch zieht die Stadt ein positives Zwischenfazit. mehr...

Person schaut auf Smartphone_Neuer Webauftritt_Jobcenter_münster

Münster: Jobcenter strukturiert Webauftritt neu

[15.07.2026] Die neu strukturierte Webseite des Jobcenters Münster bündelt Informationen, Online-Anträge und Services und will den Zugang zu den Angeboten erleichtern. mehr...