Smart City Award 2025Gemeinsam zur Smart City

Preisträger des Smart City Awards auf der Bühne der Smart Country Convention.
v.l.: Dr. Laura Dornheim, München; Dr. Philipp Lechleiter, Heidelberg; Tim Gerstenberger, Hannover; Ute König-Stemmler, Visa Europe; Sandra Baumholz, Stuttgart; Vertreterin aus Hamburg; Ilka Groenewold, Moderatorin
(Bildquelle: K21 media GmbH)
Preisträger des Smart City Awards auf der Bühne der Smart Country Convention.
v.l.: Dr. Laura Dornheim, München; Dr. Philipp Lechleiter, Heidelberg; Tim Gerstenberger, Hannover; Ute König-Stemmler, Visa Europe; Sandra Baumholz, Stuttgart; Vertreterin aus Hamburg; Ilka Groenewold, Moderatorin
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Die Verleihung des Smart City Awards gestern (30. September 2025) auf der Smart Country Convention war nicht nur ein feierlicher Moment für die ausgezeichneten Kommunen, sondern zugleich ein lebendiger Diskurs über den Stand der Digitalisierung in deutschen Städten. Auf dem Podium versammelten sich Laura Dornheim aus München (Platz 1), Sandra Baumholz aus Stuttgart (Platz 3), Philipp Lechleiter aus Heidelberg (beste Großstadt unter 200.000 Einwohner), Tim Gerstenberger aus Hannover (Aufsteiger des Jahres) sowie Ute König-Stemmler von Visa Europe. Sie sprachen über Strategien, Stolpersteine und die Rolle von Kultur und Teamgeist im digitalen Wandel. Bei der Podiumsdiskussion fehlte die Freie und Hansestadt Hamburg, die Platz 2 im Ranking belegte.
Hannover: Smarte Antworten auf den Klimawandel
Den Auftakt machte Tim Gerstenberger, Head of Smart City bei der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Er rückte das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt und beschrieb Hannovers Hitzewassermanagement als Schaufenster dafür, wie Daten und Technologien den öffentlichen Raum widerstandsfähiger und zugleich erlebbarer machen. Entscheidend sei, dass Digitalisierung nicht abstrakt bleibe, sondern spürbar dazu beitrage, die Stadt lebens- und liebenswert zu halten.
Ute König-Stemmler, Vice President Business Development bei Visa Europe, brachte die Außenperspektive der Wirtschaft ein und kommentierte die Ergebnisse des Smart City Index. Sie zeigte sich ermutigt, dass der Digitalisierungsgrad steigt, warnte aber vor großen Abständen zwischen Spitzenreitern und Schlusslichtern. Positiv sei der breite Durchbruch von E-Payment für Bürgerservices. Zugleich betonte sie, dass Platzierungen im Ranking nicht stabil seien und kontinuierliche Erneuerung nötig bleibe.
Stuttgart: Strategie, Daten und Teamarbeit
Stuttgart führte seinen Sprung aufs Podest auf konsequente Planung zurück. Sandra Baumholz, Leiterin der Stabsstelle Strategische Planung, digitale Transformation und Innovation schilderte, wie die Stadt Index-Ergebnisse systematisch in ein Dashboard überführt, Schwachstellen identifiziert und ressortübergreifend Maßnahmen eingefordert hat. Die enge Zusammenarbeit der Ämter und die Rückendeckung der Stadtspitze hätten geholfen, greifbare Verbesserungen zu erzielen. Für die kommenden Jahre kündigte sie Schwerpunkte bei digitalen Bürgerservices, Prozessarbeit und KI an. Zugleich machte sie keinen Hehl daraus, dass die finanzielle Lage angespannter geworden ist und die Bedeutung von Effizienzgewinnen zunimmt.
München: Titelverteidigerin mit Kulturfaktor
München verteidigte den ersten Platz. CDO und IT-Referentin Laura Dornheim zeigte sich stolz, blieb jedoch selbstkritisch und verwies auf Verbesserungsbedarf etwa beim Stadtportal. Im Fokus stehe eine sinnstiftende Nutzung von KI. Nicht die Finanzkraft sei ausschlaggebend, sondern eine Kultur, die Digitalisierung als Aufgabe mit Mehrwert versteht. Mit Geld ließen sich Technologien einkaufen, aber keine Haltung. Förderprojekte müssten verstetigt werden, damit aufgebautes Know-how nicht verpuffe (siehe auch Bericht über die Keynote von Dornheim).
Heidelberg: Agilität statt Masse
Philipp Lechleiter, Abteilungsleiter Digitale Stadt und stellvertretender Leiter des Amts für Digitales und Informationsverarbeitung bei der Stadt Heidelberg, beschrieb die Perspektive einer kleineren Großstadt. Kürzere Entscheidungswege und ein eingespieltes Team seien klare Vorteile. Gleichzeitig ringe man mit begrenzten Ressourcen und Indikatoren, die außerhalb der kommunalen Steuerung liegen, etwa beim Breitbandausbau. Heidelberg suche deshalb pragmatische Wege, zum Beispiel beim eigenständigen Glasfaseranschluss von Schulen. Sein Appell an Stadtspitzen lautete, den Smart-City-Teams den Rücken zu stärken, Erwartungen realistisch zu halten und Grundlagenarbeit bei Prozessen und Daten ernst zu nehmen. Nötig seien außerdem Bürokratieabbau und mehr Koordination über Ebenen hinweg.
Einigkeit herrschte, dass Förderprogramme wichtige Katalysatoren sind, aber Verstetigung brauchen. Wenn Stellen mit dem Ende der Förderung wegfielen, gehe nicht nur Geld, sondern auch Kompetenz verloren. Von der Wirtschaft wünschten sich die Kommunen Dialog auf Augenhöhe. Als Beispiel für spürbare Wirkung nannte Ute König-Stemmler die Social Card für Geflüchtete, die Abläufe vereinfacht und in Sozialämtern erhebliche Zeitgewinne freisetzt, wodurch wieder mehr Raum für Beratung entsteht.
Erwartungen an Politik und Wirtschaft
Zum Schluss richteten die Diskutierenden den Blick nach vorn. Laura Dornheim zeigte sich optimistisch, weil das Thema digitale Souveränität endlich breit und hochrangig diskutiert werde. Philipp Lechleiter verwies auf den Antrieb durch Lokalpatriotismus und die Innovationskraft, die auf der Messe sichtbar geworden sei. Tim Gerstenberger unterstrich, dass Digitalisierung kein linearer Verlauf sei, sondern ein Prozess mit Wellenbewegungen, der ohne motivierte Teams nicht gelingen könne. Sandra Baumholz hob den Teamgedanken hervor und die Möglichkeit, mit Sensorik, digitalen Zwillingen und Onlineleistungen konkreten Mehrwert für die Stadtgesellschaft zu schaffen. Ute König-Stemmler betonte, dass Akzeptanz dort entsteht, wo Bürgerinnen und Bürger einen direkten Nutzen spüren.
Positiver Trend
Die Diskussion machte deutlich, dass Smart City eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Erfolgsfaktoren sind klare Strategien, Mut zum Kulturwandel, verlässliche Ressourcen und Zusammenarbeit über Ressort- und Ebenengrenzen hinweg. Der Smart City Award 2025 zeigt einen insgesamt positiven Trend, auch wenn das Tempo stark variiert. Entscheidend wird sein, Wirkung zu messen, Erfolge zu verstetigen und die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.
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