InterviewDer Preis fürs Vorangehen

Olaf Kuch
(Bildquelle: Stadt Nürnberg)
Herr Kuch, woran merken die Nürnberger Bürgerinnen und Bürger, dass sie in einer Digitalstadt leben?
Ich hoffe, sie merken es im Umgang mit der Stadt Nürnberg. Für uns ist wichtig, möglichst viele Verwaltungsvorgänge komplett zu digitalisieren, ohne PDFs zum Ausdrucken. Hier sind wir auf einem sehr guten Weg. In Bereichen, wo rechtliche oder technische Hemmnisse bestehen, unterstützen wir den Vorgang, so gut es geht, elektronisch. Wo nötig, bauen wir um einen analogen Vorgang ein möglichst komfortables Umfeld mit elektronischen Hilfsmitteln.
Nürnberg belegt in vielen E-Government- und Smart-City-Rankings Spitzenplätze. Wie gelangt man an diese Position?
Mit Konsequenz. Unsere Stadt hat sich früh mit Digitalisierung beschäftigt, nicht erst seit dem Onlinezugangsgesetz (OZG). Es gab schon vor 25 Jahren ein E-Government-Büro. Ich kann mich daran erinnern, dass die Mitarbeiter damals mit riesigen Excel-Tabellen durch die Verwaltung liefen, um aufzulisten, was sich alles digitalisieren lässt. Die aufgebaute Expertise führt zu eigenen Standards. Wir schauen sehr genau, was wir digitalisieren wollen, ob es dafür kommerzielle Lösungen gibt oder ob wir eigene bauen. Anfangs gab es wenig auf dem Markt, inzwischen gucken wir uns auch bei den OZG- und EfA-Lösungen um.
„Digitalisierung hat bei uns keinen Showcharakter.“
Gibt es besondere organisatorische Strukturen in Nürnberg, welche die Digitalisierung begünstigen?
Unser Oberbürgermeister hat beim Amtsantritt 2020 die Digitalisierung zur Chefsache erklärt und ein eigenes Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation gegründet. Dort arbeiten sehr engagierte Leute. Wir sind eng vernetzt mit Augsburg und München und versuchen Dinge gemeinsam voranzubringen. Außerdem sind manche Dienststellen wie Reallabore, wo Massenverfahren gut digital funktionieren. Dort müssen wir keine Überzeugungsarbeit mehr leisten. Das zeigt sich aktuell besonders gut bei Robotik und KI. Erst ist da Misstrauen, und wenn es funktioniert, wollen es bitte alle sofort.
Wie weit ist Nürnberg bei der Digitalisierung im Verhältnis zum OZG?
Digitalisierung hat bei uns keinen Showcharakter. Wir wollen sie bürgerzentriert umsetzen, und was wir erreicht haben, geschah nicht wegen, sondern trotz des OZG. Natürlich ist das OZG ein Treiber, aber viele Dinge geschehen aus zeitlicher Verzweiflung – und das haben wir zum Glück nicht nötig. Vielmehr sind wir zum Teil Opfer unseres eigenen Pioniergeistes. Wir waren etwa die ersten mit einem Bürgerportal, aber irgendwann wird man nicht nur qualitativ überholt, sondern auch durch die Autorität des Gesetzgebers. Der ordnet ein zentrales Portal an, unabhängig davon, ob das besser oder schlechter ist. Das ist der Preis, den man zahlt, wenn man vorangeht.
• Lesen Sie auch den Beitrag zu Nürnberg im Rahmen der Serie Digitalstädte
Hamburg: Neue App informiert über Verkehrsstörungen
[30.10.2026] Mit der neuen App HH!mobil informiert Hamburg über Baustellen, Verkehrsstörungen und Großveranstaltungen. Nutzer können Meldungen nach ihren Interessen auswählen und bei kurzfristigen Beeinträchtigungen auch Push-Nachrichten erhalten. mehr...
Würzburg: Ankommen mit Integreat
[28.10.2026] Integreat ist eine gut etablierte digitale Integrationsplattform für Geflüchtete und Fachkräfte aus dem Ausland. Auch die Stadt Würzburg nutzt nun die Anwendung, um lokale Informationen mehrsprachig bereitzustellen. mehr...
Nürnberg: Gesundheitsamt setzt digitale Impulse
[28.10.2026] Mit dem Abschluss des Projekts DIGiN wurden in Nürnberg wichtige Grundlagen für ein modernes und zukunftsfähiges Gesundheitsamt geschaffen. Unter anderem wurde in den vergangenen drei Jahren eine digitale Terminvergabe mit integriertem Managementsystem eingeführt. mehr...
Essen: Wenn das Bürgeramt nach Hause kommt
[26.10.2026] Ein Antrag für ein Ausweisdokument muss nicht am Weg zur Behörde scheitern. Die Stadt Essen besucht stark mobilitätseingeschränkte Menschen zu Hause und in Pflegeeinrichtungen. Dort lassen sich Meldeangelegenheiten und andere Anträge erledigen – ohne zusätzliche Gebühren für den Vor-Ort-Service. mehr...
Interview: In allen Sprachen sprechen
[21.10.2026] In Ämtern treffen Mitarbeitende täglich auf Menschen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen. Das System Cotopat von TA Triumph-Adler soll die Verständigung erleichtern. TA-Produktmanager Daniel Krogmann erläutert die Lösung im Kommune21-Interview. mehr...
Advertorial: Barrierefreie Kommunikation
[19.10.2026] Mit dem Kommunikationssystem Cotopat erweitert TA Triumph-Adler sein Portfolio um eine KI-gestützte Lösung für die barrierefreie Verständigung. Die Technologie übersetzt gesprochene Sprache in Echtzeit und kann insbesondere in Behörden, Bildungseinrichtungen und Krankenhäusern zum Einsatz kommen. mehr...
Kassel: Service Point wird digital
[16.10.2026] Die Stadt Kassel entwickelt ihren bisherigen Service Point in der Innenstadt zu einem digitalen Informationsangebot weiter. Ab 2027 sollen sich Bürgerinnen und Bürger am neuen Kassel Info Point selbstständig über städtische Dienstleistungen und Online-Services informieren können. mehr...
Baden-Baden: Baumfällung digital beantragen
[16.10.2026] Bäume stehen unter Schutz und dürfen im Stadtkreis Baden-Baden nicht einfach gefällt werden. Wer einen geschützten Baum aus wichtigem Grund entfernen möchte, muss dies vorher bei der Stadt beantragen. Das geht ab sofort bequem online. mehr...
Aachen: Großprojekt Registermodernisierung gestartet
[08.10.2026] Die Stadt Aachen hat gemeinsam mit dem IT-Dienstleister regio iT die Registermodernisierung auf den Weg gebracht. Eine eigene Projektstruktur soll die Verwaltung auf den Datenaustausch nach dem Once-Only-Prinzip und die Anbindung an die europäische digitale Brieftasche vorbereiten. mehr...
BundID: KI-gestützter Bürgerservice bewährt sich
[05.10.2026] Das Bundesdigitalministerium hat den Support für die BundID 2025 neu aufgestellt. Seit einem Jahr beantwortet dort die KI-Lösung EMMA AI Routinefragen und übergibt komplexere Fälle an den Servicedesk von Bechtle. Das soll Beschäftigte entlasten und Wartezeiten verkürzen. mehr...
eGovernment Monitor 2026: Digitale Verwaltung überzeugt bei der Nutzung
[29.09.2026] Wer digitale Verwaltungsangebote nutzt, ist damit überwiegend zufrieden. Dennoch erledigt dem aktuellen eGovernment Monitor zufolge die Hälfte der Befragten Behördenanliegen weiterhin vollständig offline. Die Studie sieht vor allem bei Auffindbarkeit, durchgängiger Digitalisierung und mobiler Nutzbarkeit Handlungsbedarf. mehr...
Besuchermanagement: Ungewissheiten beseitigen
[25.09.2026] Fortgeschrittene Aufrufsysteme schaffen mehr Transparenz über anfallende Wartezeiten und vermeiden so unnötigen Frust bei den Bürgerinnen und Bürgern. mehr...
Mönchengladbach: Vieles geht online
[25.09.2026] Die Stadt Mönchengladbach macht erneut auf ihre digitalen Verwaltungsangebote aufmerksam. Zahlreiche Anliegen lassen sich bereits über das Serviceportal erledigen. Kostenlose Schulungen sollen Bürgerinnen und Bürger außerdem bei der Nutzung von Online-Ausweisfunktion, AusweisApp und BundID unterstützen. mehr...
Föhr-Amrum: Tourismusabgabe vollständig digital
[23.09.2026] Das Amt Föhr-Amrum hat die Tourismusabgabe vollständig digitalisiert. Rund 5.500 Abgabefälle können künftig medienbruchfrei online bearbeitet werden. Die gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein und dem Unternehmen Netcompany entwickelte Lösung soll ab 2027 auch anderen Kommunen zur Verfügung stehen. mehr...
Mannheim: Bot beantwortet Bürgerfragen
[18.09.2026] Die Stadt Mannheim erweitert ihr digitales Informationsangebot um einen Chatbot. Der Mannheim-Bot durchsucht die Inhalte der städtischen Website und soll Bürgerinnen und Bürgern schnell passende Antworten auf konkrete Fragen liefern. mehr...


















