Dienstag, 20. Oktober 2026

IngolstadtIT-Notfall erfolgreich geprobt

[20.10.2026] Die Stadt Ingolstadt hat gemeinsam mit dem bayerischen Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) ihre IT-Notfallvorsorge getestet. Die Übung kombinierte ein strategisches Krisenszenario mit einem technischen Praxistest unter realitätsnahen Bedingungen.

Altes Rathaus Ingolstadt: Die IT-Notfallstrukturen der oberbayerischen Stadt wurden einer Prüfung unterzogen.

(Bildquelle: DepositPhotos/milosk50)

Wie handlungsfähig bleibt eine Stadtverwaltung, wenn zentrale IT-Systeme ausfallen oder ein Cyber-Angriff den Verwaltungsbetrieb beeinträchtigt? Dieser Frage ist die Stadt Ingolstadt gemeinsam mit dem bayerischen Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) bei einer umfassenden IT-Notfallübung Ende September 2026 nachgegangen. Ziel war es, sowohl die organisatorischen Abläufe im Krisenfall als auch die technischen Reaktionsmöglichkeiten zu überprüfen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

Moderiertes Planspiel

Nach Angaben des LSI bestand die Übung aus zwei aufeinander abgestimmten Teilen: einem moderierten Planspiel, einem sogenannten Tabletop-Szenario, und einem technischen Praxistest. Im Planspiel mussten Führungskräfte und Verantwortliche verschiedener Organisationseinheiten unter Zeitdruck auf eine fiktive Krisensituation reagieren, Prioritäten setzen und Entscheidungen treffen. Im Mittelpunkt standen dabei die Aufrechterhaltung wesentlicher Verwaltungsleistungen, die interne und externe Kommunikation sowie die Koordination der beteiligten Stellen.

Parallel dazu wurden technische Prozesse und Reaktionsmaßnahmen unter möglichst realistischen Bedingungen erprobt. Um ein authentisches Lagebild zu erhalten, war der Kreis der vorab informierten Personen bewusst klein gehalten worden, so das LSI. Auf diese Weise konnten neben den technischen Abläufen auch die internen Informationswege und die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und IT-Fachkräften überprüft werden.

Kombination zweier Übungsformate

Die Kombination beider Übungsformate ermöglichte nach Angaben des LSI eine umfassende Bewertung der bestehenden IT-Notfallstrukturen. Dabei wurden funktionierende Abläufe bestätigt, aber auch konkrete Optimierungsmöglichkeiten bei Entscheidungswegen, Kommunikationsstrukturen und technischen Maßnahmen identifiziert. Die Erkenntnisse sollen in die weitere Notfallplanung der Stadt Ingolstadt einfließen.

„Digitale Handlungsfähigkeit zeigt sich insbesondere dann, wenn gewohnte Abläufe plötzlich nicht mehr funktionieren. Genau deshalb ist es entscheidend, nicht erst im Ernstfall festzustellen, welche Entscheidungen getroffen werden müssen und wie technische und organisatorische Maßnahmen ineinandergreifen“, erklärt LSI-Präsident Bernd Geisler. Die gemeinsame Übung habe verdeutlicht, welchen Mehrwert die Verbindung von strategischem Krisentraining und technischem Praxistest biete.

Schwachstellen frühzeitig erkennen

Das LSI unterstützt bayerische Kommunen im Rahmen seiner Kommunalberatung mit einem modularen Tabletop-Angebot bei der Verbesserung ihrer IT-Notfallvorsorge. Je nach Bedarf können die moderierten Planspiele um technische Übungselemente ergänzt werden. Damit sollen Kommunen Schwachstellen frühzeitig erkennen, ihre Notfallpläne überprüfen und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyber-Angriffen und schwerwiegenden IT-Störungen stärken.





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