Fraunhofer SITLeitfaden zur Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie

Der neue Leitfaden soll bei der Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie behilflich sein.
(Bildquelle: maximusnd/123rf)
Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT hat gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz einen Leitfaden für die Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie veröffentlicht. Wie das Fraunhofer SIT berichtet, richtet sich die Handreichung vor allem an Kommunen, Landesbehörden und andere Organisationen mit langfristig betriebenen IT-Systemen.
Quantencomputer könnten künftig viele heute eingesetzte Verschlüsselungsverfahren brechen. Damit geraten auch Daten in Gefahr, die Angreifer bereits heute verschlüsselt speichern und zu einem späteren Zeitpunkt entschlüsseln wollen. Behörden und Kommunen sollen deshalb frühzeitig prüfen, welche kryptografischen Verfahren sie einsetzen und wie sie diese auf quantensichere Alternativen umstellen können.
Leitfaden richtet sich auch an Laien
Der Leitfaden Post-Quanten-Kryptografie in Umsetzung beschreibt Post-Quanten-Kryptografie als Verfahren, die auch Angriffen leistungsfähiger Quantencomputer standhalten sollen. Er richtet sich ausdrücklich auch an Entscheiderinnen und Entscheider ohne vertieften technischen Hintergrund. Denn die Umstellung betrifft nach Darstellung der Autoren nicht allein die IT-Abteilungen, sondern auch Beschaffung, Softwarelandschaften und die langfristige Planung von Investitionen.
Ausgangspunkt für die Empfehlungen ist eine vollständige Bestandsaufnahme der eingesetzten IT-Systeme und kryptografischen Verfahren. Auf dieser Grundlage sollen Organisationen Risiken bewerten und priorisieren. Anschließend können sie bei Standardsystemen erste Migrationsschritte umsetzen. Neue IT-Beschaffungen sollten die Anforderungen an Quantensicherheit von Beginn an berücksichtigen.
Eine besondere Herausforderung sieht der Leitfaden bei kommunalen und behördlichen Spezialanwendungen. Für diese Software stehen teilweise noch keine quantensicheren Alternativen zur Verfügung. Als Übergangslösung beschreibt die Handreichung die Übertragung von Daten über einen quantensicheren Tunnel.
Leitfaden greift auch Vergaberecht auf
Auch das Vergaberecht greift der Leitfaden auf. Er schlägt ein Stufenmodell mit Kriterien für Beschaffungen vor, das Kommunen und Behörden bei der Auswahl neuer Systeme anwenden können. Damit sollen Anforderungen an die Post-Quanten-Kryptografie schrittweise in Ausschreibungen und Beschaffungsprozesse einfließen.
Der Leitfaden knüpft an einen im Juni 2025 veröffentlichten Umsetzungsfahrplan der Europäischen Union für den Übergang zur Post-Quanten-Kryptografie an. Er wurde vom Fraunhofer SIT gemeinsam mit dem Hessischen Innenministerium sowie Vertreterinnen und Vertretern hessischer Kommunen erarbeitet.
Für Kommunen ist das Thema besonders relevant, weil viele Fachverfahren und IT-Systeme über lange Zeiträume betrieben werden. Entscheidungen über Beschaffung und Architektur können daher schon heute darüber bestimmen, wie aufwendig eine spätere Umstellung auf quantensichere Kryptografie ausfällt.
Cyber-Sicherheit: KI ist Segen und Fluch
[06.08.2026] Für Verwaltungen ist KI Segen und Fluch zugleich. Einerseits soll sie den Fachkräftemangel kompensieren und Bürgerservices beschleunigen, andererseits wird sie für Cyber-Angriffe genutzt. Oft fehlt eine IT-Infrastruktur, die KI und Cyber-Abwehr verbindet. mehr...
Niedersachsen: IT-Sicherheitszentrum für Kommunen
[28.07.2026] Niedersachsen stärkt den Cyberschutz seiner Verwaltung mit zwei Bausteinen: Das Land investiert in Lizenzen für den KI-gestützten Schutzschirm Aegis und lässt von fünf kommunalen IT-Dienstleistern ein gemeinsames IT-Sicherheitszentrum aufbauen, das Kommunen unterstützen soll. mehr...
Leipzig: Cyber-Angriff auf IT-Dienstleister Lecos
[23.07.2026] Ein Cyber-Angriff auf den Leipziger IT-Dienstleister Lecos wurde frühzeitig erkannt und gestoppt. Die Stadt und Lecos selbst setzen auf transparente Kommunikation und teilten mit, dass lediglich dienstliche Kontakt- und technische Verzeichnisdaten abgeflossen seien. Die IT-forensischen Untersuchungen dauern an. mehr...
Bonn/Estland: Von den Besten lernen
[21.07.2026] Estland gilt europaweit als Vorreiter für digitale Innovation und Cyber-Sicherheit. Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis wollen die Zusammenarbeit mit dem baltischen Staat ausbauen und dabei insbesondere den geplanten Cyber Campus Region Bonn voranbringen. mehr...
ITEBO: Auch im Ernstfall arbeiten können
[16.07.2026] Um den Verwaltungsbetrieb auch im Krisenfall aufrechthalten zu können, sollten Kommunen einen vorbereiteten Notfallarbeitsplatz vorhalten. Eine solche Lösung bietet unter anderem ITEBO an. mehr...
Komm.ONE: Cyber-Sicherheit wird zur Daueraufgabe
[29.06.2026] Der IT-Dienstleister Komm.ONE warnt beim Cybersicherheitstag 2026 vor zunehmender Professionalisierung der Angreifer. Prävention, Zusammenarbeit und Künstliche Intelligenz gewinnen an Bedeutung. mehr...
CSBW: Neues Handbuch für IT-Notfälle
[23.06.2026] Für Verwaltungen bestehen jederzeit Risiken für Sicherheitsvorfälle und Datenschutzverletzungen – mit möglichen schweren Folgen. Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg unterstützt Land und Kommunen mit neuen Angeboten, ein belastbares Informationssicherheits-Managementsystem aufzubauen. mehr...
BSI/NExT: Drei Projekte für mehr Sicherheit
[22.06.2026] Den InfoSec Impact Award von BSI und NExT erhielten drei herausragende IT-Sicherheitslösungen aus dem Public Sector, die sich mit Software-Lieferketten, Cyber-Trainings und interkommunaler Zusammenarbeit befassen. Die Projekte werden als Best Practices veröffentlicht und der Fachöffentlichkeit vorgestellt. mehr...
Schleswig-Holstein: Maßnahmenpaket für Cyber-Sicherheit
[01.06.2026] Schleswig-Holstein baut die Cyber-Sicherheit für Land und Kommunen aus. Zum Schutzschirm gehören unter anderem ein erweitertes Schwachstellenmanagement, mobile IT für Krisenlagen und Vor-Ort-Supportteams. Digitale souveräne Arbeitsplätze und IT-Infrastruktur sichern Behörden weiter ab. mehr...
eGo-Saar: Erfolgreiche SaarSecurity Roadshow
[27.05.2026] In einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe haben der Zweckverband eGo-Saar und das saarländische Wirtschaftsministerium über NIS2, IT-Notfallmanagement und digitale Resilienz informiert. Bei den Kommunen stieß die SaarSecurity Roadshow 2026 auf großes Interesse. mehr...
Cyber-Sicherheit: Kommunen sind leichte Beute
[12.05.2026] Wie Städte und Kreise ihre IT trotz Fachkräftemangel wirksam vor Cyber-Kriminellen schützen können, erläutern im Interview Kira Groß-Bölting und Jan Leitzgen vom Computer Security Incident Response Team (CSIRT) des Unternehmens G DATA Advanced Analytics. mehr...
BSI: Frühwarnsystem für Cyber-Sicherheitsvorfälle
[30.03.2026] Angesichts der angespannten Cyber-Sicherheitslage stärkt das BSI die Reaktionsfähigkeit gegen IT-Sicherheitsvorfälle. Mit den öffentlichen IT-Dienstleistern von Ländern und Kommunen soll der Einsatz von Datensensorik ausgebaut werden – als Grundlage für Echtzeitanalysen und erster Schritt Richtung Cyberdome. mehr...
Salzlandkreis: IT digital resilient machen
[04.03.2026] Um die digitale Resilienz seiner Verwaltung nachhaltig zu erhöhen, setzt der Salzlandkreis auf eine umfassende Sicherheitsinitiative. Unterstützt wird die Kommune dabei von dem Unternehmen GISA. mehr...
CSBW: IT-Notfallübung für Krisenstäbe in Kommunen
[02.03.2026] Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) bietet Kommunen IT-Notfallübungen an. Unter realistischen Bedingungen werden Krisenstab, Krisenkommunikation und IT-Notfallhandbuch geübt, anschließend erhalten die Teilnehmenden einen individuellen Maßnahmenplan. Termine für 2026 sind ab sofort buchbar. mehr...




















