Samstag, 7. Februar 2026

KIVBF / ComparexVirtualisierungsplattform im Aufbau

[17.07.2012] An der Implementierung einer virtuellen Plattform arbeitet die Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken gemeinsam mit ihrem Partner Comparex. Über die Plattform können Kommunen künftig unter anderem Fachlösungen beziehen.
Trusted Cloud: Beispiel für das IaaS-Front-End.

Trusted Cloud: Beispiel für das IaaS-Front-End.

(Bildquelle: Comparex)

Cloud Computing ist derzeit eines der am meisten diskutierten Themen in der Informationstechnologie. Das Prinzip besteht darin, Ressourcen wie Rechenleistung, Speicherplatz oder Software einfach über das Internet zu buchen und zu nutzen. Bezahlt wird nur für die tatsächliche Nutzung – die Ressourcen müssen also nicht vollumfänglich eingekauft oder installiert werden. Aspekte wie Sicherheit, Datenschutz und Rechtskonformität liefern allerdings gute Gründe, im öffentlichen Dienst konsequent auf die so genannte Private Cloud zu setzen, denn die Qualität der Angebote aus der Wolke steht und fällt mit der Qualität und Sicherheit des Cloud-Betreibers.

Mehr Flexibilität, Mobilität und Dynamik

Eine mit herkömmlichen Mitteln betriebene Rechenzentrumsinfrastruktur ist teuer und muss zudem aufwändig administriert werden. Um zu gewährleisten, dass alle IT-Lösungen und Dienste, die eine Kommunalverwaltung zur Erledigung ihrer täglichen Aufgaben benötigt, auch in Zukunft kostengünstig und möglichst standardisiert, automatisiert und integriert zur Verfügung stehen, hat der IT-Dienstleister Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF) beschlossen, mithilfe einer Virtualisierungsplattform eine leistungsfähige technologische Infrastruktur zu schaffen, die konsequent die verfügbaren Virtualisierungstechnologien nutzt. Zudem soll das Buchen von Funktionen über ein Portal durchgängig automatisiert unterstützt werden.
Diese Form der Bereitstellung und Nutzung von IT-Dienstleistungen verspricht in erster Linie mehr Flexibilität, Mobilität und Dynamik. Die Vernetzung von Bürgern, Unternehmen und Verwaltung kommt voran, da unterschiedliche Zugangstechnologien wie PC, Laptop, Tablet oder Smartphone unterstützt werden. Als öffentlich-rechtlicher Anbieter für kommunale IT-Dienstleistungen in Baden-Württemberg steht die KIVBF dafür ein, dass alle Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz und Rechtskonformität wie bisher erfüllt werden.

Passgenaue Mischung

Für die EU-weite Ausschreibung über eine „Rahmenvereinbarung zur Lieferung und Implementierung einer Virtualisierungsplattform für das Kommunale Rechenzentrum Baden-Franken“ hat die KIVBF die technologische Infrastruktur beschrieben. Die Ausschreibung wurde Anfang Juli 2011 bekannt gemacht. Nach öffentlichem Teilnahmewettbewerb und drei Verhandlungsrunden erhielt die Firma Comparex Ende 2011 den Zuschlag. Das Angebot des IT-Dienstleisters überzeugte hinsichtlich Qualität, Preis und Konzeption sowie einer passgenauen Mischung von Hardware, Software und Dienstleistung.
Der Rahmenvertrag regelt die Konzeptionierung und Implementierung einer Community Cloud und umfasst im Wesentlichen Technologien der Firmen Cisco, Citrix und NetApp. Cisco liefert neben Netzwerk- und Security-Komponenten wie Switches und Firewalls auch die Server-Systeme. Hier wird die Server-Produktlinie UCS genutzt, die für den Einsatz in Rechenzentrums- und Cloud-Szenarien optimiert ist. Citrix steuert neben Produkten wie XenApp, XenDesktop und XenServer zur Virtualisierung von Applikationen, Desktops und Servern die Net-Scaler-Produkte zur optimierten Anbindung von Benutzern und Endgeräten bei. Weitere zentrale und wichtige Bestandteile sind die Produkte CloudPortal und CloudStack, die das Management der gesamten Plattform übernehmen. NetApp bringt seine leistungsfähigen Speichersysteme in die Virtualisierungslösung ein, welche der sicheren und flexiblen Verwaltung von großen und sensiblen Daten­volumina dienen.

Pilotkommunen Karlsruhe und Freiburg

Das ambitionierte und innovative Projekt wurde im Januar 2012 mit einer intensiven Architektur- und Feinplanungsphase begonnen. Parallel hierzu werden mit den Pilotstädten Karlsruhe und Freiburg Technologien aus der Cloud anhand eines Bürgerbüroarbeitsplatzes erprobt und vorbereitend auf den Weg gebracht, sodass kurzfristig konkrete Angebote dieser Art an interessierte Kunden folgen können. Der initiale Aufbau der Virtualisierungsplattform soll bis Mitte des Jahres 2012 abgeschlossen sein.
Die KIVBF wird ihre derzeit bestehenden Lösungen sukzessive in die Plattform überführen und darauf neue Lösungen und Fachanwendungen anbieten. Dazu gehören Fachlösungen für das Einwohnermeldewesen ebenso wie soziale Anwendungen, Dokumenten-Management-, Archiv- und E-Mail-Lösungen. Microsoft-Produkte wie Exchange und SharePoint werden kurzfristig folgen. Kunden können Microsoft-Lizenzen, welche für die Nutzung der Virtualisierungsplattform für die Arbeitsgeräte in der Verwaltung benötigt werden, ab sofort über den kommunalen IT-Dienstleister beziehen.

Technologische Vorreiterrolle

Das erste Angebot, welches über die Virtualisierungsplattform bereitgestellt wird, ist ab Jahresende 2012 Infrastructure as a Service (IaaS). Hiermit können virtuelle Server-Systeme und Plattenplatz bei der KIVBF automatisiert gebucht werden. Für Kunden und Endanwender bedeutet dies perspektivisch, dass sie unabhängig vom Endgerät, dem Arbeitsort und der Tageszeit auf alle Lösungen zugreifen können und sich dafür nur einmal anmelden müssen. Zusätzliche Funktionen können direkt bestellt oder hinzugebucht werden. Zudem zeichnet sich das Angebot durch eine hohe Verfügbarkeit und geringe Störungsanfälligkeit aus.
Die technologische Vorreiterrolle des Projekts von KIVBF und Comparex hat der Verband EuroCloud Deutschland_eco vor Kurzem mit einem EuroCloud Deutschland Award in der Kategorie „Best Case Study Public Administration“ gewürdigt.

Jürgen Heinrich ist bei der Kommunalen Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF) in der Stabsstelle Innovation tätig; Jörg Mecke ist Serviceline-Manager IT-Consulting und Area CTO Germany bei der Comparex AG, Leipzig.


Stichwörter: IT-Infrastruktur,


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