Sonntag, 19. Juli 2026

TelematikBitte folgen

[25.06.2014] Die Planung der optimalen Route für Müllabfuhr, Winter- oder Reinigungsdienst ist gar nicht so einfach. Unterstützung bietet entsprechende Software. Für eine höhere Effizienz der kommunalen Dienste sorgt etwa ein Navigationssystem mit FollowMe-Funktion.
FollowMe-Navigation erleichtert optimale Routenplanung.

FollowMe-Navigation erleichtert optimale Routenplanung.

(Bildquelle: infoware)

Mit der Bevölkerung wächst das Müllaufkommen und damit auch die Kosten für Fahrzeuge und Personal. Auch der Winterdienst kann für Kommunen schnell zum Kostenfresser werden. Der Spagat zwischen einer bestmöglichen Versorgung der Bevölkerung und der Notwendigkeit, Kosten zu sparen, ist nicht einfach. Es gilt, die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen. Intelligente Navigationstechnik hat gerade einen Entwicklungssprung gemacht, der Entsorgern dabei hilft. Aber was genau muss ein Telematik- und Navigationssystem leisten, um den Fahrern und der öffentlichen Verwaltung gerecht zu werden? Und was macht eine sinnvolle und effiziente Routenplanung so kompliziert?

Integriertes Know-how

Im Gegensatz zur einfachen Fahrt von A nach B sind bei der Routenplanung von Müllfahrzeugen diverse Kriterien zu berücksichtigen: So müssen einige Straßen, etwa solche mit einem begrünten Mittelstreifen, zweimal befahren werden, um die Tonnen beiderseitig leeren zu können. Dabei dürfen aber auch Richtungsprobleme, beispielsweise in einer Einbahnstraße, nicht außer Acht gelassen werden. Auf den ersten Blick ist die Lösung einfach: Man sieht sich alle möglichen Touren an und wählt die kürzeste aus. Dahinter steckt allerdings ein Rechenmodul, an dem Mathematiker seit Jahrzehnten tüfteln: Denn die Zahl der möglichen Routen wächst nicht exponentiell, sondern deutlich schneller.
In der Praxis ist das Problem einfacher lösbar, auch wenn hinter den Navigationssystemen eine ausgeklügelte Software-Entwicklung steckt. Die Anbieter infoware und c-trace beispielsweise haben gemeinsam eine Lösung umgesetzt, die es erlaubt, den Müllabfuhrprozess transparent und komfortabel abzubilden – mit allen Kartendaten und Navigationsfunktionen, die die Fahrer und Planer brauchen. c-trace stattet Fahrzeuge für die kommunale Müllabfuhr mit einem Telematiksystem und einem Ident-System aus, in dem das Navigations-Know-how von infoware integriert ist, und mit dem jede einzelne Leerung erfasst wird. „Die Integration von Kartendaten in unsere Systeme ist absolut entscheidend – ein Logistik- oder Entsorgungssystem ohne Geodaten ist nicht mehr denkbar“, erklärt Gerolf Wölfert, Bereichsleiter Vertrieb und Projekte bei c-trace.

Zuverlässiger dank FollowMe-Funktion

Im Falle der Müllfahrzeuge setzen Gemeinden zunehmend auch die FollowMe-Funktion ein. Etliche Kommunen testen diese Funktionalität derzeit – mit guten Erfahrungen. Die Lösung ermöglicht es, eine Route mit wenigen Mausklicks im Büro auf der Karte zu planen oder aber direkt beim Abfahren der Strecke aufzuzeichnen. Die so erzeugte Datei wird dann in eine Navigationslösung übertragen. Weil für Müllfahrzeuge oft Sonderregelungen im Straßenverkehr gelten, greifen die Kommunen bei der Erstellung der optimalen Route zudem gerne auf die Ortskenntnis von erfahrenen Fahrern zurück.
Lösungen wie jene von c-trace und infoware bieten zusätzlich die Möglichkeit, so genannte Events zu setzen, also Warnhinweise in Form von Markern auf der Navigationskarte, die von einer Text-to-Speech-Funktion vorgelesen werden und auf Besonderheiten am Weg hinweisen – egal, ob an einem bestimmten Punkt rückwärts in eine Straße gefahren werden muss oder ein Weg intensiver gestreut werden sollte. Eine als GPX-Datei aufgezeichnete Tour wird über eine Funkschnittstelle, über WLAN vor Ort oder manuell über einen Datenträger direkt ins Navigationsgerät übertragen. Die Lösung macht daraus navigierbare Informationen. Der Fahrer kann die Navigationsdatei in wenigen Sekunden laden und ihr über Sprachansage und Kartendarstellung folgen. Ein wichtiger Punkt für die öffentliche Hand: Im Bordrechner wird eine Protokolldatei aufgezeichnet. Die GPS-Informationen werden online übertragen und können auf dem PC ausgewertet oder archiviert werden. Machen die Umstände ein Abweichen von der Route nötig, müssen auch die Abweichung und die entsprechende Transferstrecke dokumentiert werden. Schließlich wollen die Tonnen trotz Umleitungen, Stau oder Unfall geleert werden. Eine zuverlässige Dokumentation der erledigten Arbeit ist daher unerlässlich. Statt nach Abschluss einer Tour den Fahrer unterschreiben zu lassen, dass er alles planmäßig abgefahren hat, wird die tatsächlich gefahrene Strecke erfasst und jede Abzweigung beschrieben.
In Deutschland sind jährlich etwa 80 Millionen Abfalltonnen einzusammeln und zu entsorgen – eine logistische Meisterleistung für Städte und Gemeinden. Eine FollowMe-Navigation ist hier ein hilfreiches Mittel. Deshalb gehen viele öffentliche Verwaltungen dazu über, mithilfe einer solchen Lösung die Einhaltung der behördlichen Vorschriften sicherzustellen. Gleichzeitig kann relativ unerfahrenen Fahrern damit das Leben leichter gemacht werden. Die Navigation leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Zuverlässigkeit von Müllabfuhr, Winter- oder Reinigungsdienst.

Thomas Schulte-Hillen ist geschäftsführender Gesellschafter der infoware GmbH, Bonn.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Mehrere Personen auf einem Gehweg, schauen auf ein Smartphone

Hamm: App ins Abenteuer Stadtgeschichte

[17.07.2026] App ins Abenteuer Stadtgeschichte: In der App „Heimat Hamm“ verschmelzen auf einem digitalen Stadtrundgang dank Augmented Reality (AR) Geschichte und Gegenwart. mehr...

Kampagnenmotiv von „125 Jahre Stuttgarter Amtsblatt“ in goldenem Design. Auf der rechten Seite sieht man Leseproben auf verschiedenen digitalen Endgeräten und der Printausgabe.

Stuttgart: Amtsblatt auch als E-Paper

[17.07.2026] Das Stuttgarter Amtsblatt informiert seit 125 Jahren über Kommunalpolitik, Verwaltung und Stadtleben. Nun erscheint das offizielle Bekanntmachungsorgan der Stadt auch als E-Paper mit Vorlesefunktion und Archiv. Die Printausgabe bleibt bestehen. mehr...

DLR-Drohne findet Menschen, die in Not geraten sind – hier im Übungsszenario


DLR: Neue Technik für den Katastrophenschutz

[16.07.2026] In einer groß angelegten Übung im Ahrtal haben 16 Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gezeigt, wie neue Technologien – etwa Drohnen oder robotische Systeme – die Prozesse im Katastrophenschutz stärken und verbessern können. mehr...

Eine Person arbeitet an einem Laptop. Über der Tastatur sind grafisch dargestellte digitale Benutzerprofile und Checklisten eingeblendet. Die Illustration symbolisiert die digitale Verwaltung von Nutzerdaten, Identitäten oder Registrierungsprozessen.

Kommune21 im Gespräch: Digitaler Wandel in Baden-Württemberg

[15.07.2026] Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Baden-Württemberg steht vor wichtigen Entscheidungen. Im Webinar „Kommune21 im Gespräch“ werden Roland Bernhard und William Schmitt am 21. Juli 2026 über die künftige Ausrichtung der Verwaltungsdigitalisierung, die Rolle von Komm.ONE und die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen diskutieren. mehr...

Weißer Kopfhörer auf grauer Schreibtischplatte, mit Laptop

Podcast: Verwaltungsdigitalisierung zum Zuhören

[15.07.2026] Ein neuer Podcast des KDO-Tochterunternehmens Public Experts will Verwaltungsdigitalisierung verständlich erklären. In der ersten Folge geht es um die Registermodernisierung – ein Thema mit weitreichenden Auswirkungen auf Verwaltung, Staat und Gesellschaft. mehr...

zwei Männer mit Preis_govdigital mit Top 100 ausgezeichnet

govdigital: Mit TOP 100-Award ausgezeichnet

[10.07.2026] Den TOP 100-Award hat jetzt govdigital erhalten. Die Genossenschaft überzeugte in der Größenklasse bis 50 Mitarbeitende insbesondere in der Kategorie Innovationserfolg sowie durch ihr Wachstum. mehr...

Drohne der Feuerwehr über Wiesbaden

Wiesbaden: Drohne unterstützt Feuerwehr

[09.07.2026] Die Feuerwehr Wiesbaden testet in einem Pilotprojekt eine automatisiert alarmierbare Drohne, die Luftbilder von Einsatzorten liefert. Die Rettungskräfte sollen damit frühzeitig wichtige Informationen erhalten, um Einsätze effizienter planen zu können. mehr...

Cover der Studie von MeisterTask

Umfrage: Bürgermeister möchten schneller digitalisieren

[08.07.2026] Eine Umfrage unter deutschen Bürgermeistern, welche die Firma MeisterTask in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt hat, zeigt: Die Digitalisierung bleibt für Städte und Gemeinden ein zentrales Zukunftsthema, kommt in vielen Rathäusern jedoch nur langsam voran. Vor allem regulatorische Vorgaben, Finanzierungsengpässe und fehlende personelle Ressourcen bremsen die Umsetzung. mehr...

sieben Männer stehen nebeneinander_ekom21 wird Mitglied des VOIS-Vereins

ekom21: Mitglied im VOIS-Verein

[08.07.2026] Als elftes Mitglied ist der hessische IT-Dienstleister ekom21 in den VOIS-Verein aufgenommen worden, dessen Mitglieder neue Lösungen entwickeln, mit denen die Effizienz der Verwaltungstätigkeit erhöht und Bürger direkt online einbezogen werden. mehr...

Kreis Soest: Gesundheitsamt kommuniziert digital

[03.07.2026] Das Gesundheitsamt im Kreis Soest etabliert das Verfahren KIM (Kommunikation im Medizinwesen). Gesundheitsbezogene Dokumente können somit auf elektronischem Wege mit Krankenhäusern, Arztpraxen, Apotheken und anderen Leistungserbringern ausgetauscht werden. mehr...

William-Schmitt_KOMM.One

govdigital: Aufsichtsratsvorsitz bestätigt

[02.07.2026] William Schmitt bleibt für weitere drei Jahre Aufsichtsratsvorsitzender von govdigital. Die bundesweite Genossenschaft öffentlicher IT-Dienstleister bestätigte damit den Komm.ONE-Chef in seiner Rolle, die er bereits seit 2023 ausübt. mehr...

Tochter und Mutter im Seniorenalter im Park mit Smartphone

Digitaltag-Studie: Nachholbedarf bei Digitalkompetenzen

[26.06.2026] Eine Studie im Vorfeld des diesjährigen Digitaltags am 26. Juni zeigt: Ein Drittel der befragten Bürgerinnen und Bürger hat Hemmungen, digitale Angebote – etwa von Banken, Onlineshops oder Behörden – zu nutzen. 
 mehr...

Drei weibliche Hände recken ein Mikrofon und verschiedene Print-Zeitungen hoch; gelber Hintergrund

NEGZ: Woher nehmen Fachleute ihr Digitalwissen?

[18.06.2026] Mit dem Thema Verwaltungsdigitalisierung befasst sich inzwischen eine ganze Reihe von Print- und Online-Publikationen sowie Podcasts. Das NEGZ will nun wissen, welche Medien von Fachleuten gelesen oder gehört werden. Die Umfrage ist in unter fünf Minuten zu schaffen. mehr...

Mülltonne mit einem aufgeklebten Strichcode-Etikett

Mannheim: Identsystem zur Müllentsorgung

[09.06.2026] Bei den Mannheimer Abfallentsorgern trifft analog auf digital: In einigen Stadtteilen wurden die Abfalltonnen mit Klebeetiketten und die Müllfahrzeuge mit Scannern ausgestattet. So ist eine leerungsbezogene, effiziente Abrechnung möglich. mehr...

Logo des Ko-Pionier-Preises, im Hintergrund violett eingefärbt menschliche Figuren und eine Baumkrone

Ko-Pionier-Preis 2026: Nachnutzen statt neu erfinden

[01.06.2026] Nicht nur Neuentwicklungen bringen die digitale Verwaltungstransformation voran, sondern auch die intelligente Nachnutzung bestehender Lösungen. Der Ko-Pionier-Preis zeichnet solche Vorhaben aus. Einreichungen sind noch bis zum 15. Juli 2026 möglich. mehr...