Samstag, 28. März 2026

De-MailDas Fundament steht

[30.10.2014] Die De-Mail ermöglicht Bürgern, Unternehmen und Verwaltung eine sichere elektronische Kommunikation, wartet seit ihrer Einführung vor rund zwei Jahren aber noch auf den Durchbruch. Den Weg für die weitere Entwicklung soll nun das E-Government-Gesetz ebnen.
Basis für digitale Prozesse ist geschaffen.

Basis für digitale Prozesse ist geschaffen.

(Bildquelle: PEAK Agentur für Kommunikation)

Das De-Mail-Gesetz ist seit Mai 2011 in Kraft. Wichtige Wegmarken seitdem waren der Start des E-Government-Gesetzes (EGovG) und der De-Mail City in Dresden. Damit ist der Weg frei für eine durchgängige, sichere elektronische Kommunikation zwischen Bürgern, Unternehmen und Behörden. „Dank De-Mail haben wir für unsere Bürger jetzt 24 Stunden geöffnet.“ So wirbt Dresdens Oberbürgermeisterin Helga Orosz für De-Mail in ihrer Stadt. Die Elbmetropole ist seit Ende Juni 2014 De-Mail City und damit die erste deutsche Stadt, in der Bürger, Verwaltung und Unternehmen sicher und nachweisbar über das Internet kommunizieren und Nachrichten austauschen. Das gilt nicht nur für bestimmte Verfahren, sondern für alle Dienstleistungen der Stadtverwaltung. Die Dresdner Bürger und Firmen können sich somit erstmals in Deutschland den Gang zur Behörde oder zum Briefkasten komplett sparen. Über eine zentrale Eingangsadresse sind alle Fachämter der Stadtverwaltung per De-Mail erreichbar. Bürger und Gewerbetreibende können somit alle städtischen Leistungsprozesse von A wie Abfall bis Z wie Zweitwohnungssteuer über De-Mail abwickeln. Die Dresdner Stadtverwaltung plant außerdem, Gewerbe- und Grundsteuerbescheide per De-Mail zu versenden.
Ziel ist es, Anliegen, die vertrauliche Daten der Bürger enthalten oder der Schriftform bedürfen, einfach und sicher elektronisch abwickeln zu können. Die Bürger versenden Anträge und andere offizielle Dokumente per De-Mail und die Mitarbeiter der Stadt Dresden bringen Bescheide nicht mehr per Briefpost auf den Weg. Ein Klick genügt und die Nachricht landet im De-Mail-Postfach. Das alles trägt zur Prozessoptimierung bei, spart Zeit und insbesondere den Behörden auch Geld für Druck, Papier und Porto.

Wegbereiter EGovG

Fundament und Motor dieser Entwicklung sind das De-Mail-, das E-Government- und das E-Justice-Gesetz. Für Kommunen besonders relevant ist das E-Government-Gesetz des Bundes. Es ist nach langen Diskussionen mit zum Teil sehr unterschiedlichen Interessenlagen der Beteiligten am 1. August 2013 in Kraft getreten. Damit es Anpassungen nicht nur punktuell regelt und die Umsetzung an Vorgaben aus Fachgesetzen oder Verordnungen scheitert, hat der Bundestag es als Artikelgesetz ausgelegt. Dies machte es möglich, eine Vielzahl weiterer Gesetze anzupassen und dortige Umsetzungshürden zu beseitigen. Des Weiteren gewährleistet das Artikelgesetz, dass für die Länder- und Kommunalebene eine einheitliche Grundsatz-Gesetzesvorlage zur entsprechenden Anpassung vorliegt.
Das EGovG ist somit der Wegbereiter für eine neue Art der Kommunikation und die weitere Digitalisierung der Verwaltungsarbeit. Es sorgt dafür, dass über die föderalen Ebenen hinweg, Bund, Länder und Kommunen einfache, nutzerfreundliche und effiziente elektronische Verwaltungsdienste anbieten können und medienbruchfreie Prozesse vom Antrag bis zur Archivierung schaffen. Das EGovG hebt De-Mail gegenüber allen anderen existierenden elektronischen Kommunikationsarten hervor. Auch Dokumente, die nur unterschrieben gültig sind, also dem Schriftformerfordernis unterliegen, können ohne zusätzliche qualifizierte Signatur per absenderbestätigter De-Mail rechtsgültig elektronisch versendet werden. Dabei gilt: Nicht nur der in einer De-Mail geschriebene Text, sondern auch alle angehängten Dokumente gelten als unterzeichnet. Somit können auch Bescheide, Anträge oder Verträge durch einfaches Anhängen an eine De-Mail formgerecht eingereicht werden. Nun sind die Bundesländer an der Reihe, das Bundesrecht in Landesrecht zu überführen und der De-Mail weiter den Weg zu ebnen. Vorgelegt hat hier das Land Sachsen: Am 18. Juni 2014 hat der Landtag das sächsische E-Government-Gesetz beschlossen, welches am 9. August in Kraft getreten ist. Damit ist der Freistaat das erste Bundesland, das die Vorgaben des Bundes umsetzt.

Das Henne-Ei-Problem

Trotz des nun vorliegenden gesetzlichen Fundaments bleibt aber Fakt: Die De-Mail leidet seit ihrer Einführung vor mehr als zwei Jahren unter dem Henne-Ei-Problem. Den Privatkunden fehlen bislang konkrete Anwendungsbereiche. Umgekehrt warten Verwaltungen und Unternehmen darauf, dass die Privatkunden sich für De-Mail entscheiden. In Dresden lösen Kommunen und Wirtschaft dieses Problem gemeinsam, erste Anwendungsbereiche sind gefunden. Die Deutsche Telekom hat im Rahmen einer Potenzialanalyse weitere Prozesse identifiziert, die sich künftig per De-Mail erledigen lassen und ein hohes Potenzial zur Prozessoptimierung bieten. Dazu gehört die Kommunikation zwischen Behörden, beispielsweise im Rahmen von Amtshilfeersuchen bei Vollstreckungsmaßnahmen. Ein anderes Beispiel ist die zwischenbehördliche Rechnungsstellung, etwa bei den Schülerkostenbeiträgen. Im Rahmen der Kommunikation zwischen Behörden und Bürgern sowie Firmen bieten sich insbesondere maschinell erstellte Bescheide für den Einsatz von De-Mail an. Dazu zählen etwa die Abfallgebühren. Aber auch Meldeauskünfte, BAföG- und Wohngeldanträge sowie Grundbesitz- oder Katasterbescheide lassen sich elektronisch statt mit der Briefpost auf den Weg bringen.

Durchgängig digitale Prozesse aufbauen

De-Mail allein greift jedoch zu kurz. Die Verwaltungen müssen intern durchgängig digitale Prozesse aufbauen. Für die Bundesbehörden ist dies auf den Weg gebracht, denn sie sind dazu verpflichtet, bis zum 1. Januar 2020 eine elektronische Akte einzurichten. Die Telekom-Tochter T-Systems bietet hier mit E-Akte Public eine Lösung an, die auf der weit verbreiteten SharePoint-Technologie von Microsoft basiert. Ein zentrales Leistungsmerkmal: Die elektronische Akte lässt sich über den integrierten De-Mail-Adapter mit dem De-Mail-System verbinden. So ist für eine durchgängige und rechtssichere Unterstützung der elektronischen Vorgangsbearbeitung gesorgt. Der Adapter überführt eingehende De-Mails in das Aktensystem und versendet sie direkt aus der Akte. Verschickte Nachrichten werden um ein Aktenzeichen ergänzt, sodass Folgekorrespondenz auto­matisch richtig registriert wird und manuelle Zuordnungen entfallen. Die Lösung weist zudem De-Mail-Bestätigungsnachrichten unmittelbar der richtigen Akte zu. So können Behörden auch den Zustellungsnachweis gemeinsam mit der verschickten Nachricht aufbewahren – ein Prozess, der bei der manuellen Bearbeitung aufwendig ist und hohe Kosten verursacht.

Helmut Backes ist Leiter Geschäftsentwicklung Public Sector & Healthcare bei T-Systems.


Stichwörter: Panorama, De-Mail, Dresden


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Eine junge Frau macht per Smartphone ein Foto vom Potsdamer Rathaus.
bericht

Serie Digitalstädte: Stadt mit Gründergeist

[23.03.2026] Am Anfang war Nixdorf. Heute ist die Stadt Paderborn ein Hotspot der ostwestfälischen IT-Wirtschaft mit starkem Mittelstand, ausgezeichneter Universität und ambitionierter Verwaltung. Ein Besuch. mehr...

Ein Mann und eine Frau recken ihre Handys der Kamera entgegen.

Erfurt: Hilfe per Knopfdruck

[17.03.2026] Für viele Menschen gehören Stadtfeste und Märkte zum urbanen Lebensgefühl. Um diese sicherer zu machen, hat die Stadt Erfurt nun mit dem Anbieter der Sicherheits-App SafeNow einen Rahmenvertrag unterzeichnet. mehr...

Dreieckiges Baustellenschild mit schaufelndem Männchen aus der Untersicht aufgenommen.

Nordrhein-Westfalen: Kommunen melden ihre Baustellen digital

[13.03.2026] Werden Baustellen an der öffentlichen Infrastruktur überregional erfasst, können Terminkollisionen und Potenziale zur Bündelung leichter erkannt werden. In Nordrhein-Westfalen sollen Kommunen nun gesetzlich zur Meldung in einem zentralen digitalen Portal verpflichtet werden. mehr...

Transparente, kubische Trophäen stehen aufgereiht auf einem grauen Podest.

OSBA: Innovative Open-Source-Lösungen gesucht

[06.03.2026] Zum zweiten Mal findet der bundesweite Wettbewerb für erfolgreiche Open-Source-Lösungen aus der öffentlichen Verwaltung statt. Behörden und öffentliche Stellen aller föderalen Ebenen können sich bis Ende Juni bewerben, die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Smart Country Convention. mehr...

Bremen: Verwaltung punktet mit Online-Services.

Bremen: Schub für die Verwaltungsdigitalisierung

[03.03.2026] Performa Nord, ein Verwaltungsdienstleister der Freien Hansestadt Bremen, erhält aus dem Investitionssofortprogramm des Landes rund vier Millionen Euro. 2026 und 2027 sollen Terminmanagement, Heil- und Dienstunfallfürsorge sowie die IT-Ausstattung der Einrichtung digitalisiert und modernisiert werden. mehr...

Holzklötze mit Icons: Buch, Hirn, Schachfigur

Praxisleitfaden: Wissen bewahren und nutzen

[19.02.2026] Speziell an die Führungsebene in der öffentlichen Verwaltung richtet sich eine Orientierungshilfe der Innovationsstiftung Bayerische Kommune. Der Leitfaden liefert praxisnahe Impulse, wie erfolgreiches Wissensmanagement in kleinen Schritten aufgebaut werden kann. mehr...

Rotweißer Leuchtturm hinter Sünden auf der Insel Amrum

Föhr-Amrum: Digitale Lösungen für die Zukunft der Inseln

[18.02.2026] Im Rahmen der Föhr-Amrumer Zukunftsimpulse hat das Amt Föhr-Amrum den Island Future Award initiiert. Ausgezeichnet werden Projekte, die Inseln und Küstenregionen durch praxistaugliche Digitalisierung konkret stärken. mehr...

Mehrere Personen halten bunte Zahnräder aneinander.

NExT-Netzwerk: Arbeit neu strukturiert

[17.02.2026] Mit einer neuen strategischen Struktur richtet der Verein NExT seine Arbeit zur Verwaltungstransformation neu aus: Künftig sollen Austausch, Analyse und politische Einordnung enger verzahnt werden. Ein Relaunch der Website macht diesen Anspruch auch nach außen sichtbar. mehr...

Detailaufnahme Bauplan mit Bleistift

Schleswig-Holstein: Unterstützung für kommunale Bauleitplanung

[05.02.2026] Schleswig-Holstein will Bauleitpläne künftig mit dem Standard XPlanung und einer zentralen Bereitstellungsplattform landeseinheitlich digital verfügbar machen. Das Land unterstützt Kommunen bei der Umwandlung bestehender Pläne. mehr...

Zeichnung von Händen, die je ein Puzzleteil in der Hand halten, die zusammengefügt werden. Daneben steht ÖFIT-Wegbereiter geschrieben.

ÖFIT-Wegbereiter-Reihe: Kompetenzaufbau in der Verwaltungspraxis

[30.01.2026] Als niedrigschwellige, anwendungsorientierte Lern- und Arbeitsinstrumente sollen die ÖFIT-Wegbereiter die interdisziplinäre Bearbeitung von Digitalisierungsprojekten in der öffentlichen Verwaltung unterstützen. Die Reihe umfasst derzeit vier Ausgaben unter anderem zu den Themen Low Code, generative Künstliche Intelligenz und Digitale Souveränität. mehr...

Junger Mann mit Kopfhörern in einer Büroumgebung, die untere Hälfte seines Gesichts von einem Monitor verdeckt.

Vitako: Die Verwaltung der Zukunft im Podcast

[16.01.2026] Orientierung schaffen, Debatten anstoßen und zeigen, wie öffentliche IT den digitalen Staat mitgestaltet – das will der neue Podcast von Vitako, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister. mehr...

KDO: IT-Wissen praxisnah vermittelt

[14.01.2026] Die KDO-Akademie vermittelt IT-Kompetenz: Im vergangenen Jahr wurden mehr als 200 Schulungen durchgeführt. Nun entwickelt sich das Angebot weiter. In verschiedenen Formaten wird neben Know-how zu konkreten IT-Lösungen auch Wissen zu übergreifenden Themen vermittelt. mehr...

Grafik, die den Ablauf des Kölner IT-Planungsprozesses erläutert.

Köln: Erster IT-Planungsprozess

[22.12.2025] Um die IT- und Digitalisierungsvorhaben der Verwaltung schneller bewerten und priorisieren zu können, hat Köln erstmals einen gesamtstädtischen IT-Planungsprozess umgesetzt. Er orientiert sich an Industriestandards für die IT-Planung in Unternehmen und sorgt für einen optimalen Ressourceneinsatz sowie eine nachhaltig gesteuerte digitale Transformation. mehr...

Vier Personen stellen das Aachener Baumkataster vor

Aachen: Straßenbäume exakt dokumentiert

[19.12.2025] In Aachen wurden in den vergangenen Jahren alle Stadtbäume mit Stamm- und Zustandsdaten in ein Kataster eingepflegt. Das soll der Stadtverwaltung künftig alle Prozesse rund um Baumkontrolle und -pflege erleichtern. mehr...

Cuxhaven: Schnell informiert im Notfall

[19.12.2025] Seit 2005 informiert die Stadt Cuxhaven ihre Bürgerinnen und Bürger über regionale Gefahrenlagen oder Schadensereignisse per App. Nun erhielt die mobile Anwendung ein umfassendes Update. mehr...