Donnerstag, 29. Januar 2026

WiesbadenDer digitale Führerscheinantrag

[03.05.2023] Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden pilotiert den digitalen Führerscheinantrag und -umtausch. Die Lösung konnte erfolgreich getestet werden, Probleme ergeben sich allerdings auf der Anwenderseite – nämlich dann, wenn die eID des Personalausweises genutzt werden muss.
Staatssekretäre

Staatssekretäre, Digitaldezernentin und Sachbearbeitende besprachen in Wiesbaden Erfolge und Herausforderungen beim digitalen Führerscheinumtausch und -antrag.

(Bildquelle: Stadt Wiesbaden)

Federführend für andere Länder verantwortet Hessen die Digitalisierung des Führerscheinantrags und -umtauschs. Der Praxistest wurde in Wiesbaden absolviert. Nun ist die Lösung nach Angaben der Landeshauptstadt bereit für den bundesweiten Roll-out. Vor Ort ein Bild über die Pilotierung haben sich die Staatssekretäre Markus Richter, Stefan Schnorr, Patrick Burghardt und Jens Deutschendorf gemacht. Empfangen wurden sie von Wiesbadens Digitaldezernentin Christiane Hinninger, die gemeinsam mit beteiligten Kolleginnen und Kollegen die digitale Lösung für den Umtausch und Antrag auf Ersterstellung präsentierte. Auch über Probleme bei der Umsetzung wurde gesprochen.
Die Digitalisierung der Führerscheinanträge soll bei den Antragstellenden ebenso wie bei den Sachbearbeitenden für große Entlastung sorgen – und das zur rechten Zeit. Denn unter anderem durch den seitens der Europäischen Union zur Pflicht gemachten Umtausch steigen die Antragszahlen deutlich. Waren es im Jahr 2020 noch 1.100 Umtauschanträge, habe sich die Zahl der Anträge im Jahr 2021 fast verdreifacht (3.181) und im Jahr 2022 gegenüber 2020 versechsfacht (6.493). Von den 2.470 seit Anfang des Jahres 2023 gestellten Anträgen wurden nach Angaben der Stadt Wiesbaden 207 online beantragt.

Stolperstein eID

Der Antrag auf erstmalige Erteilung einer Fahrerlaubnis kann seit April 2022 online gestellt werden. Von den 3.386 Neuanträgen im Jahr 2022 sind laut Wiesbaden aber nur 47 online gestellt worden. In den ersten drei Monaten des Jahres 2023 waren es dann immerhin 94 von 897 Anträgen. Hinderlich sei hier die Identifikation mit der eID, die in fast allen Online-Verfahren im Führerscheinbereich – außer beim Umtausch – notwendig ist. Denn die eID sei noch immer nicht hinreichend bekannt, viele Bürgerinnen und Bürger haben sie nicht aktiviert. Ist sie aktiviert, kann sie trotzdem nicht immer genutzt werden. Oft verwechseln die Bürgerinnen und Bürger beispielsweise die Transport-PIN mit der eigentlichen PIN und wissen nicht, wie sie eine PIN einrichten können. Auch gehen laut Wiesbaden viele davon aus, dass Verfahren, in denen die eID genutzt wird, nicht sicher sind. Weitere Hindernisse ergeben sich beispielsweise, wenn im Geburtsort ein ş steht. Der Antrag lässt sich dann im Internet nicht bearbeiten. Abgeändert werden können die Daten aber auch nicht, da sie direkt aus der eID ausgelesen werden und nicht zu bearbeiten sind.

Prinzipiell volldigital

Beim Online-Führerscheinantrag handelt es sich um eine volldigitale Lösung, heißt es in der Wiesbadener Meldung des Weiteren. Eine Schnittstelle ermögliche die direkte Einbindung der digitalen Anträge in das Fachverfahren. Durch die automatische Übertragung der Antragsdaten werde die Sachbearbeitung entlastet. Beim Führerscheinumtausch ist dennoch ein Gang zum Amt notwendig, da der alte Führerschein ungültig gemacht werden muss. Abhilfe könnte laut Wiesbaden die direkte Versendung des neuen Führerscheins durch die Bundesdruckerei leisten. Sobald der neue Führerschein vorliegt, würde der alte seine Gültigkeit verlieren. Dem stehe aber derzeit EU-Gesetz entgegen. Die Anbindung der Führerscheinanträge über Hessen hinaus verzögert sich wiederum aufgrund vertraglicher Fragen, heißt es aus der Landeshauptstadt.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Fachverfahren
Ein kleiner Junge hält ein Smartphone in der Hand, sein Gesicht ist bedeckt mit biometrischen Linien.

VG Polling: Biometric Go ergänzt PointID

[26.01.2026] In Polling können biometrische Passbilder direkt auf dem Amt erstellt werden. Die Verwaltungsgemeinschaft bietet dafür die PointID-Geräte der Bundesdruckerei an. Um Babys und Kleinkinder ablichten zu können, greift sie auf die mobile Fotolösung Biometric Go zurück. Beide Aufnahmegeräte überstellen die Bilder direkt ins Fachverfahren des Einwohnermeldeamts. mehr...

Kleinkinder spielen mit Bauklötzen.

AKDB: adebisKITA als Cloud-Version

[26.01.2026] Als Cloud-Version soll die Software adebisKITA noch besser bei der Verwaltung von Kindertagesstätten unterstützen. Eine intuitive Bedienbarkeit und zeitgemäße Visualisierung sollen dazu ebenso beitragen wie die grundlegend neu gedachten Prozesse in der webbasierten Version. mehr...

Eine Frau sitzt in einem Großraumbüro und arbeitet an einem Computer.
bericht

Düsseldorf: Terminagent erfüllt Wünsche

[23.01.2026] In Düsseldorf stand das Amt für Einwohnerwesen lange vor der Herausforderung, den Bürgerservice effizient und gleichzeitig bürgerfreundlich zu gestalten. Gelungen ist das der Stadt mithilfe eines Terminagenten. mehr...

Mehrere Personen stehen nebeneinander, zwei von ihnen bedienen einen Buzzer.

Kreis Steinfurt: Bauantrag ohne Papier

[14.01.2026] Das Bauportal Nordrhein-Westfalen ist um eine Kommunikationsplattform ergänzt worden, sodass auch der Austausch rund um einen Bauantrag digital abgewickelt werden kann. Als erster Landkreis startet Steinfurt mit dem voll digitalisierten Verfahren. mehr...

Tisch mit Konstruktionszeichnung, Tablet und gelbem Bauhelm, im Hintergrund ist eine Baustelle zu sehen.

Hamm: Schub für digitale Genehmigungen

[12.01.2026] Die Stadt Hamm bearbeitet Bau- und Immissionsschutzanträge künftig Ende-zu-Ende digital. Digitale Einreichungen werden vollständig elektronisch geprüft und beschieden. Mit gezielten Anreizen und Informationsangeboten will die Stadt den Wechsel von Papier- zu Digitalanträgen beschleunigen. mehr...

Eine Person mit Bauhelm hält ein Smartphone in der Hand auf dem die 3D_Darstellung eines Innenraums zu sehen ist.
bericht

Bremerhaven: Schulgebäude smart gebaut

[16.12.2025] Die Stadt Bremerhaven setzt beim Hochbauprojekt „Allianz 3 Schulen“ auf smarte Methoden wie Building Information Modeling, um Prozesse effizienter und präziser zu gestalten. Zudem kommt das innovative Verfahren der integrierten Projektallianz (IPA) zum Einsatz. mehr...

Karussell bei Nacht

Lösungen: Medienbruchfreie Marktorganisation

[16.12.2025] Die Anbieter cit, S-Public Services und LTE Consulting bündeln ihre Kompetenzen, um Kommunen eine vollständig digitale Lösung für die Organisation und Verwaltung von Märkten bereitzustellen. mehr...

Drei nebeneinander stehende Bilder zeigen einen Handwerker, der an ein Betriebsfahrzeug gelehnt steht, eine Landkarte, auf der die Gültigkeitsbereiche des HWPA zu sehen sind und ein Musterbeispiel der ausgedruckten Ausnahmegenehmigung.

Metropolregion Rhein-Neckar (MRN): Online zum Handwerkerparkausweis

[16.12.2025] In der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) können Handwerkerparkausweise nun medienbruchfrei über eine zentrale Onlineplattform beantragt werden. Ist der Ausweis genehmigt, können die Betriebe ihn selbst ausdrucken. mehr...

Eine Pflegekraft hält ein Tablettenblister für eine ältere Dame, die neben ihr sitzt, in den Händen.
bericht

Sozialwesen: Automatisierung entlastet

[12.12.2025] In der Sozialwirtschaft können automatisierte Prozesse den Abrechnungsaufwand drastisch reduzieren. Der Kreis Darmstadt-Dieburg konnte beispielsweise eine Entlastung von mehr als 90 Prozent im Fachamt erreichen. Voraussetzung ist die zielgerichtete Digitalisierung. mehr...

Magdeburg: Bauvorbescheid digital beantragen

[05.12.2025] Anträge für Bauvorhaben können in Magdeburg jetzt vollständig digital abgewickelt werden. Der datenschutzkonforme Onlineservice steht im digitalen Rathaus der Landeshauptstadt zur Verfügung. mehr...

Eine digital dargestellte Baustelle steht auf einem Tablet, das eine Person in der Hand hält, im Hintergrund ist ein Bauhelm zu sehen.
bericht

BIM: Einführung lohnt sich

[03.12.2025] Das Arbeiten mit digitalen Bauwerksmodellen spart Zeit, Geld und Ressourcen – wenn die Einführung von Building Information Modeling (BIM) strukturiert angegangen wird. Die Initiative BIMwerker bietet Kommunen Orientierung und zeigt, wie der Einstieg gelingt.  mehr...

Eine Person sitzt an einem Desktop-Rechner und arbeitet an einem Bauplan.

Wiesbaden: Onlinebauantrag im Regelbetrieb

[28.11.2025] Ab Dezember bietet die Wiesbadener Bauaufsicht sämtliche Baugenehmigungsverfahren volldigitalisiert an. Vom Ausfüllen des Formulars über den Upload aller Unterlagen bis hin zur Kommunikation mit der Behörde wird dann alles über das Bauportal Hessen (DigiBauG) abgewickelt. Das Verfahren wird damit schneller, effizienter, einfacher und transparenter. mehr...

Jach Russel Welpe liegt auf Schreibtisch während Frau am Laptop arbeitet

Nordrhein-Westfalen: pmHundManager im Einsatz

[28.11.2025] Die Lösung pmHundManager des Anbieters GovConnect kommt jetzt auch bei den ersten Kommunen in Nordrhein-Westfalen zum Einsatz. Dazu kooperiert GovConnect mit dem Zweckverband Kommunales Rechenzentrum Niederrhein (KRZN). mehr...

Blick über eine Reihe von Gräbern mit Trauerzug.
bericht

Friedhofswesen: Unkomplizierte Umstellung

[21.11.2025] Die Umstellung auf die Software HADES‑X brachte der St. Barbara Gottesackerstiftung Linz viele Erleichterungen im Arbeitsalltag. Für Mehrwerte sorgen etwa der digitale Friedhofsplan, Online-Bürgerdienste und Grab‑Informationen via QR‑Code. mehr...

winter Schnee Laub Herbst

AIDA ORGA: Von Baumkontrolle bis Winterdienst

[20.11.2025] Ab Herbst beginnt für Bauhöfe die arbeitsintensive Zeit. Sie müssen Bäume kontrollieren, Pflegemaßnahmen planen und Straßen für den Winter vorbereiten. Mit einer Baumkontroll-App und der digitalen Winterdienstdokumentation mit integrierter Zeiterfassung unterstützt Anbieter AIDA ORGA die Kommunen bei diesen Aufgaben. mehr...