Mittwoch, 10. Juni 2026

DüsseldorfE-Recruiting spart Zeit

[24.10.2016] Ein E-Recruiting-System ermöglicht in der Stadt Düsseldorf ein medienbruchfreies und effizientes Einstellungsmanagement. Das erhöht nicht nur den Komfort für die Bewerber, sondern bringt der Verwaltung auch eine Zeitersparnis von bis zu 50 Prozent.
Recruiting: Alle Vorgänge in einer Software erledigen.

Recruiting: Alle Vorgänge in einer Software erledigen.

(Bildquelle: rexx systems)

Für öffentliche Verwaltungen gibt es keine einheitlichen organisatorischen Vorgaben zur Durchführung von Einstellungsverfahren. Das Bewerber-Management ist daher noch immer überwiegend aufwendige Handarbeit. Um die Dauer der Verfahren zu verkürzen und den Aufwand zu reduzieren, nutzt die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf für die Recruiting-Prozesse der Ausbildungsberufe eine Lösung des Hamburger Unternehmens rexx systems: Diese deckt unterschiedlichste Berufsbilder ab und erlaubt eine medienbruchfreie Abbildung des Gesamtprozesses von der Ausschreibung über die Online-Bewerbung bis hin zur Auswahl.
„Bis zur Einführung der Software von rexx systems fand das Recruiting bei der Stadtverwaltung Düsseldorf analog statt“, erklärt Professor Andreas Meyer-Falcke, Beigeordneter für Personal und Gesundheit bei der Landeshauptstadt Düsseldorf. „Der Vorteil dieses Verfahrens lag darin, dass keine technische Abhängigkeit vorhanden war. Ein klarer Nachteil der Durchführung ohne digitale Unterstützung war allerdings die längere Dauer des Einstellungsprozesses und der viel höhere Aufwand für die Personalsachbearbeiter.“ Auch für die Bewerber kann eine solche Vorgehensweise umständlich sein. Die Verantwortlichen der Landeshauptstadt entschlossen sich daher, zukünftig ein E-Recruiting-System einzusetzen, das nicht nur die Effizienz der Prozesse erhöhen und die Verfahrensdauer reduzieren, sondern auch ein für die Bewerber möglichst komfortables und transparentes Verfahren schaffen sollte. „Die Anwenderseite sollte von einer einfachen Bedienung der Software und vom beschleunigten Recruiting-Prozess profitieren“, erläutert Professor Meyer-Falcke. „Die Lösung von rexx systems konnte diese sowie alle anderen Anforderungen, die wir an eine solche Software gestellt haben, erfüllen.“

Prozesse werden medienbruchfrei abgebildet

Unter anderem zeichnet sich die Recruiting-Software von rexx systems durch eine medienbruchfreie Abbildung der Gesamtprozesse und sehr gute Integrationsmöglichkeiten für eignungsdiagnostische Verfahren aus. „Uns war sehr wichtig, dass die Software mit einem Online-Testverfahren kombinierbar ist, sodass alle Verfahrensteile online ablaufen können“, so Meyer-Falcke. Eine weitere wesentliche Voraussetzung für den Einsatz einer E-Recruiting-Lösung im öffentlichen Dienst ist grundsätzlich eine große Flexibilität, damit verschiedene Profile und Prozesse umgesetzt werden können: „Von städtischen und Gemeindeverwaltungen über Feuerwehr, Polizei und Justiz bis hin zu Krankenhäusern und Kultureinrichtungen kann mit unserer Software eine sehr breite Palette an Berufsbildern abgebildet werden“, erläutert Bernd Michaelis-Hauswald, Head of Sales bei rexx systems. Generell haben Software-Lösungen für Behörden und Verwaltungen spezielle Anforderungen zu erfüllen: So liegt ein starker Fokus auf der Abbildung von Beteiligungsverfahren mit Beschäftigtenvertretern wie Personalrat, Gleichstellungsbeauftragten oder Schwerbehindertenvertretung.
Auch unterschiedliche Zuständigkeiten in den verschiedenen Behörden müssen durch ein differenziertes Rechte- und Rollenkonzept abbildbar sein, wobei hohe Datenschutzansprüche zu erfüllen sind: „Gibt es mehrere Mandanten, muss die Software sicherstellen, dass die Daten eines Kandidaten, der sich bei der Polizei bewirbt, nur für die zuständige Verwaltung zugänglich sind“, so Michaelis-Hauswald. „Aus diesem Grund lassen 96 Prozent unserer Kunden die Web-Applikationen über unser hochsicheres Rechenzentrum in Köln betreiben.“ Außerdem erfüllt die Anwendung hohe Anforderungen an die Barrierefreiheit gemäß BITV 2.0: Sie wurde so angepasst und konfiguriert, dass sie von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungsgraden genutzt werden kann. Unter anderem wurden spezielle Einstellungsmerkmale in die Software aufgenommen – beispielsweise können für Personen mit Sehbehinderung die Kontraste geändert werden.

Massenverfahren problemlos bewältigen

Das E-Recruiting-System deckt alle Vorgänge von Ausschreibung und Bewerbungseingang über Screening und Ranking bis hin zu Auswahl und Vertragsübermittlung ab. Auch Stellenbesetzungsanträge lassen sich dort erstellen. Die Bewältigung von Massenverfahren, vor allem Korrespondenzen, ist somit ohne Probleme möglich. Die Software verfügt zudem über viele weitere Features, die den Aufwand für den Benutzer reduzieren: So kann beispielsweise für jedes Berufsprofil ein eigenes Bewerberformular generiert werden. Außerdem gibt es im Stammsatz der Applikation die Möglichkeit, Anlagen aus E-Mail-oder Online-Bewerbungen in die Stammdaten zu übernehmen, wodurch die Kandidaten ihren Datensatz im Stellenprofil quasi selbst eingeben können und dieser nicht mehr von einem Verwaltungsmitarbeiter angelegt werden muss.
Bis zu 30 Bewerberakten können auf dem Monitor nebeneinander gelegt und direkt verglichen sowie die Entfernung vom Wohn- zum potenziellen Einsatzort eines Kandidaten angezeigt werden. Auch das Erstellen automatischer Reminder oder Kontakte zu frei definierten Personengruppen ist möglich. „Durch diese Digitalisierung kann im öffentlichen Dienst in der Regel eine Zeiteinsparung von 30 bis 50 Prozent erzielt werden“, sagt Bernd Michaelis-Hauswald. „Die geringeren Prozesszeiten wirken sich auch positiv auf die Kandidatenauswahl aus. Schließlich sind die besten Bewerber meist nur kurz auf dem Markt.“

Bewerberfreundlich und aufwandsmindernd

In Düsseldorf beginnt seit Einführung der Lösung von rexx systems jeder Recruiting-Vorgang mit einer Online-Bewerbung über das Karriereportal der Kommune. Nach Prüfung durch die zuständige Sachbearbeitung wird der Bewerber zu einem Online-Test eingeladen, der bequem von zu Hause aus durchgeführt werden kann. Sofern dieser positiv verläuft, erfolgt eine weitere Einladung zum so genannten Präsenztest, der ebenfalls online aber in den Räumlichkeiten der Landeshauptstadt stattfindet. Die Ergebnisse der Tests werden sofort über die Recruiting-Software in der jeweiligen digitalen Bewerberakte abgebildet. Im Anschluss werden die Bewerber zum persönlichen Auswahlgespräch eingeladen. Für beide Recruiting-Schritte vor Ort – Präsenztest und persönliches Auswahlgespräch – werden die Termine online zur selbstständigen Buchung zur Verfügung gestellt.
„Für uns hat sich die Möglichkeit, den Bewerbern an verschiedenen Stellen des Auswahlprozesses online unterschiedliche Termine anzubieten, als besonders bewerberfreundlich und aufwandsmindernd erwiesen“, erklärt Professor Meyer-Falcke. „Aus den vorgeschlagenen Terminen können die Bewerber einen Wunschtermin wählen und ihren Auswahlprozess dadurch eigenständig koordinieren. Sie nehmen die Landeshauptstadt Düsseldorf dadurch als flexible und moderne Arbeitgeberin wahr.“ Generell findet die Kommunikation mit den Kandidaten während des gesamten Verfahrens online statt und kann von diesen jederzeit im geschützten persönlichen Bereich des Karriereportals eingesehen werden.
Die Landeshauptstadt Düsseldorf nutzt die Software von rexx systems bereits seit dem Jahr 2009 und hat die Anwendung nach der Pilotphase sukzessive ausgeweitet. Seit dem Jahr 2015 werden die Recruiting-Prozesse aller Ausbildungsberufe über die Software abgewickelt. Insgesamt werden dadurch pro Bewerbungsprozess rund 9.000 Bewerbungen für über 30 verschiedene Ausbildungsberufe bearbeitet.

Iris Gehard ist Fachjournalistin in München.




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Personalwesen
bericht

Personalabrechnung: Belastbare Strukturen

[29.05.2026] Steigende Komplexität und Fachkräftemangel setzen die Personalabrechnung in der öffentlichen Verwaltung zunehmend unter Druck. Die Auslagerung wird daher zu einem strategischen Instrument, um Risiken zu reduzieren und weiterhin handlungsfähig zu bleiben. mehr...

Blick in ein Büro in der Landeshauptstadt Stuttgart

Stuttgart: New Work ist kein Projekt

[26.05.2026] Stuttgart schafft mit goodwork@LHS die Rahmenbedingungen für neue Arbeitswelten in der Verwaltung. Kultur, Führung und Zusammenarbeit werden dabei mit einer verantwortungsvollen Flächen- und Ressourcenstrategie verbunden. mehr...

Taschenrechner und Gehaltsabrechung

Komm.ONE/VWA Baden: Kompetenzoffensive für die Entgeltabrechnung

[12.05.2026] Eine Kompetenzoffensive für die kommunale Entgeltabrechnung starten der IT-Dienstleister Komm.ONE und die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Baden (VWA Baden). Ein neuer gemeinsamer Lehrgang vermittelt aktuelle Rechtsgrundlagen und Praxiswissen. mehr...

eine Hand stellt einen Baustein, auf dem AI steht, hinter eine Reihe von Bausteinen, auf denen stilisiert weibliche und männliche Personen zu sehen sind

Personalwesen: KI als strategischer Hebel

[07.05.2026] Künstliche Intelligenz kann im Personalwesen als strategischer Hebel zur Neugestaltung von Prozessen, Entscheidungen und Interaktionen genutzt werden. Noch haben Organisationen aber nur begrenzten Einblick in die volle Bandbreite der möglichen Potenziale. mehr...

zwei weibliche Mitarbeitende mit Kaffeebechern in der Hand unterhalten sich während sie den Büroflur entlanglaufen
bericht

Mitarbeitendengespräch: Zukunftsdialog statt Pflichtübung

[24.04.2026] Das Instrument des Mitarbeitendengesprächs muss neu gedacht werden, um die Potenziale für Personalbindung oder Produktivität besser zu nutzen. Es gilt, den Fokus auf Zusammenarbeit und Entwicklung statt die reine Leistungsbewertung zu legen. mehr...

Landratsamt Kelheim Luftbild

Kelheim: Personalverwaltung neu gedacht

[20.04.2026] Als Pilotverwaltung hat sich der Kreis Kelheim aktiv in die Entwicklung der neuen HR-Komplettlösung OK.PERS+ der AKDB eingebracht. Und legt damit das langfristige Fundament für digitale, effiziente und zukunftsfähige Personalprozesse. mehr...

Moodlekurse Symbolfoto.
bericht

Bremerhaven: Erfolgsmodell E-Learning

[25.03.2026] Schulungen in Form von E-Learning-Kursen anzubieten, hat sich in Bremerhaven mittlerweile zu einem echten Erfolgsprojekt entwickelt. Die Stadt nutzt dafür die Plattform Moodle, die während der Coronapandemie zunächst als Testumgebung eingeführt worden war. Inzwischen ist darüber ein umfangreiches Angebot von mehr als 70 verschiedenen Kursen verfügbar. mehr...

Auf einem Tisch liegen ein Smartphone und ein papierbasierter Antrag zwischen einem Laptop und anderen Utensilien auf einem Tisch.

Lauf a.d. Pegnitz: Reisekosten werden digital abgerechnet

[26.02.2026] In Lauf a.d. Pegnitz werden Reisekosten von der Antragstellung über die Genehmigung bis hin zur Abrechnung komplett digital abgewickelt. Möglich macht das eine Software der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB). mehr...

Eine Person tippt auf einer Computertastatur, über der Symbole für Dokumente und digitale Ordner schweben.

Moormerland: Digitale Personalakte

[17.02.2026] Mit der digitalen Personalakte in P&I LOGA arbeitet die Gemeinde Moormerland seit fast zwei Jahren und zieht eine positive Zwischenbilanz. mehr...

Abstrakt dargestelltes leuchtendes Personalnetzwerk, im Hintergrund scrollt eine Person auf einem Tablet.

Komm.ONE: Neuen eXtra-Standard eingeführt

[12.01.2026] Mit Februar wird Version 1.5 des Kommunikationsstandards eXTra in der Software SAP HCM zur Pflicht. In einem Pilotprojekt hat IT-Dienstleister Komm.ONE als erstes kommunales Dienstleistungsunternehmen den Standard bundesweit bei seinen Kunden eingeführt.  mehr...

Porträtaufnahme eines jungen bärtigen Mannes mit VR-Brille vor blau-weißem Hintergrund

Bayern: Verwaltungstraining mit VR und KI

[29.10.2025] Das Bayerische Digitalministerium fördert die Entwicklung und den Betrieb einer digitalen Lernumgebung für Verwaltungsbeschäftigte. Praxisnahes Wissen wird auf innovative Weise vermittelt. Damit soll insbesondere die Zukunftsfähigkeit von Städten, Gemeinden und Landkreisen gestärkt werden. mehr...

Ein Mann tippt mit dem Finger auf ein Personensymbol, das mit zahlreichen anderen Personensymbolen vernetzt ist.
bericht

Personalwesen: Lücken schließen

[29.09.2025] SAP stellt im Personalwesen auf eine cloudbasierte Software um. Allerdings fehlen dieser noch bestimmte Funktionen, weshalb sie von den Kommunen nicht flächendeckend eingesetzt werden kann. Als Übergangslösung bieten sich hybride Systeme an. mehr...

Vektorgrafik symbolisch Zeiterfassungssystem

München: Abschluss von neoHR

[04.08.2025] Nach fünf Jahren schließt die Stadt München ihr umfassendes Modernisierungsprogramm neoHR Ende dieses Jahres planmäßig ab. Die erzielten Ergebnisse sollen zur langfristigen Digitalisierung des Personalmanagements beitragen. 
 mehr...

Mitglieder des alten und neuen Vorstand des KommunalCampus

KommunalCampus/EGovC: Kräfte gebündelt für digitale Weiterbildung

[18.07.2025] Die Weiterbildungsplattform KommunalCampus und das Unternehmen EGovC haben eine strategische Partnerschaft geschlossen. Kommunen sollen so künftig noch besser dabei unterstützt werden, ihre Mitarbeitenden fit für den digitalen Wandel zu machen. mehr...

Das Kasaia-Logo zeigt eine stilisiert dargestellte Eule, die ein Buch mit Paragrafsymbol festhält.

Picture / Wolters Kluwer: KI erleichtert Stellenbewertung

[14.07.2025] Picture und Wolters Kluwer wollen mit generativer Künstlicher Intelligenz (KI) die Stellenbewertung im öffentlichen Dienst erleichtern. Die im gemeinsamen Rechtsinformationen-Modul eingesetzte KI-Komponente analysiert tausende Urteile, fasst sie zusammen und bereitet sie für die Bewertungspraxis auf. mehr...