UmfrageWie gut sind Kommunen für KI gerüstet?

Die Yorizon-Studie „Kommunen 2025“ untersucht den Status quo von Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit in Städten, Gemeinden und Landkreisen.
(Bildquelle: Yorizon)
Mit der Digitalstrategie 2.0 hat sich Nordrhein-Westfalen zahlreiche Ziele gesetzt. Unter anderem sollen Cloud und Künstliche Intelligenz zunehmend in die digitale Verwaltung integriert werden. Doch wie sehen sich Entscheider der kommunalen Verwaltung im Land aktuell auf die Zukunftsthemen vorbereitet? Dies will eine Befragung zeigen, die das Marktforschungsinstitut Civey im Auftrag des Green-IT Cloud-Computing-Anbieters Yorizon durchgeführt hat und deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Befragt wurden in der laut Yorizon deutschlandweit repräsentativen Umfrage 1.500 Entscheiderinnen und Entscheider aus kommunalen Verwaltungen, der Befragungszeitraum war im Sommer 2025.
Keine konkreten Ziele zur digitalen Zukunft
Nur ein knappes Viertel (NRW: 23,3 Prozent, Bundesdurchschnitt: 37,8 Prozent) der Befragten gibt demnach an, dass in ihrer Kommune definierte Ziele zur Digitalisierung verfolgt werden. Für Nachhaltigkeit kennt nur jeder fünfte befragte kommunale Entscheider (NRW: 21,8 Prozent, Bundesdurchschnitt: 35,1 Prozent) gesetzte Ziele, bei der Datensicherheit sind es lediglich 15,9 Prozent (Bundesdurchschnitt: 28,4 Prozent).
Insgesamt liegt Nordrhein-Westfalen damit in den konkreten Zielsetzungen doch deutlich hinter dem Bundesdurchschnitt. Was KI betrifft, sehen sich weniger als zehn Prozent gut vorbereitet, aber über 40 Prozent nutzen KI bereits auf die eine oder andere Weise. Entsprechend kritisch sehen kommunale Entscheider aus Nordrhein-Westfalen die weitere Entwicklung. Gut 40 Prozent geben an, dass die kommunale Verwaltung in ihrem Verantwortungsbereich schlecht auf das Erreichen von Digitalisierungszielen vorbereitet ist. Immerhin jeder Fünfte (21,0 Prozent) sieht sich gut gerüstet – drei Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt.
Häufiger KI-Einsatz ohne Vorbereitung
Deutlich wird an der Yorizon-Studie zudem, wie wichtig zukunftsweisende Initiativen für KI sind. Das Unternehmen verweist auf den von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg im Mai 2026 vereinbarten Zukunftsbund Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung (wir berichteten). Dieser sei von zentraler Bedeutung, da nur wenige kommunale Entscheider einen konkreten Plan rund um KI hätten. Laut der Befragung seien es in Nordrhein-Westfalen weniger als 10 Prozent (Bundesdurchschnitt: 12,1 Prozent).
Eine Nutzung von Cloud – eine wesentliche Komponente für die zumeist leistungshungrigen KI-Anwendungen – haben nur 6,4 Prozent (Bundesdurchschnitt: 8,5 Prozent) auf ihrer Agenda der gesetzten Ziele. Gleichzeitig sieht sich in Nordrhein-Westfalen wie auch bundesweit nicht mal jeder Zehnte der kommunalen Entscheider gut auf die Nutzung von KI vorbereitet. Allerdings haben bereits 42,9 Prozent der aus NRW befragten Studienteilnehmer KI im Einsatz, in der Planung oder sammeln erste Erfahrungen, das sind laut der Untersuchung gut fünf Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt.
Experimentierfreudige KI-Nutzung birgt Risiken
Dieser experimentierfreudige KI-Einsatz birgt vielfältige rechtliche und strategische Fallstricke, die durchaus bekannt zu sein scheinen: Auf die Frage, was gegen eine KI-Nutzung spricht, nennen kommunale Entscheider aus NRW vor allem fehlende Fachkompetenz (37,3 Prozent) gefolgt von Datenschutzrisiken (36,1 Prozent). An dritter Stelle steht das Risiko fehlerhafter Automatisierung durch KI.
Noch fehlt vielen das Verständnis dafür, wie die Zukunftsthemen Digitalisierung, Cloud-Nutzung, KI-Einsatz und mehr Nachhaltigkeit im urbanen Leben voneinander abhängen und insbesondere voneinander profitieren können. In NRW und bundesweit sehen nur ein Drittel bis knapp 40 Prozent eine Vereinbarkeit dieser Themen. Die Mehrheit gibt an, dass diese Themen eher schlecht vereinbar seien oder sie das nicht beurteilen könnten.
Chancen durch Cloud werden unterschätzt
Die Sicht auf IT-Infrastrukturen ist vielfach noch vom Betrieb eigener Rechenzentren geprägt. Cloud-Rechenzentren überzeugen vor allem durch einen besseren Schutz vor Cyber-Angriffen (NRW: 69,4 Prozent, Bundesdurchschnitt: 65,8 Prozent). Deutlich weniger Gewicht haben Nachhaltigkeit und die bessere Integration von KI, die in NRW und bundesweit jeweils nur rund 46 Prozent nennen. Auch die Verbindung vernetzter Systeme mit Nachhaltigkeitszielen, etwa bei Smart-City-Konzepten, ist für viele kommunale Entscheiderinnen und Entscheider noch nicht selbstverständlich. Als wichtigste Vorteile von Cloud-Infrastrukturen gelten in NRW der Zugriff von überall (35,6 Prozent), eine höhere Ausfallsicherheit (33,2 Prozent) und weniger IT-Wartung vor Ort (31,9 Prozent). Ein geringerer Energiebedarf (20,7 Prozent) und nutzungsabhängige Kosten (21,9 Prozent) folgen mit Abstand. Bewegung entsteht laut der Studie durch den Ausbau souveräner, lokaler Cloud-Rechenzentren und gemeinsame Standards. NRW und Bremen planen dazu eine zentrale API-Plattform für kommunale digitale Dienste (wir berichteten).
Studie: Wie hoch ist der digitale Stress?
[03.09.2026] Eine bundesweite Studie zur digitalen Transformation in kommunalen Verwaltungen, welche die Stadt Osnabrück und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) durchführen, nimmt insbesondere die Perspektive der Beschäftigten in den Blick und untersucht den Status quo des digitalen Stresses. Für die anonyme Onlinebefragung werden noch Teilnehmer gesucht. mehr...
Hamm: Tom Hamme hilft weiter
[03.09.2026] Er ist rund um die Uhr erreichbar und spricht mehr als 100 Sprachen: Der KI-gestützte Chatbot Tom Hamme hilft ab sofort schnell und einfach mit Infos zu Leistungen und Angeboten der Stadt Hamm weiter. mehr...
Genesys: Neues Fördermitglied bei GovTech Deutschland
[01.09.2026] Das KI-Unternehmen Genesys ist dem Bündnis GovTech Deutschland beigetreten, das Verwaltungen auf allen Ebenen mit innovativen Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen vernetzt. Genesys will dazu beitragen, mit KI-gestützter Kommunikation und durchgängigen Service-Customer-Journeys öffentliche Institutionen zukunftsfähig zu machen. mehr...
Bayern: Hochwasserschutz mit KI
[27.08.2026] Bayern fördert den Ausbau eines KI-gestützten Frühwarnsystems von 28 Kommunen mit weiteren knapp 1,6 Millionen Euro. Mehr als 150 Messstationen und ein Digitaler Zwilling sollen Risiken durch Hochwasser, Starkregen und Trockenheit frühzeitig erkennen helfen. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Test des KI-Assistenten NRW.Genius
[26.08.2026] Drei Pilotkommunen in Nordrhein-Westfalen erproben die KI-Verwaltungsassistenz NRW.Genius. Die Anwendung soll Beschäftigte beispielsweise der Stadt Essen unter anderem beim Auswerten, Durchsuchen und Erstellen von Texten unterstützen. mehr...
Interview: Mit Agenten Zeit sparen
[24.08.2026] lector.ai bietet eine Plattform zur automatisierten Verarbeitung von Behördenpost. Über das Pilotprojekt im Neckar-Odenwald-Kreis und die Teilnahme am Agentic AI Hub des Bundesdigitalministeriums sprach Kommune21 mit Unternehmensgründer Benjamin von Ardenne. mehr...
Dinslaken: Digitales Serviceangebot erweitert
[21.08.2026] Die Stadt Dinslaken erweitert ihr digitales Serviceangebot um neue Online-Dienste im Bürgerbüro und in der Ausländerbehörde. Erstmals prüft dabei auch eine KI hochgeladene Unterlagen, während eine Dokumentenbox die Abholung von Aufenthaltstiteln vereinfacht. mehr...
TSA Public Service/brainocons: Verwaltungswissen für KI-Assistenten
[20.08.2026] Statt Informationen in mehreren Systemen zu suchen, sollen Verwaltungsmitarbeitende sie künftig direkt über KI-Assistenten abrufen können. TSA Public Service und brainocons wollen dafür interne Wissensquellen mit laufend aktualisierten Verwaltungsinformationen verbinden. mehr...
Kreis Peine: Kulturwandel eingeleitet
[19.08.2026] Im Landkreis Peine sollen alle künftig eingesetzten KI-Tools zentral gesteuert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich die Kreisverwaltung für die KI-Middleware brainomatics entschieden. Das System nutzt kommunale interne und externe Wissensquellen. mehr...
Oberhausen: Zusammen ist besser
[18.08.2026] In der Kooperationsgemeinschaft KommI entwickeln Kommunen und kommunale IT-Dienstleister KI-Lösungen. In der federführenden Stadt Oberhausen wird auch ein praxisnahes Verständnis etabliert, wie KI im Verwaltungsalltag eingeführt und genutzt werden kann. mehr...
Kreis Darmstadt-Dieburg: Belastbare Daten für die Wohnraumbedarfsanalyse
[18.08.2026] Der Kreis Darmstadt-Dieburg stellt seinen Kommunen künftig mit einer KI-basierten Wohnraumbedarfsanalyse eine belastbare Grundlage für die Wohnraumplanung zur Verfügung. Die Analyse soll kleinräumige Entwicklungen sichtbar machen und frühzeitig zeigen, wo bezahlbarer Wohnraum fehlt. mehr...
Schwalm-Eder-Kreis: Frühwarnsystem für Starkregen
[13.08.2026] Der Schwalm-Eder-Kreis baut ein digitales Frühwarnsystem für Starkregen und Hochwasser auf. Das Land Hessen unterstützt das Projekt mit 1,62 Millionen Euro. Rund 230 Sensoren sollen künftig Daten liefern und so Behörden, Einsatzkräfte sowie Bürgerinnen und Bürger frühzeitig über Gefahren informieren. mehr...
Kevelaer: KI für besseren Bürgerservice
[13.08.2026] Mehr Aufgaben, knappe Personaldecken, begrenzte Finanzspielräume und hohe Erwartungen setzen Kommunalverwaltungen unter Druck. Kevelaer nutzt KI deshalb dort, wo wiederkehrende Anfragen und zeitintensive Routinen Personal binden: im Bürgerservice und in internen Arbeitsprozessen. mehr...
Kreis Cloppenburg: Neue Wege für alte Systeme
[10.08.2026] Nach einer kurzen Pilotphase hat der Kreis Cloppenburg im Oktober vergangenen Jahres mit dem Roll-out der KI-Plattform innoGPT von Anbieter Inno KI begonnen. Dabei wird ein bedarfsorientierter Ansatz verfolgt: Erst wenn ein Amt konkrete Einsatzzwecke für die KI definiert hat, wird der Zugang freigeschaltet. mehr...
Agentic AI Hub: Start der zweiten Bewerbungsrunde
[06.08.2026] Nach einer ersten Pilotphase mit 20 Projekten in 19 Kommunen startet der Agentic AI Hub in die zweite Runde. Städte, Gemeinden und Landkreise können bis 14. August neue Anwendungsfälle für agentische KI einreichen. Erprobte Lösungen sollen leichter nachgenutzt werden. mehr...




















