Freitag, 23. Oktober 2026

Nordrhein-WestfalenEntwurf für Digitalisierungsstrategie

[05.07.2018] Von der digitalen Bildung über die Mobilität bis hin zur digitalen Gesellschaft reichen die Themen einer Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen, welche die Landesregierung entworfen hat. In einer Beteiligungsphase sollen nun die Bürger einbezogen werden.

Den Entwurf einer Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen hat jetzt Professor Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, vorgelegt. „Wir begreifen Digitalisierung nicht eindimensional, sondern wir sehen die ethisch-rechtlichen Fragen genauso wie die sozio-kulturellen, ökonomischen und wissenschaftlich-technischen Entwicklungen“, erklärt Minister Pinkwart. „Die Digitalstrategie soll uns als Landesregierung Orientierung geben und dabei helfen, uns auf jene Felder zu konzentrieren, in denen wir für Nordrhein-Westfalen am meisten erreichen können.“ Die Digitalisierung sei aber auch ein hochdynamischer Prozess. „Deshalb werden wir sich schnell entwickelnde Zukunftsthemen, wie künstliche Intelligenz, autonomes Fahren oder die Anwendung der Blockchain-Technologie einbeziehen und unsere Strategie im Laufe der Legislaturperiode fortschreiben.“ Wie das Wirtschaftsministerium mitteilt, sind für den Bürger Veränderungen in den Bereichen Wirtschaft und Arbeit, Bildung, Mobilität, Gesundheit sowie Energie, Klima und Umwelt am stärksten spürbar. Als Themen mit Schnittstellencharakter kommen die Digitalisierung der Verwaltung, Forschung und Innovation, die digitale Infrastruktur sowie Datenrechte mit Datenschutz und -sicherheit hinzu. Die Strategie für ein digitales Nordrhein-Westfalen umfasst somit die Themen digitale Bildung, Start-ups, Mobilität, Gesundheit, Forschung und Innovation sowie den Bereich digitale Gesellschaft.

Vorhaben der Strategie

Mit Konferenzen in allen Regierungsbezirken habe Yvonne Gebauer, Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, den Startschuss für eine Digitalisierungsoffensive im Bereich Bildung gegeben. Drei Punkte sind dabei laut dem Wirtschaftsministerium wichtig: Die Vermittlung von Medienkompetenzen, zu denen auch eine informatische Grundbildung gehört, die Qualifizierung von Lehrkräften und der Zugang zu digitalen Medien und Inhalten.
Im Bereich Mobilität stelle das Land Daten zur Verkehrsinfrastruktur, zum Verkehrsfluss sowie Geo-Informationen als Open Data bereit. Mit den Universitäten Duisburg-Essen, Dortmund und Wuppertal entwickle die Landesregierung außerdem ein Kompetenzzentrum Künstliche Intelligenz, zudem werde an der Gründung eines Blockchain-Instituts gearbeitet. Ein Institut für Digitalisierungsforschung soll vorhandene Kompetenzen zu einem bundesweit sichtbaren Kompetenzzentrum fortentwickeln. Bis zum Jahr 2020 will Nordrhein-Westfalen eine Telematikinfrastruktur im Land aufbauen, heißt es vonseiten des Ministeriums weiter.
Der Strategieentwurf soll nun in eine Beteiligungsphase gehen. Neben einer moderierten Online-Partizipation sind verschiedene Veranstaltungen und eine zentrale Konferenz im Oktober vorgesehen. Bis zum Jahresende sollen die Rückmeldungen der Bürger, Experten und Stakeholder ausgewertet werden und dann in eine finale Fassung der Strategie einfließen, die das Kabinett beschließen werde. Mit Blick auf die Dynamik des Themas soll aber auch nach Beschluss der finalen Fassung die Diskussion über die Strategie kontinuierlich weitergeführt werden.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Ein neuer virtueller Marktplatz soll Kommunen die einfache Nachnutzung von EfA-Diensten ermöglichen.
bericht

Sachsen-Anhalt: Marktplatz für Lösungen

[20.10.2026] Sachsen-Anhalt treibt die Digitalisierung seiner Verwaltung mit einem klaren Fokus auf Nachnutzung und Standardisierung voran. Ein zentrales Instrument ist dabei der „eGovernment-Marktplatz Sachsen-Anhalt“. mehr...

bericht

Smart Country Convention: Wildberger kündigt weitere Schritte an

[19.10.2026] Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat auf der Smart Country Convention 2026 in Berlin den Ausbau zentraler digitaler Verwaltungsdienste, die Weiterentwicklung des Deutschland-Stacks und neue KI-Anwendungen angekündigt. mehr...

Baden-Württemberg: Schneller Roll-out statt vieler Einzellösungen

[19.10.2026] Baden-Württemberg hat mit dem Bund vereinbart, fünf bestehende Online-Dienste innerhalb von neun Monaten bei allen zuständigen Behörden im Land verfügbar zu machen. Ein zentral organisierter Anschlussprozess soll die Kommunen bei der Umsetzung unterstützen. mehr...

Eine Hand hält ein weißes Puzzlestück über einen Holztisch, auf dem ein weiteres Puzzleteil liegt

GovTech Kommunal: Kein Ersatz, sondern Ergänzung

[15.10.2026] In der Debatte um mögliche Parallelstrukturen bei der Verwaltungsdigitalisierung hat GovTech Deutschland auf die Kritik der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, Vitako, reagiert. In einer Stellungnahme weisen die Verantwortlichen die Vorwürfe zurück, erläutern die Rolle von GovTech Kommunal und bieten den kommunalen IT-Dienstleistern eine Zusammenarbeit an. mehr...

Sechs leere gelbe Stühle stehen in einer Reihe vor einer weißen Wand

Bitkom-Umfragen: Online aufs Amt bleibt (noch) die Ausnahme

[15.10.2026] Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung macht Fortschritte, bleibt aber hinter den Erwartungen von Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen zurück. Das zeigen zwei aktuelle Bitkom-Umfragen. Insbesondere fehlende durchgängig digitale Verfahren und Medienbrüche sorgen für Unzufriedenheit. mehr...

Entspannter junger Mann mit Handy auf einem hellen Sofa.

Deutschland-App: Zentrale Projektdetails bleiben offen

[15.10.2026] Die Modernisierungsagenda föderal sieht unter anderem die Umsetzung einer KI-unterstützten Deutschland-App vor, die einen zentralen, komfortablen Zugang zu digitalen Verwaltungsverfahren bieten soll. Mit dem aktuellen Umsetzungsstand, der Vergabe und Auftragsvolumina befasste sich jetzt der Bundestag. mehr...

bunte Holztürme, die nebeneinander auf einem Holzfußboden stehen

Vitako: Warnung vor neuen Parallelstrukturen

[09.10.2026] Mit GovTech Kommunal ist Ende 2025 ein neuer Akteur für die kommunale Verwaltungsdigitalisierung gestartet. Der Verband Vitako sieht dessen Aktivitäten kritisch. In einem Positionspapier warnt er vor Doppelstrukturen, zusätzlichen Kosten und einer weiteren Zersplitterung der kommunalen IT-Landschaft und fordert, lieber bestehende föderale und kommunale Strukturen zu stärken. mehr...

Hessen: Positive Halbzeitbilanz

[05.10.2026] Hessen zieht eine positive Halbzeitbilanz seines Pilotprojekts mit dem Bundesdigitalministerium zur flächendeckenden Einführung digitaler Verwaltungsleistungen. Bei der An- und Ummeldung sind bereits mehr als 90 Prozent der Kommunen angeschlossen. mehr...

Körniges Schwarz-Weiß-Foto, Großraum-Büro mit vielen Arbeitsplätzen und Ordnern und Drehregister

Deutscher Städtetag: i-Kfz-Bund greift zu kurz

[24.09.2026] Der Deutsche Städtetag hält die geplante Zentralisierung der Kfz-Zulassung beim Bund für unzureichend. Der Bund wolle vor allem bereits digitalisierte Standardverfahren übernehmen, während aufwendige Fälle bei den Kommunen blieben. Eine spürbare Entlastung sei so kaum zu erwarten. mehr...

Luftbild Schweriner Schloss

Schwerin: Bund und Land bei Kommunalfinanzen gefordert

[21.09.2026] Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin erwartet für 2027 und 2028 Defizite in zweistelliger Millionenhöhe. Oberbürgermeister Sebastian Ehlers sieht darin kein lokales Problem, sondern verweist auf die bundesweit schwierige Finanzlage der Kommunen. Er fordert von Bund und Land eine aufgabenangemessene Finanzausstattung und Entlastungen bei gesetzlichen Leistungen. mehr...

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger bei einer Rede im Bundestag

Bund: Eine Milliarde Euro für Verwaltungsdigitalisierung

[10.09.2026] Der Bund will die Verwaltungsdigitalisierung weiter vorantreiben. Im Haushaltsentwurf sind dafür rund eine Milliarde Euro vorgesehen. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger kündigte zudem weitere Schritte beim Deutschland-Stack, bei digitalen Verwaltungsleistungen und der Deutschland-App an. mehr...

BU: Visualisierung des Neuen Stadthauses in Bergisch Gladbach.
bericht

Changemanagement: Veränderung steuern

[07.09.2026] Der Erfolg von großen Digitalisierungsprojekten hängt nur zu einem Teil von der Technik ab. Weitaus wichtiger sind eine saubere Strukturierung in steuerbare Einzelprojekte und der Umgang mit den Mitarbeitenden. Das zeigen Erfahrungen aus Bergisch Gladbach. mehr...

Laqptop auf Schreibtisch, am Bildschirm sieht man das Gründerportal

Schneller Gründen: Aus zwei mach eins

[28.08.2026] Unternehmensgründerinnen und -gründer wollen ihre Energie in ihr Geschäft stecken, nicht in bürokratische Formalitäten. Ein neuer Kombiantrag führt Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammen. Er wird zunächst an zehn Pilotstandorten erprobt. mehr...

NExT: Policy Paper fordert digitaltaugliches Haushaltsrecht

[26.08.2026] Das Verwaltungsnetzwerk NExT und das Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt fordern ein Haushaltsrecht, das agile Digitalisierungsprojekte besser unterstützt. Ein neues Policy Paper zeigt, wo starre Regeln, Prüfverfahren und Papierpflichten die digitale Verwaltung bremsen und welche Reformen Abhilfe schaffen sollen. mehr...

Konsultation: Offene Daten stärken

[24.08.2026] Das Bundesdigitalministerium sammelt noch bis zum 15. September in einer Online-Konsultation Vorschläge für einen neuen Fahrplan für Open Data. Die Ergebnisse sollen in den strategischen Rahmen einfließen, den die Bundesregierung Anfang 2027 beschließen will. mehr...