Mittwoch, 4. November 2026

Baden-WürttembergErgebnisse der kommunalen Datenschutzumfrage

[20.11.2019] Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI) hat die baden-württembergischen Gemeinden zum Stand der Umsetzung des neuen Datenschutzrechts befragt. Das Engagement ist demnach hoch, es besteht aber auch großer Beratungs- und Unterstützungsbedarf.

Eine kommunale Datenschutzumfrage bei allen 1.101 baden-württembergischen Gemeinden hat der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI) Stefan Brink durchgeführt. Jetzt ist die Umfrage zum Stand der Umsetzung des neuen Datenschutzrechts evaluiert, teilt der LfDI mit. „Mein durch unsere vielfältige Arbeit mit den Kommunen gewonnener Eindruck ist bestätigt: Insgesamt fühlen sich die Gemeinden in Baden-Württemberg durch die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung stark belastet“, teilt Brink mit. Häufigster Grund dafür sei der Mangel an personellen und zeitlichen Ressourcen, um die neuen Herausforderungen im Datenschutz stemmen zu können. „Die Kommunen in Baden-Württemberg meistern die Herausforderungen durch die Datenschutz-Grundverordnung vielerorts mit hohem Engagement und teilweise guten Ergebnissen“, erklärt der LfDI weiter. „Allerdings besteht häufig – vor allem bei kleineren Gemeinden – der Eindruck, den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung sei mit der Bestellung eines (externen) Datenschutzbeauftragten bereits genüge getan. Dem ist selbstverständlich nicht so. Besonders im Bereich der Datensicherheit mussten wir häufig ungenügende Zustände feststellen –- da muss dringend nachgebessert werden.“
Die Gemeinden machen einen sehr hohen Beratungs- und Unterstützungsbedarf zum Beispiel in Form von weiteren Schulungsmaßnahmen, Mustervorlagen oder Handreichungen geltend, heißt es in der Pressemitteilung des LfDI. Aber auch Unterstützung von anderen Stellen, etwa der Fachministerien bei landeseinheitlichen Verfahren, werde eingefordert. Die Rückmeldungen der Gemeinden belegten außerdem, dass es zu wenig Ansätze der interkommunalen Zusammenarbeit im Bereich des Datenschutzes gibt, die gerade kleineren Verwaltungen helfen würde. Hier könnten etwa die Landkreise eine Koordinierungs- und Unterstützungsfunktion im Datenschutzbereich für kleine Gemeinden übernehmen, empfiehlt der LfDI und verkündet: „Den Ruf nach mehr praxisorientierter Unterstützung habe ich gehört. Deshalb habe ich eine neue Broschüre zum Datenschutz bei Gemeinden veröffentlicht. Sollte das für 2020 angedachte Schulungs- und Fortbildungszentrum beim LfDI eingerichtet werden können, wird dieses als Schwerpunkt auch bedarfsgerechte Veranstaltungen und Seminare für den kommunalen Bereich anbieten.“
An der Umfrage des Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg haben nach LfDI-Angaben 87 Prozent der Kommunen teilgenommen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Sicherheit

Interview: KI ist Chance und Risiko

[22.10.2026] Cyber-Angriffe werden immer ausgefeilter, Künstliche Intelligenz verkürzt die Reaktionszeiten und auch kleinere Kommunen müssen hohe Sicherheitsstandards erfüllen. Wie sich Behörden gegen neue Bedrohungen wappnen können, erläutert Stefan Maith von Check Point im Interview mit Kommune21 auf der Smart Country Convention 2026. mehr...

(v.l.) Dr. Astrid Schumacher (BSI, NExT) und Melike Geyik (NExT) stellt den InfoSec Impact Award vor.

InfoSec Impact Award: Bewerbungsphase gestartet

[21.10.2026] Im Rahmen des InfoSec Impact Award suchen NExT und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erneut innovative Lösungen für mehr Informationssicherheit in der öffentlichen Verwaltung. Behörden und öffentliche Einrichtungen können noch bis Ende Januar 2027 ihre Projekte einreichen. mehr...

Ingolstadt: IT-Notfall erfolgreich geprobt

[20.10.2026] Die Stadt Ingolstadt hat gemeinsam mit dem bayerischen Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) ihre IT-Notfallvorsorge getestet. Die Übung kombinierte ein strategisches Krisenszenario mit einem technischen Praxistest unter realitätsnahen Bedingungen. mehr...

Person mit neongelbem Regenzeug von hinten, auf dem Rücken steht in schwarzer Schrift: Security

Informationssicherheit: IT-Check NRW startet

[05.10.2026] Nordrhein-Westfalen öffnet den IT-Check 2026 für alle Kommunen und kommunalen IT-Dienstleister. Das freiwillige Landesangebot prüft den Stand der Informationssicherheit nach BSI-Grundschutz und soll konkrete Handlungsempfehlungen für Verbesserungen liefern. mehr...

Gedruckte Ausgabe der Studie von G Data auf einem Tisch
bericht

Studie: Wenn knappe Budgets zur Gefahr werden

[01.10.2026] Die Digitalisierung der Verwaltung schreitet immer weiter voran. Und mit ihr verschärfen sich die Anforderungen an die IT-Sicherheit deutlich. Die repräsentative Studie „Cybersicherheit in Zahlen“ von G DATA CyberDefense in Zusammenarbeit mit Statista und brand eins zeigt: Knappe Budgets und fehlendes Fachpersonal treffen auf Cyber-Kriminelle, die schneller und gezielter vorgehen als je zuvor. mehr...

Advertorial: Entlastung in der IT-Sicherheit für den öffentlichen Sektor

[22.09.2026] Die Digitalisierung von Prozessen und Angeboten macht Kommunen und Behörden effizienter und zukunftsfähig. Erschwert wird dieses Mammutprojekt durch immense Cyberbedrohungen und die Frage nach technologischen Abhängigkeiten und Datenhoheit. Gefragt sind Security-Lösungen, die nicht nur durch ein hohes Sicherheitsniveau überzeugen, sondern transparent und unabhängig sind und wenig Aufwand erzeugen. mehr...

it-sa 2026: NCP zeigt deutsche Zero-Trust-Lösung

[21.09.2026] Auf der IT-Sicherheitsmesse it-sa 2026 in Nürnberg stellt das Unternehmen NCP engineering erstmals eine in Deutschland entwickelte Zero-Trust-Lösung vor. Darüber hinaus zeigt das Unternehmen Lösungen für sicheren Remote Access und mobiles Arbeiten in sicherheitskritischen Bereichen. mehr...

Cyber-Kriminalität: Die Gefährdungslage verschärft sich aktuell dramatisch.

Baden-Württemberg: Mehr Cyber-Angriffe auf Kommunen

[14.09.2026] Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) verzeichnet für 2025 eine deutlich gestiegene Zahl von Sicherheitsvorfällen. Besonders betroffen waren Kommunen und Hochschulen. Bei Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie kommunalen Unternehmen nahm die Zahl der erfassten Fälle um fast 50 Prozent zu. mehr...

Blick in den leeren Tagungsraum im Kreishaus Lüdenscheid (Märkischer Kreis).

Märkischer Kreis: IT-Sicherheit bleibt Daueraufgabe

[08.09.2026] Der Märkische Kreis plant für dieses und das folgende Jahr weitere Maßnahmen zum Schutz seiner IT. Vorgesehen sind ein Notfallhandbuch, ein neues Konzept für gesicherte Fernzugänge sowie interne und externe Prüfungen der Server. mehr...

Kommunix: Informationssicherheitsvorfall bei TEVIS-Online

[02.09.2026] Kommunix untersucht einen Cyber-Angriff auf die Hosting-Infrastruktur von TEVIS-Online. Zwei Kundeninstanzen waren von Angreiferaktivitäten betroffen, inzwischen wurde ein Abfluss personenbezogener Daten ausgeschlossen. mehr...

Fraunhofer SIT: Leitfaden zur Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie

[26.08.2026] Ein neuer Leitfaden soll Kommunen und Behörden bei der Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie unterstützen. Er zeigt, wie sich bestehende IT-Systeme erfassen, Risiken bewerten und neue Beschaffungen auf quantensichere Verfahren ausrichten lassen. mehr...

bericht

Cyber-Sicherheit: KI ist Segen und Fluch

[06.08.2026] Für Verwaltungen ist KI Segen und Fluch zugleich. Einerseits soll sie den Fachkräftemangel kompensieren und Bürgerservices beschleunigen, andererseits wird sie für Cyber-Angriffe genutzt. Oft fehlt eine IT-Infrastruktur, die KI und Cyber-Abwehr verbindet. mehr...

Person mit neongelbem Regenzeug von hinten, auf dem Rücken steht in schwarzer Schrift: Security

Niedersachsen: IT-Sicherheitszentrum für Kommunen

[28.07.2026] Niedersachsen stärkt den Cyberschutz seiner Verwaltung mit zwei Bausteinen: Das Land investiert in Lizenzen für den KI-gestützten Schutzschirm Aegis und lässt von fünf kommunalen IT-Dienstleistern ein gemeinsames IT-Sicherheitszentrum aufbauen, das Kommunen unterstützen soll. mehr...

Leipzig: Cyber-Angriff auf IT-Dienstleister Lecos

[23.07.2026] Ein Cyber-Angriff auf den Leipziger IT-Dienstleister Lecos wurde frühzeitig erkannt und gestoppt. Die Stadt und Lecos selbst setzen auf transparente Kommunikation und teilten mit, dass lediglich dienstliche Kontakt- und technische Verzeichnisdaten abgeflossen seien. Die IT-forensischen Untersuchungen dauern an. mehr...

Gruppenfoto vor deutscher und estnischer Flagge.

Bonn/Estland: Von den Besten lernen

[21.07.2026] Estland gilt europaweit als Vorreiter für digitale Innovation und Cyber-Sicherheit. Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis wollen die Zusammenarbeit mit dem baltischen Staat ausbauen und dabei insbesondere den geplanten Cyber Campus Region Bonn voranbringen. mehr...