Freitag, 28. August 2026

MarburgGrundstein für Green IT

[31.08.2011] Mit der Virtualisierung ihrer Server-Landschaft hat die Stadt Marburg einen ersten Schritt in Richtung Green IT getan. Durch das neue Speichersystem werden aber nicht nur Ressourcen geschont, sondern auch die wachsenden Datenmengen effizienter verwaltet.
Marburg: Stadtverwaltung setzt auf klimafreundliche IT.

Marburg: Stadtverwaltung setzt auf klimafreundliche IT.

(Bildquelle: Thomas Max Müller/pixelio.de)

Die EDV-Abteilung der Stadt Marburg stand vor der Herausforderung, rasant wachsende Datenmengen bei gleichbleibendem Budget verwalten zu müssen. Eine Anpassung der Speicherumgebung an die neuen Anforderungen sowie deren effizientere Gestaltung waren dringend notwendig. Dazu kam der eigene Anspruch, die IT-Strategie so klimafreundlich zu gestalten, dass Ressourcen geschont und Kosten gesenkt werden. Zusammen mit den Beratern der Firma Janz IT setzte die Stadt ein umfassendes Green-IT-Projekt um, das durch Konsolidierung, Virtualisierung und Automatisierung der Server- und Speicherlandschaft sowohl Strom als auch Kosten für die Verwaltung der Infrastruktur, die Wartung und die Hardware einspart.

#titel+ Historisch gewachsene IT-Landschaft #titel-

Die Mitarbeiter der Marburger IT-Abteilung sind für knapp 30 Fachbereiche der städtischen Verwaltung verantwortlich. Sie sorgen dafür, dass die IT-Infrastrukturen optimal aufeinander abgestimmt sind und individuelle Ansprüche dennoch Berücksichtigung finden. So sind in der Rechtsabteilung beispielsweise lange Aufbewahrungszeiten vorgeschrieben, das Einwohnermeldeamt ist auf eine schnelle Datenverfügbarkeit angewiesen und im Bauamt beansprucht das anfallende Daten­volumen aufgrund der zahlreichen Bilder sehr viel Speicherplatz. Die historisch gewachsene IT-Landschaft der Stadt konnte diesen Anforderungen nicht mehr gerecht werden, das vorhandene Rechenzentrum stieß an die Grenzen seiner Kapazitäten. Das bestehende HP-Storage-System mit mehreren Novell-Servern in einem Novell-Cluster und die rund 20 Windows-Server, deren Daten auf den lokalen Server-Festplatten vorgehalten wurden, waren nicht mehr leistungsfähig genug. Beide sollten künftig auf einem Speichersystem zusammengeführt werden. Des Weiteren wünschten sich die IT-Verantwortlichen Hochverfügbarkeit, ein kosten- und zeiteffizienteres Daten- und Speicher-Management sowie Hersteller­unabhängigkeit.

#titel+ Virtualisierung bietet Einsparpotenzial #titel-

Den größten Energieverbrauch verursachen Rechenzentren mit ihrer Vielzahl an Servern und Speichern. Virtualisierung, also die Entkopplung der IT-Komponenten von der Hardware, bietet in diesem Bereich großes Potenzial, um die Systemnutzung zu optimieren. Mit ihrer Hilfe verringert sich die Anzahl der physikalischen Geräte und damit der Kühlungsbedarf, die Wärmeabfuhr, die Infrastruktur sowie die benötigte Stellfläche. Die Stadt Marburg hatte mit der Server-Virtualisierung auf der Basis von VMware vSphere bereits begonnen und setzte bei der darauffolgenden Einführung der Storage-Virtualisierung auf die Unterstützung der Firma Janz IT. Als Lösung wurde der IPStor von Hersteller Falcon­Stor ausgewählt, da dieser eine hohe Systemstabilität aufweist und über hervorragende Eigenschaften in Bezug auf die herstellerunabhängige Erweiterung verfügt.
Die Installation von IPStor erfolgte auf zwei redundant ausgelegten HP-Servern. Diese können unabhängig vom Betriebssystem zentral mit der notwendigen Speicherkapazität versorgt werden. Der dafür notwendige Speicherplatz wird auf zwei HP-Storage-Works P2000 bereitgestellt. Aufgrund der damit gewährleisteten System­redundanz und der synchronen Datenspiegelung wird die Hochverfügbarkeit der Daten sichergestellt, die sogar einen transparenten Failover ermöglicht, also den ungeplanten Wechsel zwischen den Netzwerkdiensten bei einem einseitigen Ausfall. Zur weiteren Absicherung der IT-Umgebung sind die Speichersysteme an zwei unterschiedlichen Standorten innerhalb der Stadt untergebracht.

#titel+ Hochverfügbare Infrastruktur schont die Umwelt #titel-

Die IT-Infrastruktur wurde von Janz IT in Absprache mit der EDV-Abteilung der Stadt Marburg geplant, aufgebaut und installiert. Damit die kommunalen IT-Verantwortlichen das neue System selbstständig handhaben und verwalten können, erfolgte die Systemeinweisung in Form einer Schulung. Für die Betreuung der optimierten IT-Umgebung ist der Dienstleister im Rahmen eines Support-Vertrages zuständig. Das heißt, die Berater kümmern sich um alle Aufgaben bezüglich der Storage-Umgebung und agieren als Ansprechpartner gegenüber dem Hersteller.
Die neu geschaffene Green-IT-Umgebung der Stadt Marburg ist hochverfügbar ausgelegt, kann leichter verwaltet und beliebig erweitert werden. „Zukünftig könnte ein komplettes Storage-System ausfallen, ohne dass es ein Anwender merkt“, berichtet Jörg Weiershäuser, projektverantwortlicher Mitarbeiter bei der Stadtverwaltung Marburg. „Außerdem konnten wir den Energieverbrauch unserer IT-Infrastruktur maßgeblich senken, sodass wir künftig die Ressourcen und damit die Umwelt schonen.“
Auch wenn die Art und Weise wie Green IT umgesetzt wird stark variiert, so sind doch die damit verfolgten Ziele stets ähnlich: bewusster Umgang mit der Umwelt, Förderung des Klimaschutzes, Kostensenkung und gesellschaftliches Engagement. Die Stadt Marburg hat mit der Virtualisierung ihrer Server- und Storage-Landschaft einen ersten und gleichzeitig zentralen Schritt in Richtung Green IT vollzogen. Die nächste Stufe wäre, die Energieeffizienz bereits bei der Anschaffung neuer IT-Komponenten zu berücksichtigen. Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) lassen sich dadurch in Städten und Gemeinden jährlich rund 1,4 Millionen Euro an Stromkosten sparen.

Jürgen Hofmann ist Senior IT-Consultant bei der Janz IT AG.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Farbige Papierfiguren auf weißem Untergrund, verbunden durch Linien

KGSt: Neues Verwaltungsleitbild

[27.08.2026] Die KGSt hat mit der „Netzwerkkommune“ ein neues Verwaltungsleitbild vorgelegt. Es beschreibt eine Verwaltung, die komplexe Aufgaben gemeinsam mit Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft löst. Die Steuerung solcher Netzwerke muss so angelegt sein, dass Kooperation und Vertrauen möglich werden. mehr...

Gruppenbild vor Aufsteller

Peine: Onlinedienste bekannter machen

[27.08.2026] Die Stadt Peine will ihre digitalen Verwaltungsangebote bekannter machen sowie Bürgerinnen und Bürger über deren Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten informieren. Dazu begann nun eine langfristig angelegte Kampagne, die Werbeflächen in der Stadt und Social Media bespielt. mehr...

Friedhof Kreuz Grabstein

Saarland: Weniger Behördengänge im Trauerfall

[25.08.2026] Ein neuer Online-Dienst ermöglicht Angehörigen und Bestattungsunternehmen, Bestattungen digital anzumelden und Unterlagen hochzuladen. Nach dem Start in St. Wendel steht das Angebot nun auch in Kirkel bereit und allen saarländischen Kommunen zur Nachnutzung offen. mehr...

Ein durchsichtiges Sparschwein steht auf zahlreichen 50-Euro-Scheinen.

European Public Administration Report: Ist eine teure Verwaltung auch gut?

[25.08.2026] Deutschland leistet sich eine der teureren öffentlichen Verwaltungen Europas. Mehr Wirkung folgt daraus aber nicht automatisch. Eine Studie aus Österreich zeigt, dass es gute Organisation, qualifiziertes Personal und digitale Werkzeuge sind, die den Unterschied machen. mehr...

Vektorgrafik, die mehrere Personen zeigt, die an einem Tisch sitzend miteinander diskutieren, teilweise mit Laptopeinsatz.

NExT/RuDi: Gemeinsam digital vernetzt

[25.08.2026] Das Verwaltungsnetzwerk NExT baut seine Zusammenarbeit mit der Plattform RuDi aus. Eine zentrale Dateiablage soll Dokumente aus den NExTcommunities bündeln und Beschäftigten des öffentlichen Dienstes den Austausch zwischen Treffen und über Communitygrenzen hinweg erleichtern. mehr...

Park mit hügeliger Wiese mit weißen Blumen und noch jungen Bäumen, im Hintergrund moderne Gebäude

Karlsruhe: Digitales, mobiles Grünflächenmanagement

[24.08.2026] Das Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe führt ein digitales Grünflächenmanagementsystem ein. Beschäftigte können Pflegearbeiten und Kontrollen künftig vor Ort mobil dokumentieren. Einheitliche Daten und digitale Karten sollen zudem Planung, Abstimmung und Ressourceneinsatz erleichtern. mehr...

Stapel von broschierten Printprodukten, Titel nicht erkennbar, teilweise aufgeschlagen

NEGZ: Studien zur digitalen Verwaltung gesucht

[21.08.2026] Wie steht es um die deutsche Verwaltungsdigitalisierung? Was läuft gut, wo liegen die größten Hürden – und wie bewerten Verwaltung, Wirtschaft oder Bürgerinnen und Bürger die Entwicklung? Dazu gibt es bereits eine Vielzahl an Untersuchungen. Das NEGZ will diese nun zusammentragen und bittet um Mithilfe. mehr...

Kleve: Online-Umfrage zur Klimaanpassung

[19.08.2026] Die Stadt Kleve befragt ihre Bevölkerung zur Klimaanpassung und setzt dabei auf methodische Beratung des Unternehmens wer denkt was. Die Ergebnisse sollen zeigen, wie die Menschen Klimafolgen erleben, welche Angebote sie kennen und wo weiterer Handlungsbedarf besteht. mehr...

Parkscheinautomat, davor Arm und Hand mit Handy

Wiesbaden: Jeder dritte Parkvorgang ist digital

[18.08.2026] Das Handyparken hat sich in Wiesbaden zum Bezahlen von Parkgebühren etabliert. Über ein Drittel der Parkvorgänge werden digital abgewickelt. Die Stadtverwaltung profitiert von der komfortablen Möglichkeit ebenfalls: Die erforderliche technische Vorrichtung tragen die Parkenden bereits in ihrer Tasche. mehr...

Drei verschiedene Screenshots der App

Regional-App: Das Fichtelgebirge entdecken

[14.08.2026] Was machen wir heute? Darauf hat die FichtelApp jetzt einige Antworten parat. Ihr neuer Tagesplaner stellt aus Ausflugszielen, Veranstaltungen und Einkehrmöglichkeiten Vorschläge für einen Tag im Fichtelgebirge zusammen – für Gäste ebenso wie für Einheimische. mehr...

Aachen: Krönungssaal erhält AR-Führung

[14.08.2026] Aachen entwickelt eine Augmented-Reality-Führung für den historischen Krönungssaal des Rathauses. Ab 2027 sollen Besucherinnen und Besucher mit AR-Brillen sieben Stationen der Stadt- und europäischen Geschichte erleben. mehr...

Kommune21 im Gespräch: Künzell berichtet über Erfahrungen

[12.08.2026] Wie läuft die Einführung neuer Software im Verwaltungsalltag tatsächlich ab? Im nächsten Webinar „Kommune21 im Gespräch“ berichten die Gemeinde Künzell und JCC Software über Erfahrungen, Schwierigkeiten und Erkenntnisse aus mehreren Digitalisierungsprojekten. mehr...

Screenshot aus einem der gebärdensprachvideos

Augsburg: Digitale Teilhabe ausgebaut

[07.08.2026] Im EU-geförderten Projekt DIWA 4.0 erweitert Augsburg schrittweise den barrierearmen Zugang zu städtischen Informationen. Nach Angeboten in Fremdsprachen und Leichter Sprache stehen auf der Website nun auch Videos in Deutscher Gebärdensprache bereit. mehr...

Databund/BMDS: Besserer Informationsfluss

[06.08.2026] Das BMDS und der Databund haben eine Initiative gestartet, die es ermöglichen soll, dass IT-Unternehmen früher über zentrale Digitalvorhaben des Bundes informiert werden. Gleichzeitig sollen sie ihre Erfahrungen künftig einfacher in die Planungen einbringen. mehr...

Hochwassergebiet, knapp über der Wasserfläche sieht man ein Verkehrsschild, im Hintergrund Bäume und eine Stadtsilhouette

Schleswig-Holstein: Einheitliche Technik für große Schadenslagen

[04.08.2026] Schleswig-Holstein beschafft eine neue Software für die Bevölkerungsschutzbehörden von Land und Kommunen. Sie soll den Austausch von Lageinformationen nahezu in Echtzeit ermöglichen und vor allem bei großflächigen Schadenslagen eine bessere Koordination unterstützen. mehr...