Sonntag, 6. September 2026

Smart City Index 2022Hamburg erneut auf Platz eins

[22.09.2022] Details zum Smart City Index 2022 hat jetzt der Digitalverband Bitkom bekannt gegeben. Zum vierten Mal in Folge belegt Hamburg in dem Ranking der deutschen Großstädte Platz eins. Spitzengruppe und Verfolger rücken allerdings enger zusammen.
Hamburg belegt auch im Jahr 2022 Platz eins im Smart City Index des Digitalverbands Bitkom.

Hamburg belegt auch im Jahr 2022 Platz eins im Smart City Index des Digitalverbands Bitkom.

(Bildquelle: berlinimpressions/123rf.com)

Details zum Smart City Index 2022 (wir berichteten) hat jetzt der Digitalverband Bitkom bekannt gegeben. Zum vierten Mal hat er ein solches Ranking veröffentlicht. Und zum vierten Mal geht Hamburg – in diesem Jahr mit 86,1 von 100 möglichen Punkten – als Sieger aus dem Vergleich der deutschen Großstädte hervor. Unmittelbar dahinter liegt erstmals München mit 85,3 Punkten. Das Podium komplettiert Dresden mit etwas Abstand und 81,6 Punkten. Das im Vorjahr zweitplatzierte Köln landet mit 79,4 Punkten auf Platz vier, und das im Jahr 2021 drittplatzierte Karlsruhe mit 73,5 Punkten auf Rang 14. Eng zusammengerückt sei die Top 10, zwischen Platz vier und zehn liegen nur 4,1 Punkte, hält der Bitkom fest. Neu unter den besten Zehn sind auf Platz sechs Nürnberg (77,6 Punkte), gefolgt von Aachen (77,3 Punkte) und Düsseldorf auf Platz neun (76,6 Punkte). Für diese drei Städte geht es jeweils zehn Plätze nach oben. Die Top 10 komplettieren Stuttgart auf Platz fünf mit 78,1 Punkten, Bochum auf Platz acht mit 77,0 Punkten und Darmstadt auf Rang zehn mit 75,3 Punkten.
„Der Smart City Index zeigt den Fortschritt bei der Digitalisierung der deutschen Großstädte. Keine Stadt ist bei der Digitalisierung im Vergleich zum Vorjahr zurückgefallen, überall ist das Niveau gestiegen – beim Tempo aber zeigen sich teilweise deutliche Unterschiede“, kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg die Ergebnisse. „Denn auch in diesem Jahr gibt es eine große Dynamik im Ranking. Hamburg konnte seinen Titel zum vierten Mal in Folge verteidigen, aber der Vorsprung ist so knapp wie nie. Dahinter rückt alles enger zusammen und auch die Nachzügler können Boden gut machen. Die Spitze ist breiter geworden. Räumte Hamburg im Vorjahr noch in vier von fünf Kategorien ab, haben wir 2022 in jeder Kategorie eine andere Gewinnerstadt. In den Städten herrscht ein enormer digitaler Tatendrang.“

Themenbereiche zeigen Hidden Champions

Die fünf Themenbereiche Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft sollen laut Bitkom die Hidden Champions unter den möglicherweise nicht bestplatzierten Städte zum Vorschein bringen. In der Verwaltung seien etwa Heilbronn (53. Gesamtrang) und Heidelberg (28) vorn dabei. Ebenso seien Bonn (21) und Duisburg (41) in diesem Bereich stark. Den Spitzenplatz als Deutschlands Großstadt mit der digitalsten Verwaltung erreicht das insgesamt sechstplatzierte Nürnberg. Nürnberg ist die einzige Großstadt, die in zwei der fünf Kategorien auf Rang eins liegt. Auch im Bereich Mobilität konnte Nürnberg die höchste Punktzahl erreichen. Ebenfalls stark sind hier laut der Untersuchung Berlin (3. Platz, im Gesamtranking Platz elf), Hannover (7. Platz, insgesamt Rang 24) und Osnabrück (10. Platz, insgesamt Rang 15).
Bei Energie und Umwelt schneidet Paderborn am besten ab, das insgesamt auf Rang 26 liegt. Auch Ulm (2. Platz, insgesamt Rang 16), Trier (3. Platz, insgesamt Rang 12), Münster (6. Platz, insgesamt Rang 18), Oldenburg (8. Platz, insgesamt Rang 31), Solingen (9. Platz, insgesamt Rang 35) und Wolfsburg (10. Platz, insgesamt Rang 42) schaffen es unter die Top 10 dieser Kategorie. In IT und Kommunikation ist das insgesamt auf Rang 17 platzierte Gelsenkirchen spitze. In diesem Feld können sich etwa auch Kiel (5. Platz, insgesamt Rang 27), Regensburg (6. Platz, insgesamt Rang 34) und Lübeck (9. Platz, insgesamt Rang 25) eine vordere Platzierung sichern. In der Kategorie Gesellschaft schneidet das gesamtführende Hamburg am besten ab. Ebenfalls gut sind in diesem Bereich Wuppertal (4. Platz, insgesamt Rang 23), Potsdam (5. Platz, insgesamt Rang 43) und Leipzig (6. Platz, insgesamt Rang 22).

Regionale Unterschiede

Je nach Region unterscheiden sich die Ergebnisse des Smart City Index, berichtet der Bitkom weiter. Städte in Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern schneiden im Mittel deutlich besser ab als der Durchschnitt. Auch Rheinland-Pfalz und Hessen liegen über dem Schnitt, in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen fallen die Ergebnisse unterdurchschnittlich aus. Allerdings unterscheide sich auch die Anzahl der im Ranking berücksichtigten Städte zwischen den Ländern deutlich – so gibt es in Sachsen überhaupt nur drei Großstädte, in Nordrhein-Westfalen dagegen 30. Für Bundesländer mit weniger als drei Großstädten lässt sich laut Bitkom keine Aussage treffen. Unabhängig von der Region schneiden Universitätsstädte im Durchschnitt besser ab. „Der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis ist in diesen Städten ein Vorteil“, erklärt dies Bitkom-Präsident Berg. „Städte profitieren außerdem von jungen Start-ups und sollten diesen aktiv die Möglichkeit geben, Smart-City-Anwendungen vor Ort in Kooperationen zu testen.“
Größter Aufsteiger im Gesamtranking ist Oldenburg (67,2 Punkte), das um 25 Positionen vom hinteren zum vorderen Mittelfeld auf Platz 31 aufschließen kann. 21 Plätze gut macht Hannover (70,3/24.). Die Absteiger des Jahres sind Rostock (45,8 Punkte/71. Rang/‑28 Plätze), Jena (50,4/59./‑25) und Bielefeld (58,1/46./‑19). Berg: „Die starken Verschiebungen erklären sich auch dadurch, dass keine Stadt untätig geblieben und das Niveau im Durchschnitt angestiegen ist. So ist es möglich, Digitalprojekte voranzutreiben und trotzdem ein paar Plätze zu verlieren, weil andere noch mehr getan haben.“ Am Ende der Gesamtwertung auf den Plätzen 79 bis 81 rangieren Salzgitter (33,6 Punkte), Bremerhaven (32,2) und Erfurt (31,9). Erstmals nicht unter den Letztplatzierten ist Bergisch-Gladbach (47,9 Punkte), das drei Mal in Folge den vorletzten Platz belegte und dieses Jahr um 14 Ränge auf Platz 66 geklettert ist.

Rund 11.000 Datenpunkte für 81 Städte

Für den Smart City Index wurden insgesamt knapp 11.000 Datenpunkte erfasst, überprüft und qualifiziert, umreißt der Bitkom die Hintergründe der Untersuchung. Analysiert und bewertet worden seien alle 81 Städte mit einer Bevölkerung im Bereich ab 100.000 in den fünf Themenbereichen Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft. Die fünf Bereiche fächern sich in 36 Indikatoren auf, die wiederum aus insgesamt 133 Parametern bestehen – von Online-Bürgerservices über Sharing-Angebote und Umweltsensorik bis hin zur Breitbandverfügbarkeit. In die Datenerhebung seien die Kommunen aktiv einbezogen worden. Die Städte konnten ihren Leistungsstand demnach selbst angeben und mussten diesen entsprechend mit Quellen belegen, wovon laut Bitkom 85 Prozent der Städte Gebrauch machten. Die Daten habe anschließend ein Team aus Expertinnen und Experten von Bitkom-Research validiert. Für alle übrigen Städte wurden fehlende Daten recherchiert, die Städte hatten anschließend ihrerseits Gelegenheit zur Überprüfung, so die Herausgeber der Studie. Der Smart City Index wird unterstützt von den Unternehmen Detecon, Visa, PwC und Uber.
„Hamburg ist zum vierten Mal in Folge Smart City Nummer eins in Deutschland“, kommentiert indes Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher den Erfolg der Freien und Hansestadt. „Die erneute Auszeichnung des Branchenverbands Bitkom zeigt den Erfolg der Digitalstrategie des Senats. Stärken Hamburgs liegen zum Beispiel in der Versorgung mit Glasfaser- und öffentlichem WLAN-Netz, bei der smarten Verkehrssteuerung und in der Digitalisierung der Verwaltung. Der Smart City Index zeigt: Die traditionsreiche Hansestadt Hamburg ist auf einem guten Weg in die Zukunft.“





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City

Wolfsburg: Virtuelles Modell für reale Planungen

[02.09.2026] Das virtuelle Wolfsburg ist fertig. Der vollständig auf Open-Source-Technologien basierende digitale Stadtzwilling bündelt unter anderem Klima-, Wetter- und Straßenzustandsdaten und soll städtebauliche Vorhaben anschaulicher machen – für die Planenden ebenso wie für Bürgerinnen und Bürger. mehr...

Lächelnde Frau im geblümten Sommerkleid vor einem großen Monitor.

Hanau: Mit einem Klick informiert

[31.08.2026] Hanau hat eine öffentliche Datenplattform freigeschaltet, die Live-Informationen zu Parkraum, Innenstadtfrequenz und Wetter bündelt. Das browserbasierte Dashboard ist kostenlos und ohne Anmeldung verfügbar und soll um weitere Smart-City-Anwendungen ergänzt werden. mehr...

Drei Menschen mit Spaten, im Hintergrund ein orangefarbenes Baufahrzeug

Grünpflege: Smart Gießen in Augsburg

[31.08.2026] Augsburg baut die sensorgestützte Bewässerung seiner Stadtbäume aus. Messwerte aus mehreren Bodenschichten und Wetterdaten zeigen, wann und wo gegossen werden muss. So will die Stadt Wasser sparen, Pflegefahrten reduzieren und ihr Grün besser durch Trockenperioden bringen. mehr...

Smart-City-Strategie: Für viele Kommunen eine Herausforderung.

Smart City: Offenheit als Schutz vor Abhängigkeiten

[24.08.2026] Kommunen sollten ihre Smart-City-Infrastruktur so aufbauen, dass Systeme verschiedener Hersteller zusammenarbeiten und Daten unter kommunaler Kontrolle bleiben. Armin Mühlberger von sixData hat in einem Interview vor langfristigen Abhängigkeiten gewarnt und sieht offene Schnittstellen als Voraussetzung für flexible und sichere digitale Infrastrukturen. mehr...

Kartenansicht in Grau mit gelben, grünen und orangenen Punkten.

Karlsruhe: Kleinräumige Daten zum Stadtklima

[21.08.2026] Karlsruhe gehört zu den heißesten Städten in Deutschland. Hunderte Klimasensoren erheben nun detaillierte Daten zum Stadtklima, die auf einer Online-Karte ausgewertet werden können. Die Stadt hat bereits vor mehr als zehn Jahren ihre erste Klimaanpassungsstrategie veröffentlicht. mehr...

Ein Wasserhahn, aus dem Euroscheine fließen, wird von der Hand eines Mannes im schauten Anzu zugedreht
bericht

Serie Smart Cities, Teil 5: Digitalisierung verstetigen

[13.08.2026] In vielen Kommunen wurde die Einführung digitaler Lösungen mithilfe von Fördermitteln angestoßen. Was ist nun zu tun, um die Smart-City-Projekte auch nach dem Ende des Förderzeitraums finanzierbar zu machen und fest in den kommunalen Prozessen zu verankern? mehr...

Geflutete Straße in Deutschland, Schild Hochwasser im Vordergrund

Studie: Digitale Hochwasservorsorge

[10.08.2026] Eine neue Publikation aus der Begleitforschung des Programms Modellprojekte Smart Cities zeigt anhand mehrerer Praxisbeispiele, wie digitale Lösungen Kommunen bei der Hochwasservorsorge unterstützen. mehr...

Messfahrzeug zum Erfassen des Straßenzustands

Dresden: Straßenzustand smart erfasst

[07.08.2026] In der Smart City Dresden erfolgt derzeit eine Befahrung im gesamten Stadtgebiet, um den Zustand des Straßennetzes digital zu erfassen. In Kombination mit Sensordaten soll das der Stadt künftig ermöglichen, die finanziellen Mittel für den Straßenbau mit dem größtmöglichen Nutzen einzusetzen. mehr...

Abholboxen für Pässe oder Urkunden unweit des Wiesbadener Bürgerbüros.
bericht

Serie Digitalstädte: Stadt der Pilotprojekte

[04.08.2026] Wiesbaden setzt bei der Digitalisierung auf einen ganzheitlichen Ansatz. Bürgerorientierung steht bei allen Vorhaben im Vordergrund. Gleichzeitig beteiligt sich Hessens Landeshauptstadt an zwei prestigeträchtigen Pilotprojekten des Bundesdigitalministeriums. mehr...

Silke Lehnhardt
interview

Interview: Mehr Mut zum Ausprobieren

[04.08.2026] Silke Lehnhardt hat nach 30 Jahren Privatwirtschaft den Wechsel in die Verwaltung gewagt. In Wiesbaden leitet sie nun das Amt für Innovation, Organisation und Digitalisierung. mehr...

Gruppenbild mit Förderurkunde im Schatten eines Baumes

Dietzenbach: Nachhaltiger und noch smarter

[04.08.2026] Dietzenbach erweitert sein Smart-City-System um ein Energiemonitoring und eine automatisierte Wintergefahrenerkennung. Dafür integriert die Stadt erprobte Anwendungen anderer hessischer Kommunen in ihre bestehende Datenplattform. mehr...

Ein Sensor an einem Baum im Tennenloher Forst, im Hintergrund eine Feuerwehrkraft

Katastrophenschutz: Waldbrände mit KI frühzeitig erkennen

[03.08.2026] Im Rahmen des Projekts SmartForestFire entwickelt das Fraunhofer Cluster für kognitive Technologien CCIT ein KI-gestütztes Frühwarnsystem, um Brände schneller zu erkennen, Fehlalarme zu reduzieren und insbesondere kleinere oder kritische Waldgebiete effizient überwachen zu können. Im Tennenloher Forst bei Erlangen wird es aktuell unter realen Bedingungen erprobt. mehr...

Kassel: Smart-City-App veröffentlicht

[30.07.2026] Die Stadt Kassel hat eine Smart-City-App für Bürgerinnen, Bürger und Gäste veröffentlicht. Die Anwendung bündelt städtische Informationen und Echtzeitdienste auf einer Open-Source-Plattform und soll gemeinsam mit den Nutzenden weiterentwickelt werden. mehr...

Dem Schulwerk unterstehen unter anderem Schulen in Augsburg.

Augsburg: Smart-City-Plattform wächst weiter

[23.07.2026] Augsburg hat seine Smart-City-Plattform technisch und inhaltlich erweitert. Aktuelle Stadt- und Verkehrsdaten lassen sich nun flexibler in Webseiten und Anwendungen einbinden. Teile des Angebots stehen auch in der Augsburg-App bereit. mehr...

Vier Personen aus dem Bad Belziger Smart-City-Team sitzen vor einer Infotafel
bericht

Serie Digitalstädte: Mehrwerte schaffen

[07.07.2026] Förderprojekte wie der Wettbewerb Modellprojekte Smart Cities sind für kleinere Kommunen wie die Stadt Bad Belzig wichtig, um mit der Digitalisierung voranzukommen. Es braucht aber sichtbare Mehrwerte, damit es anschließend weitergeht. mehr...