Dienstag, 24. Februar 2026

ThüringenKI für schnellere Baugenehmigungen

[02.10.2025] Ein KI-Pilotprojekt für schnellere Baugenehmigungen ist jetzt in Thüringen gestartet. Das Digitalministerium arbeitet dabei mit der Rulemapping Group sowie dem Land Mecklenburg-Vorpommern zusammen. Für wissenschaftliche Begleitung ist ebenfalls gesorgt.
mit punkten durchzogenes Gehirn vor Laptop-Bildschirm

Thüringen hat ein Pilotprojekt zu KI-Unterstützung bei der digitalen Baugenehmigung gestartet.

(Bildquelle: peshkova/123rf.com)

Das Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur (TMDI) und die Rulemapping Group haben ein KI-Pilotprojekt für schnellere Baugenehmigungen gestartet. In Zusammenarbeit mit den unteren Bauaufsichtsbehörden der Landkreise Greiz und Saalfeld-Rudolstadt sollen Baugenehmigungsverfahren laut Ministeriumsangaben deutlich beschleunigt und der kontrollierte Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Verwaltung etabliert werden. Zum Einsatz komme dabei eine regelbasierte und KI-gestützte Entscheidungsunterstützung.

Digitalminister Steffen Schütz erklärt: „Ich möchte bürokratische Hürden im Bauwesen abbauen und dafür Genehmigungsverfahren grundlegend reformieren. Dieses Projekt zahlt in diese Strategie ein, da mit technischer Hilfe Verfahren für die Antragsteller und für die Antragsbearbeiter erleichtert und beschleunigt werden. Indem wir den Einsatz von digitaler Schlüsseltechnologie ermöglichen, modernisieren wir den Staat und entlasten Kommunen wie Wirtschaft mit bürgernahen Verfahren. Wir setzen hiermit bundesweite Maßstäbe.“ Die neue, durchgängig automatisierte Methode soll zeigen, wie sich diese Abläufe rechtskonform, effizient und medienbruchfrei gestalten lassen, so das Ministerium.

Thüringen kooperiert bei dem Projekt eng mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern, das im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) als federführendes Land die Einer-für-Alle-Lösung „Digitale Baugenehmigung“ entwickelt. Ziel sei es, die in Thüringen getestete regelbasierte Rulemapping-Technologie perspektivisch mit bestehenden EfA-Ansätzen zu verzahnen und Synergien für eine länderübergreifende Weiterentwicklung zu nutzen. In einer zweiten Projektphase sei vorgesehen, künftig auch aufwendigere Genehmigungsverfahren digital abzubilden.

Vertrauen stärken

Die Rulemapping Group ermöglicht laut der Pressemeldung des Ministeriums die automatisierte Ende-zu-Ende-Digitalisierung von Genehmigungsverfahren durch regelbasierte KI. Ihre Technologie überführe natürlichsprachliche Gesetze in maschinenlesbare Entscheidungslogiken. So könnten Bauanträge automatisiert formell und materiell geprüft, planungsrechtlich bewertet, Fristen überwacht sowie Fachbehörden und Sachverständige digital eingebunden werden. Grundlage sei eine hybride Architektur aus auf der juristischen Logik basierenden Entscheidungsbäumen und KI – die sogenannte Rule AI. Sie gewährleiste rechtskonforme, transparente Prüfprozesse und ermögliche prinzipiell automatisierte Bescheide bei gleichzeitiger Qualitätssicherung durch die Mitarbeitenden.

„Unser Ansatz reduziert nicht nur Bearbeitungszeiten, sondern auch manuelle Fehler“, sagt Till Behnke, CEO der Rulemapping Group. „Mit der Zusammenarbeit in Thüringen zeigen wir, wie rechtskonforme KI staatliches Handeln neu denken kann.“ Im Unterschied zu klassischen Sprachmodellen basiere die Lösung auf einer zum Patent angemeldeten Technologie, die juristische Nachvollziehbarkeit garantiert und Halluzinationen ausschließt.

Der hohe Innovationsgrad des Projekts hat laut Ministeriumsangaben auch das Interesse von Wissenschaft und Forschung geweckt: Das Vorhaben wird wissenschaftlich durch die Technische Universität München und die Hochschule Schmalkalden begleitet. Sie kontrollieren, ob die automatisierten Prüfprozesse die rechtlichen Vorgaben vollständig, korrekt und nachvollziehbar abbilden. Damit stärke das Projekt nicht nur die Effizienz der Verwaltung, sondern auch das Vertrauen in den rechtskonformen Einsatz von KI im öffentlichen Sektor.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz
Screenshot von Chatbot Lio, der als Löwe dargestellt wird.

Braunschweig: Chatbot Lio unterstützt Besucher

[23.02.2026] Mit Chatbot Lio will die Stadtverwaltung Braunschweig den Zugang zu ihren Dienstleistungen erleichtern. Der digitale Assistent steht rund um die Uhr auf der kommunalen Website zur Verfügung und kann ohne Registrierung genutzt werden. Der persönliche Kontakt bleibt dennoch ein zentraler Bestandteil des städtischen Serviceangebots. mehr...

Mehrere Personen stehen nebeneinander und präsentieren den Förderbescheid für den Heidekreis.

Heidekreis: Niedersachsen fördert KI-Strategie

[18.02.2026] Der Heidekreis will eine Strategie für den verantwortungsvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung entwickeln und diese später mit anderen Kommunen teilen. Er lässt sich dabei vom Kompetenzaufbau bis hin zur Umsetzung wissenschaftlich begleiten und erhält dafür eine Förderung von rund 40.500 Euro aus dem Programm Zukunftsregionen in Niedersachsen. mehr...

Screenshot der Hanauer Startseite mit zentral platziertem Suchfeld des Chatbots HUgo.

Hanau: HUgo weiß die Antwort

[18.02.2026] Mit Chatbot HUgo ergänzt die Stadt Hanau ihr Informationsangebot auf der kommunalen Website. Der digitale Assistent kennt sich mit Behördenöffnungszeiten, Zuständigkeiten und Servicethemen aus. Für die Antworten fasst er Inhalte des Stadtportals zusammen. mehr...

Der Chatbot der Hansestadt Stade hat das Aussehen eines Kapitäns.

Stade: Käpt’n Knut soll noch besser werden

[13.02.2026] Seit Januar unterstützt Chatbot Käpt’n Knut in der Hansestadt Stade den Kundenservice seitens der Verwaltung. Im ersten Monat haben knapp 900 Personen den Chatbot genutzt und fast 2.000 Nachrichten ausgetauscht. Erste Tests zur Entgegennahme von Anrufen durch Käpt’n Knut laufen bereits. mehr...

Kommunale Services mit KI-Komponenten verbessern.

ÖFIT: Nachnutzung generativer KI-Systeme

[13.02.2026] Eine ÖFIT-Untersuchung zeigt: Die Nachnutzung bestehender generativer KI-Systeme in Bund, Ländern und Kommunen ist möglich, die Schaffung einer Plattform für alle Akteure aber schwierig. Stattdessen empfiehlt die Studie eine gemeinsame Referenzarchitektur, basierend auf den Nutzerbedarfen. mehr...

Roboterhand tippt auf einem Computerkeyboard

Dataport/IBM: KI-gestützter Transkriptionsservice

[12.02.2026] Ob in der Justiz, im Amt oder im Bildungsbereich: In der öffentlichen Verwaltung wird viel besprochen, manuell transkribiert und dokumentiert. Das bindet Ressourcen. Dataport stellt eine KI-Lösung vor, die diese Arbeit erleichtert – und die speziell für den öffentlichen Sektor ausgelegt ist. mehr...

Eine Frau sitzt mit Headset über einer PC-Tastatur, im Vordergrund sind die Umrisse eines die künstliche Intelligenz symbolisierenden Gehirns zu sehen.

Kreis Viersen: Sprach-KI nimmt Anrufe entgegen

[09.02.2026] Eine digitale Sprachassistentin beantwortet jetzt beim Abfallbetrieb des Kreises Viersen (ABV) die Anrufe der Bürgerinnen und Bürger. Die Künstliche Intelligenz greift dazu auf einen endlichen Wissensspeicher zurück und lernt ständig dazu. mehr...

Montage: Schreibtisch, Laptops, Hände von Jacketttragenden Männern, Überlagerung mit diversen IT-Icons

Künstliche Intelligenz: KI-Marktplatz MaKI startet

[04.02.2026] Mit dem bundesweiten KI-Marktplatz MaKI startet eine zentrale Plattform für den Austausch von KI-Anwendungen in der Verwaltung. Der MaKI schafft erstmals einen ebenenübergreifenden Überblick über KI-Anwendungen in Bund, Ländern und Kommunen und erleichtert deren gemeinsame Nutzung. mehr...

Porträtaufnahme von Alexander Stricker.

Künstliche Intelligenz: Avatare für Barrierefreiheit

[03.02.2026] Das Unternehmen alangu hat sich auf die Entwicklung von KI-gestützten 3D-Gebärdensprach-Avataren spezialisiert. Wie diese gehörlosen Menschen den Zugang zur digitalen Welt erleichtern, erläutert Geschäftsführer Alexander Stricker im Kommune21-Interview. mehr...

Mehrere Personen stehen zum Gruppenfoto versammelt auf einer Treppe, halten den Fördermittelbescheid und ein Banner mit der Aufschrift Echtzeit-Frühwarnsystem in den Händen.

Interkommunaler Hochwasserschutz: KI-gestütztes Frühwarnsystem

[30.01.2026] Die Arbeitsgemeinschaft Solidarischer Hochwasserschutz will entlang des Flusses Paar ein Echtzeit-Frühwarnsystem aufbauen, das auf Sensortechnik, Satellitendaten und Künstlicher Intelligenz basiert. Ziel ist eine frühzeitige Warnung der Bürger und Einsatzkräfte über mehrere Plattformen. mehr...

Eine Roboterhand bedient ein Touchdisplay.

KI: In risikoarmer Umgebung testen

[30.01.2026] Kommunen können geplante KI-Anwendungen nun vorab in einer geschützten Umgebung testen. Die von Ewerk Consulting bereitgestellte Infrastruktur basiert auf in Deutschland betriebenen Servern sowie Open-Source-Komponenten. mehr...

Logo Chatbot Düsseldorf

Düsseldorf: Chatbot als Pilot

[29.01.2026] Die Stadt Düsseldorf erweitert ihr Online-Serviceangebot um einen Chatbot. Der digitale Assistent läuft zunächst als befristetes Pilotprojekt und braucht noch einen Namen. Vorschläge aus der Bürgerschaft sind willkommen. mehr...

Eine Frau arbeitet an einem Computer.
bericht

Leipzig: KI-Fuchs spürt Wissen auf

[28.01.2026] Leipzig setzt mit dem KI-Fuchs neue Maßstäbe im Wissensmanagement. Das auf Open Source basierende System kombiniert ein multimodales Sprachmodell mit internem Verwaltungswissen, schafft damit Effizienzgewinne und deckt Bürokratieabbau-Potenziale auf. mehr...

Abstrakte Darstellung einer menschlich aussehenden Künstlichen Intelligenz mit Headset.

Düsseldorf: Voicebot Kira antwortet für’s Steueramt

[26.01.2026] Seit einem guten halben Jahr unterstützt die Künstliche Intelligenz für Rückfragen & Auskünfte Kira das Düsseldorfer Steueramt bei telefonischen Anfragen zur Beherbergungssteuer. Nun wurden die Fähigkeiten der virtuellen Sprachassistentin erweitert, sodass sie auch zur Grundsteuer Auskunft geben kann. mehr...

Illustration: Hände auf einer Laptop-Tastatur, auf dem Screen sieht man einen KI-Bot

Mitarbeiterqualifizierung: Fit für KI

[19.01.2026] Arbeitsentlastung, effiziente Verwaltungsabläufe und besserer Bürgerservice – KI hat das Potenzial, zentrale Herausforderungen des öffentlichen Sektors zu lösen. Ein modulares Qualifizierungsangebot von Ewerk unterstützt Verwaltungsmitarbeitende beim Umgang mit KI-Systemen. mehr...