Freitag, 6. Februar 2026

Green ITKlare grüne Strategie

[24.04.2015] Bei der Modernisierung des Rechenzentrums des kommunalen IT-Dienstleisters ekom21 ging es nicht nur darum, den hohen Ansprüchen an die Datensicherheit gerecht zu werden. Auch auf Umweltfreundlichkeit, lange Lebensdauer und geringen Verbrauch wurde Wert gelegt.
RZ-Modernisierung: Grünes Licht für Green IT.

RZ-Modernisierung: Grünes Licht für Green IT.

(Bildquelle: Olivier Le Moal/Fotolia.de)

Klima- und Umweltschutz genießen beim größten kommunalen Rechenzentrum Hessens höchste Aufmerksamkeit. Hieraus resultiert die Optimierung des Ressourcenverbrauchs während des Betriebs im Rechenzentrum ebenso, wie die Verwendung aktueller Energiesparklassen beim Einkauf neuer Hardware. Aber auch die Entwicklung der Fachverfahren kann durch eine moderne Software-Architektur dazu beitragen, Rechenzeiten zu verkürzen, Prozessabläufe zu straffen und damit letztendlich Energie zu sparen. Begonnen hat der Weg zu mehr Umweltschutz vor vielen Jahren, wobei sich aber stets die Frage stellte, wie umweltfreundlich ein IT-Dienstleister eigentlich sein kann. Unterschiedliche Gruppen aus verschiedenen Fachbereichen beschäftigten sich mit dieser Problematik – auch im Austausch mit anderen Behörden, Partnern und Lieferanten. Konkrete Schritte wurden dann im Jahr 2009, bei der Planung zur Erneuerung des Rechenzentrums, unternommen. Bei dieser Investition in die Sicherheit und den Umweltschutz wurde neben der reinen Rechnertechnik auch die komplette Infrastruktur auf den Prüfstand gestellt. Gesucht wurden Technologien, die nicht nur der Zertifizierung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gerecht werden, sondern sich auch durch Umweltfreundlichkeit, lange Lebensdauer und geringen Verbrauch auszeichnen.

Operation am offenen Herzen

Sicherheit, Nachhaltigkeit und Verfügbarkeit standen im Vordergrund bei der Modernisierung des Rechenzentrums. Nach sorgfältiger Planung wurde das Zentrum zwei Jahre später auf den neuesten Stand gebracht – von der Stromversorgung über die Klimatechnik, den Zugangsschutz und die Gebäudeüberwachung bis hin zum Brandschutz und der Löschtechnik. Das Investitionsvolumen dafür betrug fast 2,5 Millionen Euro. Dass der Rechenzentrumsbetrieb während der Umbaumaßnahmen aufrechterhalten wurde, bezeichnete ekom21-Geschäftsführer Bertram Huke als besondere Herausforderung, die mit einer Operation am offenen Herzen zu vergleichen ist. Durch die damals neu eingeführte Virtualisierungstechnik konnte die Anzahl der physischen Server von 450 auf 100 reduziert und der Stromverbrauch entsprechend verringert werden. Durch solche Maßnahmen innerhalb des Unternehmens ekom21 und entsprechende Aktivitäten bei Kunden vor Ort werden heute über zwei Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr und damit über 2.000 Tonnen CO2 eingespart. Das ist vergleichbar mit dem Ausstoß von nahezu 1.000 Haushalten.

Grüne Hardware

ekom21 geht auch im Hardware-Bereich den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Neben Beratungsleistungen über den Einsatz ökologischer Informations- und Kommunikationstechnologien für den Endkunden gibt es auch einen engen Austausch mit Lieferanten, den gesamten Lebenszyklus von Hardware-Komponenten umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten. So wurde erst kürzlich vom Unternehmen Kyocera Document Solutions Deutschland eine Urkunde überreicht, die der ekom21 aufgrund der Verwendung klimaneutraler Toner eine weitere Ersparnis von 67 Tonnen CO2 bescheinigt. Im Unternehmen wurden moderne IP-Telefonie-, Lync- und Video-Konferenz-Systeme installiert, um standortübergreifende Besprechungen vom Arbeitsplatz möglich zu machen. Damit können Fahrten zwischen den Geschäftsstellen in Darmstadt, Gießen und Kassel auf ein Minimum reduziert werden. Das trägt dazu bei, den durch Fahrzeuge verursachten CO2-Ausstoß zu mindern.

Umweltfreundlich drucken

Weiterhin sorgen moderne Etagendrucker dafür, dass eine Vielzahl von Printern an den Arbeitsplätzen eingespart wurde, was mit einer weiteren Stromeinsparung einhergeht. Auch das Druckzentrum der ekom21, das die breite Palette an Kundenaufträgen abdeckt, ist auf umweltfreundliche Technologien umgerüstet worden. So kommen zum Beispiel ausschließlich recyclebare Materialien zum Einsatz und außerdem werden sämtliche Zulieferer auf die Einhaltung des Green-IT-Gedankens überprüft. Bei den Druckverfahren wird auf Aktualität und Nachhaltigkeit geachtet, um stets auf dem neuesten Stand energieschonender Technologie zu sein. So auch beim hauseigenen Kundenmagazin e-info21. Die Zeitschrift wird schon seit mehreren Jahren ausschließlich aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt. ekom21-Geschäftsführer Bertram Huke fasst zusammen: „Green IT ist für unser Unternehmen kein bloßes Etikett, sondern eine klare Strategie: Unsere Zulieferer und Produkte werden nach strengen Auflagen in Richtung moderne, stromsparende und leistungsstarke Hardware ausgewählt. Wir beraten unsere Kunden hinsichtlich des optimalen Bedarfs zur Vermeidung von Überkapazitäten und unnötigen Redundanzen. Und auch intern setzen wir jede erdenkliche Maßnahme um.“

Stefan Thomas ist Pressesprecher der ekom21.


Stichwörter: Panorama,


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Detailaufnahme Bauplan mit Bleistift

Schleswig-Holstein: Unterstützung für kommunale Bauleitplanung

[05.02.2026] Schleswig-Holstein will Bauleitpläne künftig mit dem Standard XPlanung und einer zentralen Bereitstellungsplattform landeseinheitlich digital verfügbar machen. Das Land unterstützt Kommunen bei der Umwandlung bestehender Pläne. mehr...

Zeichnung von Händen, die je ein Puzzleteil in der Hand halten, die zusammengefügt werden. Daneben steht ÖFIT-Wegbereiter geschrieben.

ÖFIT-Wegbereiter-Reihe: Kompetenzaufbau in der Verwaltungspraxis

[30.01.2026] Als niedrigschwellige, anwendungsorientierte Lern- und Arbeitsinstrumente sollen die ÖFIT-Wegbereiter die interdisziplinäre Bearbeitung von Digitalisierungsprojekten in der öffentlichen Verwaltung unterstützen. Die Reihe umfasst derzeit vier Ausgaben unter anderem zu den Themen Low Code, generative Künstliche Intelligenz und Digitale Souveränität. mehr...

Junger Mann mit Kopfhörern in einer Büroumgebung, die untere Hälfte seines Gesichts von einem Monitor verdeckt.

Vitako: Die Verwaltung der Zukunft im Podcast

[16.01.2026] Orientierung schaffen, Debatten anstoßen und zeigen, wie öffentliche IT den digitalen Staat mitgestaltet – das will der neue Podcast von Vitako, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister. mehr...

KDO: IT-Wissen praxisnah vermittelt

[14.01.2026] Die KDO-Akademie vermittelt IT-Kompetenz: Im vergangenen Jahr wurden mehr als 200 Schulungen durchgeführt. Nun entwickelt sich das Angebot weiter. In verschiedenen Formaten wird neben Know-how zu konkreten IT-Lösungen auch Wissen zu übergreifenden Themen vermittelt. mehr...

Grafik, die den Ablauf des Kölner IT-Planungsprozesses erläutert.

Köln: Erster IT-Planungsprozess

[22.12.2025] Um die IT- und Digitalisierungsvorhaben der Verwaltung schneller bewerten und priorisieren zu können, hat Köln erstmals einen gesamtstädtischen IT-Planungsprozess umgesetzt. Er orientiert sich an Industriestandards für die IT-Planung in Unternehmen und sorgt für einen optimalen Ressourceneinsatz sowie eine nachhaltig gesteuerte digitale Transformation. mehr...

Vier Personen stellen das Aachener Baumkataster vor

Aachen: Straßenbäume exakt dokumentiert

[19.12.2025] In Aachen wurden in den vergangenen Jahren alle Stadtbäume mit Stamm- und Zustandsdaten in ein Kataster eingepflegt. Das soll der Stadtverwaltung künftig alle Prozesse rund um Baumkontrolle und -pflege erleichtern. mehr...

Cuxhaven: Schnell informiert im Notfall

[19.12.2025] Seit 2005 informiert die Stadt Cuxhaven ihre Bürgerinnen und Bürger über regionale Gefahrenlagen oder Schadensereignisse per App. Nun erhielt die mobile Anwendung ein umfassendes Update. mehr...

Junger Mann sitzt mit Laptop, Taschenrechner und einigen Papieren in sorgenvoller Haltung am Schreibtisch.

Fraunhofer FOKUS: Zwischen Medienbrüchen und Bürokratiearbeit

[03.12.2025] Was macht einen Verwaltungsprozess wahrhaft nutzerfreundlich? Dieser Frage geht – anhand des Wohngeldantrags – eine Studie von Fraunhofer FOKUS nach. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, ein handlungsleitendes Gesamtbild der Verwaltungsmodernisierung zu entwickeln. mehr...

Fragestellung er Umfrage mit einem Störer "Deine Meinung zählt"

NeXT: Breite Umfrage zur Nachnutzung

[27.11.2025] Wie steht es um die Nachnutzung digitaler Lösungen in der öffentlichen Verwaltung? Das Netzwerk NeXT hat dazu eine Umfrage aufgesetzt Alle Verwaltungsbeschäftigten – ungeachtet der Ebene oder Rolle – können noch bis Ende November ihre Praxiserfahrungen teilen. mehr...

Gruppenfoto der Teilnehmenden am „Kooperationsraum für Verwaltungsmodernisierung in föderalen Strukturen“

Metropolregion Rhein-Neckar: Kooperationsraum für moderne Verwaltung

[25.11.2025] Die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz sowie die Metropolregion Rhein-Neckar bauen ihre seit 2010 bestehende Kooperation aus und richten einen föderalen Kooperationsraum ein, der digitale Lösungen länder- und ebenenübergreifend entwickelt und erprobt. mehr...

Frau schreibt auf einem Notizblock, im Hintergrund weihnachtliche Deko
bericht

Studie: Intern besser integrieren

[20.11.2025] Wie erleben Behördenmitarbeitende die Digitalisierungsbemühungen in ihrem Alltag? Dies wollte das Unternehmen d.velop herausfinden. Ein Ergebnis der Umfrage: Eine vollständige Digitalisierung bis 2030 halten 75 Prozent der Befragten für unrealistisch. mehr...

Porträtaufnahme von Ilona Nickel.
interview

Lohr a.Main: Neue Perspektiven eröffnet

[19.11.2025] Ilona Nickel aus der IT-Abteilung der Stadt Lohr a.Main zählt zu den ersten Absolventen des Weiterbildungslehrgangs Digitalwirt. Im Interview erklärt sie, was den Lehrgang besonders macht und wie ihr dieser hilft, die Digitalisierung in Lohr voranzutreiben. mehr...

Szene aus einem Handballspiel.

Mainz: Mit Sportstättenverzeichnis online

[14.11.2025] In Mainz können jetzt die Belegungspläne von zunächst 20 Sporthallen online eingesehen werden. Weitere Hallen sollen sukzessive folgen. mehr...

Initiative Ehrenbehörde: Michelin-Stern für Behörden

[28.10.2025] Zwölf Behörden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden jetzt für neue Standards in Kommunikation, Digitalisierung und Führung als „Ehrenbehörden 2026“ ausgezeichnet. mehr...

dbb akademie: Digitalisierung im öffentlichen Dienst bleibt große Baustelle

[24.10.2025] Die dbb akademie hat jetzt das Fach- und Führungskräfte-Barometer 2025 vorgelegt. Demnach fühlen sich jüngere Generationen digital fitter, aber unzureichend vorbereitet. mehr...