deAI LabsMarktstart für KI-Plattform daeo

Eine neue Anwendung verbindet verstreute Organisationsdaten zu einem kontrollierten Kontext und macht sie über verschiedene KI-Modelle, -anwendungen und -oberflächen hinweg nutzbar.
(Bildquelle: shutjane/123rf.com)
Das deutsche KI-Start-up deAI Labs aus Tutzing bei München hat die Plattform daeo auf den Markt gebracht. Die Lösung soll verstreute Daten aus bestehenden IT-Systemen erschließen und für unterschiedliche KI-Modelle und Anwendungen nutzbar machen. Dazu führt sie Inhalte, deren Zusammenhänge und die jeweiligen Zugriffsrechte in einer gemeinsamen Datenbasis zusammen. Die Plattform richtet sich an den Mittelstand und den öffentlichen Sektor.
Daten im Zusammenhang nutzbar machen
Die daeo Kontext Engine erschließt Inhalte aus ERP-Systemen, Datenbanken, Dokumenten, Tickets sowie E-Mail- und Kollaborationssystemen. Dabei geht es nach Darstellung des Herstellers um mehr als das Auffinden von Informationen: Ein KI-System muss beispielsweise erkennen können, ob ein Dokument die gültige Fassung ist, zu welchem Vorgang es gehört und wer es sehen darf. daeo verknüpft dazu Datenbeziehungen, Zugriffsrechte und Wissen zu einem kontrollierten Kontext mit Quellenangaben und rollenbasierten Zugriffen. Dieser aktualisiert sich automatisch alle fünf bis zehn Minuten und ist vollständig auditierbar. Er steht über daeo Desktop sowie über das Model Context Protocol (MCP) und eine Programmierschnittstelle (API) für verschiedene Anwendungen und KI-Agenten bereit.
Erfahrungswissen im Kommunal-Support
Als Referenz aus dem Umfeld der öffentlichen Verwaltung nennt deAI Labs den kommunalen Software-Anbieter komuna, der Software für rund 700 Kommunen bereitstellt und durchschnittlich 200 Support-Anfragen am Tag beantwortet. Mit daeo macht komuna den Erfahrungsschatz aus 111.000 historischen Tickets für seine Support-Mitarbeitenden nutzbar. Ein früherer Versuch mit einem Standard-Chatbot war gescheitert. Nun berichtet der komuna laut deAI Labs von einer erheblichen Zeitersparnis im Arbeitsalltag. Bis zum produktiven Einsatz dauerte es nach Angaben von deAI Labs drei Monate. komuna will die Plattform künftig auch für weitere Anwendungsfälle nutzen.
Die Einführung kann schrittweise erfolgen
Der Einstieg ist modular angelegt. Nach Herstellerangaben kann ein erster klar umrissener Anwendungsfall mit Standardquellen innerhalb von Tagen starten. Komplexere Daten- und ERP-Landschaften werden schrittweise angebunden. Bereits erschlossene Quellen, Rechte und Beziehungen lassen sich für weitere Arbeitsabläufe, Teams und Anwendungen wiederverwenden. Auch das KI-Modell können Kunden laut deAI Labs je nach Anwendungsfall frei wechseln. Die aufbereitete Datenbasis bleibt dabei erhalten.
Für den Betrieb stehen europäische Rechenzentren, eine private Cloud oder die eigene Infrastruktur zur Wahl. Aus Sicht der Gründer gehört zur KI-Souveränität neben dem Hosting auch die Freiheit, technologische Entscheidungen ändern zu können. „Die dauerhafte Investition eines Unternehmens sollte deshalb nicht das einzelne Modell sein, sondern die Fähigkeit, den eigenen Kontext zuverlässig in unterschiedlichen Modellen und Oberflächen bereitzustellen“, betont der deAI Labs -Mitgründer Lukas Beckenbauer.
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