Dienstag, 6. Oktober 2026

E-Government-Wettbewerb 2023Preisträger stehen fest

[18.09.2023] Die Gewinnerprojekte des 22. E-Government-Wettbewerbs stehen fest. Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in Berlin prämierten BearingPoint und Cisco erneut fünf Leuchtturmprojekte der Verwaltungsmodernisierung.
Die Gewinner und Finalisten des E-Government-Wettbewerbs 2023 auf der großen Bühne des 28. Ministerialkongresses.

Die Gewinner und Finalisten des E-Government-Wettbewerbs 2023 auf der großen Bühne des 28. Ministerialkongresses.

(Bildquelle: Konstantin Gastmann)

Zum 22. Mal haben die Management- und Technologieberatung BearingPoint und das Technologieunternehmen Cisco den E-Government-Wettbewerb durchgeführt (wir berichteten). Bewerben konnten sich öffentliche Organisationen aus Bund, Ländern und Kommunen sowie Sozialversicherungsträger und Institutionen des Gesundheitswesens aus dem gesamten D-A-CH-Raum. Nach Angaben von BearingPoint nahmen in diesem Jahr rund 80 Projekte am Wettbewerb teil, der unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin des Innern und für Heimat Nancy Faeser stattfand. Nun wählte eine mehrköpfige Expertenjury die fünf Gewinner aus den 18 Finalisten des diesjährigen Wettbewerbs aus, auch der Publikumspreis wurde wieder vergeben.
In der ersten Kategorie, „Bestes Projekt zur Umsetzung von OZG- oder Registermodernisierung“ ging der erste Platz an das Hessische Ministerium der Finanzen für das Projekt „Digitaler Gewerbesteuerbescheid (Umsetzungsprojekt Kommunales ELSTER)“. Dieses revolutioniere die Handhabung von Gewerbesteuerbescheiden durch eine nahtlose und papierlose Lösung für Unternehmen und Kommunen (wir berichteten). Dank einer medienbruchfreien Lösung, eines umfassenden Wirkungsbereichs sowie dank Innovation habe das Projekt die Landschaft der Gewerbesteuerbescheide neu geformt. Das Projekt sei ein herausragendes Beispiel dafür, was durch umsichtige Projektführung, sorgfältige Planung und effektive Zusammenarbeit erreicht werden könne, so Jurymitglied Andreas Burren, Leiter ICT-Koordination Digitale Verwaltung Schweiz zur Preisverleihung.

Bahnbrechende Verwaltungs-KI

In der zweiten Kategorie, „Bestes Projekt zum Einsatz innovativer Technologie und Infrastrukturen“ ging der erste Platz an das InnoLab_bw beim Staatsministerium BaWü für das Projekt: „F13 – Prototyp einer KI-basierten Text-Assistenz für die Verwaltung“. Mit der Auszeichnung dieses Projekts solle die Tatsache unterstrichen werden, dass KI-Technologie für den öffentlichen Sektor in Deutschland erfolgreich entwickelt werden könne, so das Jurymitglied Peter Parycek, Mitglied im Digitalrat der Deutschen Bundesregierung und Leiter des Kompetenzzentrums ÖFIT. Das Inno-Lab des Landes Baden-Württemberg habe gezeigt, dass durch die Kombination von Fachwissen, Kreativität und der Fülle von Daten, die in der Verwaltung vorhanden seien, bahnbrechende Lösungen entwickelt werden können. Die Zusammenarbeit mit Start-ups zeige zudem, dass sowohl das nötige Know-how als auch die Fähigkeit zur Innovation vorhanden seien.
Als „Bestes Digitalisierungsprojekt“ wurde das Österreichische Bundesministerium für Finanzen für das Projekt: „Digital Austria Data Exchange (dadeX)-Use Case Kinderbetreuung Beitragsförderung Stadt Graz“ ausgezeichnet. Dieses bilde die erfolgreiche Basis zur Umsetzung des Once-Only-Prinzips als eine Säule der E-Government-Strategie der EU, so der ITK-Redakteur Martin Szelgrad. Von diesem Projekt gemeinsam mit der Stadt Graz bekämen die Bürgerinnen und Bürger zwar wenig mit, spürten jedoch die positiven Auswirkungen. So erleichtere es den Beihilfenantrag, beschleunige Behördenverfahren und verbessere die Datenqualität in den Prozessen.

Agile Transformation ist möglich

Der Preis für das „Beste Projekt zur Agilen Transformation der Verwaltung“ ging an den DRV Bund für das Projekt „Digitalstrategie für die digitale Transformation“. Diese habe die Jury insbesondere in der Gesamtschau eines agilen Transformationsprozesses überzeugt, der sowohl personell als auch methodisch sehr gut aufgebaut sei, so Maria Wimmer, Professorin am Forschungsbereich Verwaltungsinformatik, Universität Koblenz-Landau. Zielbereiche würden im Zwei-Jahresrhythmus überprüft, Experten- und Methoden-Teams arbeiteten agil und interdisziplinär zusammen, um die Transformationsprozesse effektiv umzusetzen.
In der fünften Kategorie, Nachhaltigkeit durch Digitalisierung, ging der Preis erneut nach Baden-Württemberg, nämlich an das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und die Landesanstalt für Umwelt für das Projekt „SAMOSEE-BW: Satellitenbasiertes Monitoring von Seen in Baden-Württemberg“. Das Projekt nutze öffentlich und kostenlos verfügbare Satellitendaten, um die Gewässerqualität einer deutlich höheren Anzahl an Seen in Baden-Württemberg zu bestimmen als dies über personalintensive Gewässerproben möglich ist. Damit bestehe eine deutlich umfangreichere Datenbasis für Maßnahmen zum Gewässer- und Landschaftsschutz, so Dagmar Lück-Schneider, Fachgebiet Verwaltungsinformatik, HWR Berlin.
Den Publikumspreis, über den per Online-Voting abgestimmt wurde, holte sich das Projekt „Gesamtstädtische Personalgewinnung und -entwicklung“ der Gemeinsamen Geschäftsstelle Schulbauoffensive mit Sitz am Bezirksamt Neukölln mit seiner beeindruckenden Umsetzung einer Agilen Transformation. Durch agile Methoden und eine überbezirkliche Zusammenarbeit wird dort die Personalbesetzung optimiert und die Leistungsfähigkeit der Verwaltung gestärkt.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Illustration einer diagonal über das Bild gespannten Kette, die gesprengt wird.
bericht

Digitale Transformation: Barrieren beseitigen

[05.10.2026] Ist eine Verwaltung, deren Grundzüge teilweise bis in die Bismarckzeit zurückreichen, überhaupt digital transformierbar? Das an der Universität Münster entwickelte Konzept des „Digital Rebirth“ zeigt, wie der erfolgreiche Einsatz digitaler Technologien gelingen kann. mehr...

Personengruppe unter einer goldenen 50

ab-data: 50 Jahre Softwareentwicklung

[02.10.2026] Mit mehr als 100 Gästen feierte das Softwareunternehmen ab-data sein 50-jähriges Bestehen am historischen Ursprungsort. Neben Erinnerungen an die Gründungszeit ging es um das neue Finanzwesen VOIS|FIWE und die Bedeutung kommunaler Plattformen für die Digitalisierung. mehr...

Drohne in der Luft, im Hintergrund ist verschwommen ein Gebäude der Feuerwehr Hanau zu sehen

rescueTablet: Aus der Luft direkt ins Lagebild

[02.10.2026] Die Einsatzplattform rescueTablet kann jetzt Live-Luftbilder und Telemetriedaten von Drohnen einbinden. Einsatzleitungen sollen dadurch bei Bränden, Hochwasser oder Sucheinsätzen schneller einen Überblick über die Lage erhalten. mehr...

OZG: Kommunen sollten sich startklar machen.

Aachen/Mannheim: G24 geht in die Praxis

[28.09.2026] Aachen und Mannheim erproben den Kombiantrag des Bund-Länder-Projekts G24. Er verbindet Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung. Aachen bietet das Verfahren bereits vollständig online an, Mannheim folgt schrittweise. Langfristig sollen Gründungen binnen 24 Stunden möglich sein. mehr...

NeXT: Nachnutzung praktisch angehen

[28.09.2026] Ein neues Paper des NeXT-Netzwerks gibt Beschäftigten aller föderalen Ebenen praktische Hinweise, wie sie digitale Lösungen für andere bereitstellen oder selbst übernehmen können. Ein Schnellcheck führt zu den passenden Empfehlungen und weiterführenden Ressourcen. mehr...

Panoramablick über Berlins Innenstadt, in der Mitte der Fernsehturm, im Hintergrund dramatische Wolken

Berlin: Digitale Bürgerdienste holen auf

[25.09.2026] Bei der Verwaltungsdigitalisierung in Berlin geht es voran: Mehr als die Hälfte der 100 meistgenutzten Bürgerdienstleistungen ist inzwischen digital verfügbar. Nachholbedarf besteht allerdings bei der tatsächlichen Online-Nutzung und der Medienbruchfreiheit. mehr...

Person am Laptop, am Bildschirm ein Mock-Up-Umfrageformular, sonniger Schreibtisch mit Muffins

Verwaltungsmonitor 2026: Digitale Transformation im Arbeitsalltag

[24.09.2026] Eine neue bundesweite Befragung richtet den Blick auf die Menschen, die Verwaltungsdigitalisierung erleben und gestalten. Beschäftigte aller Verwaltungsebenen können bis Ende Oktober 2026 online und anonym teilnehmen. Durchgeführt wird die Untersuchung vom Netzwerk NExT und dem Kompetenzzentrum Öffentliche IT. mehr...

Jemand schaut sich die Stadtblatt Online-Ausgabe am Handy an


Heidelberg: Stadtblatt wird digital

[18.09.2026] Heidelberg stellt die Verteilung seines Stadtblatts neu auf. Statt einer Zustellung an alle Haushalte setzt die Stadt künftig vor allem auf die digitale Ausgabe. mehr...

Junge Frau zwischen Archivregalen streckt ihr Handy Richtung Kamera

Gütersloh: Webseite zur Stadtgeschichte in neuem Look

[11.09.2026] Die Stadt Gütersloh hat den Bereich zur Stadtgeschichte auf ihrer Website grundlegend überarbeitet. Inhalte wurden neu geordnet und verknüpft, historische Abbildungen durch hochauflösende Digitalisate ersetzt und weitere Seiten um Bilder, Videos und Links ergänzt. mehr...

Mpck-up der Schwammstadt-App

Berlin: Klimaanpassung spielerisch erfahren

[11.09.2026] Mit dem Online-Spiel Schwammtastisch soll das Konzept der Schwammstadt für Berlinerinnen und Berliner anschaulich werden. Straßen und Plätze lassen sich digital mit Bäumen, Pflanzstreifen oder Regenwassernutzung umgestalten und deren Wirkung erkunden. mehr...

Roboterhand tippt auf einem Computerkeyboard

Studie: Automatisierungspotenzial in Behörden nicht ausgeschöpft

[09.09.2026] Eine Studie von Foundry, UiPath und Materna zeigt deutliche Lücken bei der Digitalisierung deutscher Behörden: Nach Einschätzung der Befragten könnten 49 Prozent der Verwaltungsaufgaben automatisiert werden, tatsächlich sind es erst 23 Prozent. Zudem ist ein Drittel der Leistungen noch komplett offline. mehr...

Ausstellung des Goldenen Buches der Stadt Ulm im Rathausfoyer

Ulm: Goldenes Buch ist digital erlebbar

[04.09.2026] Das Goldene Buch der Stadt Ulm können Gäste im Rathaus via Touchbildschirm ab sofort digital durchblättern. mehr...

Ein rotes und viele weiße 3D-Paragrafensymbole auf heller Oberfläche.
bericht

GEAS-Reform (2): Was jetzt auf die Verwaltung zukommt

[03.09.2026] Neue Verfahren, angepasste IT-Systeme und komplexere Rechtsfragen: Mit der GEAS-Reform wächst der Umsetzungsaufwand für die beteiligten Behörden. Sie müssen europäische und nationale Vorgaben stärker gemeinsam berücksichtigen - und up to date bleiben. mehr...

Ein rotes und viele weiße 3D-Paragrafensymbole auf heller Oberfläche
bericht

GEAS-Reform (1): Die rechtlichen Implikationen

[02.09.2026] Die GEAS-Reform regelt wesentliche Bereiche des Asylrechts nun durch unmittelbar geltende EU-Verordnungen. Damit sinken nationale Gestaltungsspielräume, während die Anforderungen an Rechtsanwendung und Verwaltungsvollzug steigen. mehr...

KGSt/Helmut-Schmidt-Universität Hamburg: Agile Arbeitsweisen in Kommunen

[01.09.2026] Die KGSt und die Hamburger Helmut-Schmidt-Universität wollen herausfinden, wie agile Arbeitsweisen in Kommunalverwaltungen eingeführt und etabliert werden. Für eine kurze Umfrage werden noch Personen gesucht, die agiles Arbeiten in ihrer Kommune voranbringen. mehr...