Sonntag, 30. November 2025

Kostenlose SchülerbeförderungRosenheim automatisiert Antrag

[05.04.2024] Die meisten Anträge auf kostenlose Schülerbeförderung kann die Stadt Rosenheim heute vollständig automatisiert bearbeiten. In einem Modellprojekt hat die Kommune den Prozess von der digitalen Antragstellung bis zum Versand der Fahrkarten erfolgreich umgestellt.
Die Stadt Rosenheim kann Anträge auf eine kostenlose Schülerbeförderung heute meist vollständig automatisiert bearbeiten.

Die Stadt Rosenheim kann Anträge auf eine kostenlose Schülerbeförderung heute meist vollständig automatisiert bearbeiten.

(Bildquelle: Stadt Rosenheim)

Ein IT-Tool, das medienbruchfrei und automatisiert 70 bis 80 Prozent aller Anträge auf eine kostenlose Schülerbeförderung abwickeln kann, kommt in der Stadt Rosenheim zum Einsatz. Erarbeitet und umgesetzt hat es die bayerische Kommune zusammen mit der Firma advanced data processing aus Dresden. „Die Effizienzsteigerung, die wir mit dieser Lösung erzielen können, ist enorm“, sagt Rosenheims Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl, in dessen Geschäftsbereich das Tool technisch und organisatorisch entwickelt wurde. „Von der digitalen Antragstellung bis zum Versand der Fahrkarten wurden in einem ersten Test rund 600 Anträge abgearbeitet. Damit vermeiden wir nicht nur ziemlich eintönige Routinearbeiten. Dank der eingesparten Zeit können wir die Mitarbeiterinnen in diesem Bereich auch für weitaus sinnvollere Maßnahmen einsetzen.“

Vom Antrag bis zur Zustellung

Als vor einigen Jahren eine kommunale Fachzeitschrift über eine Robotik-Lösung im Bereich der kostenlosen Schülerbeförderung berichtet hat, weckte dies das Interesse der Rosenheimer Verwaltung. Es stellte sich allerdings schnell heraus, dass die Anwendung für die Stadt nicht geeignet war. Der Grund: Sie vernachlässigte das hinter dem digitalen Antrag folgende Verfahren komplett. Die Kommune nahm dies zum Anlass, den eigenen Prozess von der Antragstellung bis zur Zustellung der Fahrkarte an die Schülerinnen und Schüler einer genaueren Analyse zu unterziehen. Im Rahmen eines Modellprojekts sollte er dann weitgehend automatisiert werden. Auf der Suche nach alternativen Lösungen stieß das Rosenheimer Digitalisierungs-Team schließlich auf das Programm STRans von advanced data processing. Die Firma hat die Software für Rosenheim so angepasst, dass ein optimaler Ablauf für Eltern, Schulen und Sachbearbeitende gewährleistet ist. Der dazugehörige Online-Antrag wurde mit dem XIMA Formular-Server umgesetzt.

Software umgeht gefährliche Wegstellen

Wie das Verfahren abläuft, erklärt Gertraud Pfaffeneder, Projektleiterin für die Digitalisierung im Rosenheimer Hauptamt. „Zunächst müssen die Eltern oder Schüler die erforderlichen Daten eingeben. Letztere werden von den Schulen umgehend digital bestätigt und mit allen Anlagen automatisiert in das Programm übernommen. Dieses kann die Daten dank seiner Verbindung zum städtischen Melderegister direkt elektronisch abgleichen. Dann ermittelt es den geeignetsten Schulweg.“ Dabei umgeht die Software vielbefahrene Straßen, dunkle Parks, den städtischen Friedhof und andere Gebiete, die als besonders gefährliche Wegstellen definiert sind. Sie berechnet die relevanten Strecken für den Anspruch auf kostenlose Schülerbeförderung und ordnet sie der entsprechenden Tarifzone oder anderen Beförderungsarten zu. „Der ermittelte Schulweg kann durch den Sachbearbeiter aber jederzeit überprüft und bei Bedarf angepasst werden“, sagt Projektleiterin Pfaffeneder.

Individuell und doch flexibel

Individuell angepasst werden können auch die Vorlagen für Bescheide und andere Schreiben, die mit der Software per Knopfdruck generiert werden. Des Weiteren bietet diese vielfältige Auswertungsmöglichkeiten und eine Terminüberwachung. Abgelegt werden der Antrag und die zugehörigen Anlagen im Programm sowie revisionssicher in der E-Akte. „Somit können Sachbearbeitende auf die hinterlegten Dokumente vom Programm STRans aus zugreifen. Aber auch ohne STRans sind die Schülerbeförderungsakten einsehbar“, erklärt Gertraud Pfaffeneder. Sollten Eltern keine Möglichkeit der Online-Beantragung haben, kann der Antrag in Papierform über die Schulen an das zuständige Schul- und Sportamt gesendet und dort digitalisiert werden.
Das Rechnungsprüfungsamt der Stadt Rosenheim hat die Software mittlerweile als sicher und fehlerfrei akzeptiert. Dem voran ging eine strukturierte Stichprobe, für die circa zehn Prozent der digital abgewickelten Verfahren erhoben und ausgewertet wurden. Wie flexibel advanced data processing und STRans weiterhin sind, zeigte sich mit dem unterjährigen Beitritt der Stadt und ihrer Verkehrsbetriebe zum Münchner Verkehrsverbund (MVV). Die Schülerinnen und Schüler mussten daraufhin ein Passbild für die Buskarte nachreichen. Ein neues Antragsverfahren brauchte es dafür nicht – die Bilder werden einfach online hochgeladen und digital an die neuen Verkehrsbetriebe weitergeleitet.

Ohne Marketing-Maßnahmen hohe Akzeptanz

Frank Leistner, Leiter des Rosenheimer Schul- und Sportamts, ist sehr zufrieden mit der Umsetzung der Prozessautomatisierung. Sie sei eine große Erleichterung für Eltern, Schüler und auch für die zuständigen Sachbearbeiterinnen. „Im vergangenen Schuljahr, das zunächst nur als Testbetrieb laufen sollte, haben ohne große Marketing-Maßnahmen bereits circa zwei Drittel aller Eltern die Möglichkeit der Online-Beantragung genutzt“, berichtet er. „Das zeigt die hohe Akzeptanz, die einfach auszufüllende digitale Antragsverfahren inzwischen genießen. Die positive Resonanz in einem solchen Umfang hat uns dennoch überrascht“, so der Amtsleiter. Ab dem Schuljahr 2024/2025 ist das Online-Verfahren der Standard bei der Beantragung einer Schülerfahrkarte.

Lisa Strasser ist Sachbearbeiterin im Hauptamt der Stadt Rosenheim, Sachgebiet Steuerungsunterstützung und Organisation.




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Infrastruktur

Deutsche Verwaltungscloud: Digitale Antragsbearbeitung made in Hessen

[26.11.2025] Mit HessenDANTE bietet die HZD eine innovative Plattform, mit der sich die Antragstellung für unterschiedlichste Verwaltungsleistungen komplett digital und OZG-konform abbilden lässt. Das Paket ist nun auch über die Deutsche Verwaltungscloud zu beziehen. mehr...

Axians Infoma: Innovationspreis 2025 verliehen

[24.11.2025] Mit Künstlicher Intelligenz (KI) konnte die Stadtverwaltung Bad Dürkheim ihren Eingangsrechnungsprozess automatisieren. Für diese Maßnahme ist sie mit dem Axians Infoma Innovationspreis 2025 ausgezeichnet worden. Zu den Finalisten zählen außerdem das Gesundheitsamt des Landkreises Saarlouis und die Stadt Fürth. mehr...

Eine Person sitzt vor einem aufgeklappten Laptop und hat ein Notizbuch in der Hand, dessen Inhalt sie mit den Daten auf dem Laptopbibdschirm vergleicht.

Baden-Württemberg: Virtuelles Amt für Kommunen

[05.11.2025] In Baden-Württemberg fördert das Digitalministerium gemeinsam mit der Digitalakademie@bw die Kommunen beim Ausbau des Virtuellen Amts mit insgesamt 400.000 Euro. Bewerbungen können noch bis zum 15. Dezember eingereicht werden. Interessierte Kommunen wenden sich direkt an IT-Dienstleister Komm.ONE. mehr...

Der Messestand von MR Datentechnik auf der Kommunale 2025.

MR Datentechnik: Ganzheitliche IT statt Insellösungen

[05.11.2025] Mit ganzheitlichen, maßgeschneiderten IT-Lösungen unterstützt das Unternehmen MR Datentechnik öffentliche Auftraggeber von der Hardware über die IT-Sicherheit bis hin zur smarten Netzwerk- oder Medientechnik. Die Managed Services stehen auch für den Bildungsbereich zur Verfügung. mehr...

Eine Frau präsentiert ein Smartphone, auf dem die Karlsruhe.App genutzt wird.

Karlsruhe: Digitale Begleiterin auch bei Gefahr

[29.10.2025] Als zentrale mobile Plattform bündelt die Karlsruhe.App zahlreiche digitale Dienste der Stadtverwaltung sowie stadtnahe Angebote von Drittanbietenden. Nun hat die Stadt auch das Modulare Warnsystem (MoWaS) in die App integriert. mehr...

Ein 24/7 Bürgerterminal der Stadt Nidderau.

Nidderau: Wirtschaftlicher dank Bürgernähe

[28.10.2025] In Nidderau können die Bürger an einem Terminal rund um die Uhr digitale Anträge stellen. An einem anderen Terminal können sie jederzeit Pässe und Dokumente abholen. Der Hessische Städte- und Gemeindebund und der hessische Steuerzahlerbund haben die Stadt unter anderem für diese beiden Lösungen mit dem so genannten Spar-Euro ausgezeichnet. mehr...

Diana Härter steht mit einem Tablet unter dem Arm zwischen Regalreihen voller Hängeregister.
bericht

Meßstetten: Tablet statt Tinte

[27.10.2025] Meßstetten zählt rund 11.000 Einwohner, hat aber eine eigene Stabsstelle Digitalisierung. Das Ziel: Das Rathaus soll Schritt für Schritt zum modernen, digitalen Dienstleistungszentrum gemacht werden. mehr...

Ein Teleskopmast, der mit Beleuchtung, Richtfunk und steuerbarer Kamera ausgestattet ist.

Kaiserslautern: Mehr Sicherheit bei Großveranstaltungen

[24.10.2025] In Kaiserslautern sorgen ab sofort vier eigens entwickelte mobile Teleskopmastsysteme (TEMES) für mehr Sicherheit bei Großveranstaltungen. Die TEMES können flexibel aufgebaut und beispielsweise mit Kameras bestückt werden. Sie verfügen über ein dauerhaft aktives Monitoring und Alarmierungssystem. Eine mobile Stromversorgung über mehrere Stunden ist möglich. mehr...

Kulturhalle Stadt Rödermark

Rödermark: In der Cloud mit Axians Infoma

[20.10.2025] Die Stadt Rödermark verlagert ihre Verwaltung in die Cloud. Für die Umsetzung des IT-Paradigmenwechsels setzt die südhessische Kommune auf das Unternehmen Axians Infoma. mehr...

Drei Personen stehen nebeneinander vor einem Bildschirm versammelt, zwei drücken symbolisch einen Startknopf.

Wiesbaden: Digitales Stadtarchiv in Betrieb

[15.10.2025] Um digitale Unterlagen langfristig sicher aufbewahren zu können, hat Wiesbaden ein digitales Stadtarchiv eingerichtet. Mit der Aufnahme erster Archivalien ist dieses nun in den Produktivbetrieb gestartet. mehr...

Eine Umfrage attestiert der Stadt Mainz eine gute Breitband-Infrastruktur.

Mainz: Mit neuen Projekten voran

[29.09.2025] Trotz Fortschritten bei der Digitalisierung ist die Stadt Mainz beim Smart City Index des Bitkom im Mittelfeld gelandet. Kurz- und mittelfristig will die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt aufholen. Zahlreiche Projekte stehen in den Startlöchern. mehr...

Ein Baum wächst aus einem Boden, bestehend aus leuchtenden Linien, heraus.

Klimamanagement: regio iT bietet Software und Beratung

[01.09.2025] Mit ClimateView bietet regio iT den Kommunen ein neues Klimaschutzmanagement-Tool an. Die Software-as-a-Service-Lösung bildet die gesamte Treibhausgasbilanz einer Kommune ab, geplante Maßnahmen können einer Wirtschaftlichkeitsanalyse unterzogen werden. Die Software ergänzend steht fachlich fundierte Beratung aus dem regio iT Partnernetzwerk zur Verfügung. mehr...

Vektorgrafik zeigt einen Desktopbildschirm aus dem Registerkarten in eine Wolke schweben.

Dataport: Auf dem Weg zum Register-as-a-Service

[26.08.2025] IT-Dienstleister Dataport konnte im Innovationswettbewerb Register-as-a-Service überzeugen und entwickelt nun mit den Unternehmen Edgeless Systems, HSH Software- und Hardware und Adesso sowie dem IT-Verbund Schleswig-Holstein (ITV.SH) den Prototyp für ein cloudbasiertes Melderegister.  mehr...

Schleswig-Holstein stellt neue Digitale Agenda vor.

Schleswig-Holstein: Landesdatennetz für alle

[21.08.2025] Schleswig-Holstein will ein umfassendes Landesdatennetz schaffen, das den Austausch von Verwaltungsdaten zwischen Behörden verschiedener Ebenen – auch länder- und staatenübergreifend – ermöglicht. Kommunen sollen mit wenig Aufwand und unter Berücksichtigung bestehender IT an die Landesinfrastruktur andocken können. mehr...

Eine Hand über der ein Wolkensymbol schwebt, das vernetzt ist mit anderen Wolkensymbolen.

Melderegister: Cloudbasierte Lösung in Arbeit

[21.08.2025] Die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) entwickelt mit IT-Dienstleister Komm.ONE, den Unternehmen Scontain und H&D sowie den Städten München, Augsburg, Ulm und Heidelberg eine cloudbasierte Lösung für das Melderegister. Sie bilden eines von drei Umsetzungskonsortien, die die FITKO und GovTech Deutschland im Wettbewerb Register-as-a-Service (RaaS) ausgewählt haben. mehr...