Mittwoch, 29. April 2026

Treptow-KöpenickKiezkassen-Applikation im Test

[29.07.2025] In Berlin soll künftig eine Kiezkassen-Applikation die Verwaltungsprozesse bei der Vergabe nachbarschaftlicher Fördermittel digital abbilden. Im Bezirk Treptow-Köpenick haben Bürger, Verwaltungsmitarbeitende und Kiezpaten die Lösung einem ersten Test unterzogen.
Vektorillustration mit jungen Menschen in der Nähe eines großen Smartphones, die Feedback und Bewertungen für ein Produkt oder eine Dienstleistung abgeben.

Die Kiezkassen-Applikation hat die Berliner insbesondere hinsichtlich der Zugänglichkeit, dem Design und der Dialogorientierung überzeugt.

(Bildquelle: kikiabdurahman/!23rf.com)

Eine neue Kiezkassen-Applikation ist vom Berliner Bezirk Treptow-Köpenick getestet worden. Wie das zuständige Bezirksamt berichtet, digitalisiert die Anwendung zentrale Bestandteile der jährlichen Fördermittelvergabe im Rahmen der bezirklichen Stadtteilbudgets. Dazu zählen die Ideeneinreichung, Versammlungsvorbereitung, Abstimmung, Antragstellung und Abrechnung. Der nun getestete Prototyp sei modular aufgebaut und berücksichtige von den Antragstellenden über Anwohner und Moderierende bis hin zu den Sachbearbeitenden die Perspektiven aller Beteiligten. Es werde ein durchgängiger, rechtskonformer und leicht zugänglicher Beteiligungsprozess ermöglicht, der gleichzeitig weiterentwickelt und auf andere Förderkulissen übertragen werden kann. Die Applikation sei vollständig nach Open-Source-Prinzipien umgesetzt und werde gemäß dem Leitsatz „Public Money, Public Code“ über die Plattform OpenCode veröffentlicht.

Wie die Applikation bei den künftigen Nutzern ankommt, sollte ein Workshop im CityLab Berlin zeigen. Bürger, Verwaltungsmitarbeitende und Kiezpaten aus Treptow-Köpenick testeten die Plattform, indem sie in verschiedene Rollen schlüpften, Ideen einreichten, eine Kiezkassenversammlung simulierten, Anträge stellten, abrechneten und die Chatfunktion zur Klärung von Fragen nutzten, berichtet das Bezirksamt. Das Ergebnis: Die Applikation habe insbesondere in Hinblick auf Zugänglichkeit, Design und Dialogorientierung überzeugt. Gleichzeitig konnten zahlreiche Hinweise für die Weiterentwicklung gesammelt werden. Dazu zählen klarere Pflichtfeldkennzeichnungen, Glaubwürdigkeitsprüfungen oder die Visualisierung von Abstimmungsergebnissen. Auch mögliche digitale Hürden etwa für ältere und technisch weniger versierte Menschen kamen im Workshop zur Sprache. Die Applikation soll laut Bezirksamt möglichst vielen die Beteiligung ermöglichen. Deshalb werden beispielsweise alle Informationen zum Kiezkassenprozess in englischer Sprache bereitgestellt. Klar sei aber: Es dürfen keine neuen Barrieren entstehen, wo andere abgebaut werden. Wer nicht digital teilnehmen kann oder möchte, erhalte nach wie vor analoge Beratung und Hilfestellung.

Die Applikation wurde mit einem klaren Fokus auf Übertragbarkeit entwickelt, erklärt das Bezirksamt des Weiteren. Viele der Funktionen – vom digitalen Ideenmanagement bis hin zur Fördermittelabrechnung – seien auch für andere Bezirke oder Formate wie Bürgerbudgets, Nachbarschaftsfonds oder Quartiersfonds relevant. Die modulare Architektur, die Entwicklung in enger Zusammenarbeit mit Verwaltung und Stadtgesellschaft sowie die mögliche Anbindung an andere Open-Source-basierte Plattformen machen einen berlinweiten Einsatz realistisch.

Das Projekt ist Teil der Landesstrategie Gemeinsam Digital: Berlin (GD:B), der Workshop fand im Rahmen des Smart-City-Pilotprojekts Smarte Partizipation statt.





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