Samstag, 26. September 2026

HildesheimSmart City wird sichtbar

[19.01.2023] Im Jahr 2023 will Hildesheim die ersten Smart-City-Vorhaben umsetzen. Zur Früherkennung von Hochwasser will die Stadt beispielsweise ein LoRaWAN nutzen. Auch sollen die Hildesheim-App erweitert und eine Entwicklungskooperation für eine Urbane Datenplattform angestoßen werden. Die Stadtwerke Hildesheim treiben den Prozess mit voran.
In Hildesheim wurden die Smart-City-Projekte für das Jahr 2023 der Öffentlichkeit vorgestellt.

In Hildesheim wurden die Smart-City-Projekte für das Jahr 2023 der Öffentlichkeit vorgestellt.

v.l.: Mustafa Sancar, Vorstand der Stadtwerke AG und stellvertretender Vorsitzender des Smart City Board; Svenja Fuhrich, Stadt Hildesheim, Fachbereichsleitung für Fachkräfte, Smart City und Beteiligungen; Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer

(Bildquelle: Stadt Hildesheim)

Hildesheim will im Jahr 2023 erste Smart-City-Leuchtturmprojekte umsetzen. „Wir sind noch in der Strategiephase, die planmäßig bis Mitte des Jahres läuft. Trotzdem wollen wir mit den ersten Projekten Smart City jetzt in die Praxis holen und für die Bürgerinnen und Bürger sichtbar machen“, erklärt Oberbürgermeister Ingo Meyer. „Die jetzt avisierten Projekte folgen vor allem drei klaren Kriterien: Sie schaffen einen spürbaren Nutzen, sind innovativ, bringen durch modellhaftes Ausprobieren und Testen einen Erkenntnisgewinn für unser weiteres Vorgehen und schaffen eine entsprechende Breitenwirkung durch Kooperation mit möglichst vielen Menschen und lokalen Playern.“ „Vor allem aber ist es ein Lernprozess, um herauszufinden, wie die Smart City Hildesheim der Zukunft aussehen kann“, ergänzt Svenja Fuhrich, Fachbereichsleiterin für Fachkräfte, Smart City und Beteiligungen bei der Stadt. „Deshalb ist auch die angestrebte wissenschaftliche Begleitung des gesamten Vorhabens durch ein unabhängiges Forschungsinstitut enorm wichtig.“

Projekte für 2023

Wie die Stadt in Niedersachsen mitteilt, wird zum einen das Thema Hochwasser in den Blick genommen. In einem Pilotprojekt mit dem in Lemgo beheimateten Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB-INA sollen fortlaufend Messwerte zu Pegelstand, Bodenfeuchte und Mikroklima über ein LoRaWAN in den relevanten Gebieten der Stadt gesammelt und in einer Datenkarte visualisiert werden. „Wir haben hier ein Problem mit Hochwasser, das wir nur gemeinsam mit anderen Kommunen und dem Land angehen können“, erklärt Svenja Fuhrich. „Daher ist es wichtig, zusätzliche Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie wir das Thema Hochwasser und Mikroklima in Hildesheim noch besser steuern können, um diese Ergebnisse dann auch in Kooperation mit anderen Kommunen zu verwenden und hierdurch einen zusätzlichen Nutzen für den Katastrophenschutz zu erzeugen.“
In einem anderen Projekt sollen Bildungskurse und Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche rund um das Thema Smart City ausgerichtet werden. Die Themen reichen nach Angaben der Stadt von der App-Entwicklung über Sensorik und die technische Vernetzung bis hin zu Robotik, 3D-Druck oder den Umgang mit Daten. Weitere für 2023 geplante Projekte seien ein Augmented-Reality-Spielplatz an einem Aktivspielplatz, eine Entwicklungskooperation Urbane Datenplattform, ein Gründungsökosystem, die Digitale Stadtgesellschaft sowie die Erweiterung der Hildesheim-App.

Ereignisreiches und spannendes Jahr

„Es wird ein ereignisreiches und spannendes Jahr werden für die Smart City Hildesheim“, sagt Mustafa Sancar, Vorstand der Stadtwerke und stellvertretender Vorsitzender des Smart City Board. „Das ganze Team um das Modellprojekt ist motiviert, die Themen buchstäblich nach draußen und auf die Straße zu bringen. Da steckt unheimlich viel Kraft und Willen dahinter. Ein Dank geht hier vorrangig an Svenja Fuhrich und ihr gesamtes Team. Wir als EVI werden die Smart-City-Bewegung mit unseren digitalen Plattformen, dem digitalen Zwilling als Energiedatenplattform für Hildesheim sowie der Hildesheim-App maßgeblich mit vorantreiben und unseren Beitrag zum Transformations- und Digitalisierungsprozess Hildesheims leisten. Ich bin gespannt, welche Bilanz wir ziehen, wenn wir uns in einem Jahr die Ergebnisse anschauen.“
Hildesheim wurde im Sommer 2021 als eine von 28 Kommunen vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen zur Modellkommune Smart Cities berufen. Für fünf Jahre stehen der Stadt laut eigenen Angaben insgesamt 17,5 Millionen Euro an Projektmitteln zur Verfügung.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
Smart-City-Strategie: Für viele Kommunen eine Herausforderung.

Hamm: Digitaler Erfolgskurs

[24.09.2026] Hamm stellt die Weichen für die nächste Phase seiner Digitalisierung: Die bisherige Digitalisierungsstrategie wird zu einer Smart-City-Strategie für 2027 bis 2032 weiterentwickelt. Neue KI-Anwendungen und eine modernere Dateninfrastruktur sollen dabei eine größere Rolle spielen. mehr...

Reihe von Autos, Nahaufnahme, im Hintergrund orangefarbenes Bokeh

Köln: MobilitätsCockpit verstetigt

[23.09.2026] Köln führt die Datenplattform MoCKiii nach Abschluss der Förderphase dauerhaft fort. Sie verknüpft Verkehrs-, Umwelt- und Wetterdaten in Echtzeit. Die Informationen fließen unter anderem in Verkehrsanlagen, das Brückenleitsystem und die Mobilithek ein. mehr...

Visualisierung des smarten Pfaff-Quartiers in Kaiserslautern.
bericht

Serie Smart Cities, Teil 6: Resilient und nachhaltig

[22.09.2026] Um zukunftsfähige urbane Infrastrukturen – smarte Quartiere – zu schaffen, sollten Kommunen die Digitalisierung konsequent als Hebel für ganzheitliche Nachhaltigkeit und Resi­lienz nutzen. Dabei können sie sich an vier Leitfragen orientieren. mehr...

Holzblöcke vor blauem Hintergrund bilden eine aufsteigende Treppe mit einem roten Block ganz oben. Symbol für eine Rangliste

Haselhorst Smart City Ranking: Ranking ohne Rangliste

[17.09.2026] Das Haselhorst Smart-City-Ranking verzichtet 2026 erstmals darauf, die Platzierungen der untersuchten Städte aktiv zu veröffentlichen. Ganz geheim bleibt die Rangliste dennoch nicht: München hat seinen erneuten ersten Platz bereits selbst bekannt gegeben. mehr...

Gruppenfoto mit Vertreterinnen und Vertretern der Urban Stack Community

Gütersloh: Zusammenarbeit im Urban Stack

[17.09.2026] Gemeinsam kommt man auf dem Weg zu Digitaler Souveränität besser voran: Dieser Überzeugung sind die aktuell zehn Kommunen, die sich der von der Stadt Gütersloh entwickelten Datenplattform Urban Stack bereits angeschlossen haben. Beim ersten Community-Treffen gab es jetzt konkrete Weichenstellungen und Neuigkeiten. mehr...

Fünf Personen präsentieren den neuen Sensor am Marktplatz Rheydt.

Mönchengladbach / Viersen: Nächtliche Kaltluftströme unter der Lupe

[16.09.2026] In einem gemeinsamen Smart-City-Projekt erforschen Mönchengladbach und Viersen über fest installierte Sensoren die Kaltluftströme in den beiden Städten. Ziel ist es, damit neue Datengrundlagen für Klimaanpassung und Stadtplanung zu schaffen. mehr...

Stuttgarter Schlossplatz mit Jubiläumssäule bei gutem Wetter, Menschen sitzen auf der Wiese.

Smart City Index 2026: Stuttgart übernimmt die Spitze

[09.09.2026] Stuttgart führt erstmals den Smart City Index des Digitalverbands Bitkom an und verdrängt München auf Rang 2. Hamburg folgt auf Platz 3. Mönchengladbach, Bremen, Erlangen und Hildesheim zählen zu den größten Aufsteigern unter den deutschen Großstädten. mehr...

Stadtansicht Braunschweig

Braunschweig: Innovationsstrategie für die digitale Zukunft

[09.09.2026] Für die digitale Transformation der Verwaltung hat Braunschweig eine Innovationsstrategie vorgelegt, über die der Rat Ende September entscheidet. Sie umfasst den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Cloud-Lösungen sowie den Aufbau einer urbanen Datenplattform. mehr...

Smart-City-Plattformen: Neuer DIN-Standard veröffentlicht

[07.09.2026] Handlungsempfehlungen für den Aufbau resilienter, skalierbarer und nachhaltiger Smart-City-Infrastrukturen liefert jetzt die neue DIN SPEC 91377 zu „Datenmodellen und Protokollen in offenen urbanen Plattformen“. mehr...

Wolfsburg: Virtuelles Modell für reale Planungen

[02.09.2026] Das virtuelle Wolfsburg ist fertig. Der vollständig auf Open-Source-Technologien basierende digitale Stadtzwilling bündelt unter anderem Klima-, Wetter- und Straßenzustandsdaten und soll städtebauliche Vorhaben anschaulicher machen – für die Planenden ebenso wie für Bürgerinnen und Bürger. mehr...

Lächelnde Frau im geblümten Sommerkleid vor einem großen Monitor.

Hanau: Mit einem Klick informiert

[31.08.2026] Hanau hat eine öffentliche Datenplattform freigeschaltet, die Live-Informationen zu Parkraum, Innenstadtfrequenz und Wetter bündelt. Das browserbasierte Dashboard ist kostenlos und ohne Anmeldung verfügbar und soll um weitere Smart-City-Anwendungen ergänzt werden. mehr...

Drei Menschen mit Spaten, im Hintergrund ein orangefarbenes Baufahrzeug

Grünpflege: Smart Gießen in Augsburg

[31.08.2026] Augsburg baut die sensorgestützte Bewässerung seiner Stadtbäume aus. Messwerte aus mehreren Bodenschichten und Wetterdaten zeigen, wann und wo gegossen werden muss. So will die Stadt Wasser sparen, Pflegefahrten reduzieren und ihr Grün besser durch Trockenperioden bringen. mehr...

Smart-City-Strategie: Für viele Kommunen eine Herausforderung.

Smart City: Offenheit als Schutz vor Abhängigkeiten

[24.08.2026] Kommunen sollten ihre Smart-City-Infrastruktur so aufbauen, dass Systeme verschiedener Hersteller zusammenarbeiten und Daten unter kommunaler Kontrolle bleiben. Armin Mühlberger von sixData hat in einem Interview vor langfristigen Abhängigkeiten gewarnt und sieht offene Schnittstellen als Voraussetzung für flexible und sichere digitale Infrastrukturen. mehr...

Kartenansicht in Grau mit gelben, grünen und orangenen Punkten.

Karlsruhe: Kleinräumige Daten zum Stadtklima

[21.08.2026] Karlsruhe gehört zu den heißesten Städten in Deutschland. Hunderte Klimasensoren erheben nun detaillierte Daten zum Stadtklima, die auf einer Online-Karte ausgewertet werden können. Die Stadt hat bereits vor mehr als zehn Jahren ihre erste Klimaanpassungsstrategie veröffentlicht. mehr...

Ein Wasserhahn, aus dem Euroscheine fließen, wird von der Hand eines Mannes im schauten Anzu zugedreht
bericht

Serie Smart Cities, Teil 5: Digitalisierung verstetigen

[13.08.2026] In vielen Kommunen wurde die Einführung digitaler Lösungen mithilfe von Fördermitteln angestoßen. Was ist nun zu tun, um die Smart-City-Projekte auch nach dem Ende des Förderzeitraums finanzierbar zu machen und fest in den kommunalen Prozessen zu verankern? mehr...